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Abdichtung an bodentiefen Fenstern und Türen

Aufgrund der Barrierefreiheit wünscht der Bauherr immer mehr die Herstellung von bodentiefen Fenstern und Türen zu Balkonen bzw. Terrassen. Gemäß einer DIN-gerechten Dichtigkeit gegen von Außen eindringender Feuchtigkeit kann diese Art der Ausführung nicht durchgeführt werden, da hier eine Schwelle von 15 cm Höhe erforderlich ist. Aber mit Hilfe einer Detailplanung kann aber dem Wunsch der Bauherrenschaft nachgekommen werden.

Wichtig ist aber, dass bei einem barrierefreien Detailanschluss eine Objektplanung bis ins Detail vorgegeben werden muss, was auch durch Anweisung vor Ort geschehen kann. Hier ist eine Planung dringend erforderlich, da selbst ein fachkundiger Handwerker dieses Detail nicht beherrschen muss.

Demgegenüber muss aber eine einfach standardisierte Abdichtung von einem fachkundiger Handwerker beherrscht werden. Hier braucht durch den Planer sowie des Objektüberwachers keine zusätzliche Überwachung durchgeführt werden. (siehe hierzu BGH - VII ZR 225/10).

Für die Praxis:
Sollte eine barrierefreie Schwelle im Bereich von Türen und Fenstern an Balkonen bzw. Terrassen gewünscht werden, ist aus Sicht der Gewährleistung sowie der Haftung zusätzlich ein Fachplaner für das Detail zu beauftragen. Bei standardisierten Abdichtungen (Schwelle mit mindestens 15 cm Höhe) reicht eine Beauftragung durch einen fachgerechte Handwerker aus.

Renate Richter Renate Richter PremiumModerator

Bingo - nicht mal in einem theoretischen Beitrag ist Ordnung!
Werter Herr Irmler, vielleicht mögen Sie den Text - zu diesem äusserst wichtigen Thema!!! doch etwas "richten"?!

Detailplanung ...kann auch durch Anweisung vor Ort geschehen - ...keine zusätzliche Überwachung - jo! wir packen das. Klappt aber nur bei Bob, dem Baumeister!

In der realen Baupraxis hat das nichts mit DIN, mit Detail und mit Funktion zu tun!
Leider glauben doch tatsächlichen viele Architekten und Bauherren, dass sie "später" die Rinne noch unterkriegen.

Da ich weiss, dass das immer wieder ein Thema ist, wäre ein lösungsorientierter Beitrag wirklich mal hilfreich.
RR

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Hallo Frau Richter,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Leider weiss ich nicht welche Erfahrungen Sie gemacht haben, aber eine wichtig praktische Empfehlung aus meiner Sicht ist, dass Sie Handwerker beauftragen, die man kennt und welche die Details kennen. Leider es immer noch in Praxis verbreitete, den günstigsten zu nehmen. Leider ist in der Baubranche der günstigste oft auch der billigste!

Sollte weiterhin in der Praxis ein Standarddetail abgedichtet werden, lohnt sich nicht die Beauftragung eines zusätzlichen Fachplaners, da die Haftung bei einem Baumangel sowieso bei dem Handwerker liegt.

Ist eine Abdichtung nicht nach Standard gewünscht wie z.B. barrierefreie Schwellen, muss aus haftunstechnischen Gründen zusätzlich ein Fachplaner und Objektüberwacher beauftragt werden. Auch hier gilt, den Fachplaner sowie Objektüberwacher Ihres Vertrauens zu beauftragen und nicht den billigsten!

Kai Rautenberg Kai Rautenberg Premium

Hallo an alle,

also die Abdichtung bei bodentiefen Fenstern ist meiner Meinung nach schon ein Standarddetail. Die Abdichtung erfolgt fachgerecht seit Jahren mit einem Los- Festflansch an der Tür, Fenster hierzu muss der Fensterbauer diesen entsprechend im Profil einplanen und ausführen.

Klar muss das Wasser abgeführt werden können, usw. Aber dazu einen Fachplaner benötigen, als BH würde ich das schon von einem Architekten verlangen.

Die Ausführungsüberwachung ist ne klare Schnittstellenkoordination. Was soll hier ien Fachplaner ? Vorausgesetzt es ist bereits jemand mit der Planung beauftragt.

Viele Grüße
Kai Rautenberg

Michael Simon Michael Simon PremiumModerator

Horst Irmler schrieb:
> Hallo Frau Richter,
>
> vielen Dank für Ihren Beitrag. Leider weiss ich nicht welche
> Erfahrungen Sie gemacht haben, aber eine wichtig praktische
> Empfehlung aus meiner Sicht ist, dass Sie Handwerker beauftragen, die
> man kennt und welche die Details kennen

-- Welche Details meinen Sie? Die müssen doch erst geplant werden. --.

Leider es immer noch in
> Praxis verbreitete, den günstigsten zu nehmen. Leider ist in der
> Baubranche der günstigste oft auch der billigste!
>
> Sollte weiterhin in der Praxis ein Standarddetail abgedichtet werden,
> lohnt sich nicht die Beauftragung eines zusätzlichen Fachplaners, da
> die Haftung bei einem Baumangel sowieso bei dem Handwerker liegt.

