Frieder Anders Frieder Anders PremiumModerator

Gestatten: Frieder Anders

Liebe Gruppenmitglieder,

ich freue mich über die Mitgliedschaft in Ihrer Gruppe und bedanke mich
herzlich für die Aufnahme.

Ich betreibe Taiji seit 1973, und und in den 40 Jahren bis heute hat
sich das Thema "Innere Kraft" als "mein" Thema herauskristallisiert.

Ich denke, dass es mit dem Thema/den Themen dieser Gruppe viele
Berührungspunkte gibt und hoffe auf einen regen Austausch mit Ihnen!

Beste Grüße auf Frankfurt

Frieder Anders
Taiji Meister

Nicole Klingelhöfer Grün Nicole Klingelhöfer Grün PremiumModerator

Grün!führen....

Gesellschaft und Wirtschaft von morgen – was gibt’s denn da zu sehen?
 Stationen und Statistiken
 Ausblick und Einblick
 Momente und moments
 Früher war alles besser – heute auch!

Warum genau ist es zu Beginn eines unentbehrlichen Begleiters für den Führungsalltag nötig einen Blick in die Zukunft zu werfen und dabei zusätzlich in der Vergangenheit zu graben? Diese Frage habe ich mir auch gestellt! Die Idee von Grün!führen beruht vor allem darauf, dass eine Veränderung sowohl im gesellschaftlichen als auch wirtschaftlichen Denken zwingend notwendig ist. Aus diesem Grund schnallen wir das Fernglas um und richten unseren Blick nicht nur nach vorne, sondern auch nach hinten. Unsere Gesellschaft hat sich aus besonderen Gründen zu dem entwickelt was sie aktuell ist.
Die Bereitschaft sich auf eine Veränderung, auf neue Perspektiven, einzulassen bedarf daher des Verständnisses. Handelt es sich bei vielen Denkweisen nicht mehr nur um Vorurteile, sondern bereits um Urteile? Was ist zu tun um Urteile rückgängig zu machen? Ich habe mir sagen lassen, dass das möglich ist – daher möchte ich mit dieser Fähigkeit arbeiten und Sie immer wieder dazu auffordern sich und Ihre Denkweisen zu hinterfragen: also immer wieder neue Perspektiven einzunehmen und Ihren Blickwinkel zu weiten. So wird Veränderung möglich – sowohl persönliche als auch gesellschaftliche. Und das brauchen wir dringend!
In Deutschland ist der Anteil der älteren Menschen mittlerweile deutlich höher als der der jüngeren. Dies liegt vor allem daran, dass Menschen länger leben – aber auch daran, dass die Geburtsrate seit dem Babyboom 1964 kontinuierlich und deutlich gesunken ist. Somit ist eine Schrumpfung und Überalterung unserer Gesellschaft nicht mehr aufzuhalten.
Dies ist keine Neuigkeit.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich in jedem Jahrgang die Zahl der Mädchen verringert und wer in Biologie gut aufgepasst hat weiß, dass Mädchen respektive die sich daraus entwickelnden Frauen für das Gebären zuständig sind. Da laut statistischem Bundesamt 60% aller Kinder von Frauen zwischen 26 und 35 Jahren geboren werden und sich diese Gruppe in den vergangenen Jahren um ca 1,5 Millionen verringert hat, ist der heutige Folgemangel an Kindern nicht so einfach und leicht vorurteilsbehaftet abzutun wie viele es gerne möchten. Den Frauen wird Karrieresucht und mangelnde Verantwortungsbereitschaft unterstellt, wenn sie den Spagat zwischen Familie und beruflicher Laufbahn für schwer vereinbar halten und sich für den Beruf entscheiden. Jedoch weisen die Statistiken eben auch gravierende andere Gründe für den Rückgang an gesellschaftlichem Wachstum auf.
Sicherlich spielen die Übernahme an Verantwortung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine Rolle – wobei es hier europaweit genügend Beispiele gibt, die das Gegenteil beweisen: in Frankreich kommen im Schnitt 2 Kinder auf jede Frau im gebärfähigen Alter. Vorschulen und Kindergärten gibt es dort schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und der Staat betreibt schon so lange aktive Familienpolitik, dass niemand auf die Idee käme eine berufstätige Mutter als „Rabenmutter“ zu bezeichnen. Bei der Steuer wird nicht die Ehe gefördert, sondern die Kinderzahl. Das Einkommen einer Familie wird durch die Anzahl der Köpfe in der Familie geteilt, es gibt einen Familienquotienten und nicht nur Ehegattensplitting. Deshalb zahlt eine durchschnittlich verdienende Familie mit drei Kindern kaum Steuern. Kosten für Tagesmütter und auch Putzfrauen können bis zu 50 Prozent von der Steuer abgesetzt werden. Krippen gibt es für etwa 30 Prozent der Kinder. Daneben existiert ein staatlich organisiertes Netz von Tagesmüttern. In den Vorschulen haben alle Kinder ab drei Jahren einen gesetzlich garantierten Platz. Hier muss nur die Kantine bezahlt werden. So stellt sich die Frage erst gar nicht ob sich Familie und Beruf kombinieren lassen – es ist in jeder Ebene eines Unternehmens selbstverständlich.
Mit Aspekten und Argumenten dieser Art ließe sich das gesamte Buch füllen!
Letztlich jedoch ist dieser Ausflug in die Statistiken nur ein kleiner Versuch zu verdeutlichen worin schon der erste notwendige Perspektivwechsel liegt: Rollenvielfalt in der Familie zuzulassen! Mütter können Karriere machen, Väter dürfen ihre Kinder versorgen! Ja das klingt verrückt – und mit der Erzeugung von Urteilen jeder Art über neue Gestaltungen eines familiären Alltags halten wir uns also gesellschaftlich auf und fördern durch Polarisierung den viel zitierten Fachkräftemängel in Form von rückläufigen Geburtenraten und zusätzlicher gesellschaftlicher Missachtung.
Empörung ist sicherlich ein Gefühl dass sich hier einstellen darf – in unterschiedlicher Hinsicht: Sie liebe Leserin werden vielleicht bejahend nicken und sich gedanklich anschließen, weil sich hier genau Ihr Dilemma darstellt; Sie lieber Leser werden aus jenem Grund vielleicht ebenfalls bejahend nicken oder es andererseits schon ins Auge fassen dieses feministische Pamphlet in die Ecke zu pfeffern und ich freue mich, dass Sie emotional so intensiv dabei sind.
