Martin Watzke Martin Watzke PremiumModerator

Asien, der lachende Dritte?

Asien, der lachende Dritte?

Im Nahen Osten und in Europa scheint es derzeit so, als würde eine Schreckensmeldung die nächste jagen.

DAX: Die von den USA und der EU verhängten Sanktionen treffen bei den Wirtschaftsvertretern auf zwiespältige Meinungen. Russlands Oligarchen werden vermeintlich härter getroffen, aber negative Auswirkungen werden auch hier zu spüren sein.

Auf der globalen Ebene gibt es aber immer noch genügend Erfolgsmeldungen. Fündig wird man momentan in Asien. Der Hang Seng Index in Hong Kong legte heute 0,89% zu und steht jetzt so hoch wie schon seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Die wirtschaftliche Situation in China entwickelt sich immer besser, da jetzt auch die Behörden etwas weniger Einfluss auf das dortige Marktgeschehen nehmen wollen. Für westliche Investoren bleibt China aber weiterhin ein undurchsichtiger Ort. Als Alternative könnte man Australien in Erwägung ziehen. Die australische Wirtschaft ist aber sehr abhängig von den Rohstoffen und an den Märkten tut sich derzeit recht wenig. Fazit: Wirtschaftliche Lücken, die durch Sanktionen gegenüber Russland entstehen, werden von dem asiatischen Markt geschlossen. Dadurch wird Europa Anteile auf dem globalen Markt verlieren und Asien wird mal wieder als Gewinner davongehen.

Nach zwischenzeitlich 9530 Punkten hat der DAX einiges gut zu machen. Der größte deutsche Leitindex startete zwar gut in den Tag, hat seit ca. 9:15 Uhr aber nur abgegeben und steht jetzt bei 9585 Punkten. Auf der anderen Seite des Atlantiks legte der S&P 500 am gestrigen Tage 0,03% zu und steht somit fast unverändert bei 1978 Punkten. Für den weiteren Tagesverlauf erwarte ich nicht sonderlich große Veränderungen im DAX. Ich rechne mit einem kleinen Plus von ca. 50 Punkten.

Die zehnjährige Anleihe der Bundesrepublik Deutschland ist am heutigen Tag auf ein historisches Hoch geklettert. Die Rendite beträgt jetzt nur noch 1,15%. Geld fließt also wieder in die sicheren Staatsanleihen.

Aktien: Die ca. 6000 Rechtsstreitigkeiten verunsichern die Anleger der Deutschen Bank. Nichtsdestotrotz erwirtschaftete das größte deutsche Bankhaus ein 16% höheres Ergebnis vor Steuern als im zweiten Quartal 2013. Die Aktie steht derzeit 20% niedriger als zu Jahresbeginn. Also ergeben sich Einstiegsmöglichkeiten. Für weiterhin frischen Wind könnte heute der Pharmakonzern Pfizer sorgen. Dessen Zahlen werden im Verlauf des Tages veröffentlicht.

Rohstoffe: Gold ist wieder leicht im Kommen. Vor vier Tagen notierte die Feinunze bei $1291, jetzt bezahlt man $1309. Als Aufwärtstrend würde ich dies aber nicht interpretieren. Die politischen Spannungen treiben den Goldmarkt leicht an. Das Öl hingegen tritt weiterhin leicht auf der Stelle. Das Barrel Nordseeöl gibt es für $107,90.

Quelle: https://www.xtb.de/marktanalyse/marktanalysen/asien-der-lachende-dritte-29072014,20140729,114100

Andreas Mueller Andreas Mueller PremiumModerator

Redaktio w:o - Renditetief verlangt Strategie der ruhigen Hand

Je niedriger das Zins- und Renditeniveau, desto unangenehmer wirken sich Marktvolatilitäten aus. Für viele Investoren rücken jedoch auch verstärkt die Kosten in den Fokus. „Die wahre Herausforderung besteht darin, Kreditportfolios aufzubauen, die bei möglichst geringen Verwaltungskosten die risikogewichteten Renditen maximieren“, so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers. Dies lasse sich in der Regel am besten mit einer Strategie der ruhigen Hand erreichen: Portfolios, in denen wenige Umschichtungen vorgenommen werden, weisen niedrige Transaktionskosten auf.
Was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie unter http://www.wallstreet-online.de/nachricht/6889042-renditekissen-renditetief-verlangt-strategie-ruhigen-hand

Martin Watzke Martin Watzke PremiumModerator

Wie ausschlaggebend sind die Neuigkeiten vom Wochenende?

Wie ausschlaggebend sind die Neuigkeiten vom Wochenende?

Das Wochenende lieferte uns einige Neuigkeiten, die am heutigen Montag in die Märkte eingearbeitet werden wollen.

