Immobilien - Loge der Immobilisten

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Andreas Stolz Andreas Stolz

Aktuelle Diskussion über die Maklerprovision

Hallo in die Runde, seit einiger Zeit geistert ja wieder die Diskussion bezüglich der Bezahlung der Maklerprovision, vor allem bei Vermietung, durch die Medien. Meistens wird die Provision komplett vom Mieter bezahlt, einige wenige Ausnahmen bzw. schwer vermittelbare Wohnungen und Gewerbeflächen ausgenommen. Wie seht Ihr die aktuelle Diskussion aus der Politik, dass die Maklerprovision zukünftig der Vermieter bezahlen soll? Seht Ihr Umsatzeinbußen auf euch zukommen, weil dann die Vermieter selbst mehr vermieten? Denkt Ihr überhaupt, dass sich unsere Politiker mit Ihrer Forderung der Vermieter-Provision durchsetzen? Über einen regen Gedankenaustausch würde ich mich freuen und mache auch gerne selbst aktiv mit. Viele Grüße aus Bayern Andreas Stolz von Immobilien Stolz http://www.immo-stolz.de kontakt@immo-stolz.de
Andreas Stolz Andreas Stolz
Hallo Hr. Heimer, ich freue mich, dass schon so bald ein Feedback da ist. Mit Ihrer Auffassung haben Sie recht -> wer bestellt, bezahlt! Im Verkauf ist das auch kein größeres Problem, da, und das ist auch fast überall üblich, die Maklerprovision in den Verkaufspreis eingerechnet wird. Aber in der Vermietung ist das ganze leider nicht so einfach. Denken Sie, dass ein Wohnungsvermieter bei jeder Wohnungsvermittlung 2,38 Kaltmieten an den Makler überweist? Ich stehe der Sache skeptisch gegenüber und glaube nicht daran. Es müsste neue Wege und Mittel geben, wie man die Mieterprovision umlegen könnte. Andererseits finde ich es aber auch nicht weiter abwegig, wenn der Mieter weiterhin die Provision bezahlt. Schließlich gibt auch er einen Auftrag, in dem er einen Besichtigungstermin vereinbart und eine Wohnung anmieten möchte. Auch hier gilt ja dann: Wer bestellt, bezahlt. Freue mich auf weiteres Feedback. Grüße Andreas Stolz
Simone Wind Simone Wind Premium
Hallo Herr Stolz, warum sich der Staat in die Vertragsfreiheit in diesem Fall einmischt ist für mich nicht nachvollziehbar. Vorallem da er sich selbst seine Steuereinnahmen bei rückläufigem Maklerumsatz kaputt macht. Außerdem möchte der Mieter eine Wohnung anmieten, also auch einen Mietvertrag unterzeichnen etc -> somit hat er doch auch eine Leistung bestellt, wie Sie ja auch schon festgestellt haben. Falls es tatsächlich zu einer Gesetzesänderung kommen wird, muß man sehen was verhandelbar ist. Grüße vom Bodensee Simone Wind
Clemens Wudel Clemens Wudel PremiumModerator
Wenn hinter einer Gebühr eine wirkliche Leistung steckt, dann wird sicher jeder Zahlen wollen. Wenn in einem Markt mehr Nachfrage besteht wie Angebote, dann gibt es nichts zu Makeln. Dann beschränkt sich die Leistung auf das Vereinbaren von Besichtigungsterminen und dem Mieterscreening. Denke, das sich da eine neuer Markt entwicklet. Wohnungsbesichtiger / also was im Grunde jede Hausverwaltung macht. Über welche Summen sprechen wir hier? Bei einem Hauskauf mit 5.95% Provision kommen auch ganz gute Beträge zusammen. Aber da ist die Not der Menschen nicht ersichtlich. Warten wir ab, was es am Tagesende bedeutet. Im Grunde geht es sicher um die Umverteilung von Geld.
Sabine Sernau Sabine Sernau Premium
Hallo Herr Stolz und in die Runde! Andreas Stolz schrieb:
>fast überall üblich, die Maklerprovision in den Verkaufspreis >eingerechnet wird.
Welchen Vorteil hat dann der Käufer? Wenn die Courtage einfach auf den Kaufpreis oben drauf geschlagen wird, sieht der Käufer zwar nicht, wie viel der Makler tatsächlich verdient, preiswerter wird es jedoch trotzdem i.d.R. für den Käufer nicht. Für mich ist das Augenwischerei! Ob ein Kunde z.B. 213.000 € OHNE Prov. bezahlt oder z.B. 200.000 € + 6,5% Maklercourtage incl. Mwst. ist für mich zumindest das Gleiche!
