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Erstes prozessleittechnisches CAE-System mit NE-100-Modul: Namur-Empfehlung optimiert Kommunikation

Kommunikation bereitet uns immer wieder Schwierigkeiten. Ein Beispiel ist der Austausch von Spezifikationsdaten für Geräte der Prozessleittechnik (PLT). Dass bei Auftraggeber und Lieferanten diese Daten in unterschiedlichen Dateiformaten vorliegen, ist nur eines der Probleme. Schwerer noch wiegt eine weitere Tatsache: Für ein und dasselbe Merkmal eines Produkts werden von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedliche Begriffe verwendet. Mit der Namur-Empfehlung NE 100 schuf die Projektgruppe Prolist erstmals einheitliche Formulierungen für Merkmale von PLT-Geräten und schlägt darüber hinaus ein strukturiertes XML-Format zum Datenaustausch vor. Doch der beste Standard taugt nur, wenn er auch angewandt wird. In diesem Fall bedeutete das, es werden PLT-CAE-Systeme benötigt, die den Standard automatisch umsetzen. Nach einer Machbarkeitsstudie samt Benefitbetrachtung beschloss die BASF im Jahr 2006 künftig die NE 100 (siehe Kastentext 1) flächendeckend in ihren Engineering-Workflow zu integrieren. Da das PLT-CAE-System Prodok der Firma Rösberg (siehe Kastentext 2), Karlsruhe, beim Chemiekonzern europaweit im Einsatz ist, war die Implementierung der NE 100 eine grundlegende Voraussetzung für die Integration. Nach ersten Erfahrungen in einer Pilotphase ist nun der komplette Roll-out für Ende Mai geplant. Ein erstes Investitionsprojekt auf Basis von NE 100 läuft bereits. Cleveres Mapping bringt volle Funktionalität Um Spezifikationen künftig NE-100-konform liefern zu können, gibt es unterschiedliche Lösungsansätze. Man kann z.B. einen Konverter für vorhandene Spezifikationen entwickeln, der deren Daten in das von der Prolist genormte XML-Format konvertiert. Diese Lösung ist jedoch aufwändig, denn es muss für jede Spezifikationen ein eigenes Mapping erstellt werden. Die Karlsruher legten aber Wert auf eine flexible Lösung, die künftig allen Prodok-Anwendern als zusätzliches Modul zur Verfügung stehen kann. Dazu wurde in einem einmaligen Mapping die komplette XML-Struktur in der relationalen Datenbank des PLT-CAE-Systems abgebildet. „Diese Aufgabe war nicht ganz trivial“, berichtet Dipl.-Ing. (BA) Martin Dubovy (Bild 1), Leiter der Abteilungen IT und MES. „Das XML-Schema sieht unter anderem Kardinalität und Polymorphismus vor, also dynamische Vorgaben für Anzahl und Art von Merkmalen, die abhängig sind von einem übergeordneten Merkmal. Solche Strukturen ließen sich nur mit wohl durchdachten Funktionen in die vorhandene Datenbank abbilden.“ Zum kompletten Roll-out sollen alle vorhandenen Merkmalleisten zur Beschreibung von bislang 108 Gerätetypen im Zusatzmodul „Gerätespezifikationen nach NE 100“ integriert sein. Damit auch künftig Änderungen am NE-100-Schema kein Problem darstellen, wird bei jeder Merkmalleiste neben einer eindeutigen ID auch eine Versions- und eine Revisionsnummer mitgeführt, die jeweils beim Hinzukommen von Merkmalen oder inhaltlichen Änderungen hochgezählt werden (Bild 2). Je nach Wunsch kann der Anwender hier in Zukunft alle Versionen gleichzeitig bereithalten oder nur mit der aktuellen Version arbeiten. Den Überblick behalten Gerätebeschreibungen wurden von Prolist so angelegt, dass in ihr alle Merkmale abgebildet sind, die ein Gerätetyp generell haben kann. Die Listen sind also relativ lang und unübersichtlich. Damit der Anwender trotzdem nicht den Überblick verliert, bietet das Softwaremodul die Möglichkeit so genannte Sichten zu formulieren (Bild 3). Dabei lassen sich die Merkmale aus der gesamten Liste auswählen, die in der Spezifikation angezeigt werden sollen. Für den Anfang sind das in der Regel die Merkmale aus den herkömmlichen Spezifikationen. Benötigt z.B. der Lieferant zusätzliche Informationen, lässt sich eine Sicht beliebig erweitern. Daneben helfen Filtermöglichkeiten, den Überblick nicht zu verlieren. Will man bspw. die Spezifikation eines Gerätetyps ausdrucken und