DAX: Hier stehen die geopolitischen Krisen noch immer im Vordergrund. Eine angesetzte Feuerpause im Gazastreifen währte nur kurz. Der amerikanische Geheimdienst legte Bilder vor, die angeblich Raketenabschussrampen auf russischem Boden zeigen. Bei beiden Konflikten ist bis auf weiteres kein Ende in Sicht. Anleger müssen sich also weiterhin auf volatile Märkte gefasst machen und man kann von fallenden Kursen ausgehen. Der DAX schaffte es in der vergangenen Woche nicht, die 9.800 Punkte Marke zu durchbrechen. Aus charttechnischer Sicht stehen die Zeichen also ganz klar auf fallende Kurse. Die nächsten Unterstützungen befinden sich erst wieder bei 9.400 Punkten. Es ist also davon auszugehen, dass der DAX diese Woche unter den Punktestand vom Jahresbeginn stehen wird. Aufgrund des Monatsabschlusses wird es diese Woche noch mal einige Wirtschaftsdaten auch von der anderen Seite des Ozeans geben. Jetzt bleibt die Frage, wer den längeren Atem hat. Ob positive Wirtschaftsdaten oder negative Nachrichten aus den Krisenländern - es bleibt weiterhin spannend.

Aktien: Die Aktie der Deutschen Bank befindet sich unter Druck. Ein US-Investor reichte bei einem New Yorker Gericht eine Sammelklage gegen die Deutsche Bank, die HSBC und das kanadische Geldhaus Nova Scotia ein. Es geht um Manipulationen am Silberpreis. Die Gerüchteküche brodelt also wieder. Die Aktie der Deutschen Bank baute im derzeitigen Tagesverlauf 1,14% ab und ist derzeit für €26,42 zu haben. Aus charttechnischer Sicht ist bei der Deutschen Bank weiterhin Vorsicht geboten. Die Aktie konnte aus dem anhaltenden Abwärtstrend noch nicht vollständig ausbrechen. Die Quartalszahlen werden am Dienstag vorgestellt. Dem schließt sich der Gashersteller Linde und HeidelbergCement an. Schlagzeilen schreibt die Commerzbank. Der geplante Abbau von hunderten von Stellen soll Kosten senken. Die Ausgliederung der Finanzbuchhaltung soll an externe Dienstleister erfolgen. Momentan steht die Aktie bei €11,15, was einem Verlust von 0,62% entspricht.

Rohstoffe und Devisen: Das Öl befindet sich weiterhin im Seitwärtstrend. Grund hierfür sind Befürchtungen, dass die amerikanischen Wirtschaftszahlen nicht ganz so gut ausfallen. Auf der kurzfristigen bis mittelfristigen Anlageebene bleibt das Öl also weiterhin unattraktiv. Das Barrel Nordseeöl kann man derzeit für $107,71 erstehen. Gold und Silber erweisen sich auf einem ähnlichen Anlagehorizont als unattraktiv. Der Rohstoffmarkt ist derzeit einfach nicht der Ort, an dem das Geld fließt. Das Euro-Dollar Devisenpärchen zeigt sich hingegen wesentlich volatiler. Am Freitag stand der Wechselkurs so niedrig wie schon seit November 2013 nicht mehr. Derzeit gibt es für 1 EUR $1,3436. Von einem weiterhin fallenden Kurs ist auszugehen.

Quelle: https://www.xtb.de/marktanalyse/marktanalysen/wie-ausschlaggebend-sind-die-neuigkeiten-vom-wochenende-28072014,20140728,115100

Sebastian Meyer Sebastian Meyer PremiumModerator

Vermögen - Deutschen scheuen bei ihrem Geld das Risiko

Hallo liebe Gruppenmitglieder!

Die Bundesbürger werden trotz Mini-Zinsen immer reicher. Im ersten Quartal 2014 wuchs das Vermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen zum Vorquartal um 54 Milliarden Euro auf den neuen Rekord von 5,207 Billionen Euro, wie die Deutsche Bundesbankmitteilte.

Dabei setzte sich der Trend hin zu risikoärmeren Anlagen fort, obwohl sie kaum noch Zinsen bringen. Mit knapp fünf Milliarden Euro stammte nur ein geringer Teil des Anstiegs des Geldvermögens aus Kursgewinnen insbesondere aus Aktien und Investmentzertifikaten.

Rund 49 Milliarden Euro der Geldvermögensbildung entfielen auf Transaktionen, dazu zählen beispielsweise der An- und Verkauf von Wertpapieren oder die Anlage in Sparprodukten. Immobilien oder Kunstwerke sind in der Statistik nicht enthalten.

http://www.welt.de/finanzen/article130558383/Deutschen-scheuen-bei-ihrem-Geld-das-Risiko.html

Andrea Holzem
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Andrea Holzem Andrea Holzem Premium

Naja, wenigstens scheint es mir nicht als Einzige so zu gehen :o)

Um etwas ketzerisch auf die Krux mit der Ersparnis, dem Zins und dem Zinseszins zu antworten - m.E. kommt nicht verfügter Zins und Zinseszins einer Erspranis gleich.

In diesem Sinne einen schönen Restsonntag!

Martin Watzke Martin Watzke PremiumModerator

Wann kommen wirksame Sanktionen?

Wann kommen wirksame Sanktionen?

Die Fußball-WM ist gerade erst vorbei, da nehmen Politiker dieses große Sportereignis schon wieder in den Mund.

