ABC-Initiative im Städtedreieck Aachen-Bonn-Cologne
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Dieter Schwampe Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Internet-Apotheke: Das Jobwunder von Erftstadt
In einem alten Supermarkt wächst und gedeiht die „Deutsche Internet Apotheke“.
Apotheker Philipp Heift hat in eineinhalb Jahren so etwas wie ein neues deutsches Wirtschaftswunder geschaffen. Heift hat im Januar 2004 mit einem Angestellten eine Online-Apotheke aufgebaut. Jetzt beschäftigt er 40 Mitarbeiter. Alle aus Erftstadt und Umgebung. 39 neue Arbeitsplätze. In Deutschland. In knapp zwei Jahren.
Mit etwas Glück und Mut. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt „im Rücken“. Sie war es, die ab 2004 das Verbot aufhob, in Deutschland einen Versandhandel für Apothekenartikel zu betreiben.
Gleichzeitig wurde die Preisbindung für nichtverschreibungspflichtige Medikamente abgeschafft. Zuvor hatten alle Apotheken die gleichen Preise. Ein Wettbewerb fand damit im Prinzip nicht statt. Heiffts Glück bestand darin, dass es lediglich Apothekern mit eigenem öffentlichen Geschäft erlaubt war und ist, Internet-Apotheken zu betreiben. Selbst eine Fremdbeteiligung ist ausgeschlossen, was große Konzerne mit entsprechendem Kapital außen vor lässt. So konnte ein neuer Markt entstehen, der schrittweise wächst und den Anbietern von Medikamenten im Netz die Möglichkeit lässt, behutsam mitzuwachsen.
Im Grunde hatten damals also alle Apotheker die gleichen Voraussetzungen, doch nur wenige haben den Schritt in den verschärften Wettbewerb gewagt. Einer von ihnen war der 49-jährige Philipp Heift.
Fünf, sechs Pakete wurden am Anfang pro Tag verschickt. Heute packen seine Mitarbeiter 100.000 im Jahr, die 35.000 Kunden zwei Tage nach ihrer Bestellung erhalten.
„Die Online-Apotheken können die öffentlichen nicht ersetzen, nur ergänzen“, sagt Heift. Die Apotheken im Netz seien nicht geeignet, eine umfassende persönliche Beratung bereitzustellen. Wer schnell ein Medikament gegen eine akute Erkrankung braucht, sollte sich besser an eine niedergelassene Apotheke wenden.
Auf diese Feststellung legt Heift Wert. Man spürt, dass er es nicht leicht hat in einem Berufsstand, der jahrzehntelang kaum Veränderungen zu spüren bekam und nun erstmals unter ein wenig Wettbewerbsdruck steht. „Medikamente über das Internet zu bestellen, ist für diejenigen interessant, die dauerhaft Medikamente brauchen und wissen, was sie wollen.“ Allerdings können derzeit lediglich nicht verschreibungspflichtige Medikamente frei kalkuliert werden. Alle anderen kosten das Gleiche wie in einer „normalen“ Apotheke.
„Das Geschäft ist unglaublich dynamisch und schnell. Man muss sofort und flexibel reagieren können.“ Als Heift im Urlaub aus der Zeitung (!) erfahren hat, das seine Internet-Apotheke bei vier von zehn getesteten Produkte billigster Anbieter war, war der Urlaub schnell zu Ende.
Sein Geschäft wächst von Tag zu Tag. Ob er will oder nicht. Im Grunde ist er ständig auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. „Wir stoßen im alten Supermarkt langsam an die Kapazitätsgrenze“, sagt Heift. Er seufzt. Es klingt, als würde er gerne die momentane Größe beibehalten.
Doch er wird den Wachstum nicht verhindern können. Sein Geschäft muss wachsen, um im Internet in Zukunft nicht unterzugehen. Irgendwann wird ihm das Platzangebot des ehemaligen Supermarkts nicht ausreichen. Das „alte“ Wirtschaftswunder hat er dann endgültig hinter sich gelassen.
http://www.deutscheinternetapotheke.de
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- 23 Nov 2005, 3:59 pm
