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Heute startet die #npoblogparade zum Thema "Social Media für die Bürgergesellschaft"

Von heute an bis einschließlich Samstag können Sie sich inhaltlich an dieser neuen Blogparaden-Runde beteiligen. Ihre Meinung ist gefragt:

Welche Nutzungsmöglichkeiten sozialer Medien gibt es für die Bürgergesellschaft? Welche Herausforderungen und Stolpersteine sind damit verbunden? Welche Tipps können Praktiker, die Erfahrungen mit sozialen Medien haben, anderen NPOs weitergeben?

Die Blogparade wird von Centrum für Corporate Citizenship Deutschland (CCCD) in Berlin gehostet. Sie finden hier den Startartikel
http://www.cccdeutschland.org/de/blog/buergergesellschaft/einladung-zur-blogparade-social-media-fuer-die-buergergesellschaft-16-21-ap

Sie können über ein eigenes Blog, über die Kommentarfunktion im Startartikel des CCCD oder über einen Beitrag in diesem Forum an der #npoblogparade teilnehmen. Bitte kennzeichnen Sie einen Forumsbeitrag entsprechend ("Beitrag zur #npoblogparade"). Alle Beiträge sollen gesammelt und hinterher in einem eBook veröffentlicht werden (wer dies nicht möchte, sollte dies im eigenen Beitrag vermerken oder dem CCCD Bescheid geben).

Über den Twitter-Hashtag #npoblogparade können Sie sich über den Verlauf der Blogparade informieren. Auch wenn Sie nicht auf Twitter sind, können Sie dafür die Twitter-Suchfunktion nutzen und hier nach dem Schlagwort #npoblogparade suchen
http://search.twitter.com

Kommenden Montag (23.4.12) wird es zwischen 16 und 17 Uhr eine Diskussion auf Twitter zum Thema geben, unter dem Schlagwort #npochat . Auch diese Diskussion können Sie live über die Twitter-Suche verfolgen, falls Sie kein Twitter-Nutzer sind.

Machen Sie mit und bringen Sie Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen in die Blog-Parade ein!

Theresa Bauer Theresa Bauer Moderator

Soziale Netzwerke und soziale Verantwortung gehen oft nicht Hand in Hand

Ein kritischer Beitrag für die Blogparade "Social Media für die Bürgergesellschaft"

Die Nutzerzahlen sozialer Netzwerke nehmen rasant zu und auch immer mehr zivilgesellschaftliche Organisationen setzen Plattformen wie Facebook oder Twitter für ihre Zwecke ein. Soziale Medien bieten neue Möglichkeiten der interaktiven Kommunikation mit einer Reihe von Stakeholdern. Gemeinnützige Organisationen finden neue Wege, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln. Trotzdem sollte bei aller Euphorie nicht vergessen werden: Hinter sozialen Netzwerken stehen gewinnorientierte Unternehmen, die über ständig wachsenden Einfluss verfügen und ihrer Verantwortung der Gesellschaft gegenüber nicht immer ausreichend gerecht werden.

Problematisch ist etwa der mangelnde Schutz der Privatsphäre und der Datenschutz in sozialen Netzwerken. Die Nutzeroberflächen und Nutzereinstellungen sind oft so gestaltet, dass jeder, der auf den Plattformen aktiv ist, möglichst viel seiner Daten preisgibt. Unternehmen wie Facebook und co. haben in den letzten Jahren immer wieder im Bereich Datenschutz nachgebessert – aber meist erst aufgrund erheblichen öffentlichen Drucks. Die Versuche, möglichst viele Daten zu sammeln und zu nutzen, variieren, aber ein Ende dieser Versuche scheint nicht in Sicht. Wenn gemeinnützige Organisationen soziale Netzwerke nutzen, sollten sie sich also fragen: Sind wir nicht verpflichtet für den Schutz der Daten und der Privatsphäre unserer Mitglieder und Unterstützer zu sorgen? Können wir trotz erheblicher Mängel in diesem Bereich die Online-Plattformen für unsere Zwecke nutzen?

Es geht nicht darum, soziale Netzwerke zu verteufeln. Zu oft wurden Plattformen wie Twitter auch bereits für „gute Zwecke“ genutzt – etwa während der Aufstände der Arabellion. Und zugegeben - es ist zunehmend schwierig, die sozialen Netzwerke zu meiden. Man ist heute einfach online (die Verfasserin eingeschlossen). Aber gerade Organisationen der Zivilgesellschaft sollten sich fragen: Wenn die Betreiber dieser Netzwerke ihrer sozialen Verantwortung nur bedingt gerecht werden – kann ich diese Plattformen trotzdem für mein Anliegen nutzen und wenn ja, auf was sollte ich achten? Problembewusstsein ist gefragt. Der Druck auf die Betreiber sozialer Netzwerke sollte etwa erhöht werden, nicht nur von Seiten der Politik (das geschieht zunehmend). Auch die Organisationen der Zivilgesellschaft können sich dafür stark machen, dass sich etwas ändert. Angefangen bei problematischen Aspekte wie mangelndem Datenschutz, bis zu etwa zu ökologischen Fragen – wie etwa der Nutzung erneuerbarer Energien in den Rechenzentren der sozialen Netzwerkbetreiber.

http://www.cccdeutschland.org/de/trackback/619.

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Re: Soziale Netzwerke und soziale Verantwortung gehen oft nicht Hand in Hand

Vielen Dank für Ihren interessanten Beitrag!