DAX: Die Fußball-WM ist gerade erst vorbei, da nehmen Politiker dieses große Sportereignis schon wieder in den Mund. Der nächste Austragungsort Russland wird momentan als ungeeignet betrachtet. Grund dafür ist Vladimir Putins Umgang mit der Krise in der Ukraine. Europa fühlt sich verantwortlich, immer mehr im ukrainischen Konflikt mitzumischen. Vor zwei Jahren hingegen boykottierten deutsche Politiker eine Reise zum EM-Eröffnungsspiel in der Ukraine. Damals übte man viel Kritik am Führungsstil von Ex-Präsident Janukowitsch. Wirtschaftliche Sanktionen waren damals aber noch als Druckmittel undenkbar. Die Boykottierungskarawane zieht also weiter gen Osten.

Russland scheint an der Aufklärung von Flug MH17 nicht so viel zu liegen. Dies verurteilte Bundeskanzlerin Merkel gestern auf einer Pressekonferenz und möchte nun Sanktionen auf den Weg bringen.

Diesen Morgen brach der DAX um 80 Punkte ein und stand zwischenzeitlich bei 9678 Punkten. Den großen Bruder DOW zog er zwischenzeitlich mit unter die 17.000 Punkte. Seitdem ging es allerdings wieder aufwärts. Der Donnerstag erfüllte also wieder seinen Ruf, der volatilste Tag der Woche zu sein. Die Einkaufsmanager Indizes aus China, der Eurozone und der USA werden heute veröffentlicht. Es werden also viele Zahlen in den Markt einfließen. Die chinesischen Zahlen konnten bis jetzt die Anleger überzeugen.

Aktien: Die Berichtssaison ist auch heute wieder voll im Gange. Unter anderem dürfen wir einen Blick in die Bücher von BASF und AT&T werfen. Die bisher durchgedrungenen Zahlen erfreuten die Anleger von BASF allerdings nicht. Die Aktie fiel seit Tagesbeginn um 2,4% auf €81,46. Bei AT&T könnten die 1 Millionen Neukunden für Aufwind sorgen. Die Aktie wird momentan für $35,88 gehandelt. Facebook übertraf mit seinen Zahlen sämtliche Prognosen. Der Umsatz konnte um 61% auf fast 3 Milliarden Dollar gesteigert werden. Grund hierfür ist das immer besser laufende Geschäft mit Werbung auf den mobilen Geräten. Der Ertrag je Aktie war 12 Cent höher als bisher angenommen und liegt jetzt bei $0,42. Der Kurs steht mit $71,29 auf Höchststand.

Rohstoffe und Devisen: Das Nordseeöl pendelt seit den letzten sechs Tagen zwischen $106,75 und $108,65 pro Barrel. Von erhöhter Volatilität ist hier auch nicht abzusehen. Angebot und Nachfrage halten sich derzeit sehr gut in der Waage. Die Feinunze des gelben Edelmetalls liegt mittlerweile unter $1300. Gründe für eine Flucht ins Gold gibt es bis jetzt noch nicht. Auf Tagesebene stieg die Europäische Gemeinschaftswährung von $1,3462 auf $1,3483. Ein stärker werdender Euro wird die Nachfrage der Rohstoffe zurückgehen lassen.

Quelle: https://www.xtb.de/marktanalyse/marktanalysen/wann-kommen-wirksame-sanktionen-24072014,20140724,113700

Matthias Wühle
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Klar, Herr W*hle - die Kontinentalsperre (unter der Hamburg zum Beispiel schwer zu leiden hatte) war kein Wirtschaftskrieg - gelle?

Brüssel wehrt sich seit langer Zeit gegen eine Mitgliedschaft der Ukraine in der EU - und offeriert ihr stattdessen eine "Privilegierte Partnerschaft", in der die Ukraine alle Lasten einer Mitgliedschaft ohne die dazugehörigen Rechte hat.

Und um diesen doch etwas ungleichen Vertrag dann auch durchzusetzen, wird mit äußerst fragwürdigen Mitteln (einschließlich des Herrn Westerwelle auf dem Maidan) eine der EU-Kommission genehme Regierung in Kiew an die Macht gebracht.

Die ganzen Theorien über Putins Strategien zeichnen sich durch ihre völlige Tatsachen-Fremdheit aus. Putin unterstützt noch nicht einmal die Separatisten im Osten der Ukraine.

An Milizen gibt es in der Ukraine übrigens: die rechtsextremistische Miliz der Swoboda-Partei (auf Seiten Kiew) sowie im Auftrag eines jeden Oligarchen 5000 - 15.000 Mann unter Waffen. Die sollten alle eigentlich längst entwaffnet sein, wozu die Kiewer Regierung allerdings keinerlei Anstalten macht. Aufgrund der anti-oligarchischen Grundhaltung der ostukrainischen Separatisten (bzw. Autonomisten - denn Abtrennung von der Ukraine ist dort nicht durchgängig die Forderung, sondern Autonomie und eine reale Dezentralisierung) sind alle diese Milizen gegen die ost-ukrainische Bevölkerung gerichtet.

Dass diese sich wehrt, ist mehr als verständlich.