Den Ausflug in die Welt der Zahlen und Korrelationen wollte ich Ihnen einfach nicht ersparen und er geht auch noch ein kleines bisschen weiter. Der Blick in die Berufswelt zeigt uns, dass die beschriebene gesellschaftliche Entwicklung weitere Blüten treibt: die rasch vorangehende technische Entwicklung der letzten anderthalb Jahrzehnte verlangt gut ausgebildete Mitarbeiter in hohem Maße. Da nun klar ist, dass es weniger junge Menschen gibt, ist auch klar dass diejenigen die sich dem intensiven Lernen widmen weniger werden. Denn nicht jeder wird Facharbeiter oder Akademiker und nicht jeder strebt an Verantwortung in Form von z.B. Führungsaufgaben zu übernehmen.
Ich höre Sie aufatmen!
Endlich ist das Wort gefallen auf das Sie warten: Führungsaufgaben! Ja da geht es hin, aber die Straße ist noch ein wenig gewunden. Haben Sie noch etwas Geduld, dann erreichen wir zielgerichtet die breite Allee des Begleiters für Ihren Führungsalltag.
Die Globalisierung hat die Welt überschaubarer gemacht, innerhalb von Sekunden ist es möglich mit China, Neuseeland oder dem Kongo Kontakt aufzunehmen. Märkte haben sich erschlossen und Worte wie Gewinnmaximierung sind nicht mehr unanständig sondern „hip“! So vieles was sich als wirkliche Bereicherung empfinden lässt, aber eben auch Schattenseiten mit sich bringt. Das immer schnellere Streben nach „höher und weiter“ bringt Druck mit sich und verlangt von den Menschen eine erheblichere Belastbarkeit, der viele eben nicht gewachsen sind. Angst, Krankheit und Verdrängung machen sich breit.
70% aller Führungskräfte klagen über Angst am Arbeitsplatz! Dies belegen unterschiedlichste Studien von Krankenkassen und Forschungsinstituten. Die Folgen der Angst haben Unternehmen im vergangenen Jahr über 75 Milliarden Euro gekostet - bedingt durch Fehlzeiten oder Fehlentscheidungen die getroffen werden, weil erkrankte Mitarbeiter sich in Alkohol oder Tabletten flüchten. Bournout ist in den letzten Jahren zur Gesellschaftskrankheit geworden. Vor allem in den großen und börsennotierten Unternehmen sind Erkankungszahlen im Bereich von ca. 7% Bournoutfällen normal. Dies bedeutet dass z.B. bei einem großen deutschen Automobilbauer von ca 168.000 Mitarbeitern bis zu 11.400 an Bouronutsymptomen erkrankt sind. 2011 wurden deutschlandweit ca 53,5 Millionen Krankheitstage mit der Diagnose „pyschische Erkrankung Bournout“ registriert. Prognosen über eine Dunkelziffer gibt es kaum, da sich das typische „Ausgebrannt“ sein unterschiedlich darstellen kann.
Was bedeutet das für den Arbeitsalltag? Geschwindigkeit ist unser Dirigent geworden.
Wir sind innerhalb von Sekunden im Kontakt mit der ganzen Welt, reden dabei aber immer weniger miteinander. Wer nicht schnell genug reagiert und den Gewinn nicht permanent steigert, der wird schnell ausrangiert und ersetzt. Und das wird offen kommuniziert!
12 bis 16 Arbeitsstunden scheinen zur Normalität zu werden wenn man sich für die Karriereleiter entschieden hat. Wer sich nicht betriebswirtschaftlich unabdingbar macht steht immer mit einem Bein auf der Abschussliste: „Sie wissen, es geht nicht weiter, wenn Sie das Projekt nicht erfolgreich zu Ende bringen, wenn Sie die Fristen überschreiten. Sie wissen, es geht nicht weiter, wenn Sie schlechte Werte in der Personalbeurteilung bekommen, wenn Sie sozusagen, heute heißt das so schön, ein schlechter Performer sind. Das heißt, vielen Beschäftigen wird vorgerechnet, dass sie eigentlich nur beschäftigt werden können, wenn sie sich betriebswirtschaftlich rechnen. Und da wird Unsicherheit und Angst mit verbreitet“. (O-Ton Prof. Gerhard Bosch, Arbeitssoziologe, Universität Duisburg-Essen)
Dazu sind wir - dem Smartphone sei Dank - wir immer und überall erreichbar! Emails, Anrufe und Messages machen keinen Halt vor Urlaub, Wochenende und Feierabend und Abschalten und Entspannung sind damit etwas so Utopisches geworden wie früher ein Flug zum Mars!
Gesellschaftlich scheinen wir nicht mehr weit weg zu sein von den Bildern die G.Orwell und A.Huxley in ihren Romanen „1984“ und „Brave new world“ bereits vor Jahrzehnten gezeichnet haben: wer nicht pariert wird wegrationalisiert oder weggekrankt. Die Flucht in Drogen (häufig Alkohol, Aufputschmittel, Schlafmittel oder Kokain) ist zur Normalität geworden, mehr als 5 Millionen Deutsche sind alkoholabhängig oder betreiben Alkoholmissbrauch! Die moderne Form der Gehirnwäsche betreiben die Kabelsender täglich!
Für die Arbeitswelt bedeutet dies folgende Zahlen: Schätzungen gehen davon aus, dass ca.
10 % aller Beschäftigten Alkohol in missbräuchlicher Weise konsumieren. Weitere 5 % aller Beschäftigten gelten als alkoholabhängig. 1 bis 2 % der Beschäftigten können als medikamentenabhängig angesehen werden. 15 bis 30 % aller Arbeitsunfälle stehen im Zusammenhang mit Alkohol! Auch das Rauchen ist als Stressbewältigung nicht außer Acht zu lassen und hat schwerwiegende Auswirkungen auf unser System: volkswirtschaftliche
Schäden durch Erwerbsunfähigkeit, Arbeitsausfälle und vorzeitige Todesfälle werden auf jährlich 21 Milliarden Euro geschätzt. Die Zahlen der gesellschaftlich und rechtlich nicht akzeptierten
Drogenmissbrauchsdelikte ist steigend. Wohin bewegt sich unsere Gesellschaft? Lässt sich das tägliche Leben nur durch Anpassung an bestehende Verhaltensmuster, schnelle Bedürfnisbefriedigung und unter Drogeneinfluss ertragen? Dann ist Huxleys erschreckende „Schöne neue Welt“ Wirklichkeit geworden.

