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Ahoi in die Runde

Ahoi in die Runde,

möchte mich kurz vorstellen: Ich bin Rolf Gerhards, Grafikdesigner und Partner des Büros trafodesign GmbH in Düsseldorf. Was kann gute Buchgestaltung für die Vermarktung leisten? Das ist die Frage die mich um- und in dieses Forum treibt. Da die Wege mancher Verlage diesbezüglich genauso unergründlich sind, wie die des Herrn, versuche ich einfach mal im Kreise von Fachleuten und Interessierten wie euch, neue Erkenntnisse zu entdecken.

Freue mich auf spannende Diskussionen und regen Austausch.

Beste Grüße . Rolf Gerhards

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Erfahrungsbericht über die Buchvermarktung von meist unbekannten Autoren in Österreich

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Sehr geehrte Frau Rüdisser!

Ich weiss nicht in welchem gelobten Land Sie leben, aber in der Steiermark ticken die Uhren mehr als anders. Die Schulbuchaktionen sind sehr lukrativ, weil der Buchhandekl OHNE Risiko bestellen kann. Es werden genau so viele Exemplare geliefert wie bestellt wurden. Und 25% Gewinn für: Buchlieferung entgegennehmen und bei der Schule abliefern (meist mehrere hundert Stück) finde ich gar nicht schlecht. Der Aufwand hält sich mehr als in Grenzen.

Wenn das Schulbuch so wenig bringen würde, frage ich mich warum bei allen Wirtschaftskammersitzung das Schulbuch ein Hauptthema ist.

Die Förderungen für unbekannte Autoren in Österreich gibt es nur auf dem Papier. Wir haben sowohl als Verlag mehrfach um Förderungen angesucht und in 5 Jahren genau 0 Euro bekommen. Unzählige Autoren, die bei uns verlegen wollten, haben um Förderungen angesucht und in 5 Jahren wurden immerhin 1x (in Worten einmal!) Bücher im Wert von 1000 Euro angekauft. Aber fragen Sie nicht welchen formalen Aufwand wir treiben mussten, um diese Förderung auch wirklich zu bekommen. Da sind Schulbücher ein Eldorado.

Die Verlagsförderung ist Österreich habe ich noch nicht entdeckt. Das muss eine höchst geheime Aktion sein, denn der steirischen WK ist nichts bekannt.

Der Link zu kultur.at ist lieb, aber die meisten Verlage dort sind meist keine wirklichen Verlage, sondern Buchhandlungen, oder Autoren die in letzter Verzweiflung selbst einen Verlag gegründet haben, weil niemand ihre Bücher verlegen wollte. Z.B. ist Hoanzl eine Künstleragentur, die einen Verlag gründete, um die Mitschnitte und Bücher seiner Künstler vertreiben/verlegen zu können.

Die österreichischen Buchhänder leben nocht im 19. Jhdt. Übrigrens konnten wir 2 Titel unsreres Verlages bei Thalia unterbringen - im Gegensatz zum Buchhandel, der uns rechtliche Schritte angedroht hat, wenn wir ihn weiter mit Verlagswerbung belästigen.

Verdrängungswettkampf wird es ist Österreich kaum geben, weil sich der Buchhandel mittefristig selbst umbringen wird. Das wichtigste Thema in der Buch- und Medienwirtschaft ist das Preisbindungsgesetz, das nicht einmal eine rechtliche Handhabe gegen Verstöße bietet. Dafür wird von der steirischen Wirtschaftkammer eine Wiener Kanzlei mit 3 Anwälten finanziert. Der stolze Erfolg in den letzten 2 Jahren: Man hat Libro untersagt in der Werbung den Text "jetzt nur" zu verwenden. Strafe: 0, weil es lt. Buchpreisbindungsgesetz keine Strafrahmen dafür gibt. Soviel zu den österreichischen Förderungen.

Wir bekommen zwar auch keine Förderungen in Deutschland, aber der Buchhandel in Deutschland will Bücher verkaufen und ist jederzeit aufgeschlossen und verhandlungsbereit. Das kann ich von Österreich überhaupt nicht sagen.

Grüsse aus dem Südosten
Günther Soral