Games, Gamers und Gamedevelopers

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  • Michael Erlwein
    Michael Erlwein    Usuario Premium   Moderador de grupo
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    Re^34: Braucht die Branche mehr Ernsthaftigkeit?
    Hier Michael - der andere...

    Genau das meinte ich, was auch Frank gesagt hat: man Kreativität auch in 45 Wochenstunden packen und dabei vielleicht sogar nen Anzug tragen. Ich mag Kreativität nicht, die sich vor allem durch spät Aufstehen und lange arbeiten, sowie Pizzaschachteln, Red Bull und Zigaretten gekennzeichnet ist.

    Ansonsten fehlt mir im Moment leider der Überblick wohin sich die Diskussion gerade entwickelt hat :-) bzw ;-)

    Brauchen wir jetzt mehr Ernsthaftigkeit oder nicht? Irgendwie glaube ich schon. Sonst würden sich nicht alle immer so angegriffen fühlen und etwas ernster (= sachlicher?) an der Sache dran sein.

    Bei mir hieß es manchmal "jetzt sei mal nicht so ernst und etwas entspannter" oder "Wie? Du willst das erste Formular überhaupt hier einführen? Was für eine Bürokrat bist Du denn? Du bist ja uncool".

    Vielleicht könnte eine Spur mehr Ernsthaftigkeit im Sinne von Sachlichkeit an dem einen oder anderen Ende helfen.
    Sicher ist jedoch aus meiner Sicht, dass unsere Branche von der Allgemeinheit nicht so richtig Ernst genommen wird. Und das regelt man sicher nicht durch weniger Red Bull am Arbeitsplatz, sondern durch andere Maßnahmen. Und ich glaube dass die ursprüngliche Fragestellung auch so gemeint war.

    Whatever! Habt Euch lieb! :-)
  • Lars Korb
    Lars Korb    Usuario Premium
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    Re^34: Braucht die Branche mehr Ernsthaftigkeit?
    Du hast nur zwei Punkte rausgelesen?
    Na, dann hätt ich mir ne Menge Schreibarbeit ja schenken können.

    Bevor ich meine Ansichten jetzt nochmal mit den Handpuppen erkläre, versuch mir einfach mal folgende Situation zu lösen:

    Simpelstes Beispiel:

    Du hast 15 Kreative.
    Jeder hat sein Tageswerk zu erfüllen - im regulären Zeitrahmen.
    Die vom Publisher gesetzte Deadline rückt immer näher - morgen ist Abgabe.
    Für die timinggerechte Fertigstellung bei zeitlicher Vorgabe fehlen dir etwa 5 Vollzeitkräfte.
    (und glaub mir, du ahnst nicht, wie häufig das Fehlen von Zeit und Manpower phänomenalerweise
    fast grundsätzlich auf den letzten Drücker erst realisiert wird)

    Was tust Du?
    Einen Tag Zeit - und Du möchtest erstmal die Ist-Situation analysieren und dich den verbleibenden Tag fragen,
    woran es wohl liegen mag, dass Dir bei all der ach so kalkulierbaren Arbeitsprozesse 5 volle Tage fehlen?
    Oder jetzt die Wunderwaffe Motivations- und Kreativcoach rausholen?
    Oder wolltest Du doch lieber ein Machtwort sprechen und den 15 Mann mal ein wenig Feuer unterm Arsch machen?

    Woran mag es wohl liegen, dass Dir 5 Tage fehlen? An der Schlampigkeit deiner Mitarbeiter oder an Deiner miesen Einschätzung der Kapazitäten oder am Publisher, der Deine Kapazitäten geflissentlich ignoriert?
    Vielleicht von allem ein bisschen was?

    Wie gleichst Du also aus?
    Arbeit einfach nicht erledigen und die Flinte ins Korn werfen?
    Oder weitermachen wie gehabt und 5 Tage Verzug in Kauf nehmen und weitere Milestone-Budgets gefährden?
    (und somit die die Bezahlung der gesamten Belegschaft?)
    Oder doch lieber von allen 15 Mann je 3+ Überstunden abverlangen? (und zack, ist der max. 10 Std-Tag dahin)

    Und was, wenn das Budget die Überstunden gar nicht mit einbezieht?
    Dann einfach die Arbeit verweigern und innerhalb eines Tages auf eine Aufstockung des Budgets hoffen?

    Ich weiss nicht recht, ob Dir klar ist, wie urplötzlich im Kreativwesen Probleme und Verzögerungen auftauchen können - und dass die Knäppe des Auftauchens eines Problems in der Regel in einem weit auseinanderklaffenden Verhältnis zur Reaktionszeit zum Ausgleichen des Engpasses steht.

    Wenn Du bei deinen 15 Mann eine hochambitionierte Truppe sitzen hast, brauchst Du die nichtmal bitten, die Sache trotzdem fristgerecht abzuliefern - die kommen von ganz allein auf den Gedanken.
    Wenn Du allerdings die 9 to 5 Lohnempfänger Fraktion da sitzen hast, dann wird's schwierig mit der Animation der Mitarbeiter.
    Zumindest, wenn Du trotzallem 100%e Qualität abzuliefern hast - denn guess what: Tust Du's nicht, gefährdest Du ebenfalls die Budgetierung des nächsten Milestones.


    Grüße

    Lars
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  • Lars Korb
    Lars Korb    Usuario Premium
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    Re^36: Braucht die Branche mehr Ernsthaftigkeit?
    Ist klar - der Arbeitnehmer kann unmöglich schuld tragen.

    Ich kenn nicht einen Pitch, nicht eine Präsentation, bei der nicht noch die letzte Nacht vor Präsentation dran geschrubbt wurde.
    Während am Anfang solcher Arbeitsphasen immer schön entspannt gearbeitet wird, verdichtet sich der Druck nach hinten zur Deadline - Naturgesetz.

    Komm mir bitte jetzt nicht schon wieder mit der Auffassung, dass es dann wohl an der permanenten Miskalkulation des Managements hängt.
    Die gibt's natürlich auch - und summiert sich mit der Fahrlässigkeitsquote.
    Und wie ich sagte...zum xten mal jetzt...von den Managern ist exakt der selbe grad an Herzblut für ihren Tätigkeitsbereich gefragt wie für den Ausführenden in seinem.
    Aber es gibt auch den einen oder anderen Produktmanager, der nicht nur an Aktien denkt - derartige Pauschalisierungen von Managements wie o.g. halt ich für gefährlich.

    Und nochmal: der Verzug kommt nicht hin und wieder vor - er kommt alle naselang vor.
    Und das eben trotz minutiöser, gewissenhafter Planung von Kreativführung und Strategie.
    On top entsteht dieser Verzug witzigerweise, obwohl es im Kreativwesen alles andere als geregelte Arbeitszeiten gibt - also eigentlich die Luft da sein müßte.
    Wenn also per peinlich genau geregelter Arbeitszeit noch weniger Spielraum erzwungen wird, wie verhinderst Du dann den garantiert stärkeren Kreativ- und Fertigstellungsdruck?
    (bei gleicher oder eher tendenziell sinkender Budgetierungsmoral)

    Erklär mir das.

    Grüße

    Lars
    Este mensaje fue modificado el 15/02/2010 a las 19:35.
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  • Lars Korb
    Lars Korb    Usuario Premium
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    Re^39: Braucht die Branche mehr Ernsthaftigkeit?
    @Andreas

    darauf wollt ich hinaus - Theorie eben leider nicht Praxis.




    Grüße

    Lars