„Grün!Führen“ macht sich das Wunschbild einer anderen Gesellschaft zu Eigen: wertschätzend – also den Wert des einzelnen Menschen schätzen können; Sinn stiftend – denn sinnvolle Aufgaben haben nichts mit einem finanziellen Gegenwert zu tun. Studien beweisen oft sogar ganz im Gegenteil, dass gerade Menschen mit angehäuftem Reichtum häufig unglücklich sind; Magen schonend - also Krankheiten vorbeugend die durch Stress und permanente Anspannung entstehen; Humor entdecken – denn Lachen ist nicht nur die beste Medizin, sondern fördert auch die Produktion von Serotonin und hemmt den schädlichen zu hohen Ausstoß der Stressförderer Adrenalin und Kortison.
Denken Sie jetzt einmal aktiv an das letzte Teammeeting: wie oft wurde gelacht (und zwar nicht um sich über jemanden in gehässiger Weise lächerlich zu machen)?
Durchschnittlich lachen Erwachsene zwischen 10 und 15 Mal täglich.
Das empfinden Sie jetzt als viel und ausreichend? Zum Vergleich: Kinder lachen ca. 400 Mal am Tag!
Wie wirkt die Anzahl der Erwachsenenwelt jetzt auf Sie? Lachen ist die höchste Form der Kontaktaufnahme und fördert Verständnis und produktive Zusammenarbeit. Und Humor hat noch eine weitere nicht zu unterschätzende Facette – nämlich sich und die Situation nicht zu ernst zu nehmen!
Hier folgt nun der ketzerische Aufruf an die Führungskreise und Vorstandsebenen die eigene Person, die gesteigerte Gewinnerzielung und die Aufgabe zukünftig nicht mit der gewohnten verbitterten Heftigkeit zu vertreten, sondern einer neuen Art der Führung den Weg zu bereiten! Die Art die mit einem ehrlichen und von Herzen kommenden Lachen einhergeht. Es ist nicht die Angst vor dem Versagen die Menschen anspornt besondere Leistungen zu erbringen, sondern die Freude am Erfolg.

