Games, Gamers und Gamedevelopers
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Frank Fitzner Usuario Premium Moderador de grupoPara ver el nombre de la empresa, crea una cuenta de usuario en XING.Braucht die Branche mehr Ernsthaftigkeit?
Diese Frage wurde in einem anderen Forum aufgeworfen und bereits in Ansätzen diskutiert. Nun ist dieses Thema aber so spannend, das es einen eigenen Artikel verdient.
Also ...wie ist es denn nun um die Ernsthaftigkeit (in) der Branche bestellt?
Ist es tatsächlich so, daß die Branche hierzulande noch immer nicht aus ihren Kinderschuhen herausgewachsen ist und in der allgemeinen Wahrnehmung als freakiger Hobbyistentrupp belächelt wird?
Und wenn ja - ist die Branche daran selber schuld oder ist das ein gesellschaftliches Problem?
Können oder müssen wir das ändern und wenn ja - was ist zu tun?
- 10/02/2010, 11:16
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Roman Engel Usuario Premium Moderador de grupoPara ver el nombre de la empresa, crea una cuenta de usuario en XING.Re^2: Braucht die Branche mehr Ernsthaftigkeit?
>Also ...wie ist es denn nun um die Ernsthaftigkeit (in) der Branche bestellt?
>Ist es tatsächlich so, daß die Branche hierzulande noch immer nicht aus ihren Kinderschuhen herausgewachsen >ist und in der allgemeinen Wahrnehmung als freakiger Hobbyistentrupp belächelt wird?
>Und wenn ja - ist die Branche daran selber schuld oder ist das ein gesellschaftliches Problem?
Das sind wirklich viele Fragen. Jede einzelne von denen hätte ein Thread gebraucht :-) Bevor ich in einem weiteren Post ins Detail gehen werde. Eine gegen Frage: preußischer Ernst oder ein Markengefühl? Was ist wichtiger?
Ist es wirklich wichtig Ernst zu sein â la "Vertriebswesen" wie zm.B. Rüstungsindustrie? Oder gehört es nicht zu unsere Bronge, Lebensgefühl und Lebens Einstellung mit samt Spielen zu vermarkten â la "Postel"?
- 10/02/2010, 19:15
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Michael Erlwein Usuario Premium Moderador de grupoPara ver el nombre de la empresa, crea una cuenta de usuario en XING.Re^5: Braucht die Branche mehr Ernsthaftigkeit?
Ich nehme gerne die Porno-Branche als Beispiel. Aus meiner Sicht würde ich die als "ernster" sehen, als die Gamesbranche. Aber weniger wegen der Branche selbst - also wegen der Leute, die da arbeiten - als aufgrund des Ansehens in der Welt da draußen. Und Porno ist da bestimmt ein schlechtes Beispiel, hat aber ein "gutes" Ansehen (hmm, naja).
Games sind einfach Kinderkram - deshalb ist vielleicht auch die Branche Kinderkram?
MTV itself - das ist doch "Kinderkram". Aber deren Ansehen, wie schaut es damit aus? Die Musikbranche ist doch auch voller Freaks. Bei der würde ich auch sagen, dass die Leute aus der Branche kein gutes Image haben (freakig, launische Künstler, Drogen etc.). Aber an sich steht die Branche nach außen hin auch besser da?
Warum? Weil Porno an sich ja was für Erwachsene ist, also auch die Branche erwachsen sein muss?
Weil es in der Musikindustire auch Udo Jürgens und Phil Collins gibt, die ja durchaus große Persönlichkeiten sind?
Was fehlt uns denn (bei mir Ex-uns, aber ich war 15 Jahre dabei, fühle mich also schon noch zugehörig)!?
- 11/02/2010, 12:14
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Boris Jebsen Usuario Premium Moderador de grupoPara ver el nombre de la empresa, crea una cuenta de usuario en XING.Re^5: Braucht die Branche mehr Ernsthaftigkeit?
Christian und Tobias haben bereits die Kernpunkte angesprochen:
Aussenwirkung und Realität - zwischen beiden klafft derzeit immer noch eine riesige Lücke.
Ich habe ähnlich wie meine Vorredner beruflich viel mit Mittelständlern aus klassischen Unternehmensbereichen zu tun, auch mit Industrie-Zulieferern. Kommt das Gespräch ab und zu auf meine "Nebentätigkeiten" innerhalb der Gamesbranche, überwiegen meistens neben anfänglicher Neugier vor allem Skepsis und Vorurteile.
Das beginnt schon damit, das vielen gar nicht klar ist, wieviele Produktionsabläufe und unterschiedliche Personalanforderungen bei einer durchschnittlichen Game-Entwicklung nötig sind. Erwähne ich dann noch die heutzutage üblichen Budgetanforderungen, um einen Triple-A Titel von der Idee bis zum fertigen Produkt im Regal zu realisieren, ist das Erstaunen umso größer.
Es ist auch eine Altersfrage - die Gesprächspartner jenseits der 50 interessieren sich eh selten bis nie für diese Branche weil vor ihrer Zeit. Das mittlere Management zwischen 30 und 45 ist bereits mit Games aufgewachsen, kennt diese aber eher noch aus den Home-Computer-Anfängen, als ein paar Nerds im Wohnzimmer der Eltern Games entwickelten.
Es ist ausserdem eine Frage der Markenpräsenz - die meisten Unternehmen der Gamesbranche tauchen selten in Mainstream Medien oder Wirtschaftsnachrichten auf. Und wenn doch, dann verknüpfen die normale Leser einen Namen wie "Sony" mit Fernsehern, Kameras oder Kino - die wenigsten nehmen Sony auch als Gameproduzenten wahr. Gleiches gilt für Microsoft.
