Kerstin Tenbrock Kerstin Tenbrock Moderator

Grundlage: Was ist Änderungsmanagement

Änderungsmanagement beschäftigt sich mit dem Verwalten neuer Funktionen oder Fehlerbehebungen. Diese müssen geplant werden, so dass alle Projektbeteiligten wissen, wann woran gearbeitet werden muss. Die Aufnahme aller „ToDos“ in ein Verwaltungssystem stellt sicher, dass nichts vergessen wird, oder dass unnötige Aufgaben erst gar nicht angefangen werden. Die Aufgabe eines solchen Managements ist prinzipiell die Verwaltung von Änderungen an ein Produkt. Die grundsätzlichen Anforderungen sind im Folgenden beschrieben: - Ein Anwender kann Change Requests (CRs) und Defect Reports (DRs) mit Hilfe von Dialogen erstellen und verwalten. Da der Umgang mit CRs und DRs prinzipiell gleich ist, wird nun der Begriff Ticket verwendet. Damit ist ein Eintrag über eine Programmieraufgabe in einem Änderungsmanagementsystem gemeint. - Über Filterfunktion sind Tickets schnell auffindbar und können übersichtlich betrachtet werden. - Ein Ticket kann einer Person zugewiesen werden, so dass diese die Verantwortung für die Lösung des Problems übernimmt. - Ein Ticket benötigt eine Statusverwaltung, in der festgehalten wird, ob es beantragt, zugewiesen, in Arbeit oder erledigt ist. In manchen Systemen kann durch den Status ein Workflow abgebildet werden, so dass auch ein Ticket auch zum Beispiel auch den Status (Für Review bereit / Getestet und für gut befunden / Getestet und durchgefallen) haben könnte und abhängig vom aktuellen Status nur bestimmte andere erreicht werden könnten. - Es können automatisierte Auswertungen erstellt werden, die zum Beispiel Aufschluss darüber geben, wie viele Aufgaben in einem bestimmten Zeitraum erledigt wurden.
Stephan Roth Stephan Roth PremiumModerator
Hallo, auch wir (Plath GmbH) verwenden für das Erfassen und Verwalten von Bugs (Fehlern) und Change-Requests ein Toolset, und zwar das Produkt Team-Track von SERENA. Bei uns ist dieses Tool integriert in eine Toollandschaft; so ist z.B. das Quellcode-Versionierungssystem vom gleichen Hersteller und es ist somit möglich auch nachzuvollziehen, welche Quellcode-Dateien zur Behebung eines Bugs aus dem Repository ausgecheckt, bearbeitet und wieder eingecheckt wurden - all diese Informationen erscheinen auch bei dem jeweiligen "Ticket". Derzeit sind wir dabei, ein weiteres Tool für das Requirements Engineering einzuführen. Das gerade abgeschlossene SPICE-Assessment hat diesem bei uns noch sehr jungen Prozess eine verhältnismäßig hohe Prozessreife attestiert. Der wesentliche Aspekt, der bei dem Thema Fehler- und Änderungsmanagement eine Rolle spielt, ist die Einhaltung des Prinzips DRY: Don't repeat yourself! Anstatt die Bugs und Change Requests in einem dokumentenbasierten Ansatz zu verwalten (z.B. Excel-Tabellen), die das natürliche Problem aufwerfen, dass sie sich "vervielfältigen" und somit irgendwann mehrere Versionen dieser Dokumente in der Organisation kursieren, deren Inhalte darüber hinaus auch auseinanderlaufen werden. Daher ist es m.M. nach unverzichtbar, diese Dinge in einer zentralen Datenbank zu verwalten, und nur diese Datenbank ist die einzige, gültige Quelle. Ich sehe allerdings einen signifikanten Unterschied zwischen Fehler- und Änderungsmanagement, und das sind die kommerziellen Aspekte. Im Gegensatz zu Fehlern, die auf Grund der Gewährleistungspflicht behoben werden müssen, können Änderungswünsche eines Kunden durchaus bemerkenswerte finanzielle Auswirkungen haben. Daher muss hier der Workflow im Tracking-System ein anderer sein, da hier eine Instanz (i.d.R. ein Claim Management) entscheiden muss: machen wir's umsonst (also: sehen wir diese Änderung noch als Bestandteil des Vertrags), oder muss der Kunde dafür bezahlen. MfG Stephan http://www.plath.de
Kerstin Tenbrock Kerstin Tenbrock Moderator
Hallo! Die Notwendigkeit evtl für den Kunden kostenpflichtige Änderungen zu bearbeiten, wird bei uns durch ein CRM System abgedeckt. Darin werden Antrag, Bedingungen, Genehmigung,Auftragserstellung und solche Dinge festgehalten. Sobald dann der Kunde dem Vertrag zugestimmt hat, werden die Änderungsinformationen automatisiert an das Änderungsmanagementsystem geschickt, mit dem Vermerk, dass es sich um eine kostenpflichtige Änderung handelt. MFG, Kerstin Tenbrock