Somit ist es doch offensichtlich und naheliegend genau diesen Schlüssel zum Erfolg zu nutzen. Keine Angst die im Suff ertränkt werden muss, sondern Glückshormone die beflügeln – das sind die Mitarbeiter die die Zukunft benötigt und die von den Führungskräften der Zukunft angeleitet werden. Diese Fähigkeit schlummert sowohl in den gestandenen Chefs mit jahrelanger Erfahrung, als auch in den jungen nachwachsenden Führungskräften. Die Neugier spornt die Einen an und die große fachliche Kenntnis gepaart mit Lebenserfahrung die Anderen!
Gesellschaft aktiv zu gestalten ist die Aufgabe der Menschheit. Hierzu zählt, bedingt durch die Globalisierung, nicht mehr nur die eigene. Der Einfluss auf und durch andere Länder und Kulturen ist immens geworden. Ohne Migranten lassen sich viele Aufgaben heute nicht mehr lösen, egal ob es sich hierbei um Deutsche handelt die in andere Länder entsendet werden um Wissen weiterzugeben, oder um Inder die hier in Deutschland die Computersysteme entwickeln und pflegen. Reisen gehört zum Alltag und je größer der Konzern umso selbstverständlicher ist es, dass Mitarbeiter heute in Paris und übermorgen in Shanghai einen Termin wahrnehmen. Die Welt ist wahrhaftig zur Erbse geworden und man trifft sich nicht mehr zufällig im heimischen Supermarkt, sondern beim Transit in Dubai.
Dies verlangt Neugierde und Bereitschaft von den Reisenden, aber auch viel Verständnis und Unterstützung durch deren Familien. Auch die Führungskraft von heute muss sich mit den Phänomenen der Erbsenwelt auseinandersetzen, denn es ist selbstverständlich geworden nicht nur die unterschiedlichsten Charaktere, sondern auch die unterschiedlichsten Nationen zu führen. Dies verlangt viel Fingerspitzengefühl und vor allem das Interesse für jeden Mitarbeiter mit seinen menschlichen und kulturellen Merkmalen. Zeit ist für Führungskräfte oft Mangelware und dabei geht es ohne Zeit nicht einen Menschen kennen zu lernen, seine Eigenheiten und Fähigkeiten zu verstehen um ihn dann an passender Stelle mit den passenden Aufgabenstellungen zu fordern und zu fördern. Schon Sokrates bezeichnete eine herausragende Führungskraft als eine solche, die Mitarbeiter fördert um der Aufgabe und der Fortentwicklung des Menschen zu dienen.
Das bedeutet im Klartext einen fähigen Mitarbeiter mit Aufgaben zu betrauen deren erfolgreiche Bewältigung dazu führen kann, dass dieser die Führungskraft auf der Karriereleiter sogar überholen kann. Das ist wirkliche Größe!
Jeder hat seine persönlichen Empfindlichkeiten – wo beginnen und enden Ihre? Können Sie sich vorstellen jemanden zu unterstützen der Sie dann überholt?
Oder - um beim Erbsenbeispiel zu bleiben – ist das die Erbse die Sie selbst durch 20 Matratzen und Eiderdaunendecken noch spüren?

