RFID
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Detlef Knut Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Obama-Regierung gegen Lebensmittelvergiftung (dank RFID?)
Hallo,
In den USA sollen verschärfte Sicherheitsvorschriften für Lebensmittel erarbeitet werden. Sowohl Vizepräsident Biden als auch die Gesundheitsministerin gingen darauf ein wegen der jährlich 5000 Toten auf Grund von Salmonellen und anderen Keimen. Nach einer IBM-Studie wurden "allein in den USA zwischen 1994 und 2007 300 Millionen Pfund von Fleisch-und Geflügelprodukten zurück gerufen ." Ich gehe da mit Andy Kowl, der am 5. Mai 2009 im RFID switchboard mit dem Beitrag "RFID products with easy-to-recognize value" den Nutzen von RFID klipp und klar benennt: er brauche keinen Taschenrechner, um zu erkennen, dass einige RFID Tags und Reader kaum teurer sein dürften als die Rückrufaktionen. Was spricht eigentlich dagegen, dass die genannten "Freshtime" tags auch in der deutschen Industrie für temperaturempfindliche Lebensmittel, Pharamzeutika, Chemikalien und anderen Produkten eingesetzt werden? Warum wird hier über Nutzen diskutiert, während in den USA der Zug schon längst rollt?
Schönes Wochenende
Detlef K.
Originalartikel:
http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=1063687...
http://www.npr.org/blogs/thetwo-way/2009/07/new_egg_food_saf...
http://www.rfidsb.com/rfid-street-your-weekly-inside-scoop-r...
- 10 Jul 2009, 5:01 pm
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Thomas Lamparter Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re: Obama-Regierung gegen Lebensmittelvergiftung (dank RFID?)
Hallo, Ich würde mich gerne an der Diskussion beteiligen.
Immer wird das Thema Kosten von RFID-Systemen aufgenommen. Nachfolgend ein Bericht, der glaubwürdig erscheint, den ich vorab jedoch ein wenig zu kommentiere versuche:
Wenn mit einer Bevölkerung von 300 Mio US-Bürgern gerechnet wird (Land willkürlich gewählt), von denen ein jeder 1/2 Liter Milch (oder ein anderes verderbliches Lebensmittel, (Bitte nageln Sie mich nicht auf die Milch fest, ich weiß, die wird in den USA quasi In Gallons verkauft) trinkt, bedeutet das, dass jeder US ein Produkt mit je einem Transponder in Händen hält.
Nun müssen wir uns im Hinterkopf halten, dass die deutschen Bauern, für ein Liter Milch 30-35 Cent bekommen, ich weis die Verhältnisse in den USA nicht, denke aber dass die Globalisierung auch hier den Preis bis auf wenige Cent harmonisiert hat. Weiter unten kann entnommen werden, dass 1 Transponder derzeit ebenfalls 30-35 Cent kostet. Das würde bedeuten, dass ein Produkt um 100% teurer würde, nur wegen der eindeutigen Identifizierung - Ich bin der Meinung, das kann und darf nicht sein - und biete heir die Kompromisslösung 2D-Code an.
Es ist nichts, was auch nicht durch einen 2D-Code zu erledigen wäre. Dieser ist kostengünstiger, im Moment noch.
Klar sollte bei diesem Rechenspiel sein, dass die Werte lediglich eine Momentbetrachtung sein dürfen dun auch sein sollen. Morgen schon sieht die Sachlage anders aus. Die Transponder werden signifikant günstiger, und schupp geht die Rechnung auf.
Ob sich eine Umstellung auf RFID lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Im Rahmen einer Kosten- / Nutzenrechnung muss jedes Unternehmen individuell betrachtet werden, denn den hohen Einsparungspotentialen stehen hohe Anschaffungskosten gegenüber. Neben der Anzahl der benötigten Transponder ist es auch von Bedeutung, ob diese nur einmal oder mehrfach verwendet werden.
Grundsätzlich entstehen bei der Implementierung eines RFID - Systems folgende Kosten (o. Gw.):
Transponder 0,30 - 35 Euro / Stk.
Lesegeräte 50 - 5.000 Euro / Stk.
Antennen und Multiplexer 15 - 300 Euro / Stk.
Controller 500 - 2.000 Euro / Stk.
Kabel 7 Euro / m
Zusätzlich entstehen noch Kosten, die sich nicht genau beziffern lassen bzw. von Fall zu Fall variieren:
* Anpassungskosten
* Softwarekosten
* Integrationskosten
* Instandhaltungskosten
* Schulungskosten
Ca. 65 Prozent der Transponderkosten entfallen auf den eigentlichen Mikrochip. Durch die Fortschritte in der Informationstechnik und den Preisverfall der Halbleiterbausteine sind auch die Preise für RFID-Transponder in den letzten Jahren stetig gefallen. Dieser Trend wird sich auch in Zukunft fortsetzen. Zurzeit kosten einfache passive Transponder pro Stück etwa 30 Cent bis ein Euro. Tausenderpacks sind übliche Ordergrößen. In der Regel gewähren die Hersteller bei sehr großen Ordermengen hohe Rabatte. Bei diesen einfachen Tags handelt es sich um Read-only-Chips, wiederbeschreibbare Chips sind deutlich teurer. Zudem hängen die Transponderkosten aber auch vom verwendeten Material und der Bauform ab. Bei aktiven Transpondern können die Preise je nach Ausführung auf über 35 Euro / Stk. ansteigen.
