Games, Gamers und Gamedevelopers

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Mensajes 1-10 de 29
  • Gerry Streberg
    Gerry Streberg    Usuario Premium
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    ... also das Fell sieht wirklich echt aus. Und das Wasser erst. Aber was ist mit der Story?
    „ ... oder,
    Die Videospiel Branche aus der Perspektive eines Drehbuchautors

    Anmerkung: Ich weiß, der Text ist ein ziemliches Brett, aber ich denke, es lohnt sich das Thema mal anzusprechen.



    Also, ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich freue mich wie Bolle auf Wall-E, dem neuen Pixar Film. Die Manschaft um John Lasseter versöhnt mich jedes Mal aufs Neue mit der Welt und sorgt regelmäßig dafür, dass ich mit einem breiten, leicht debilem Grinsen aus dem dunklen Kinosaal ins helle Licht des Kino-Foyers stolpere.

    Während die Macher von SHREK ihre Komik aus teilweise derben Humor und unzähligen Film- und Popkultur Zitate ziehen, (die in ein paar Jahren eh keiner mehr versteht, weil die Referenzen fehlen) baut Pixar auf durchaus ernste, zeitlose Geschichten die sie vor einem lustigen Hintergrund präsentieren.

    Nehmen wir beispielsweise DIE UNGLAUBLICHEN: Geht es hier wirklich nur um eine Super-Familie, die gar nicht so super ist? Nicht ausschließlich. Jede einzelne Figur spiegelt mit ihrer speziellen Super Fähigkeit gleichzeitig auch deren größtes Dilemma wieder: Der Vater, super stark und hilfsbereit, wird quasi „entmannt“ als er für eine Versicherung arbeiten muss, die offenbar ihren Klienten überhaupt nicht helfen will. Die Mutter kann sich noch so dehnen und strecken, trotzdem schafft sie es nicht ihre Familie in den Griff zu bekommen. Die pubertierende Tochter, sie kann sich unsichtbar machen, hält sich selber für nicht beachtenswert. Der Sohn ist ein hyperaktiver, super schneller kleiner Derwisch, der ständig nur für Chaos sorgt. Bei DIE UNGLAUBLICHEN geht es um eine Familie, die den Kontakt untereinander verloren hat und nun einen Weg finden muss als Familie wieder zusammen zu wachsen.
    DAS ist es, was uns an dieser Geschichte fesselt, das menschliche Drama und nicht die Spezialeffekte. Die setze ich bei einem Film über Superhelden ganz einfach voraus.

    Oder NEMO. Sicher sind die Unterwasserlandschaften schön anzusehen, aber der Stoff hätte auch als brasilianischer Low Budget Film funktioniert. Warum? Weil jeder von schon einmal die Angst gespürt hat, wenn das eigene Kind, oder das, auf das man hätte aufpassen sollen, plötzlich verschwunden ist.
    Würde SHREK auch so gut in der realen Welt funktionieren? Ich bezweifle das.

    Aber auf was will ich eigentlich hinaus?
    Warum erzähle ich das hier, in einem Video Game Development Forum?

    Ganz einfach, der Computer animierte Film hat inzwischen eine derart breite Akzeptanz und Qualität erreicht, dass eine tolle Grafik allein nicht mehr ausreicht um den Zuschauer zu fesseln. Nur sorgfältig erzählte Geschichten lassen einen Film wie Nemo aus der Masse heraus ragen. Tolle Grafik sorgt heutzutage allenfalls für ein gleichgültiges Schulterzucken, mehr aber auch nicht.

    Ich finde, das Gleiche gilt (wenigstens teilweise) auch für die Videospiel Branche.

    Bei Videospielen mag man den Spieler durch tolle Grafik und einem ansprechendem Gameplay ein wenig länger täuschen, aber wenn die Story nicht stimmt, wird irgendwann auch die tollste Grafik langweilig.
    Und dann liest man z.B. bei Amazon: „Die Geschichte des Spieles ist nicht sonderlich originell", oder, "Die Story ist schnell erzählt!“
    Und das ist noch eine der höflicheren Umschreibungen. Bei einer Kunden Rezension für einen aktuellen Ego Shooter meinte ein Kunde sogar, dass man das Geld, welches man für die zweifelsfrei tolle Grafik ausgegeben hat, wenigstens Teilweise in eine bessere Handlung hätte stecken sollen.