Empfindlichkeiten waren schon immer nur einem bestimmten Personenkreis erlaubt. Die Prinzessin durfte sich vehement über die störende Erbse beschweren die sie selbst durch so viele Matratzen und Decken hindurch zu spüren glaubte. Das machte sie sogar besonders begehrenswert für den Prinzen. Heute darf sich eine Führungskraft kaum über Befindlichkeiten äußern, denn dies könnte als Schwäche ausgelegt werden und der Karriere schaden.
Letztlich müssen wir uns immer wieder die Frage stellen ober der Fortschritt uns beherrscht oder wir den Fortschritt? Und wenn die Erkenntnis lautet, dass wir getrieben sind und kaum noch Atem haben um schnell genug voran zu hasten, dann wird es Zeit Einhalt zu gebieten. Nicht dem Fortschritt – sondern uns selbst. Hierzu gehört die viel gepriesene Selbst-bewusstheit. Sind wir uns unserer selbst bewusst? Kennen Sie sich und Ihre ganz persönlichen Grenzen oder haben Sie sich schon lange verloren?
Früher haben wir auf den Straßen gespielt, uns persönlich verabredet und diese Verabredung auch eingehalten, wir haben Negerkussbrötchen gegessen (das darf man heute noch nicht mal mehr aussprechen!) und wenn wir Glück hatten durften wir „Wum und Wendelin“ im „Großen Preis“ bestaunen oder „Peter Frankenfeld“ bei „Musik ist Trumpf“. Die mediale Auswahl war mit 3 Programmen überschaubar und das Programm zielte meist auf Familienunterhaltung ab. Und so war es auch – die Familie schaute gemeinsam zu, denn jung und alt fühlten sich angesprochen und wohnten auch noch unter einem Dach, so dass man nicht erst eine Reise quer durchs Land für einen gemeinsamen Fernsehabend auf sich nehmen musste.
Das Telefon hatte eine dreistellige Nummer, eine Wählscheibe und eine Schnur. Es stand an einem zentralen Platz im Haus und machte intime Telefonate beinahe unmöglich. War man nicht zu Hause, so war man nicht erreichbar. Das haben wir alle sogar überlebt, auch wenn es aus heutiger Sicht fast unfassbar scheint.
Heute sind wir 2 Sekunden im Funkloch und haben mindestens einen empörten Anrufer auf der Mailbox der uns vorwirft „ja nicht erreichbar zu sein“! Telefonnummern sind so komplex (und jeder hat mindestens 3), dass wir ohne die Speicherfunktion unseres Smartphones für immer und ewig aufgeschmissen und von der Außenwelt abgeschnitten wären.
Doch die Vorteile der modernen Medien dürfen nicht unterschlagen werden: wir können jederzeit alle nötigen Informationen über unseren besten Freund google abrufen, online Zeitungen lesen, rasch noch einem wichtigen Kunden eine benötigte Info zukommen lassen, den Kindern auch von Ferne einen visuellen Gutenachtgruß per facetime zusenden und vieles mehr. Schien es vor 20 Jahren noch unmöglich, dass Privathaushalte PCs besitzen werden, so scheint es heute fast unmöglich keinen zu haben. Hausaufgaben werden damit gemacht, Semesterarbeiten geschrieben, die Geburtskarte des Enkelkindes gestaltet und natürlich in jeder Form gearbeitet. Der Computer und das Handy sind aus unserer modernen Welt nicht mehr wegzudenken und sie würden uns sehr fehlen. Auch wenn wir uns oft beklagen deren Sklaven zu sein. Nicht die Geräte machen uns zu ihren Sklaven, sondern wir lassen es zu. Denken Sie mal über ein wirklich arbeitsfreies Wochenende nach! Kein schnelles Checken der Mails und auch kein Anruf der noch dringend erledigt werden muss. Sie werden sehen – die Welt dreht sich erstaunlicher Weise tatsächlich weiter…
Grün!führen bietet Ihnen nicht nur Ideen und Anregungen für den Führungsalltag, sondern auch die Ermunterung sich selbst zu betrachten – sich seiner Selbst bewusst zu werden und zu sein. Vor dem Spiegel zu stoppen und das eigene Gesicht zu betrachten und das was sich dahinter verbirgt.
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Mehr dazu gibt es im Buch "Grün!führen"....coming soon....