faxen, erlaubt es ein entsprechender Filter nur die ausgefüllten Felder anzuzeigen. Zudem kann im Formular hinterlegt werden, wer welche Felder ausfüllen muss. Beim Ausfüllen einer Anfrage kann der Lieferant nicht nur die geforderten Daten in die Felder eintragen. Zusätzlich lassen sich zur gesamten Spezifikation oder direkt an einzelne Merkmale Dateien anhängen. So kann auch der Auftraggeber bestimmte Anforderungen weiter verdeutlichen, bspw. mit einer angehängten Maßzeichnung. Gehen schließlich die verschiedenen Angebote beim Auftraggeber ein, kann er diese importieren und einfach per Knopfdruck miteinander vergleichen. Abweichungen von der Anforderung und Unterschiede zwischen den Angeboten werden übersichtlich farblich gekennzeichnet (Bild 4). Ein geregelter Arbeitsablauf Das NE-100-Softwaremodul erleichtert dem Anwender die Arbeit noch weiter: Da das komplette XML-Schema auf die Datenbankstruktur abgebildet wurde, lassen sich beim Erstellen neuer Spezifikationen bereits im System vorhandene Daten automatisiert einlesen. Zum Einholen von Angeboten werden die Spezifikationsdaten ans ERP-System übergeben, das daraus ein PDF-Dokument erzeugt und dieses an die E-Mail-Bestellung anhängt. Weil sich die PDF-Datei aber nicht sinnvoll weiter verarbeiten lässt, wird derzeit noch manuell zusätzlich das XML-Dokument beigefügt. „Mittelfristig ist hier eine Workflow-Engine geplant, die das Erstellen der Spezifikationen im leicht weiter verarbeitbaren XML-Format in den Arbeitsablauf integriert“ berichtet Dubovy. „Wir sind mit den Herstellern im Gespräch, damit wir die benötigten Schnittstellen anbieten können, wenn das System so weit ist. Dann wird es auch keine Mails mehr geben, die sich nur schwer verwalten lassen, sondern eine Art Portal, in das Auftraggeber ihre Anfragen und Lieferanten die entsprechenden Angebote einstellen können.“ Darüber hinaus unterstützt das NE-100-Modul den Anwender nicht nur beim Erstellen der Spezifikation und dem Vergleich der Angebote. Hat sich ein Auftraggeber für ein PLT-Gerät entschieden, werden dessen Daten mit einem Knopfdruck ins eigene System eingespielt und stehen hier zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung, z.B. zur Anlagendokumentation. Die Spezifikation bleibt übrigens auch für die Zukunft im System vorhanden. Ist nach jahrelangem Betrieb der Austausch einer Anlagenkomponente nötig, wird die Komponente nicht einfach durch eine ähnliche ersetzt. „Eventuell gibt es mittlerweile auf dem Markt ein PLT-Gerät, das der Spezifikation viel besser entspricht“ meint Dubovy. „Dann kann auch bei der Reparatur die ideale und zertifizierungskonforme Lösung gefunden werden.“ Fazit Wie die NE 100 von dem Anwender angenommen wird, ist derzeit auch von ersten laufenden Projekten abhängig. Im Juni findet bei Pepperl + Fuchs ein Membership Day statt, bei dem BASF und Evonik von ihren Erfahrungen berichten werden. Dabei wird sich die Anwendbarkeit der bereits vorhandenen 108 Gerätebeschreibungen und ihr Optimierungsbedarf zeigen. Gleichzeitig werden auch künftig weitere Merkmalleisten dazu kommen. „Es steht zu vermuten, dass nach ersten positiven Erfahrungen bei den Anwendern nach und nach die Scheu vor einem aufwändigen Umstieg sinkt“ resümiert Dubovy „denn mittelfristig sind nämlich die Zeit- und damit auch Kosteneinsparungen immens.“ Daneben rechnet er auch damit, dass die internationale Bedeutung der NE 100 durch das Einreichen zur IEC-Norm künftig zunehmen wird. Aber schon jetzt können die Karlsruher Automatisierungsexperten ein einfach ins vorhandene PLT-CAE-System zu integrierendes Modul bieten in dem die NE 100 voll integriert ist. NE 100 Die Namur-Empfehlung 100 der Projektgruppe Prolist macht Festlegungen, mit denen die Kommunikation bei der Beschaffung von PLT-Ausrüstungen verbessert werden soll. Zu den wichtigsten Gerätetypen wurden so genannte Merkmalleisten erstellt, in denen alle Merkmale abgebildet sind, die ein Gerätetyp generell haben kann. Damit wurden erstmals die verwendeten Begriffe zur Merkmalbeschreibung