    Muss das sein?
    Ich meine, gibt sich die Videospiel Branche tatsächlich damit zufrieden nur eine tolle, bunte Verpackung zu produzieren, die aber viel zu oft über keinen, oder nur wenig Inhalt verfügt? Von einer „Botschaft“ mal ganz abgesehen.

    Vielleicht ist das ja so.
    Ich bin kein Insider. Als Drehbuchautor UND multi Plattform Zocker, fände ich es jedoch mehr als bedauerlich, wenn Videospiele nur auf die Grafik Ebene reduziert werden . Für mich wäre das so, als wenn ich einen Ferrari fahren würde, der aber nur einen Käfer Motor unter der Haube hat.

    Aber bitte nicht falsch verstehen. Ich habe nichts gegen eine tolle Grafik. Je mehr desto besser. Ich kann mich noch daran erinnern, wie verzückt ich war, als ich mit offenem Mund die Landschaft in FAR CRY bewundert habe. Ich war auf einer einsamen Insel!
    Aber trotzdem bin ich der Meinung, dass es schlicht und ergreifend unfair ist, den Erfolg eines Spieles NUR an den Fähigkeiten der Grafikabteilung fest zu machen. Wie deprimierend muss es für einen 3D Artist sein, wenn die Mühe und das Herzblut, das er monatelang in eine Projekt gesteckt hat, nicht ausreichend gewürdigt wird, indem die Verkaufszahlen weit hinter den Erwartungen zurück bleiben.

    Mit glänzenden Augen erinnere ich mich an SECOND SIGHT (Free Radical). Das war ein Spiel, das von Anfang bis Ende gefesselt hat. Die Grafik war okay, Durchschnitt eben, aber die Handlung war der Hammer. Der Twist am Ende hat mich wirklich „nackend unter der Dusche erwischt“, wie man so schön sagt.

    Sicher, extra einen Storydevelopment Abteilung einzurichten, ist natürlich auch eine Kostenfrage und hängt zweifelsfrei auch von der Größe des Projektes, bzw. des zur Verfügung stehendem Budgets ab. Und ganz klar, nicht jedes Spiel braucht gleich eine tiefgründige, oder epische Handlung. Viele Spiele kommen sogar mit einem Minimum an Story aus, auch das sehen ich ein. Aber manchmal geht es vielleicht einfach nur darum die Dialoge zu „polieren“. Projektbezogen natürlich. Kann doch nicht schaden, oder? Und wer weiß, was sich dann daraus ergibt?

    Vor einiger Zeit hat mir ein Vorstandsmitglied des VDD (Verband Deutscher Drehbuchautoren) erzählt, dass es tatsächlich Bemühungen gab, beide Branchen an einem Tisch zu bringen. Für mich ein durchaus logischer Prozess. Die einen wollen große Geschichten erzählen, die anderen können große Geschichten erzählen. Punkt.
    Wo liegt also das Problem?
    Das Ganze lief dann ab, wie beim ersten Tanztee. Man fand sich zwar gegenseitig irgendwie interessant, aber das Tanzbein hat man dann doch nur untereinander geschwungen.

    Warum, frage ich mich also, gibt es zwischen unseren Branchen derartige Berührungsängste?
    Ist das vielleicht ein rein deutsches Problem?

    Ich habe mal im Net recherchiert und hatte den Eindruck, dass in den USA, England, aber auch in Frankreich und Skandinavien es durchaus üblich ist einen (oder mehrere) Autoren für eine Produktion mit ins Boot zu holen.

    Aus der Sicht des Drehbuchautors kann ich sagen, dass es meinem Berufsstand gerade in der heutigen Zeit relativ egal ist, für wen man arbeitet. Wir sind flexibel. Hauptsache er, oder sie, kann eine gute Geschichte erzählen. Gut, eine gewisse Affinität zum Medium kann dabei sicher nicht schaden.
    Ich schreibe zum Bespiel im Moment hauptsächlich Hörspiele für Erwachsene. Das liegt mir und ich genieße die schier unendliche kreative Freiheit die mir dieses Medium gibt.