Das sich seit den Anfängen der "Garagen-Spiele" bei den Produktionsabläufen viel getan hat, wissen meist nur Insider. "Agile Softwareentwicklung" gab es vor einigen Jahren nur bei großen Software-Entwicklern, heutzutage ist es selbst bei kleineren Teams üblich, um die Vorgaben (Milestones) der Publisher einzuhalten. Leider sind die auf der anderen Seite in den letzten Jahren auch immer extremer (und teils sogar unrealistisch) geworden, da Gamesentwicklung immer noch zum großen Teil eine Synthese aus Handwerk und Kreativität darstellt. Leider haben Buchhalter von Kreativität und Kunst wenig Ahnung. Das schlägt sich in den letzten Jahren vor allem darin nieder, das die Publisher immer weniger Risiken eingehen, was neue Konzepte angeht. Am liebsten sind ihnen Fortsetzungen bekannter, bereits etablierter Marken. Wenn man den Activision-Boss hört, kann einem Spielefan das Kotzen kommen - sorry.
Dazu kommt noch ein ständig wachsender Zeitdruck, der die Qualität des "Endkunden-Produkts" immer mieser macht - sgn. "Release-Patches" sind bereits an der Tagesordnung, meiner Meinung nach ein heisser Kandidat für das Un-Wort des Jahres. Vereinfacht wird den Publishern und Entwicklern dieses Vorgehen, weil die Kunden selten massiv protestieren und weil im Gegensatz zu Industrieprodukten eine Software im Zeitalter der Internet-Anbindung auch nach Auslieferung noch relativ kostengünstig repariert oder im Extremfall erst fertiggestellt werden kann. Sowas wünscht sich derzeit wohl auch Toyota...^^
Este mensaje fue modificado el 11/02/2010 a las 12:43.- 11/02/2010, 12:41
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Lars Korb Usuario PremiumPara ver el nombre de la empresa, crea una cuenta de usuario en XING.Re^5: Braucht die Branche mehr Ernsthaftigkeit?
Ich glaube, sie braucht mehr Ernsthaftigkeit.
Besonders bei den Kreativen - fehlt sie bei denen (und ich glaube, das tut sie definitiv, anders kann
ich mir den tonnenweisen Schrott, der so produziert wird weder inhaltlich noch qualitativ erklären.)
Man sollte nicht den Fehler machen, die Qualität von Spielen ausschließlich an AAA-Titeln zu messen.
Das ist jährlich eine Handvoll. Die wirkliche Masse ist so hahnebüchen mies, dass ich es vor allem als Konsument und Core-Gamer einfach über weite Strecken nicht fassen kann, wie es zur Absegnung von Geld für derlei Produktionen kommen konnte - ich hab leider nur so eine Ahnung...
Und da sind wir dann auch gleich bei der Ernsthaftigkeit der Nicht-Kreativen der Branche. Die "ganz normalen" Posten, wie sie von meinem Vorredner erwähnt wurden.
Mit dieser Ernsthaftigkeit kann es auch nicht ganz so weit her sein, wenn eben entweder nicht erkannt wird,
wie miserabel streckenweise die Spiele qualitativ produziert werden oder hahnebüchene Inhalte bedenkenlos
abgesegnet werden, ohne vorher das übliche Prozedere einer klassischen Kreativproduktion zu durchlaufen.
Missstände wie Qualitätssicherung durch Open-Beta-Tests (also durch die Konsumentenschaft selbst) statt durch bezahlte Fachkräfte werden sogar bewußt etabliert - aus Kostenminimierungsgründen.
Die Ernsthaftigkeit ist dann offensichtlich in diesem Lande aber gänzlich zu vermissen, wenn man feststellen muss,
dass es bereits bei mangelnder Förderung durch den Staat in einem Milliardenbusiness (international) anfängt,
sich über Ignoranz von Förderern, Investoren, Entscheidern bis schlussendlich vollkommen inakzeptablen Warteschleifen (Entscheidungsunfähigkeit, Unvermögen von Potentialeinschätzungen plus Egalhaltung/Verschlafenheit aus der gesicherten Position des Geldgebers) von gern mal 2 Monaten nur zur Kontaktaufnahme hinzieht.
Kreative und grafische, sowie Marketing-Richtlinien werden übergangen, der Inhalt der Spiele geht selten über Chuck Norris Filme hinaus - man braucht einfach nur einen Vergleich zum Feingefühl (und das bringt man meines Erachtens erst mit der notwendigen Ernsthaftigkeit auf) anderer Kreativ- oder Medienbranchen zu ziehen, um zu erkennen wie unglaublich viel Luft bei den Games noch zur Verbesserung bleibt, bevor man von einem gleichwertigen Medium zu den bestehenden sprechen dürfte.
Die Werbung hat es immernoch nicht vollends geschafft im vollen Umfang in die Spielewelt vorzudringen.
Wird sie auch nicht, solange derart schlampig mit Inhalten umgegangen wird.
Da bleibt ja am Ende fast nur noch der Schluss, dass eine Etablierung von elektronischem Entertainment zum vollwertigen Medium, das auch Werbeplatzierung im vollen Umfang erlaubt gar nicht gewünscht ist.
Denn dass es nicht erkannt wird, dass dieses Potential vorhanden ist, kann ich kaum glauben.
Derzeit sieht es leider so aus als würde das Streben nach dem schnellen Geld über beständige Qualität siegen.
Und da der Konsument mit all seiner Ferngelenktheit bei diesem Spiel bereitwillig mitspielt, wird es wohl für Spieleentwickler mit klassischem Qualitätsanspruch weiter recht schwer bleiben.
Meine angerissene Ansicht...
Lars
- 11/02/2010, 12:58
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