RFID

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  • Hans Osmers
    Hans Osmers    Premium Member
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    Öffentlichkeitsarbeit und Medien
    Hallo zusammen,

    leider muß ich immer wieder festestellen, das in den Medien das Thema RFID in einem schlechten Licht dargestellt wird. Dies passiert meiner Meinung nach aus Unwissen bzw. fundiertem Halbwissen.

    So auch gestern Abend im ZDF in der Sendung "Wie schütze ich meine Daten?".

    Hier meine Mail dazu an das ZDF:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Ihre o.g. Sendung habe ich mit großem Interesse verfolgt und stimme auch im Wesentlichen mit den Inhalten überein.

    Allerdings mußte ich (wiedereinmal) festellen, daß in den öffentlichen Medien zum Thema RFID (RADIO Frequency IDentification) nicht ausreichend recherchiert wird und somit über ein Halbwissen immer wieder Stimmungsmache betrieben wird.

    Es ist nämlich nicht so einfach, wie es gerne dargestellt wird, Personenbezogene Informationen mittels dieser Technologie zu erhalten.
    (Es sei denn es wird damit wiklich dumm umgegangen, wie es in den USA mit den Ausweisen zur automatischen Maut-Verbuchnung passiert ist).

    Gerne werden in der Berichterstattung Äpfel mit Birnen verglichen - denn die RFID-Technoligie ist ihrerseits wiederum in verschieden Technologien aufgeteilt.

    Kurz gesagt: es ist nicht möglich, den Personalausweis unbemerkt auszulesen, da dies nur bis zu einer Entfernung von wenigen cm möglich ist.

    Auch die UHF-EPC-TAGs, die z.B. an der Unterwäsche sind, befinden sich auf Papieranhängern, die nach dem Kauf sowieso entfernt werden.

    Selbst wenn diese in der Wäsche eingenäht würden, können diese nicht ausgelesen werden, wenn die Wäsche getragen wird - der Leseabstand wird dadurch auf 0 cm reduziert.

    Auch sind die dort enthalten Informationen nicht direkt nutzbar - genau wie beim BarCode muß man erst den Zugang zur Datenbank haben, um zu wissen, um was für ein Objekt es sich handelt.

    Unterm Strich gesagt, ist der Aufwand, über RFID an die gewünschten Daten zu kommen wesentlich höher, als dies durch die Berichterstattung suggeriert wird.

    Viel einfacher ist dies durch PayBack-Karten möglich, da hier beim Kauf der Kassenzettel mit der ID des Kunden übermittelt werden kann, um so gezielte Werbung zu starten.

    Ich finde es sehr schade, daß hier wiedereinmal ein ganzer Industriezweig in Verruf gebracht wird, ohne wirklich das Potential, den Nutzen und Technologie wirklich zu kennen.

    Mit freundlichen Grüßen


    Hans Osmers
    RFID-Büro Hans Osmers
  • Guenter Nolte
    Guenter Nolte    Premium Member   Group moderator
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    Re: Öffentlichkeitsarbeit und Medien
    Hallo Herr Osmers,

    ich stimme Ihnen zu, wobei "fundiertes Halbwissen" ja fast noch die bessere Variante ist gegenüer nur Halbwissen.


    Hans Osmers schrieb:
    ... Selbst wenn diese in der Wäsche eingenäht würden, können diese nicht ausgelesen werden, wenn die Wäsche getragen wird - der Leseabstand wird dadurch auf 0 cm reduziert. diese Aussage verstehe ich nicht, wieso soll der Leseabstand auf 0 reduziert werden, wenn jemand die Wäsche trägt? Ich könnte mir vorstellen, dass die Lesevorrichtung an den / die Träger/in nicht so nahe herankommt, dass eine Lesung möglich ist.

    Das Thema "gläserner Bürger" durch RFID geht immer wieder regelmässig durch die Medien, wobei "übersehen" wird, dass die Rückverfolgung einer eindeutigen ID auf dem Tag zu einer Person über sehr viele Schritte in einer universellen Datenbank erfolgen müsste und der Aufwand dazu exorbitant hoch wäre, so dass selbst ein Herr Schäuble wohl nicht auf die Idee käme.

    Die gleichen Menschen, die sich hier ängstigen, schleppen den ganzen Tag ihr Mobiltelefon eingeschaltet mit sich herum und können so viel einfacher jederzeit geortet werden, wenn das jemanden interessierte.

    Ansonsten sind die Medien natürlich stets auf sensationelle Effekte aus, wenn Sie einen Krimi ansehen, sind dort Speditionen stets Zentren des Verbrechens, wo Rauschgift, Mädchen aus Osteuropa oder nukleares Material ins Land geschmuggelt werden, als sei die Branche voll im Besitz der Mafia.

    Beste Gruesse
    Guenter Nolte
  • Hans Osmers
    Hans Osmers    Premium Member
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    Re^2: Öffentlichkeitsarbeit und Medien
    Hallo Herr Nolte,

    ... Selbst wenn diese in der Wäsche eingenäht würden, können diese nicht ausgelesen werden, wenn die Wäsche getragen wird - der Leseabstand wird dadurch auf 0 cm reduziert.
    diese Aussage verstehe ich nicht, wieso soll der Leseabstand auf 0 reduziert werden, wenn jemand die Wäsche trägt? Ich könnte mir vorstellen, dass die Lesevorrichtung an den / die Träger/in nicht so nahe herankommt, dass eine Lesung möglich ist.

    ich hatte in meiner Mail Bezug auf EPC-UHF-TAGs genommen - diese sind halt in unmittelbarer Nähe zu Metalloberflächen und Flüssigkeiten (wozu auch der menschliche Körper gehört) praktisch nicht mehr lesbar.

    Man müßte da schon mehr Energie, als gesetzlich zulässig, abstrahlen und auch sehr nahe herankommen, um die TAGs noch auszulesen.

    Daher hatte ich von 0 cm Lesereichweite bei der Unterwäsche gesprochen.

    Dennoch: die Stimmungsmache in den Medien scheint, wie alles, was mit Ängsten zu tun hat, ein lukratives Geschäft zu bleiben.

    Daher halte ich es für wichtig, aufklärende Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, um so den Ängsten, die aus Unwissenheit resultieren, zu begegnen.

    Man denke nur an die Einführung der Eisenbahn, als es hieß, Geschwindigkeiten über 30 km/h würden wahnsinnig machen......



    Mit freunndlichen Grüßen


    Hans Osmers