vereinheitlicht. Gleichzeitig bietet die NE 100 eine einheitliche Struktur auf Basis eines XML-Schemas in dem Merkmalleisten ausgetauscht werden können. Bei konsequenter Umsetzung lässt sich so der Engineering-Prozess nahezu automatisieren, Angebote einfacher vergleichen und kostbare Arbeitszeit einsparen. Maßgeschneiderte Automatisierungslösungen Die Rösberg Engineering GmbH, im Jahre 1962 in Karlsruhe gegründet, bietet heute mit 100 Mitarbeitern an sechs Standorten in Deutschland maßgeschneiderte Automatisierungslösungen. Daneben ist das Unternehmen in China, Indien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten präsent. Zu den Leistungen gehört das Basic- und Detail-Engineering für die Automatisierung von prozess- und fertigungstechnischen Anlagen. Zudem haben die Automatisierungs-Spezialisten umfangreiche Projektierungs- und Anwendungserfahrung beim Einsatz speicherprogrammierbarer Steuerungen aller marktgängigen Fabrikate. Des Weiteren unterstützt das Unternehmen Kunden bei der Konfiguration, Lieferung und Inbetriebnahme von Prozessleitsystemen und MES (Manufacturing Execution System). Eine moderne Werkstatt zur Fertigung kundenspezifischer Schaltschränke rundet das Dienstleistungsangebot ab. Im Bereich Informationstechnik sind die Karlsruher seit zwei Jahrzehnten mit dem datenbankbasierten Prozessleittechnik-CAE-System PRODOK international erfolgreich. Text: Dipl.-Ing. (FH) Nora Crocoll und Dipl. Chem. Andreas Zeiff, beide Redaktionsbüro Stutensee
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Instandhaltungs-und Betriebsführungsprozesse optimieren

Die aktuelle wirtschaftliche Lage gibt Anstoß, Betriebsabläufe zu überdenken und in Frage zu stellen. Eine gute Gelegenheit sich zu überlegen, wo man noch Kosten einsparen und Aufwände minimieren kann. Wir wollen Sie heute anregen, sich Ihre Instandhaltungs- und Betriebsführungsprozesse genauer anzusehen. Besteht bei Ihnen Handlungsbedarf? Beantworten Sie nur eine der folgenden Fragen mit „NEIN“, dann sollten Sie aktiv werden. Haben Sie einen vollständigen Überblick über den Zustand Ihrer Anlage? Können Sie auf einen Blick erkennen, welche Prüffristen Sie überschritten haben? Wissen Sie, welche Prüffristen Sie ausdehnen können, ohne die Verfügbarkeit Ihrer Anlage zu gefährden oder mit der Rechtslage in Konflikt zu geraten? Sind Sie immer auf dem aktuellsten Stand, welche rechtlichen Anforderungen Sie erfüllen müssen? Wenn nicht, dann nutzen Sie Freiräume nicht optimal und geben so immense Summen für vermeidbare Instandhaltungsaufgaben aus. GS Service In der Betriebsführungssoftware GS Service werden alle Daten zentral in einem System abgelegt. Auf diese Weise können Sie Ihre instandhaltungsbezogenen Daten optimal auswerten. Für Sie heißt das, dass Sie immer den aktuellen Zustand der Anlage im Blick haben. Sie erhalten hierdurch die Möglichkeit, die Anlagenverfügbarkeit zu maximieren und die Ausfallzeiten gering zu halten. GS Service listet Ihnen übersichtlich auf, wann welche Aufgaben fällig sind. Aufgrund der bereits erwähnten Auswertungsmöglichkeiten werden Sie in die Lage versetzt, die jeweiligen Prüffristen Ihrer Anlage neu zu beurteilen und ggf. auszudehnen - bei gleichzeitiger Einbehaltung aller gesetzlichen Vorschriften! So senken Sie Ihre Ausfall- und Überwachungskosten. Ihre Vorteile In Zusammenarbeit mit dem TÜV Nord ermöglicht Ihnen RÖSBERG beim Betreiben Ihrer Anlagen eine Maximierung der Rechtssicherheit. Die TÜV-Experten erstellen die entsprechenden Maßnahmen-Kataloge und halten sie auf dem aktuellen Stand. Dieses Fachwissen wird speziell für Ihre Anlage in GS Service integriert. Es bleibt Ihnen erspart, sich durch den Dschungel von Paragraphen und Normen zu arbeiten, diese für sich auszulegen und zu prüfen. Eine wesentliche Aufgabe weniger, um die Sie sich kümmern müssen. Durch den Einsatz von GS Service gewinnen Sie in jeder Hinsicht: Sie minimieren Ihre Aufwände, erzielen dabei Einsparungen und gleichzeitig ist die Rechtssicherheit Ihrer Instandhaltungs- und Betriebsführungsaufgaben garantiert.