Tatsächlich sind die kommerziellen sozialen Netzwerke sehr ambivalent: einerseits ein Tool für den Aufbau von sozialem Kapital, andererseits - wie Sie schreiben - gewinnorientierte Unternehmen, die an den persönlichen Daten der Nutzer orientiert sind. Eine kritische Abwägung, ob, inwieweit und wo man sich als Einrichtung einbringen möchte, ist sicher notwendig. Ihre Forderung, dass zivilgesellschaftliche Organisationen stärker auf bürgerfreundliche Angebote drängen und sich netzpolitisch stärker engagieren sollten, kann ich nur unterstreichen.

Alexandra Härtel Alexandra Härtel

Danke dafür, dass Sie die Debatte um das netzpolitische Bewusstsein zivilgesellschaftlicher Organisationen hier eröffnet haben.
Heute ist in der Süddeutschen Zeitung ein spannender Artikel von Felix Stalder erschienen (http://bit.ly/J68Mpw), in dem er sich mit der zentralisierten Infrastruktur im Netz, für die Facebook, Google, Apple, Twitter u.a. Plattformen stehen, versus "soziale Ökonomie" auseinandersetzt. Letztere "unterscheidet sich von einer kommerziellen Ökonomie dadurch, dass Geldflüsse eingebettet sind in komplexe soziale Austauschbeziehungen". Als Beispiel nennt er Wikipedia, eine kulturelle Gemeinschaft, die "auf kontinuierlicher, offener Kommunikation vieler mit vielen beruht", während die kommerziell orientierten Anbieter „klare Hierarchien zwischen Betreiber und Nutzer“ aufrecht erhalten.

In zwei Werkstattgesprächen zum Thema "Social Media für die Bürgergesellschaft", die das CCCD bisher durchgeführt hat, wurde deutlich, dass Organisationen, die noch keine Social Media Anwendungen nutzen, verunsichert sind, wie sie mit der Situation umgehen sollen, auf der einen Seite einen Druck, insbesondere durch jüngere Beteiligte, wahrzunehmen, sich ins Social Web und dort dann in erster Linie auf Facebook zu begeben, und auf der anderen Seite eine große Unsicherheit bis hin zu Misstrauen zu spüren gegenüber den Plattformen, die in aller Munde sind und dort nicht nur gut besprochen werden. An dieser Stelle gibt es Informationsbedarf, der wenn dann häufig jedoch mit Hinweisen auf die "richtigen" Einstellung zum "Schutz der Privatssphäre" bedient wird. Tatsächlich muss ein Bewusstsein für die Strukturen einer Plattform und die damit gesetzten Ziele, häufig, wie Stadler schreibt, "die Aktivitäten der Nutzer so zu organisieren, dass sie Produkte herstellen, mit denen die Eigentümer dieser Räume Handel betreiben und deren Mehrwert sie sich aneignen können", geschaffen werden. (Interessant in diesem Kontext auch die Bemerkung eines Journalisten auf dradio vor kurzem: Noch geht es Facebook gut, aber wie geht das Unternehmen mit den persönlichen Daten um, wenn es finanziell schlechter geht?)

Ich stimme zu, dass sich zivilgesellschaftliche Organisationen intensiver mit den Nachteilen kommerziell betriebener Plattformen auseinander setzen und sich für Veränderungen einsetzen sollten.
Erwähnt sei an dieser Stelle jedoch auch, dass es z.B. mit DIASPORA* seit 2010 eine Community gibt, die ein Social-Network Model unterstützt, das sich dadurch auszeichnet, dass es keinen zentralen Betreiber gibt, das sich im Prinzip in der Hand der Nutzer befindet - mit weltweit, von Nutzern betriebenen Webservern, die zusammenarbeiten (können). Hier dürfen Pseudonyme ausdrücklich genutzt werden und die Rechte an den eigenen Daten liegen ausschließlich beim Nutzer selbst. Finanziert wird Diaspora bisher aus Spenden. (Quelle: Wikipedia http://bit.ly/IVFxGW) Diese Alternative und ihre Funktionsweise ist leider bisher wenig bekannt. Zivilgesellschaftliche Organisationen könnten durch die Unterstützung solcher Projekte die Entwicklung und Stärkung von Alternativen zu kommerziellen Anbietern mit vorantreiben.

Alexandra Härtel Alexandra Härtel

Alle Beiträge zur NPO-Blogparade in einer Publikation! Re: Heute startet die #npoblogparade zum Thema "Social Media für die...

In der Publikation "Social Media für die Bürgergesellschaft" hat das CCCD die Ergebnisse der NPO-Blogparade zusammengetragen, die im April 2012 unter gleichnamigem Titel stattfand. 13 Blogger/innen haben sich an der Diskussion um die Möglichkeiten und Herausforderungen, die mit Social Media für engagierte Bürger/innen und zivilgesellschaftliche Organisationen einhergehen, mit einem Blogbeitrag beteiligt.
Außerdem berichten Serge Embacher, Alexandra Härtel und Sophie Scholz über Diskussionsveranstaltungen zum Thema, die sie von November 2011 bis April 2012, gefördert von der Robert Bosch Stiftung, in Hamburg, Bonn, Stuttgart, Halle und Leipzig durchgeführt haben.

Die Publikation steht hier als Download zur Verfügung: http://www.cccdeutschland.org/de/npoblogparade