> >Aber in der Vermietung ist das ganze leider nicht so einfach. >Denken Sie, dass ein Wohnungsvermieter bei jeder Wohnungsvermittlung >2,38 Kaltmieten an den Makler überweist? >
NEIN! Ich glaube, selbst langjährige Maklerkunden (Vermieter) würden es dann wieder selbst machen, auch, wenn diese mit dem Makler zufrieden sind. Zumindest überwiegend in Gegenden mit hoher Nachfrage und wenig Angeboten. Erst, wenn genügend Vermieter (die zwischenzeitlich es (wieder) selbst versuchen würden, auf die Nase gefallen sind oder feststellen, dass es doch Arbeit macht, dann ggf. wird sich etwas wieder positiv für Makler ändern.
>Andererseits finde ich es aber auch nicht weiter abwegig, wenn der >Mieter weiterhin die Provision bezahlt. Schließlich gibt auch er >einen Auftrag, in dem er einen Besichtigungstermin vereinbart und >eine Wohnung anmieten möchte. >Auch hier gilt ja dann: Wer bestellt, bezahlt.
Es fehlt m.E sehr an Transparenz! Makler sind VERMITTLER und damit meine ich insbesondere, dass der Makler sich dafür einsetzt, dass der VERMIETER und der MIETER einen für beide Seiten akzeptablen Mietvertrag bekommt! - Wer sorgt denn dafür, dass ggf. der Mietpreis reduziert werden? - Wer verhandelt mit dem Vermieter, setzt sich ggf. für den MIETER ein? - Wer vermittelt und macht Lösungsansätze, wenn es um Mietbeginn, mögliche neue Einbauten (Küche, Boden ...) geht? Es profitieren gerade bei der Vermietung sehr stark auch die MIETER und warum soll dann nicht der Mieter bezahlen? z.B. weil der Makler dafür gesorgt hat, dass der Mieter erst am 1.12 statt wie vom Vermieter gewünscht 1.11. einzieht und damit 1 Monat Miete spart? Hintergrund natürlich, dass man als Makler der Meinung ist, der Mieter ist der richtige für den Vermieter. Vermittlung heißt für mich: Verhandlung und Kompromissfindung für ALLE Beteiligten, also VERMIETER u. MIETER bzw. VERKÄUFER u. Käufer und zwar auf die Weise, dass ALLE mit dem Ergebnis zufrieden sind. Mit freundlichen Grüßen Sabine Sernau / Geschäftsführerin Sernau Immobilien http://www.sernauimmo.de
Simone Wind Simone Wind Premium
Sehr geehrter Herr Heimer, Wahlkampf ist doch immer, das ist doch kein Grund für ein Verfassungswidriges Gesetz das gegen die Vertragsfreiheit verstößt. Auch in Konstanz haben wir einen Nachfrageüberhang nach Mietwohnungen und Kaufobjekten. Wir werden täglich von unzähligen Wohnungssuchenden kontaktiert, die uns beaufttragen für sie eine Wohnung zu finden. Das ist eine Auftragserteilung. Selbstverständlich gibt es Makler die mehr Service und andere die weniger Service bieten. Wie in jeder Branche gibt es die Guten und die Schlechten. Da liegt es am Verbraucher zu entscheiden. Aber die Verlagerung auf Online Portale wie Sie sich das vorstellen wird es in der Praxis nicht geben. Wir haben auch Vermieter die schon alleine aufgrund Ihres Alters überfordert wären die Anfrageflut zu bewälitigen. Die würden Ihre Einliegerwohnung bspw dann eben leer stehen lassen. Die Marktbereinigung wie Sie es nennen, wird dazu führen, dass es Makler geben wird, die das Gesetz umgehen und so weiterhin verdienen. Werden das die Guten oder die Schlechten sein, was meinen Sie?
Sabine Sernau Sabine Sernau Premium
Sehr geehrte Frau Wind, dem kann ich nur voll und ganz zustimmen! Niemand will gerne "unnötig" Geld ausgeben, egal wofür, egal weshalb. Für gute Leistung ist jedoch jeder bereit zu bezahlen, das unterstelle ich einfach mal. Die Diskussion über die Maklercourtage basiert doch darauf, dass z.b. Mietsuchende KEINE Leistung bekommen haben oder zumindest es glauben. Woher rührt das? Klar Makler ist nicht gleich Makler und da gibt es doch große Unterschiede zwischen Guten und Schlechten. Doch was erwartet ein Mietsuchender bzw. Kaufwilliger überhaupt? Ich habe schon mehrfach hier bei Xing darüber eine "Umfrage" gestartet und was kam heraus? Nichts wirklich Brauchbares. Mietsuchende u. Kaufwillige haben wirklich nicht selten Ansprüche, die nicht erfüllbar sind und auch jenseits der Realität und zwar sowohl bezogen auf die Immobilie als auch an die Ansprüche an den Makler. Klar ist, der Kunde ist König, doch irgendwo ist auch Schluss. Ein Kunde, der mir sagt, ich soll meine wichtige Besprechung mit einem anderen Kunden unterbrechen und in 20 min. am Objekt sein, erwartet m.E zu viel, oder? Und klar ist, dass unter diesen Bedingungen jeder Euro, der dann an einen Makler gezahlt werden soll, aus dieser Perspektive zu hoch ist. Zum Glück gibt es auch eine Menge an Kunden, die schätzen, was wir tun! Mit freundlichen Grüßen Sabine Sernau / Geschäftsführerin Sernau Immobilien http://www.sernauimmo.de