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Clevere Symbiose – Aufgabenmanagement und mobile Dokumentenverwaltung

Stellen Sie sich vor: Eine Ihrer Anlagen hat eine Störung. Erst müssen Sie überprüfen, welcher Ihrer Mitarbeiter mit entsprechender Qualifikation über freie Kapazität verfügt. Dann beauftragen Sie diesen Mitarbeiter mit der Störungsbehebung und möchten kontinuierliche Informationen über den Status der Aufgabe. Ihr Mitarbeiter muss zur Anlage gehen, die Situation analysieren. Eventuell muss er sich die technische Anlagendokumentation besorgen. Ist die Störung behoben, müssen notwendige Informationen und Änderungen in verschiedene Systeme eingegeben werden. Alles in allem ein sehr zeitintensives Vorgehen. Durch die Verwendung der Betriebsführungs- und Instandhaltungssoftware GS-Service mit Integration der Dokumentenverwaltung LiveDOK lässt sich diese Situation ganz einfach bewältigen. Vielseitig Mit GS-Service organisieren Sie Ihre Betriebsabläufe, disponieren Ihre Aufgaben und Ressourcen, verwalten Ihre Anlagen und strukturieren Ihre Informationen. So erkennen Sie auf einen Blick, ob Personal mit erforderlichen Qualifikationen über freie Kapazitäten verfügt und ob notwendige Betriebsmittel sowie Ersatzteile zur Verfügung stehen. Auch sind Sie informiert, ob die Aufgabe in Bearbeitung, schon erledigt oder gar überfällig ist. Sie sehen, wieviel Zeit für die Erledigung benötigt wurde. Verbrauchtes Material wird gleich vom Lager abgebucht. So unterstützt Sie GS-Service beim Management Ihrer Kosten und verschafft Ihnen einen vollständigen Überblick über den Zustand Ihrer Anlagen. Mobil Aufträge und technische Dokumentationen werden nicht mehr in Papierform weitergegeben, sondern in elektronischer Form an mobile Endgeräte übermittelt. Durch den Einsatz mobiler Endgeräte wie z.B. Tablet PCs haben Ihre Mitarbeiter alle erforderlichen Informationen immer und überall parat. Sie übermitteln Rückmeldungen und Werte per Knopfdruck an GS-Service. Dank LiveDOK kann nun auch die gesamte zum jeweiligen Asset zugehörige technische Dokumentation auf dem mobilen Endgerät angezeigt und bearbeitet werden. So schaffen Sie ideale Rahmenbedingungen für eine immer aktuelle technische Anlagendokumentation. Ebenso sparen Sie Wege- und Suchzeiten, die sonst für das Zusammentragen der Dokumente benötigt werden. Variabel Sie erhalten mit GS-Service das ideale Bindeglied zu SAP/PM. Zur operativen Ebene hin werden Feinplanung und Handling vereinfacht. Sie können Meldungen und Aufträge aus SAP heraus empfangen, diese mit GS-Service optimal managen und einfach abarbeiten. Der Status aller Meldungen und Aufträge sowie alle in GS-Service erfassten Daten können per Knopfdruck an SAP übermittelt werden. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, GS-Service eigenständig zu betreiben. Rechtssicher Bei der Einhaltung von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien sowie der Dokumentation von Anlagen und Betriebsabläufen hilft Ihnen GS-Service ebenfalls. Auf diese Weise erfüllen Sie die Auflagen der BetrSichV Abs. 4.2. ohne zusätzlichen Aufwand. Es besteht eine Kooperation mit dem TÜV Nord, welcher auf Kundenwunsch alle Aufgaben so aktualisiert, dass alle Gesetzesänderungen eingehalten werden. Ganz nebenbei Sieger der Anwenderzufriedenheit von IPS/Instandhaltungssoftware gemäß einer unabhängigen Studie von FIR e.V. und Trovarit AG ist GS-Service. Alles in allem GS-Service mit integriertem LiveDOK stellt für Sie ein leicht einsetzbares, aber äußerst wirkungsvolles Tool dar. Ihre Vorteile: Sie steigern die Effizienz Ihrer täglichen Arbeit und erhalten Unterstützung bei Ihrem Kostenmanagement. Nebenbei erhöhen Sie die Aktualität Ihrer Anlagendokumentation. Ihre Workflows werden optimiert und Ihre Arbeitsabläufe übersichtlich dargestellt. Der Einsatz von z.B. SAP/PM ist ohne Medienbrüche möglich, da Sie alle Eingaben und Arbeiten über GS-Service benutzerfreundlich abwickeln und die Ergebnisse elektronisch an SAP/PM zurückübermitteln. Und das alles auch noch mobil.