    Wenn sich morgen eine Fernsehproduktion bei mir melden würde, die beispielsweise ein neues Sketchformat fürs TV auf die Beine stellen möchte, würde ich natürlich auch diesen Auftrag annehmen. Das Gleiche gilt auch für eine Videospiel Produktion. Die Ansprüche und die Herangehensweise wären sicher anders und ich müsste meine Arbeitsweise anpassen, aber genau das macht für mich den Reiz aus.

    Noch mal: mir ist ganz klar, dass man in diesem unserem Lande auch mit Videospielen nicht wirklich reich werden kann (das gilt übrigens auch für Hörspiele). Aber darum geht es mir im Moment nicht.

    Im Moment interessiert mich wirklich, warum es zwischen der Videospiel Branche und den Drehbuchautoren scheinbar so große Berührungsängste gibt und wie man das ändern kann?

    Als Videospiel Entwickler sollte ich mir doch folgende Frage stellen: Kann ein Drehbuchautor dazu beitragen, dass der Mehrwert meines Produktes durch bessere Dialoge, ausgefeiltere Charaktere und allgemein mehr Spieltiefe, gesteigert wird?

    Wenn die Antwort „nein“ lautet - alles Gute, auch beruflich.
    Sollte die Antwort jedoch „ja“ lauten, wisst ihr ja, wo ihr mich findet.

    Vielen Dank für eure Geduld.

    mit freundlichem Gruß

    Gerry "hankhawk" Streberg
    Este mensaje fue modificado el 09/04/2008 a las 19:14.
  • Daniel Pharos
    Daniel Pharos    Usuario Premium   Moderador de grupo
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    Re: ... also das Fell sieht wirklich echt aus. Und das Wasser erst. Aber was ist mit der Story?
    Hi,

    ich könnte nicht deutlicher zustimmen. Als Gamer seit den 80igern bin ich oft Inhalt-fixiert und lass mich von schöner Optik allein nicht foppen. Das Medium "Buch" hat ja die mieseste Optik überhaupt (schwarz weiß und nur Text) und haut doch oft mehr rein als jeder Film.

    Ich find's eigentlich schade dass vor lauter Verpackung bei dem einen oder anderen Spiel oftmals nix dahintersteckt.

    - Daniel
  • Michael Erlwein
    Michael Erlwein    Usuario Premium   Moderador de grupo
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    Re^2: ... also das Fell sieht wirklich echt aus. Und das Wasser erst. Aber was ist mit der Story?
    Anmerkung: da ich ja an einem Spiel aktiv teilnehme, bremsen mich teilweise die Zwischensequenzen, die ja erheblich zum Erzählen und Gestalten einer Story beitragen, aus. Ich verwehre mich nicht gegen eine gute Story. Prima, her damit. Aber ob ich genetisch mutierte Aliens im Auftrag des CIA oder vom Himmel gefallene Zombies im Auftrag des BKA killen muss, ist dann wieder egal - aufs Killen kommt es an. Story bei Die Sims? Keine! Story bei Autorennen? Nicht wirklich wichtig. Story beim Shooter? Ok, aber kein Muss. Story beim Adventure? Dringend notwendig, aber oft ja auchtatsächlich schon Bestandteil.

    Ok, nur damit mal die "andere Seite" auch einen Punkt macht. :-)
    Nicht falsch verstehen: Story ist ok, aber nicht so wichtig wie bei einem Film, denn dort will ich unterhalten werden. Beim Spiel kann ich das auch selbst gestalten und unter Umständen sogar die Story "vernichten" indem ich mich anders verhalte. Ist also auch schwieriger zu integrieren.

    Im Forum Gamesköpfe habe ich vor einigen Tagen danach gefragt, ob man Neuauflagen der alten Spiele braucht. Also der Spiele, denen viele hinterher weinen. War auch kein Bedarf, obwohl die doch noch mehr Story und weniger Grafik hatten.