Georg Danneberg Georg Danneberg Premium
Sehr geehrte Diskussionsteilnehmer! Sehr geehrter Herr Heimer und Herr Wudel ! Die Diskussion ist also wieder mal in Gang gekommen, ob, wer und wann wieviel bezahlen soll. Die aktuelle politische Forderung bezieht sich ausschließlich auf Vermietungen von Wohnraum. Hier sehen sich wohl die Vertreter unserer "sozialen Marktwirtschaft" wieder einmal veranlaßt, für den schwächeren Marktteilnehmer (Verbraucher) eine Lanze zu brechen. Eine Notlage, in der sich ein armes Mietopfer befindet, kann ich nicht erkennen. Nicht einmal, wenn ein Hatz IV-Empfänger mieten will. Dann muß halt die ARGE dafür herhalten. Tatsache ist, dass ich als Dienstleister Geld verdienen muß, wenn ich eine Leistung erbringe. Mir ist es egal, wer mich bezahlt. wichtig ist nur, dass ich einen ordentlichen/ justiziablen Vertrag bekomme und dass es sich rechnet. Auch wenn die Leistung "nur" darin besteht, Informationen zu sammeln, zur Verfügung zu stellen, Besichtigungen zu ermöglichen, den Parteien zu helfen, den Vertrag richtig auszufüllen und sie zu beraten, welche Konsequenzen die Unterschrift für jeden von beiden hat. usw. Andere Berufsgruppen werden sogar für Bereitschaftsdienste bezahlt, ohne eine Leistung zu erbringen (Ärzte, Apotheker,...) Ach soooo, die brauchen wir ja! Aber Makler brauchen wir nicht? Die meisten meiner Dauerkunden (Vermieter) kamen zu mir, weil sie die Schnauze voll hatten von dem gewaltigen Zeitaufwand, von den nicht eingehaltenen Terminen, von der schauspielenden Mieterklientel, von Räumungsklagen wegen Mietzahlungsverweigerung, von den sich laufend ändernden Gesetzgebungen (z.B. Schönheitsreparaturen), u.a. Wer hat schon einmal die Kosten berechnet, die eine Wohnraumvermietung im Maklerbüro verursacht? Bitte um Vorschläge!! Daraus ergibt sich, ab welcher Monats-Kaltmiete sich eine Vermietungsbetreuung/ -Vermittlung rentiert. Wenn Sie als Einzelunternehmer die Arbeit ohne billige Angestellte selbst machen und das auch noch sorgfältig, dann kann man aus meiner Sicht von Vermietungen nicht leben. Sie sind nur eine kleine "Einwürzung" in das Tagesgeschäft, das sich mit Verkauf befassen muß. Falls die Provisionspflicht von Mieter auf Vermieter gedreht wird, können die Vermieter wieder selbst ran an das Geschäft. Oder sie zahlen eben den Makler. Zum Schluß landen sie wieder bei mir, weil sie wissen, was ich an Leistungen erbringe. Übrigens, Herr Heimer, ein Mietinteressent, der bei uns im Maklerbüro anruft, nachdem er meine Werbung mit meinem Provisionsverlangen gelesen hat, schließt mit mir einen Provisionsvertrag, wenn er dann noch eine typische Maklerleistung in Anspruch nimmt. Z.B. die Besichtigung. (durch schlüssige Handlung). Sehr geehrter Herr Wudel, die Tätigkeit als Makler ist im BGB definiert. Die Aufgabe des Maklers ist es, gerade in unvollkommenen Märkten ein Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage zu ermöglichen und Verträge zustande zu bringen. Also für beide Seiten tätig zu sein. Nur wenn beide wollen, kann ein Vertrag zustande kommen. Also wer schafft an? Der Mieter oder der Vermieter? Wäre unter diesem Aspekt nicht die hälftige Teilung unter den Parteien gerecht? Wenn sich die Marktlage ändert, also Angebot steigt oder sinkt, Nachfrage steigt oder sinkt, ändern sich die Kräfteverhältnisse. Wenn zuviel Angebot da ist, wird der Vermieter den Makler gerne bezahlen. Wenn zuwenig Angebot da ist, wird der Mieter gerne zahlen. Dass sich die Marktteilnehmer nur sehr langsam einer MArktveränderung anpassen, ermöglicht den Maklern in manchen Phasen sehr gute, "leichte" Geschäfte, weil sie sich auf den Ortsüblichen Preis berufen können. (weiß doch jeder, dass 2,38 MM fällig werden). In schwachen Phasen müsssen dann andere Geschäftsfelder erschlossen werden -- wie in jedem Unternehmen. Für eine schlechte Leistung will weder der eine noch der andere zahlen. Da gebe ich Ihnen recht. Gruß aus Nürnberg - der mieterfreundlichen Stadt.