"Gesundheit 2.0"

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  • Andreas Zenker
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    Arthrose - Was hilft wirklich?
    Etwa elf Millionen Menschen leiden hierzulande an Arthrose. Einer Untersuchung der Düsseldorfer Ärzte Carsten Moser und Peter Wehling zufolge sind jedoch viele Behandlungsmethoden wenig wirksam und bringen zudem noch gravierende Nebenwirkungen mit sich.

    Der Begriff Arthrose bedeutet übersetzt so viel wie "Gelenkerkrankung". Ärzte bezeichnen mit Arthrose einen zunehmenden, altersabhängigen Knorpelabrieb der Gelenke des Körpers. Dieser Knorpelabrieb kann entweder schleichend erfolgen (latente Arthrose) oder zu einer schmerzhafte Erkrankung werden (aktivierte Arthrose).

    In fortgeschrittenen Fällen können auch Veränderungen im Bereich des gelenknahen Knochens, der Gelenkschleimhaut, der Gelenkkapsel sowie der Gelenk umspannenden Muskulatur auftreten. Im schlimmsten Fall kann Arthrose zur Zerstörung des Gelenkes führen (Arthrosis deformans). Tritt die Arthrose an vielen Gelenken gleichzeitig auf, spricht man von einer Polyarthrose.

    Meist schleichend

    Arthrose beginnt meist schleichend nach dem 50. Lebensjahr und verläuft auch in Schüben. Ab einem bestimmten Alter lassen sich an praktisch allen Gelenken arthrotischen Veränderungen feststellen.

    Die Stärke des Knorpelabriebes steht übrigens nicht in direktem Zusammenhang mit den Beschwerden der Betroffenen. Ein Patient mit relativ geringem Knorpelabrieb kann also unter stärkeren Schmerzen leiden als ein Patient mit viel weiter fortgeschrittener Arthrose.

    Umfassende Studie

    Im Rahmen ihrer international angelegten Studie untersuchten die Wissenschaftler 21 Leitlinien, etwa 60 Übersichtsarbeiten und 300 klinische Studien. Das Ergebnis: Weit verbreitete Therapien wie zum Beispiel Gelenkspiegelungen und medikamentöse Behandlungen zeigten nur geringe oder keine Wirkung.

    Vorsicht mit Medikamenten

    Vor allem mit Medikamenten konnte die Gelenkfunktion kaum verbessert werden. Besonders nachteilhaft: Viele der scheinbar harmlosen Antirheumatika wie zum Beispiel Paracetamol brachten erhebliche Nebenwirkungen mit sich. So sollen Arthrose-Medikamente etwa zu Magengeschwüren und zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko führen können.

    Bewegung und Gewichts-
    reduktion

    Als relativ wirksam zeigten sich hingegen die Behandlung mit Injektionen sowie eine Gewichtsabnahme und Kräftigung der Muskeln. Carsten Moser vom Grönemeyer Institut für Mikrotherapie in Bochum plädiert daher für ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept. Eine Standardtherapie sei bei Arthrose nicht möglich.
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