Ricarda Kulcsar Ricarda Kulcsar Moderator

KFZ (deutsch) Anmeldung in Wien - Frage

Kann mir jemand sagen oder einen Tipp geben - wie & wo man ein Auto mit deutschem Kenntzeichen in Wien anmelden muss - wie lange hat man Zeit es hier anzumelden, nachdem man sich hier als Bewohner angemeldet hat - wie lange kann man in Wien mit dem deutschen Kenntzeichen fahren (wenn man schon in Dland abgemeldet ist) Danke sehr!
Johann Grabner Johann Grabner
Ricarda Kulcsar schrieb:
>Kann mir jemand sagen oder einen Tipp geben >- wie & wo man ein Auto mit deutschem Kenntzeichen in Wien anmelden >muss
technisch gesehen ist das ein Import. Da das KFZ gebraucht sein wird (EU-gebraucht heisst: älter als 6 Monate ab Erstzulassung UND mehr als 6.000 km), ist keine MwST zu zahlen. NoVA (Normverbrauchsabgabe) aber sehr wohl. Die Zulassung: hat das Fahrzeug eine EU-Zulassung (COC-Papier vorhanden?), dann muß der hiesige Importeur bemüht werden, die Fahrgestellnummer in die Zulassungsdatenbank einzutragen. Bei Mercedes-Benz ist das zB der Generalimporteur gleichen Namens am Ring nähe Schwarzenbergplatz, da geht man mit dem KFZ-Brief hin, und nach ca. 1 Woche und 150€ in Bar kann man die Bescheinigung über die Eintragung abholen. Für jeden großen Hersteller gibt es einen Importeur, musst Du suchen. Sollte sich die Firma blöd stellen, dann kann im Ersatzfall auch das Amt der Landesregierung die Eintragung vornehmen, da muss man dann weitersuchen welche Stelle das in Wien ist. Ist aber Ausnahmefall, die Importeure lassen sich das ja gut bezahlen. Ist es ein älteres Fahrzeug ohne COC-Papier, dann wird es komplizierter, dann bitte nochmal nachfragen, den Fall hatte ich zuletzt vor vielen vielen Jahren. Kann theoretisch bei einer alten Schüssel auch in einer Verweigerung der Zulassung enden, aber das ist dann schon ein richtiger Oldtimer. Wäre das Fahrzeug EU-neu, dann wäre jetzt der Zeitpunkt gekommen, zum Wohnsitzfinanzamt zu gehen und dort MwSt zu zahlen. Wird wie gesagt nicht der Fall sein. Der Weg zum Finanzamt bleibt aber trotzdem nicht erspart, denn die NoVA ist immer zu zahlen. Am besten vorher schon das Formular saugen: http://formulare.bmf.gv.at/service/formulare/inter-Steuern/pdfd/9999/NOVA2.pdf und ausfüllen. Die Anleitung zur Ausfüllung befindet sich auch auf dem .pdf, hinten Seiten 3 und 4. Bei der Wertbestimmung würde ich die Eurotax-Liste am unteren Ende für den Warenwert ansetzen. Ich führe immer nur frisch gekaufte Autos ein, da ist der Wert aus dem Kaufvertrag anzugeben - soferne der plausibel ist, darf der auch niedriger als der Eurotax-Wert sein. Nimm' einfach einen so niedrig plausiblen Wert wie möglich. Wenn die beim FA den nicht glauben, dann ist das schlimmste was passieren kann, daß die den Wert etwas höher rechnen. Die NoVA kann bei einem Wegzug wieder rückvergütet werden, abzüglich verbrauchtem Zeitwert. Wer also nur kurz in Österreich aufhältig ist, der bekommt beim Umzug zurück nach Deutschland fast die ganze NoVA wieder zurück. Nach der Freigabe durch das Finanzamt kann das KFZ bei einer Versicherung Deiner Wahl zugelassen werden. Die Zulassung ist in Österreich privatisiert, d.h. die Versicherungen machen das. Ich empfehle http://www.zurich-connect.at/ , aber es gibt natürlich zig andere Versicherer. Die Versicherung macht alles in einem Aufwasch inkl. der Ausfolgung der Schilder. Diese Prozedur dauert nur wenige Minuten, wenn man sich etwa über http://www.zurich-connect.at/ vorangemeldet hat. Sofern das Fahrzeug nicht mehr als 200kw hat - was meines natürlich hat und eine Spezialgenehmigung vom Chef gebraucht hat, aber selbst dann ging es zügig. Man kann sich auch für einige hundert € Schilder individuell beschriften lassen, geht irgendwie, habe ich auch noch nie gemacht, verzögert die Sache. Zusammgenfasst sind es für ein Gebrauchtfahrzeug mit COC-Papier also drei grobe Schritte: * beim Importeur der Marke in die Genehmigungsdatenbank eintragen lassen und dafür 100€ aufwärts zu zahlen * beim Wohnsitzfinanzamt den Eigenimport anmelden und die NoVA zahlen * bei einer Versicherung Deiner Wahl zulassen
>- wie lange hat man Zeit es hier anzumelden, nachdem man sich hier >als Bewohner angemeldet hat
ein, max. zwei Monate:
>§82/8 KFG Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen, die von Personen mit dem Hauptwohnsitz oder Sitz im >Inland in das Bundesgebiet eingebracht oder in diesem verwendet werden, sind bis zum Gegenbeweis als >Fahrzeug mit dem dauernden Standort im Inland anzusehen. Die Verwendung solcher Fahrzeuge ohne >Zulassung gemäß § 37 ist nur während eines Monats ab der Einbringung in das Bundesgebiet zulässig. Nach >Ablauf dieser Frist sind der Zulassungsschein und die Kennzeichentafeln der Behörde, in deren örtlichem >Wirkungsbereich sich das Fahrzeug befindet, abzuliefern. Wenn glaubhaft gemacht wird, dass innerhalb dieses >Monats die inländische Zulassung nicht vorgenommen werden konnte, darf das Fahrzeug ein weiteres Monat >verwendet werden.
>- wie lange kann man in Wien mit dem deutschen Kenntzeichen fahren >(wenn man schon in Dland abgemeldet ist)
es kommt auf den Lebensmittelpunkt an, d.h. selbst ein Deutscher mit Hauptwohnsitz in Deutschland kann nach dem KFG dazu verpflichtet sein, das Fahrzeug in Ö zuzulassen, wenn er seinen Lebensmittelpunkt in Österreich hat. Ist natürlich schwer nachzuweisen, aber wenn man keinen Wohnsitz in D mehr hat, dann wird es schwierig, den Gegenbeweis anzutreten, daher auch hier die Antwort: ein Monat, maximal 2, wenn man nachweisen kann, daß man es im ersten Monat nicht geschafft hat, umzumelden. Ich kenne aber auch Deutsche, die mit den D-Schildern hier auch ein Jahr und länger rumgefahren sind. Ist ja in einer Touristenstadt wie Wien nicht ungewöhnlich. Aber wegen der Abgabenverkürzung (NoVA) kann das im Ernstfall ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung nach sich ziehen. Zum nachlesen: http://www.oeamtc.at/a1098241/
Jockel Weichert Jockel Weichert PremiumModerator
... jede(r) deutsche(r), lebend in österreich (und die mehrheit der mitglieder dieser gruppe werden wohl solche sein), kann ohne weiteres der piefke connection beitreten... und lesen bzw. auch schreiben! ;-)