RFID

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  • Norman Weiß
    Norman Weiß
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    RFID auf Leiterplatten - suche Unterstützung!
    Hallo liebe RFID Experten,

    Mein Unternehmen ist ein kleiner Dienstleister in der Leiterplattenbestückung (22 Mitarbeiter, 3 Bestückungsautomaten). Das heißt, wir bestücken Leiterplatten mit Bauelementen im Kundenauftrag. Für die meisten Projekte werden sowohl die Leiterplatten als auch die Bauelemente von uns beschafft.

    Nun möchte ich im Zuge eines Umzuges auch das Thema Traceability angehen und für eine entsprechende Kennzeichnung plus Nachverfolgbarkeit sorgen. Gleichzeitig soll mir das System (im Idealfall) Schwachstellen im Produktionsablauf aufzeigen und durch den Automatisierungsgrad Zeit sparen. Auch schwebt mir die Idee vor, dass Kunden sich (bei Interesse) permanent Informationen über den Bearbeitungsstand ihres Auftrages holen können.

    Sehr interessant wäre die Möglichkeit RFID Tags direkt im normalen Bestückungsvorgang mit zu bestücken, damit die Leiterplatten zu kennzeichnen und ab dann jeden weiteren Arbeitsschritt, von dieser nun getagten Leiterplatte, im System zu hinterlegen/zu dokumentieren. Im Idealfall hat der Kunde einen Wareneingang, welcher mit unserem System korrespondiert und uns mitteilt, dass die bestückten Leiterplatten zum Zeitpunkt X beim Kunden angekommen sind. Unser Kunde hat auch die Möglichkeit sofort im System (z.B. im Schadensfall) nachzusehen, wann wurde diese Leiterplatte geliefert, welche Bauteile sind drauf, welche Leiterplatten wurden noch mit diesen Bauteilen bestückt und sofern er dies bei sich weiterführt: wo sind diese hingeliefert worden.

    Fragen:

    Hat jemand schon von einem laufenden System mit diesen Anforderungen gehört?
    Wo kann ich mir dahingehend Informationen holen?
    Gibt es Systemanbieter oder ist es besser alles einzeln zu organiseren (Software, Reader,...)?
    Was muss ich beachten, welche Fehler vermeiden?
    Was kann ich alles als Antenne nutzen?
    Wo sind Schäden in der Funktionalität des RFID Chips oder anderer Bauteile zu erwarten?
    Wer liefert Transponder, welche auch durch Bestückungsautomaten verarbeitet werden können?
    Wie resistent sind die RFID Transponder (Hitze, Reinigung, etc.)
    Wo gibt es Denkfehler in meinem Ansatz?
    Wie viel kostet solch ein System?

    Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Bemühungen!

    Mit freundlichen Grüßen

    Norman Weiß
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  • Ralf Pfisterer
    Ralf Pfisterer    Premium Member
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    Re: RFID auf Leiterplatten - suche Unterstützung!
    Guten Tag Herr Weiß,

    Ihr Vorhaben klingt in der Tat sehr interessant.

    Die Fragen die sie stellen lassen mich vermuten, dass Sie Ihren Fertigungsprozess an die RFID-Technologie anpassen wollen (Temperatur, Reinigung, was kann ich als Antenne benutzen,...). Aus meiner Sicht gibt es für Sie eine einfachere Vorgehensweise:
    Die AutoID Technik soll ja Ihre Prozesse unterstützen und nicht komplizierter machen. Und natürlich zusätzlichen Nutzen stiften - in Ihrem Fall die Traceability bzw. die Abfrage des Auftragstatus, Transparenz in der Fertigung usw.
    Es geht also nicht um die Frage, WAS die RFID-Transponder aushalten, sondern WELCHE Anforderungen Sie haben. Deshalb sind aus meiner Sicht folgende Punkte zu klären:

    - beschreiben Sie Ihren Fertigungsprozess/Abläufe für sich selbst (wenn nicht schon in einem Prozess dokumentiert)
    - Grenzen Sie damit Ihre Leistungsparameter ab, die Sie von dem AutoID System erwarten:
    - maximale Größe des Transponders / welchen Platz haben Sie zur Verfügung?
    - sollen Daten auschließlich gelesen oder auch geschrieben werden (wie oft?)
    - Wenn schreiben: welche Speicherkapazität (welche Daten sollen abgelegt werden?)
    Bei zentraler Datenhaltung in einer DB reicht oft "ReadOnly" um zu identifizieren - bei dezentraler
    Datenhaltung auf dem Chip muss auch geschrieben werden
    - welchen äußeren Einflüssen wird der Transponder ausgesetzt (Temperatur, Schock/Vibration,
    Flüssigkeit,...)
    - in welchem System wollen Sie die Daten bearbeiten: ERP oder einer SPS oder... (wichtig für die
    Schnittstelle des Readers!)
    - wie müssen die Daten aufbereitet sein, damit Sie etwas damit anfangen können?
    - Kosten/Nutzen Relation: in welchem Verhältnis steht die Leiterplatte zu den Tag-Kosten - was ist Ihre
    Schmerzgrenze?
    - wo wollen Sie lesen --> Abstand Antenne zum Datenträger? Oder mobil über ein Handheld?
    - wie groß darf die Antenne sein --> Platzbedarf in der Maschine

    Mit diesen Angaben sollte es möglich sein zu bewerten, ob und welches RFID-System das richtige ist, bzw. was sonst noch in Frage kommt um Ihre Anforderungen zu erfüllen.
    Mein Ansatz ist, dass Ihre Anforderungen im Prozess die Auswahl der "richtigen" Komponenten vorgibt - und nicht die Komponenten vorgeben, wie Ihr Prozess zu gestalten ist.

    Herr Weiß, lassen Sie mich wissen, wenn Sie weitere Hilfe brauchen.

    Viele Grüße
    Ralf Pfisterer
  • Markus Weinländer
    Markus Weinländer    Premium Member
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    Re^2: RFID auf Leiterplatten - suche Unterstützung!
    Sehr geehrter Herr Weiß,

    ich bin in meinem Unternehmen (Siemens) insbesondere mit dem Thema RFID beschäftigt. Ich teile die Ansicht von Herrn Pfisterer, möchte Sie aber auch auf eine mögliche Alternative hinweisen. Haben Sie schon über eine 2D-Code-Markierung nachgedacht? Mein Unternehmen setzt die Data-Matrix-Codes im Elektronikwerk Amberg für Bauteile und Platinen ein. Hier eine Beschreibung dieser Anwendung: http://www.automation.siemens.com/rfid/_media/ewa_d.pdf - vielleicht hilft das weiter?

    Viele Grüße
    Markus Weinländer
    This post was modified on 03 Feb 2010 at 01:38 pm.
  • Michael Hönscheid
    Michael Hönscheid
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    Re^3: RFID auf Leiterplatten - suche Unterstützung!
    Hallo Herr Weiß,

    wenn Sie im Layout noch Platz haben, könnte ich mir vorstellen, dass Sie die eigentliche Antenne auch gleich integrieren könnten, Sie benötigen dann nur noch den Chip. Der ist unter Umständen aber sehr klein, da ist die Frage ob Ihre Automaten das können.
    Ich könnte mir Vorstellen, dass Ihnen die Firma Rako Skurity Label weiterhelfen kann, da vielleicht der Herr Wischnewski. Bezüglich der Reader und Antennen kann ich Ihnen die Firma Feig empfehlen, den Herrn Haertle.
    Wenn es um höhere Temperaturbereiche oder widrige Umgebungsbedingungen geht, dann empfiehlt sich ein TAG Veredler wie zum Beispiel Smart-Tag, der Herr Dargahi kann Ihnen in so einem Fall einige Möglichkeiten bieten.
    Sind alle hier bei Xing und arbeiten bereits zusammen. Sie können bei Kontaktaufnahme gerne auf mich verweisen.

    Sollten bei Bestückung und/oder Entwicklung einmal Engpässe haben, helfen wir gerne.

    Beste Grüße und viel Erfolg mit dem Projekt.

