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Jürgen Auer Jürgen Auer PremiumModerator

Arbeitswelt - die wichtigsten Trends der nächsten Jahre - zehn Thesen von Svenja Hofert via Careerbuilder

Liebe Gruppenmitglieder,

manchmal ist es ganz wichtig, einen Schritt zurückzutreten und sich Entwicklungen aus einer größeren Entfernung, mit etwas Abstand zum eigenen Alltagsgeschäft, anzusehen. Ein Artikel von diesem Typ tauchte in den letzten Tagen mehrfach in meinem Netzwerk auf.

Die wichtigsten Trends der Arbeitswelt von morgen

http://www.careerbuilder.de/blog/2012/04/05/die-wichtigsten-trends-der-arbeitswelt-von-morgen/

> Durch immer neue Entwicklungen in der Arbeitswelt verändern sich viele klassische Berufsbilder oder verschwinden mit der Zeit ganz. Während man früher einfach den Beruf ergriff, der nahe lag, sind die Möglichkeiten heute nahezu unbegrenzt. Wer jetzt davor steht, eine Berufsentscheidung zu treffen, sollte die Trends der neuen Arbeitswelt unbedingt kennen.

Das ist eine Zusammenfassung von Stephanie Loleit ( https://www.xing.com/profile/Stephanie_Loleit ) von Careerbuilder, die sich auf die Thesen von Svenja Hofert ( https://www.xing.com/profile/Svenja_Hofert ) beziehen.

Die Einzelpunkte:

> 1. Co-Working Office

Da arbeiten unterschiedlichste Selbständige temporär unter einem Dach, treffen sich und tauschen sich aus.

> 2. Dezentralisierung der Arbeit

Spezialisten können heute dort wohnen, wo sie wollen. Die Koordination erfolgt per Telefon und Internet. Bei mir gilt das für die Zusammenarbeit mit Kunden, die über D/A/CH verteilt sind.

> 3. Flexibilisierung der Arbeit

Klassische Regelungen wie die 40 - Stunden - Woche und 30 Tage Urlaub werden zu Auslaufmodellen.

> 4. Flexibilisierung des Arbeitsmarktes

Arbeitsverträge sind befristet oder werden an Selbständige outgesourct. Interessant finde ich diesen Satz:

> eine selbstgewählte freiberufliche Tätigkeit dagegen mehr ein attraktiver Lebensstil als Bedrohung.

Ich bin selbst in einem klassischen Elternhaus (Vater arbeitet Vollzeit, Mutter ist vollständig zu Hause) großgeworden, selbständige Arbeit war mir als Schüler völlig unbekannt. Nun ist das mein eigener Alltag.

> 5. Diversity

Da verweise ich auf den gestrigen Newsletter.

> 6. Employability

Etwas, was ich an selbständiger Arbeit toll finde: Ich kümmere mich um meine eigene Weiterentwicklung - und kann damit schrittweise meine eigenen Tätigkeiten verschieben und weiterentwickeln. Vom "kleinen IT-Freiberufler 1996" über kleine Projekte, Lehrtätigkeiten, größere Projekte 2001 - Anfang 2003 dann die Entwicklung von etwas ganz anderem.

> 7. Kooperation

Zusammenarbeit mit anderen:

> Wer später mit anderen Experten auf Augenhöhe arbeiten will, braucht also die Fähigkeit, die Perspektiven anderer wertzuschätzen, eigene Einschätzungen zu revidieren und sich mit seinen Überzeugungen einzubringen.