    Und fällt mir grade ein: Assassin’s Creed erzählt die Story in Spielgrafik. Also keine Bremser drin. Ich kann mich sogar noch bewegen, während die Sequenz abläuft. Eigentlich eine recht gute Lösung z. B.!
    Este mensaje fue modificado el 15/04/2008 a las 15:31.
  • Achim Lübbeke
    Achim Lübbeke
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    Re^3: ... also das Fell sieht wirklich echt aus. Und das Wasser erst. Aber was ist mit der Story?
    "Und fällt mir grade ein: Assassin’s Creed erzählt die Story in Spielgrafik. Also keine Bremser drin. Ich kann mich sogar noch bewegen, während die Sequenz abläuft. Eigentlich eine recht gute Lösung z. B.!"

    Ich wolte schon sagen: Story heißt nicht gleich Zwischensequenzen.
    Half-Life (und das ist nur ein Spiel unter unzähligen, die das so handhaben) hat auch keine einzige Zwischensequenz (die das Spiel unterbricht) und ist voller Story.
    Und dass in Sims keine Story ist, kann ich nicht glauben - es wird lediglich so sein, dass sie das Setting so gestaltet haben, dass es nicht auffällt.

    Ein entscheidender Teil der Story wird im Spiel über das Leveldesign erzählt - und das ist überhaupt nicht egal für den Spielspaß. Man könnte auch sagen, über das Leveldesign wird die Story inszeniert. (Keine Zwischensequenzen, keine Dialoge, keine Schrifttafeln heißt nicht, es gäbe keine Story!)
  • Michael Erlwein
    Michael Erlwein    Usuario Premium   Moderador de grupo
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    Re^4: ... also das Fell sieht wirklich echt aus. Und das Wasser erst. Aber was ist mit der Story?
    Beispiel 1: ich! 41, seit ewigen Zeiten in der Games-Branche. Jung geblieben, halbwegs intelligent, einem guten Film nicht abgeneigt, kann durchaus mitfiebern bei einer spannenden Geschichte.

    Bei Spielen hingegen, kann ich mich an keine Story wirklich erinnern. Bei Sims mache ich sie ja selbst - die Story - durch "mein Leben". Ich weiß sehr wohl, dass ich bei Gears of War die Aliens (waren es Aliens?) lieben gelernt habe und ich mich immer weiter durch den Widerstand gekämpft habe. Aber das wirklich "geile" am Spiel waren die Schießereien. An die erinnere ich mich. Wie ich mittendrin war. War das Story? Jein, würde ich zumindest nicht unter Story verstehen. Bitte keine Philosophie nun!
    Assassin’s Creed ist extrem schön aufgebaut. Eine Verschwörung etc. – genial ist aber hier mehr die frei zu erkundende Umgebung, die Grafik, das Kämpfen. Half-Life 2 mit den Einlagen in Spielgrafik. Aber ob die Story nun dicht war oder nicht – wie sie präsentiert wurde war das Tolle.

    Beispiel 2: der gemeine Gamer, wie ich ihn 1.000 mal als Leser gehört und auch gesehen habe. Dem ist das so was von egal, warum er killt! Auch wenn jetzt viele buhen. Ich übertreibe auch bewusst. Aber nehme an, dass in der Budget-Planung nicht zu unrecht zuerst das Geld für die Engine (also Technik) ausgegeben wird. „Boah fliegt der Schädel da geil weg“ ist sicher öfter zu hören als „Ich war von der Story so fasziniert“. (Nebenbei auch ein Gruß an den Ersteller des Thread: Saw, Hostel, Wrong Turn etc. – fast ein Boom von Filmen ohne Story bzw. mit Schwerpunkt auf andere Elemente als die Story).