Nadine Esch Nadine Esch

Themenwoche - Experte Thomas Sattelberger Fragen stellen

Themenwoche auf http://www.inqa.de

Wie lässt sich eine mitarbeiterorientierte Personalführung in der Praxis umsetzen? Wie können Unternehmen Schritt für Schritt eine strategische Personalplanung aufbauen? Maßgeschneiderte Antworten auf individuelle Fragen zum Thema "Personalführung und -management" erhalten Interessierte ab dem 21. Mai 2013 auf der Website der Initiative Neue Qualität der Arbeit http://www.inqa.de. Thomas Sattelberger, Themenbotschafter Personalführung der Initiative und ehemaliger Personalvorstand, u.a. Deutsche Telekom AG, beantwortet dort die Fragen der Website-Besucherinnen und -Besucher. Das Angebot richtet sich gleichermaßen an Unternehmensleitungen und Verantwortliche für Arbeitsgestaltung und -organisation in Betrieben sowie an Beschäftigte.

Best bewertete Fragen werden von Experten beantwortet

Vom 6. bis 9. Mai können Interessierte ihre Fragen auf http://www.inqa.de einreichen. Am 10. Mai 2013 startet die Abstimmungsphase, in der die Nutzerinnen und Nutzer bis zum 14. Mai über die eingereichten Fragen abstimmen. Thomas Sattelberger wird anschließend die drei Fragen mit den meisten Stimmen beantworten. In einem Videobeitrag, der ab dem 21. März 2013 auf der Website der Initiative Neue Qualität der Arbeit abgerufen werden kann, finden Interessierte dann die Empfehlungen des Personalexperten. "Ich freue mich auf die Fragen und den Austausch mit unseren Nutzerinnen und Nutzern – denn das Thema ist hochspannend", sagt Thomas Sattelberger. "Das betriebliche Umfeld, der Arbeitsmarkt, die Mitarbeiterverantwortung und die Aufgaben werden immer komplexer. Gleichzeitig nehmen die Mitarbeitererwartungen an die Führungskräfte zu. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, brauchen wir einen echten Wandel in den Köpfen."