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Elektronische Dokumentation erhöht die Anlageneffektivität - Schluss mit Papierbergen

In großen Anlagen liegt die Dokumentation in der Regel in Papierform und noch dazu verteilt über das gesamte Gelände in mehrfacher Ausführung vor. Dass hier nicht immer in allen Dokumenten jede Änderung nachgetragen wird oder auch mal ein wichtiges Dokument verloren geht, entspricht leider oft der Realität. Abhilfe schafft eine elektronische Dokumentationslösung. Mit ihr lässt sich nicht nur die Dokumentationssicherheit erhöhen, sondern im Wartungsbetrieb ebenso wie im Falle eines Anlagenstillstands jede Menge Zeit sparen. Unerwartete Anlagenstillstände sind der Horror eines jeden Anlagenbetreibers. Jetzt muss möglichst schnell eingegriffen werden, defekte Komponenten sind auszutauschen oder zu reparieren, um die Anlage schnell wieder in Gang zu setzen. Meistens geht damit aber der Ärger erst richtig los: Die dringend benötigten Dokumente der Anlagendokumentation sind nicht auf dem aktuellen Stand, nicht im Zugriff, nicht auffindbar oder bis zur Unleserlichkeit verschmutzt. Die Dokumentation komplexer Industrieanlagen stimmt meist nur zum Auslieferungszeitpunkt mit der Realität überein. Tauscht ein Anlagenbetreiber eine Komponente aus, muss er nicht nur in dem von ihm verwendeten Dokument diese Änderung nachtragen, sondern auch dafür sorgen, dass alle anderen Dokumente auf denselben Stand gebracht werden. Abhängig von der Größe der Anlage und der Anzahl der Dokumentationssätze, kann das einen Arbeitsaufwand von mehreren Stunden pro Woche nur fürs Kopieren und Verteilen bedeuten. Daneben ist diese zeitaufwendige Tätigkeit auch noch fehleranfällig. Leicht wird eine Kopie vergessen, an falscher Stelle abgeheftet oder geht verloren. Dabei hat die Konsistenz der Dokumentation eine wesentliche Auswirkung auf die Effektivität einer Anlage. Es kann davon ausgegangen werden, dass eine Dokumentation, die nur zu 92 % konsistent ist, Effektivitätseinbußen von bis zu 50 % nach sich ziehen kann. Vor diesem Hintergrund hat Rösberg das Dokumentationssystem LiveDOK entwickelt. Statt mit vielen verteilten Papierdokumenten wird mit einer zentralen elektronischen Dokumentation (eDokumentation) gearbeitet. Die Dokumentenverwaltung wandelt dabei die vorhandene Dokumentation in eine eDokumentation im PDF-Format um und speichert alle Daten an zentraler Stelle. Sie beherrscht über 200 Dateiformate aus CAD, CAE, Office und Multimedia, die Bestandsdokumentation kann also einfach eingelesen werden. Sind alle Dokumente in LiveDOK eingebunden, wird künftig nur noch elektronisch an einer Stelle geändert. Änderungen lassen sich genauso einfach erledigen wie bisher auf dem Papier: Mit dem Stift eines Tablets, per Tastatur oder Maus des PCs zeichnet der Anwender einfach seine Änderungen in die eDokumentation ein. Zum Erstellen dieser sogenannten Redlines ist also kein Expertenwissen nötig. Wenn keine permanente Netzwerkverbindung zur Dokumentation auf dem Fileserver besteht, lassen sich mit dem Offline-Modul die Daten auch unterwegs ohne Netzwerkverbindung eintragen. Bei der anschließenden Synchronisation werden die Redlines in die zentrale eDokumentation übertragen. Eventuelle Konflikte werden angezeigt, falls zum Beispiel zeitgleich eine zweite