> 8. Lebenslanges Lernen

Dinge wie Html sind bsp. heutzutage auch außerhalb der IT-ler bekannt. Upps - dabei bin ich ja eigentlich gar kein IT-ler ;-)

> 9. Ständige Verfügbarkeit

Da müßte man das Schlagwort ergänzen: Ständige Verfügbarkeit und der Umgang damit. Denn:

> Das Smartphone ist immer dabei, wir sind ständig online und oft auch am Wochenende und im Urlaub erreichbar. Fraglos führt die ständige Verfügbarkeit zu Stress, das heißt Abschalten können dürfte eine der wichtigsten Anforderungen in Zukunft sein. Unternehmen werden immer mehr darauf achten, weil sie erkennen, dass sie sich keine ausgebrannten Mitarbeiter leisten können.

> 10. Frauen

Eine Abkehr von der klassischen und überholten Rollenverteilung.

> Die Frauenquote kommt unaufhaltsam auf die Männer zu. Skandinavien ist hier etwa zehn Jahre weiter, aber 40 Prozent Frauen in Führungspositionen wird auch bei uns Realität werden. Junge Frauen, die etwas aus sich machen und finanziell unabhängig sein wollen, werden nicht mehr scheitern. Die gute Nachricht für die Männer: Sie müssen die Familie nicht mehr ernähren, denn das kann auch die Frau.

Viele Stichworte tauchten hier einzeln in den letzten Monaten auf. Aber so kompakt ist das auch ganz interessant.

Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Ihnen

Jürgen Auer

Wolfgang Wilhelm Wolfgang Wilhelm Premium

Es sind Thesen. Wie viele der Thesen sind bei welchen Unternehmen denn gelebte Wirklichkeit? Aus meiner zugegeben begrenzten Erfahrung kommen in Unternehmen doch noch die "klassischen" Vorbilder eher zum Tragen als das, was nach den Thesen möglich wäre. Dabei wäre gerade in meinem Bereich, der IT, wirklich einiges der Thesen umsetzbar, entsprechendem Willen vorausgesetzt...

Wolfgang Wilhelm

Jürgen Auer Jürgen Auer PremiumModerator

Hallo Herr Wilhelm,

Wolfgang Wilhelm schrieb:
> Es sind Thesen. Wie viele der Thesen sind bei welchen Unternehmen denn gelebte Wirklichkeit?

ich will mich natürlich nicht als Maßstab nehmen.

Aber als Schüler waren mir Selbständige nur in Form der Tätigkeiten

Arzt, Zahnarzt, Landwirt, Handwerker

bekannt. Da fehlte mir die Kompetenz, das Interesse - und ich sah die Notwendigkeit nicht unerheblicher Investitionen, also Eigenkapital, das ich bei mir nicht sah.

Die Variante nach dem Studium, sich mit unterschiedlichsten Jobs auf Rechnung zunächst über Wasser zu halten, dann permanent dazuzulernen und sich so weiterzuentwickeln, die hätte ich als Schüler noch gar nicht gesehen.

Auch von meinen Eltern kannte ich nur Abfolgen von Festanstellungen (inklusive Absicherung durch KV, RV, AV).

Irgendwann ums Studienende kam die Einsicht: Wenn ich einen Festjob habe und dann arbeitslos werde, dann schickt mich das Arbeitsamt möglicherweise irgendwo hin, wo ich nicht hin will. Also habe ich mich lieber selbständig gemacht.

Inzwischen sind übers Internet diverse Formen "freier Tätigkeiten" möglich geworden, so daß bsp. nun auch nicht grade kleine Firmen meine Dienstleistung auf der Basis einer Dauermiete nutzen.

Insofern greifen inzwischen diverse Firmen auf die Dienste von Selbständigen zurück. Der Satz

> eine selbstgewählte freiberufliche Tätigkeit dagegen mehr ein attraktiver Lebensstil als Bedrohung.

beschreibt sehr genau meinen eigenen Sinneswandel so zwischen 1993 - 1995.

Inzwischen ist eine Festanstellung einfach kein Thema mehr (außer, wenn ich meine jetzige Freiberuflichkeit in eine andere Rechtsform transferiere und Geschäftsführer meines Unternehmens werde).

Viele Grüße
Jürgen Auer