Themenwochen unterstützen bei Umsetzung einer mitarbeiterorientierten Personalpolitik

Mit den Themenwochen zu ihren vier strategischen Handlungsfeldern hält die Initiative Neue Qualität der Arbeit ein praxisnahes Angebot, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen, bereit. Die Themenwochen starteten im November 2012. Bereits verfügbar auf http://www.inqa.de sind die Beiträge der weiteren Themenbotschafterinnen und -botschafter: Prof. Dr. Jutta Rump (Hochschule Ludwigshafen) für Chancengleichheit & Diversity, Dr. Natalie Lotzmann (SAP AG) für das Thema Gesundheit und Rudolf Kast (Demographie-Netzwerk ddn) für das Themenfeld Wissen & Kompetenz.

http://www.inqa.de/experten-tipps

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit: Zukunft sichern, Arbeit gestalten

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, Verbänden und Institutionen der Wirtschaft, Gewerkschaften, der Bundesagentur für Arbeit, Unternehmen, Sozialversicherungsträgern und Stiftungen. Ihr Ziel: mehr Arbeitsqualität als Schlüssel für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland. Dazu bietet die im Jahr 2002 ins Leben gerufene Initiative inspirierende Beispiele aus der Praxis, Beratungs- und Informationsangebote, Austauschmöglichkeiten sowie ein Förderprogramm für Projekte, die neue personal- und beschäftigungspolitische Ansätze auf den Weg bringen.

Nadine Esch Nadine Esch

Initiative "Neue Qualität der Arbeit"

Die Initiative "Neue Qualität der Arbeit" widmet sich dem Thema Burnout und liefert Unternehmen praxisnahe und lösungsorientierte Hilfestellungen. Dazu gehören neben umfangreichen Informationen zur psychischen Gesundheit auch praktische Tipps, diverse Best- Practice-Beispiele, vielfältige Arbeitshilfen sowie Tests zur Selbsteinschätzung. Das Themenspektrum reicht von Fragen der Führungskultur über Aspekte der zunehmenden Arbeitsverdichtung sowie der so genannten Work-Life-Balance bis hin zum Umgang mit Konflikten.
Das Portal richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und bietet handhabbare Lösungen für die Praxis. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit gefördert und wird fachlich begleitet durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Internetseite "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt – psyGA"

Zum Thema Gesundheit im Allgemeinen(Bournout.Prohylaxe gehört selbstverständlich dazu) hier ein Auszug aus meinem neuen Buch das im Sommer 2013 erscheinen wird:
Was bedeutet es eigentlich in unserem Sinne „gesund“ zu sein? Gibt es überhaupt eine allgemeingültige Definition dafür? Hier finden wir in vielen Formulierungen beinahe eine paradoxe Intervention, denn in unserem allgemein etablierten Denken ist Gesundheit ein Fehlen von Krankheit! Laut der Weltgesundheitsorganisation handelt es sich jedoch bei Gesundheit um „einen Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.
Lässt sich das tatsächlich so simpel zusammenfassen oder liegt der Definition der WHO bereits eine Infragestellung zu Grunde? Da mehr als ein Drittel der Menschen unserer modernen Gesellschaft erkrankt sind, stellt sich die Frage ob eine solche Definition in der Realität überhaupt noch eine Haltbarkeit haben kann? Dem Begriff Gesundheit haftet eine Art Mysterium an – also ein mit dem Verstand nicht ergründbares Geschehen.
Wenn wir versuchen wollen dieses Geheimnis zu lösen, scheint es unkomplizierter sich bei den Sozialwissenschaftlern und deren Erläuterungen umzuschauen denn bei den Medizinern. Neben körperlichem Wohlbefinden und psychischem Wohlbefinden gehören auch Leistungsfähigkeit, Selbstverwirklichung und Sinnfindung dazu gesund zu sein. Eine Grundlage für die Erfüllung dieser Faktoren ist sicherlich auch in dem Phänomen des psychologischen Egoismus zu finden. Bei dem so genannten psychologischen Egoismus handelt es sich um die Überzeugung oder die teilweise auch empirisch beobachtete Tatsache, dass alles Streben, Verhalten und Handeln des Menschen, auch das unbewusste, letztlich darauf abzielt sein individuelles Glück oder Wohlbefinden zu erhalten und zu steigern und damit seine eigenen Wünsche, Interessen und Ziele zu verwirklichen.
Basierend auf dieser Auffassung lassen sich alle Verhaltensphänomene auf dieses Grundstreben zurückführen. Diese Erklärung der tatsächlichen menschlichen Motivation entspricht damit im Grundsatz dem bereits von Niccolò Machiavelli gezeichneten Menschenbild, welches gleichsam egoistische Ziele und Affekte als die ursprünglichen Antriebsfedern allen menschlichen Handelns ansieht.