    Story bei Games bitte gerne, her damit. Aber sie scheint kein extrem wichtiges Element zu sein. Natürlich sollte ein Rollenspiel eine Story haben, ist ja ganz logisch. Und wenn sie vor Ungereimtheiten und Blödsinn strotzt macht es auch keinen Sinn. Aber ob sie gleich zum Bestseller-Buch gereichen muss, das bezweifle ich. Ich sage nicht, dass es richtig ist. Versuche nur auch zu sehen, warum es oft so ist.
  • Gerry Streberg
    Gerry Streberg    Usuario Premium
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    Re^4: ... also das Fell sieht wirklich echt aus. Und das Wasser erst. Aber was ist mit der Story?
    Sehr schöne Beispiele!!!

    Natürlich, HALF LIFE und ASSASINS CREED sind gerade zu Paradebeispiel dafür wie man eine gute Story elegant in ein Spiel integrieren kann, ohne dass der Spielfluss darunter leidet oder man davon erdrückt wird.
    Jeder der METAL GEAR SOLID 2: Sons of Liberty, gespielt hat, weiß was ich meine. Das war meiner Meinung nach zu viel des Guten.

    Ich persönlich mag auch Cut Scenes. Gegenüber den obigen Beispielen greifen Cut Scenes natürlich direkt auf Film Ästhetik zurück und sorgen so für ein stimmige Spielerfahrung.
    Auch schön.
    Bei Call of Duty 4 war ich froh zum Bespiel heilfroh, dass es zwischendurch ein paar Verschnaufer gab in denen ich meine Finger ausschütteln konnte. Und auch hier haben die Entwickler es wunderbar verstanden, einen Shooter mit einer ansprechenden Handlung voran zu treiben, ohne dass es überladen wirkt. Nehmen wir die Cut Szenen raus, haben wir zwar immer noch einen tollen Shooter, aber etwas würde fehlen. Mir jedenfalls.
    Aber das macht vielleicht auch den Reiz an dem Medium aus. Die einen, die nur spielen wollen, können das tun in dem sie die Spiel Szenen überspringen, die anderen schauen sich diese Szenen an und ziehen sich so noch ein bisschen mehr aus dem Spiel.
    Und alle sind glücklich.

    Wie in meiner ursprünglichen Post schon erwähnt, die einen brauchen mehr Story, die anderen weniger, aber ganz ohne Story, geht es nicht. Ich will jetzt hier nicht Klugscheißen, aber selbst SPACE INVADERS hatte eine Handlung: Rette die Welt vor Aliens!

    Was die SIMS angeht: Habe mich nie wirklich für diese Art von Simulation interessiert, aber geht es nicht gerade bei den SIMS auch darum seine eigenen Geschichten zu kreieren?
    Ich simuliere doch die Realität und lasse darin die unterschiedlichste Figuren aufeinander los, oder?
    DAS ist natürlich auch besonders geschickt. Lass den Spieler doch selber Einfluss auf die Handlung nehmen. Funktioniert auch.

    Ich würde die Gelegenheit trotzdem nutzen und euch, die Insider, noch einmal mit meinem eigentlichem Anliegen zu behelligen, denn ich glaube wir sind uns ja schon alle einig, dass eine gute Story, passende Dialoge, schön skizzierte Charaktere einem Spiel nicht schaden könnte.

    Warum, so frage ich mich immer noch, gibt es zwischen den Branchen Drehbuch und Videospiel Development immer noch solche Annäherungsprobleme?

    Das ist jedenfalls meine subjektive Einschätzung. Vielleicht seht ihr das ja ganz anders.


    Bin weiterhin gespannt.
  • Michael Erlwein
    Michael Erlwein    Usuario Premium   Moderador de grupo
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    Re^5: ... also das Fell sieht wirklich echt aus. Und das Wasser erst. Aber was ist mit der Story?
    Weil es keiner braucht letztendlich. So wollte ich mein letztes Posting eben verstanden haben.

    EA holt sich dann schon mal einen Vietnam Veteranen oder dann halt einen Drehbuchautor als Spezialisten. Aber das sind Einzelfälle. Was gibt es denn für Spiele und für wieviele davon braucht man wirklich eine Story - also ein Drehbuch? Meistens kann die auch die Dame von der Post schnell schreiben. ;-)
    So dass irgendwann Film-Drehbuchautoren zu Gamesfirmen wechseln, soweit wird es noch lange nicht kommen. Wie gesagt: das Publikum fragt letzten Endes zu wenig danach, das Budget geht für Technik drauf.