Person dasselbe eDokument geändert hat. Übersichtlichkeit hat Priorität Weil auch die beste Dokumentation nur dann genutzt wird, wenn sich der Anwender einfach darin zurechtfinden kann, spielt Übersichtlichkeit eine wichtige Rolle. Beim Erstellen der eDokumentation kann der Anwender gezielt Einfluss nehmen auf die Gliederung. So lässt sich die bereits vorhandene Struktur übersichtlich in der eDokumentation abbilden. Außerdem zeigt die Praxis, dass der Anwender beim Arbeiten oft mehrere Dokumente zur selben Zeit benötigt. Deshalb hat Rösberg eine spezielle View-Funktion implementiert, die den gleichzeitigen Einblick in verschiedene Dokumente ermöglicht. Und weil die eDokumentation auf Webtechnik basiert, kann die Dokumentation mit jedem beliebigen Rechner mit Webbrowser eingesehen werden. Lediglich für Änderungen oder die Aktualisierung der eDokumentation ist eine LiveDOK-Lizenz erforderlich. Häufen sich über die Einsatzdauer die Redlines in der Dokumentation, werden diese in einer Liste übersichtlich dargestellt. Diese Liste inklusive der geänderten Dokumente kann dann bei Bedarf z. B. per E-Mail an ein Planungsbüro gesendet werden, das die Änderungen in den originalen Ursprungsdateien nachpflegt und dann eine neue Dokumentenversion der elektronischen Dokumentation erstellt. Mit der elektronischen Lösung wird aber nicht nur erreicht, dass die Dokumentation laufend auf dem aktuellsten Stand ist. Gleichzeitig beanspruchen die Aktualisierungen deutlich weniger Zeit. Da der Anwender nicht mehr an verschiedenen Stellen nach der aktuellen Dokumentation suchen muss, findet er im Bedarfsfall die nötigen Unterlagen schneller. Darüber hinaus unterstützt ihn eine Volltextsuche. Dank vollständiger Dokumentation können auch Störungen schneller beseitigt werden, die Störungszeiten oder sogar Anlagenausfälle lassen sich also deutlich verkürzen. Und weil mit der elektronischen Lösung Änderungen konsequent erfasst werden, ist selbst nach jahrelangem Betrieb keine nachträgliche und teure Vor-Ort-Aufnahme notwendig. Gleichzeitig kann man mit dem Dokumentationssystem Zuverlässigkeit und Sicherheit der Dokumentation erhöhen. Im Gegensatz zur Papierdokumentation wird bei LiveDOK vermerkt, wer wann eine Änderung vorgenommen hat. Die Dokumentation ist dadurch vor unbefugten oder unsachgemäßem Umgang geschützt. Vor allem Dokumente, die öfter gebraucht werden, sind ständig im Umlauf. Mit der eDokumentation können solche Unterlagen trotzdem jederzeit gefunden und verwendet werden. Gleichzeitig sind sie davor sicher, verlegt oder verschmutzt zu werden und sie gehen auch nicht verloren. Da alle Dokumente an einer zentralen Stelle abgelegt werden, gibt es keine inkonsistenten Datensätze mehr, damit fällt das Risiko weg, dass aus Versehen mit einem veralteten oder falschen Dokument gearbeitet wird. Gegenüber dem Gesetzgeber sind Anlagenbetreiber zudem verpflichtet, jederzeit eine aktuelle und vollständige Dokumentation vorlegen zu können. Bei einer Papierdokumentation hatte der Verantwortliche häufig keinen Überblick über den wirklichen Stand seiner Dokumentation. Nun kann er sicherstellen, dass je eine gültige Fassung zutreffender Dokumente an den jeweiligen Einsatzorten verfügbar ist. Text: Dipl.-Ing. (FH) Nora Crocoll und Dipl.-Ing. (FH) Dietrich Homburg, beide Redaktionsbüro Stutensee