Einfache Lesegeräte, die lediglich die individuelle Codenummer der Tags auslesen, sind bereits ab 50 Euro zu haben. Geräte, die Transponder beschreiben können, kosten mehrere Hundert Euro. Übliche Handheldgeräte gibt es ab 1000 Euro. Werden Gates mit großen Antennen und Reichweiten benötigt, steigen die Kosten auf mehrere Tausend Euro an ( s.auch Intel entwickelt speziellen RFID-Chip).
GS1 Germany und IBM haben ein modulares MS-Excel-basiertes Rechenmodell für die RFID Kosten- Nutzen-Bewertung entwickelt. Unternehmen können mit dem RFID-Kalkulator (PDF 1.8 MB) vollkommen eigenständig ihr individuelles Kosten-Nutzen-Modell für den Einsatz von RFID erstellen. Zudem bieten beide Firmen eine individuelle Beratung an, um Anwender bei der Bewertung zu unterstützen. Der Preis für das günstigste Leistungspaket liegt bei 2.250 €. EPC-Voll-Mitglieder erhalten einen Rabatt von 45 Prozent.
Quelle:
http://www.rfid-basis.de/kosten.html
Ein Wort, noch um hier die Fronten nicht zu verhärten, ich bin dennoch ein absoluter Befürworter von RFID-Technologie, aber alles zu seiner Zeit und dann wenn es von Nöten ist.
Warten wir und harren der Dinge, bis die organischen RFID-Transponder zu einem akzeptablen Preis verfügbar sind. Bei solchen organischen Transpondern kann, wenn ich meine Gedanken weiterspinnen darf, auch noch der Temperaturverlauf der Kühlkette mit dokumentiert werden usw.usf.. hier sollten sich noch viele Möglichkeiten bieten, die einen Einsatz solcher organischer Elektronik attraktiv gestalten.
Leider ist in dem Elektronik-aktuell-Artikel kein Preis genannt worden. Ich weis auch die Ausgabe nicht mehr (liegt schon einige Zeit zurück)
http://pressetext.de/news/090119006/rfid-technologie-motor-f...
- 10 Jul 2009, 11:49 pm
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Detlef Knut Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^2: Obama-Regierung gegen Lebensmittelvergiftung (dank RFID?)
Hallo Herr Lamparter,
schön, dass Sie sich beteiligen. Ich glaube, so weit sind unsere Meinungen gar nicht auseinander. Und ein wenig provokatorisch sollte es ja schon sein oder ;-)
Was die Kühlkette anbelangt hatte ich ja schon die Freshtime ins Spiel gebracht. Mit diesen Tags (Messwertsensoren und Messwertspeicher) werden in Norwegen die gefangenen Fische vom Fangschiff bis in die Läden hinein überwacht.
Gerade im Hinblick auf die Gesundheit der Menschen sollte doch in Deutschland möglich sein, was in anderen Ländern auch möglich ist. Natürlich gehört eine Kosten/Nutzen-Betrachtung immer dazu, aber wer will denn schon (abgesehen von Politikern) die Gesundheit von Menschen gegen Kosten abwägen?
Schönen Tag
Detlef K.
- 13 Jul 2009, 12:21 pm
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Thomas Lamparter Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^3: Obama-Regierung gegen Lebensmittelvergiftung (dank RFID?)
Hallo Herr Knut,
ich bin im großen und im ganzen Ihrer Meinung (mit ein paar Abstriche).
Was das provokative anbelangt, nur so weckt man die Geister zu neuen Taten auf.
Die Applikation von dern Fischen gefällt mir sehr gut.
Ich bin mir das sehr sicher, dass der RFID-Markt voller Spannung ist und in Zukunft noch viel Neues für unmöglich erachtetes bringen wird.
und ich freue mich darauf.
Freundlichst, Ihr Thomas Lamparter
This post was modified on 13 Jul 2009 at 11:53 pm.- 13 Jul 2009, 5:12 pm
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Thomas Lamparter Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^5: Obama-Regierung gegen Lebensmittelvergiftung (dank RFID?)
Hallo Herr Morper,
das mit der Milch war rein provokativ, und die USA ebenfalls, da hier eine relativ große Menschenmenge als Beispiel herhalten kann. (Ich hole meine Milch übrigens beim Bauern - die kostet dann ohne Müll (Tetrapack) und ohne Transponder 40 €-Cent. Mein Sohn darf dann noch in den Stall und die Milchproduzenten ansehen.
Ich sehe es ebenfalls so, dass sich der Transponder erst am Anfang seiner Erfolgsgeschichte befindet und wir uns hier auf ein Abenteuer freuen dürfen.
Es ist so vieles möglich - und das k.o.-Kriterium 'Preis' wird bestimmt über kurz oder lang keiens mehr sein.