    Und was soll denn eigentlich passieren? Wie soll eine Annäherung aussehen? Film und Gamesbranche, das ist natürlich eher etwas. Da kann man sich austauschen. Ich weiß nicht wie das bei der "Drehbuch-Autoren-Branche" aussehen sollte? Wenn jemand ein Drehbuch braucht, dann besorgt er sich eines? Und wo? Naja, bei dem, der Drehbücher schreibt. Da sehe ich jetzt nicht den großen Austausch?

    Vermutlich verstehe ich das aber auch falsch im Moment? :-(
    Este mensaje fue modificado el 16/04/2008 a las 22:51.
  • Gerry Streberg
    Gerry Streberg    Usuario Premium
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    Re^5: ... also das Fell sieht wirklich echt aus. Und das Wasser erst. Aber was ist mit der Story?
    Michael, ich gebe dir in JEDEM deiner Punkte recht. Absolut.

    Auch ich will kein Ingmar Bergmann Spiel zocken. Gott bewahre.
    Und auch ich freue mich schon auf die Mulit Player Orgien die mich und meine Kumpels bei GTA4 erwarten, aber genauso freue ich mich darauf, was mich Story mäßig im Einzelspieler Modus erwartet.

    Sicher, die Gewichtung der Story bei Videospielen liegt ganz anders als beim Film, das ist steht doch außer Frage, aber gerade bei deinem Beispiel, Gears of War, war die Handlung allgegenwärtig und hat das Bild abgerundet. Hat dem Spiel mehr Spieltiefe gegeben. Ich bin mir sicher, du siehst das genau so.

    Wenn du jetzt sagst, dass du dich an keine nennenswerte Handlung bei Videospielen erinnern kannst, dann liegt das vielleicht auch daran, dass du und ich, die wir gute Storys im Film und TV zu würdigen wissen, schon die meisten Action Szenarios gesehen haben. Wir sind einfach zu konditioniert.
    Ich meine, FAR CRY ist DIE HARD auf einer Insel, oder?
    DOOM ist Aliens.
    Resident Evil ist NIGHT OF THE LIVING DEAD.

    Und das ist ja das coole An Videospielen. Endlich kann ich am eigenen Leib spüren, wie es sich anfühlt, von Zombies verfolgt zu werden. Oder wie es ist, allein gegen einer Horde Terroristen zu kämpfen.

    Aber gerade WEIL ich Die Hard kenne und liebe, funktioniert Far Cry für mich noch ein klitzekleines bisschen besser.

    Michael, ich glaube, was du sagen willst, ist: Story bei Videospielen - schön und gut, aber man sollte es nicht überbewerten.
    Sehe ich das richtig?
    Und auch dagegen ist nichts einzuwenden. Ganz ehrlich.
    Ich will hier auch gar nichts überbewerten. Trotzdem fände ich es schade, wenn unsere Branchen in Zukunft nicht zueinander finden würden. Denn, ganz ehrlich gesagt, ohne die Vorarbeit meiner Kollegen, würde den Entwicklern so manche Inspiration fehlen.
    UND ANDERS HERUM GENAU SO!!
    Ich sage nur MATRIX.
  • Gerry Streberg
    Gerry Streberg    Usuario Premium
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    Re^6: ... also das Fell sieht wirklich echt aus. Und das Wasser erst. Aber was ist mit der Story?
    Wie gesagt, es geht ja nicht immer gleich darum ein komplettes Skript für ein Spiel zu erstellen. Aber vielleicht braucht mal ein Entwicklungshaus mal jemanden, der mal über den Dialog oder die vorhandene Story drüber schaut? Und da wäre es doch toll, wenn man auch hier auf Profis zurück greifen könnte. und eben nicht auf die Frau von der Post?
    Ich lasse meinen Wagen jedenfalls lieber von einem gelernten Mechanikern reparieren als von meinem Schwager. Der hat davon nämlich keine Ahnung (auch wenn er stets das Gegenteil behauptet).

