"Gesundheit 2.0"
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Andreas Zenker Utente Premium Moderatore gruppoIl nome della società è visibile solo per gli iscritti registrati.Lakritze als Heilmittel
Vor allem in Skandinavien ist Lakritze sehr beliebt. Kein Wunder: Denn die aus Süßholzwurzel hergestellten Produkte schmecken nicht nur gut, sondern helfen auch bei Erkrankungen der oberen Atemwege - und bei so manchem anderen Leiden.
Lakritze bzw. Süßholz (lat. Glycyrrhiza glabra) zählt zur Familie der Hülsenfrüchtler. Beheimatet ist die Pflanze in der Mittelmeerregion und in Westasien. Als Hauptwirkstoff wurde das so genannte Glycyrrhizin ausgemacht, das etwa die 50-fache Süßkraft von Rohrzucker besitzt.
Bei Husten und Heiserkeit
Neben einer schleimbildenden und auswurffördernden Wirkung wurden bei Süßholzextrakten auch antibakterielle und antimykotische Eigen-schaften nachgewiesen. Typische Anwendungsgebiete von Lakritz- bzw. Süßholzprodukten sind Husten, Bronchialkatarrh und andere Erkrankungen der oberen Atemwege.
Auch gut für Magen und Darm
Doch Lakritze kann noch mehr: Auch bei Gastritis und Magengeschwüren kann die Süßholzwurzel helfen. So konnten Mikrobiologen u. a. belegen, dass Lakritze den Keim Helicobacter pylori angreift und ihn daran hindert, sich an den Magenwänden festzusetzen.
Der Hauptwirkstoff Glycyrrhizin scheint auch einen hemmenden Effekt auf verschiedene Virenarten zu haben. Allerdings muss die klinische Wirksamkeit hier erst noch wissenschaftlich belegt werden. Im ostasiatischen Raum wird Glycyrrhizin in Kombination mit Glycin und Cystein zur Behandlung von chronischer Hepatitis und Leberzirrhose eingesetzt. Als wissenschaftlich erwiesen gilt auch, dass Stressfaktoren im zentralen Nervensystem durch Lakritz abgebaut werden können. Zudem soll sich Lakritz auf die Libido auswirken. Während sie bei Männern bereits beim Verzehr normaler Mengen abnehmen kann, zeigte eine US-Studie, dass eine Duftmischung aus Gurken und Lakritze die Durchblutung am weiblichen Geschlechtsorgan deutlich erhöhen kann.
Zu viel kann schaden
Doch Vorsicht: Zu viel Lakritzkonsum kann auch Nebenwirkungen mit sich bringen und unter anderem zu Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Ödemen führen. Bereits sechs bis acht Lakritzschnecken können Nebenwirkungen auslösen. Lakritzprodukte, die mehr als 200 Milligramm Glycyrrhizin pro 100 Gramm Lakritze enthalten, müssen in Deutschland als Starklakritz gekennzeichnet sein.
Zur Herstellung von Lakritzprodukten werden die Inhaltsstoffe aus den Wurzeln extrahiert, eingedickt und zum Beispiel mit Gelatine, Stärke, Agar, Anis, Fenchelöl, Pektin und Zuckersirup vermischt. Teilweise wird auch Salmiak hinzugefügt. Die meist schwarze Farbe von Lakritzprodukten wird meist künstlich erzeugt.
Nicht überall gleich beliebt
In den Niederlanden und Skandinavien ist Lakritze sehr verbreitet und wird in Geschmacksrichtungen von süß bis salzig angeboten. In Norddeutschland sind Lakritz-Salmiakpastillen beliebt. In den meisten europäischen Ländern dagegen kennt man nur süße Lakritze. Den Weltrekord im Lakritzverbrauch halten die Niederländer mit 2 Kilogramm pro Person und Jahr. Deutsche kommen gerade einmal auf 200 Gramm.
Der Ausdruck "Bärendreck" geht übrigens auf den Süßwarenfabrikanten Karl Bär zurück, der auf viele Lakritzarten Patente hielt.
- 11/01/2010, 16:28