    Michael Hönscheid
  • Alexander Neumann
    Alexander Neumann
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    Re^4: RFID auf Leiterplatten - suche Unterstützung!
    Hallo Herr Weiß,

    Traceability in der Elektronikfertigung sollte möglichst durchgängig sein. Die Lücke und der erste Verlust von Vorteil fängt an, wenn Sie die RFID-Komponente erst bei/nach der Bestückung nutzen können. Die Info wer hat die Leiterplatte hergestellt, wann, aus welchem Material, ChargenNr. usw. gehen verloren oder müsse nachträglich erfasst werden.
    Wenn Sie Leiterplatten mit integrierter RFID-Funktionalität einsetzen, dann kommt die Leiterplatte bei Ihnen in die Fertigung, sie können sie indentifizieren und bekommen gleich ihre hinterlegte Stückliste mit der Information, ob alle Bauteile für die Bestückung vorhanden sind, aus der Datenbank.

    Ich beschäftige mich seit einem Jahr immer mal wieder mit dieser Idee, RFID in der Leiterplatte, habe aber noch niemanden, der die Funktionalität einsetzen möchte. Die Zuverlässigkeit von zwischen Leiterplattenlagen eingebetteten Chips ist außerordentlich gut. Das Konzept steht aus meiner Sicht und ist umsetzbar.

    Wenn ich Sie in ihrem Vorhaben unerstützen kann, dann bin ich bereit.

    Gruß
    Alexander Neumann
  • Klaas Dannen
    Klaas Dannen    Premium Member
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    Re^5: RFID auf Leiterplatten - suche Unterstützung!
    Guten Abend liebe RFID-Kollegen,

    das Thema RFID in der Leiterplatte kommt ja immer mal wieder auf, aber eine richtig sinnvolle Lösung hat mir bis heute noch keiner zeigen können. Wie mein direkter Vor-Poster erwähnt beginnt das Problem, dass man eigentlich nicht erst mit dem Bestücken den Tag aufbringen kann, denn das Löten ist ja der letzte Schritt der Produktion (mal von evtl. anfallenden Handarbeiten, z.B. für Stecker und andere THT Komponenten abgesehen). Der Kunde will aber schon wissen, wenn die Platinen noch vor dem Bestückungsroboter liegen. Dies ist also nicht wirklich eine Alternative.

    Auch das Integrieren der Tag-Antennen in die Elektronik ergibt im gegebenen Beispiel wenig Sinn, denn Herr Weiß ist ja nicht Herr über das Layout, sondern bekommt es vom Kunden. Davon abgesehen ist auf den meisten Boards ja gar kein Platz für eine Antenne - jedenfalls nicht wenn eine Reichweite von >5mm erreicht werden soll.

    Und zuletzt ist da natürlich das Kostenargument... in der Bestückungsbranche wird um jeden Cent gekämpft - wer will da ernsthaft einen Tag-IC für 30ct und mehr auflöten, wenn es im Zweifelsfall der Kunde nicht mal möchte. Das lohnt sich wohl nur in Ausnahmefällen, wenn es vom Endkunden ausgeht, z.B. für Medizintechnik und ähnliche Branchen, bei denen der Preis der Sicherheit/Tracebility untergeordnet ist.

    Ich denke Herr Weinländer hat recht, wenn er einen Datamatrix-Code empfiehlt, und man an allen "strategischen" Stellen im Prozess die Barcodes scannt und mittels modernem ERP-System dem Kunden jederzeit über ein Auftrags--Portal zur Verfügung stellt. Die SAP Future Factory Dresden zeigt z.B. ähnliche Szenarien. Wenn es RFID sein soll, dann wohl eher auf Behälter-Ebene. Das ist relativ kostengünstig (da die Behälter wiederverwendet werden) und am Ende genau so transparent, wenn konsequent vor jedem Schritt gelesen wird. Hierfür gibt es auch eine Vielzahl an erfolgreichen Implementationen von vermutlich allen RFID Firmen in diesem Forum (inkl. metraTec ;-) )

    Oder sehe ich das ganze zu pessimistisch?

    Grüße aus Magdeburg,

    Klaas Dannen
  • Sascha Dern
    Sascha Dern    Premium Member
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    Re: RFID auf Leiterplatten - suche Unterstützung!
    Hallo Weiss,

    haben Sie sich schon auf eine Frequenz festgelegt? Wir haben bald einen EPC Gen 2 IC mit 4k Speicher und SPI Schnittstelle, EM4325. Da kann man zusaetzlich noch das RFID IC zur Kommunikationsschittstelle mit dem System verwenden. Ansonsten, haben wir unseren EM4324, EPC Gen 2 mit 1k Speicher.

    Gruesse
    Sascha Dern
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