    Nein, zu Gamesfrimen will ich gar nicht komplett wechseln. Für mich, und viele meiner Kollegen geht es einzig und allein darum den kreativen Horizont zu erweitern. Und dass das in Deutschland recht schwierig ist, ist nun wirklich nichts Neues. Die Game Branche passt sie ja auch ständig an. Wer hätte schon vor Jahren daran gedacht, dass man mal Spiele für mobil Telefone produzieren wird.

    Michael, einigen wir uns doch einfach darauf, dass es Spiele gibt, die mit einem Minimum an Handlung auskommen und die genauso eine Daseinsberechtigung haben wie die Spiele, die cool aussehen und mich als Spieler auch noch von der Handlung her mitreißen. Also ich bevorzuge Letzteres, denn ich will Spiele spielen, die eben nicht von der "Frau von der Post" geschrieben wurden (oder von meinem Schwager), sondern von Profis.

    Genauso wie es HOSTEL geben darf, aber ich heil froh bin, dass es auch MATRIX gibt.

    Apropos: HOSTEL.

    Kann es sein, dass ich da ein kleines bisschen Resignation zwischen den Zeilen lese? Mal ganz abgesehen davon, dass der zweit Teil von HOSTEL so etwas von gefloppt ist, hört sich das für mich fast so an, als wenn die Kids da draußen eh nur daran interessiert wären, wie weit und wie viel das Blut spritzt. Sehe ich das richtig?
    Das mag für einen Teil der Zocker stimmen. Für einen verdammt großen Teil sogar. Keiner weiß das besser als ich, denn ich spiel zur Zeit ziemlich viel mit meinen Online Freunden COD4. Da brauche ich ja wohl nicht mehr ins Detail zu gehen, oder?
    Aber ich finde, es wäre ziemlich kurzsichtig, die eigenen Kundschaft in eine Schublade zu stecken.
    Es gibt eben solche und solche.

    Und was soll denn eigentlich passieren? Wie soll eine Annäherung aussehen? Film und Gamesbranche, das ist natürlich eher etwas. Da kann man sich austauschen. Ich weiß nicht wie das bei der "Drehbuch-Autoren-Branche" aussehen sollte? Wenn jemand ein Drehbuch braucht, dann besorgt er sich eines? Und wo? Naja, bei dem, der Drehbücher schreibt. Da sehe ich jetzt nicht den großen Austausch?
    Mein lieber Scholli, hier machst du aber ein Fass auf. Kannst froh sein, dass ich dich nicht irgend einem Film Forum zum Fraß vorwerfe;-)

    Mein Lieber Michael, wenn der Streik der Drehbuchautoren in den USA eines gezeigt hat, dann ist es das: Die "Drehbuch-Autoren-Branche" IST die Filmbranche!!!
    Was denkst du denn, wer sich deine lieblings Filme ausgedacht hat?
    Oder glaubst du tatsächlich, dass die Hauptdarsteller von LOST ihre Dialoge selber schreiben?
    Wenn J.J. Abrams auf seinem Laptop schreibt: "Plötzlich sehen unsere Helden ein Monster, das mindestens zwanzig Stockwerke groß ist.", macht sich ein paar Tage später ein Team von ILM an die Arbeit, diese geschriebene Vision in Bilder umzusetzen.

    Kein Drehbuch, kein Film - so einfach ist das.

    Abschließend möchte ich noch ein anderes Zitat von dir aufgreifen und ein bisschen umformulieren, ohne groß den Sinn zu verfälschen. Du hast geschrieben: Wenn jemand ein Drehbuch braucht, dann besorgt er sich eins.
    Ich würde sagen: Wenn jemand eine gute Story braucht, dann besorgt er sich eine. Und wo? Naja, bei dem, der gute Storys schreibt.

    So, jetzt muss ich aber wirklich los. Meine M16 mit Rotpunktvisier wartet schon auf mich:-)

    PS: Danke für den regen Austausch. So war es angedacht.
    Este mensaje fue modificado el 17/04/2008 a las 12:09.
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