-- Die Mängelhaftung liegt immer beim ausführenden Unternehmer, egal ob Standard- oder Ausnahme-Leistung.

> Ist eine Abdichtung nicht nach Standard gewünscht wie z.B.
> barrierefreie Schwellen, muss aus haftunstechnischen Gründen
> zusätzlich ein Fachplaner und Objektüberwacher beauftragt werden.

-- Das gibt dem Auftraggeber zwar eine zusätzliche Haftung, der Unternehmer ist aber nicht raus (siehe oben). Daher störe ich mich etwas an Ihrem Wort "muss". Außerdem: Die 15 cm messen ja nicht von Austritt bis zur Oberfläche des Belags, sondern bis zur wasserführenden Schicht. Wenn genau das bei der Konstruktion beachtet wird, kann eine Standsrdabdichtung, wie Sie sie bezeichnen, eingebaut werden. Aber auch das sollte gut geplant werden, einschließlich der Schnittstellen-Koordination (darauf wurde auch schon hingewiesen.)


> Auch hier gilt, den Fachplaner sowie Objektüberwacher Ihres
> Vertrauens zu beauftragen und nicht den billigsten!

Nach meiner Erfahrung aus zahllosen Streitigkeiten aus fehlerhaften Abdichtungen kann ich dem Bauherren nur empfehlen, die Abdichtung unbedingt mit der allergrößten Sorgfalt zu planen, auszuführen und zu überwachen. Die Schäden können immens sein, nicht nur an der Bausubstanz, sondern auch an den Folgekosten (Stillegung bei der Sanierung etc..). Außerdem sind nachträgliche Arbeiten oft nicht wirklich fachgerecht auszuführen und stehen unter dem Zwang zum Kompromiss, da an einer fertigen Konstruktion gearbeitet werden muss. Wie schon gesagt: schon der Einbau einer simplen Entwässerungsrinne kann allergrößte Probleme verursachen.

Viele Grüße
RA Simon

Kai Rautenberg Kai Rautenberg Premium

Michael Simon schrieb:
> Horst Irmler schrieb:
>
nt und welche die Details kennen
>
> -- Welche Details meinen Sie? Die müssen doch erst geplant werden. --.
>
Die Details sind z.B. in der Flachdachrichtlinie vorhanden. -- Aus der Erfahrung ist ein Los-Festflansch recht zuverlässig.
>
> > Ist eine Abdichtung nicht nach Standard gewünscht wie z.B.
> > barrierefreie Schwellen, muss aus haftunstechnischen Gründen
> > zusätzlich ein Fachplaner und Objektüberwacher beauftragt werden.
>
> -- Das gibt dem Auftraggeber zwar eine zusätzliche Haftung, der
> Unternehmer ist aber nicht raus (siehe oben). Daher störe ich mich
> etwas an Ihrem Wort "muss". Außerdem: Die 15 cm messen ja nicht von
> Austritt bis zur Oberfläche des Belags, sondern bis zur
> wasserführenden Schicht.

Das mit der wasserführenden Schicht ist so nicht ganz richtig. Die Flachdachrichtlinie macht hierzu eine andere Aussage --- " Die Anschlusshöhe soll mind. 15cm über der Oberfläche des Belages, der Kiesschüttung, oder der Begrünung betragen. Bei Abdichtungen ohne Beläge, Kiesschüttung, oder Begrünung bezieht sich die Anschlusshöhe auf Oberkante der Abdichtung." oder so ähnlich steht es im Regelwerk.

Auch der barrierefreie Übergang ist recht eindeutig geregelt.

Wenn genau das bei der Konstruktion beachtet
> wird, kann eine Standsrdabdichtung, wie Sie sie bezeichnen, eingebaut
> werden. Aber auch das sollte gut geplant werden, einschließlich der
> Schnittstellen-Koordination (darauf wurde auch schon hingewiesen.)
>
>
> > Auch hier gilt, den Fachplaner sowie Objektüberwacher Ihres
> > Vertrauens zu beauftragen und nicht den billigsten!

Wie gut das viele Vertrauen zu den billigsten haben :-)
>
>
> Nach meiner Erfahrung aus zahllosen Streitigkeiten aus fehlerhaften
> Abdichtungen kann ich dem Bauherren nur empfehlen, die Abdichtung
> unbedingt mit der allergrößten Sorgfalt zu planen, auszuführen und zu
> überwachen. Die Schäden können immens sein, nicht nur an der
> Bausubstanz, sondern auch an den Folgekosten (Stillegung bei der
> Sanierung etc..). Außerdem sind nachträgliche Arbeiten oft nicht
> wirklich fachgerecht auszuführen und stehen unter dem Zwang zum
> Kompromiss, da an einer fertigen Konstruktion gearbeitet werden muss.
> Wie schon gesagt: schon der Einbau einer simplen Entwässerungsrinne
> kann allergrößte Probleme verursachen.
>
Da haben Sie 100% recht. Die Abdichtung, egal ob Flachdach oder Kellerabdichtung ist sehr sehr sorgfältig auszuführen und zu kontrollieren.

Viele Grüße
Kai Rautenberg