Der Grundgedanke hinter diesem Denkansatz lässt sich auf das Konzept des Grün!führens übertragen, denn nur wenn die Führungsperson auch Befriedigung für sich selbst aus dem eigenen Handeln ableiten kann entsteht die Zufriedenheit die nötig ist um fördern und fordern zu können. Konfuzius schrieb einst in seinen Analekten: „Begegne den Menschen mit der gleichen Höflichkeit, mit der du einen teuren Gast empfängst. Behandle sie mit der gleichen Achtung, mit der das große Opfer dargebracht wird. Was du selbst nicht wünschst, das tue auch anderen nicht an. Dann wird es keinen Zorn gegen dich geben – weder im Staat noch in deiner Familie.“
Wenn also Sie also im Einklang mit sich selbst stehen, sich Ihrer Selbst bewusst sind und so handeln wie Sie behandelt werden möchten, dann nehmen Sie aktiv gestaltend Einfluss auf die Entwicklung von Unternehmenslandschaften und der Gesellschaft.
Damit wird nicht nur die eigene Gesundheit gefördert, sondern auch die des Gesamtsystems. Gesundheit zu erhalten oder zu erreichen hängst also ganz sicher von der inneren Haltung zum Thema ab.
Der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky (1923–1994) prägte den Ausdruck der Salutogenese in den 1970er Jahren als komplementären Begriff zu Pathogenese. Salutogenese als Wissenschaft von der Entstehung von Gesundheit und Pathogenese als Wissenschaft von der Entstehung von Krankheit ergänzen sich. Die zugrunde liegenden Fragestellungen orientieren den Fragenden allerdings in zwei unterschiedliche Richtungen - die pathogenetisch Orientierten schauen auf die Krankheiten, ihre Ursachen und die Gefahren, die es zu vermeiden oder zu bekämpfen gilt. Die salutogenetisch Orientierten blicken auf attraktive Gesundheitsziele, die sie erreichen wollen und wozu sie möglichst viele Ressourcen erschließen wollen.
Im salutogenetischen Modell der Gesundheit nach Antonovsky werden eine Reihe von Konstrukten genannt die im Zusammenhang mit der Entstehung beziehungsweise dem Erhalt von Gesundheit stehen: unter anderem bezieht er sich auf das Kohärenzgefühl. Hierbei handelt es sich um eine individuelle, psychologische Einflussgröße die die Grundhaltung des Individuums gegenüber der Welt und dem eigenen Leben beschreibt. Antonovsky ist der Ansicht, dass es von der individuellen, sowohl kognitiven als auch affektiv-motivationalen Grundeinstellung abhängt wie gut ein Mensch in der Lage ist seine persönlichen Ressourcen zu nutzen, um die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden zu erhalten. Das Gefühl der Sinnhaftigkeit hat in diesem Modell eine der wichtigsten Aufgaben, denn ein Mensch der sein Tun als frei von Sinnhaftigkeit empfindet, der wird es als Last ansehen und damit jede weitere sich stellende Aufgabe als zusätzliche Qual! Die Theorie der Salutogenese und dem damit verbundenen Kohärenzgefühl gibt dem Menschen selbst die Macht über das eigene Empfinden zu entscheiden, denn je stärker das Kohärenzgefühl ausgeprägt ist, desto flexibler kann der Mensch auf Anforderungen reagieren und die für die jeweilige spezifische Situation angemessenen Ressourcen aktivieren....