Wenn ich die ersten Industrie-Barcodescanner im europäischen Markt sehe, mit Helium-Neon-Röhre und einem Kaskaden-Hochspannung-Netzteil welche die Größe von einer Zarges-Box hatten und lediglich 1 Code zur Zeit dekodieren konnten, und die heutigen Geräte anschaue, die sogar kleiner als eine Streichholzschachtel sind, eine extrem leistungsfähige Firmware beinhalten, so bleibt einem nur das Stauen und das Warten auf die Erfolgsstory des RFID.
Nehmen wir die Leiterplattenfertigung, welche einen RFID-Chip verpasst bekommen, um ein sauberes Lifecicle-Managment zu erhalten oder das Tracken von LKW-Brücken, oder den hier erwähnten Fisch, es gibt eine Unmenge von Applikationen, die mit RFID erledigt werden können.
Andererseits, ist der 1D oder 2D noch lange nicht auf dem absteigenden Ast..
Besonders beim 2D_Code kann so viele codiert werden, dass einem nur noch unglaubwürdiges Staunen bleibt.
Hier kann auch die Mindesthaltbarkeit mit vergraben werden.
Also beiden Identsystemen Ihren Weg freimachen. - beide haben es verdient.
Gruß
Thomas Lamparter
- 13 Jul 2009, 11:52 pm
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Detlef Knut Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^6: Obama-Regierung gegen Lebensmittelvergiftung (dank RFID?)
Hallo,
es ist nur schade, dass hauptsächlich in Deutschland über Preise diskutiert wird. In der Softwarebranche hatte ich sowohl in Deutschland als auch in USA gearbeitet und der Vergleich ist ganz einfach: beispielsweise die Software soll nur mal 30 Euro kosten:
der deutsche Anrufer beim Hersteller: kann ich eine kostenlose version zum testen bekommen?
der amerikanische Anrufer: das hört sich gut an, schick mir bitte gleich 10 stück, dann hab ichs gleich für alle abteilungen.
Ich denke, dass auch in Bezug auf RFID die Diskussion nie und nimmer über Preis erfolgen darf. Wohin das in Deutschlabnd führt, siehrt man ja.
Frohes Schaffen
Detlef K.
- 14 Jul 2009, 12:17 pm
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Thomas Lamparter Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^7: Obama-Regierung gegen Lebensmittelvergiftung (dank RFID?)
Wer bestellt, bezahlt. so ein altes Sprichwort.
Die als Beispiel angeregten Softwarekosten, ich kann dem vollständig zustimmen.
Und dennoch sind hinter der Firmware, oder sonstiger Software unter Umständen etliche Mannjahre an Arbeit und damit Lohn- und Lohnnebenkosten vergraben, die derjenige, der diese Investition getätigt hat zu Recht wider haben möchte. ROI: Return Of Invest - ab wann macht sich eine Entwicklung für den Hersteller bezahlt, oder ist das Unternehmerische Risiko zu hoch. Gefährde ich durch Software, die kostenlos zur Verfügung gestellt wird, aber dem Unternehmen mehrere 100 tsd. € gekostet hat die Arbeitsplätze meiner Mitarbeiter.
Fragen über Fragen, die sich ein verantwortlicher Unternehmer stellen muss.
Aber zurück zum Ursprung unserer Diskussion: Identifikation muss günstiger sein als das Produkt, sonst läuft was gewaltig schief, oder in die Taschen der Ident-Systemhersteller.
Und da ist die Frage des Geldes, in einer Marktwirtschaft ein elementares.
Gruß Thomas Lamparter
- 14 Jul 2009, 12:49 pm
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Andreas Schaller Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^9: Obama-Regierung gegen Lebensmittelvergiftung (dank RFID?)
Hallo,
ich stimme eigentlich mit den meisten Kommentaren in dieser Diskussion überein.
- Bei Identifikation von Objekten geht ist der Barcode aus Kostengründen unschlagbar
- RFID erzeugt durch Automatisierung bei höherwertigen Objekten einen Mehrwert
- Sensorik ist ein Added Value im Supply Cain bei Lebensmitteln
Ob diese Sensorik auf Item Level oder auf Umverpackungen stattfinden muss bleibt abzuwarten.
Größere „Historische“ Datenmengen lassen sich auf Item Level jedenfalls nicht kostengünstig ( < 1 €) realisieren. Allerdings arbeite ich zur Zeit an Sensoren als Bestandteil der RFID- Antennen ( UHF/EAS), welche kostengünstig gedruckt werden können. Dies ist insoweit interessant, da UHF Chips auf absehbare Zeit nicht druckbar (oder organisch!) sein werden ( Druckbar= 13.56 MHz ) und deswegen für die Logistik Chain (große Lesereichweiten) weiterhin Silizium basierte Tags verwendet werden müssen.
Beispiele für RFID Sensorik für Feuchtigkeitslösungen wären:
http://www.andreas-schaller.de/publications/transportation.p...
http://www.andreas-schaller.de/publications/retail.pdf
Diese Konzepte lassen sich auch auf Temperaturesensorik oder ähnliches anwenden.
- 15 Jul 2009, 12:11 pm
