"Gesundheit 2.0"

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  • Andreas Zenker
    Andreas Zenker    Utente Premium   Moderatore gruppo
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    Machen Energiesparlampen krank?
    Ab September 2009 werden aufgrund einer EU-Verordnung Glühlampen mit 100 Watt und mehr aus dem Handel verschwinden. Bis 2012 sollen dann gar keine Glühbirnen mehr verkauft werden. Als Ersatz sollen Energiesparlampen dienen und sowohl den Stromverbrauch als auch die CO2-Emissionen senken. Doch deren Verwendung birgt auch Risiken.

    Dass Energiesparlampen meist eine andere Raum-atmosphäre schaffen als traditionelle Glühbirnen, dürfte jeder, der solche Leuchtmittel verwendet, schon bemerkt haben. Manche stören sich nicht weiter daran, andere greifen schnell wieder zur alten Glühbirne, um die behagliche Stimmung wieder herzustellen.

    Blau macht wach

    Dass sich Menschen mit Energiesparlampen nicht wohlfühlen hat dabei einen wissenschaftlich belegbaren Grund. Dieter Kunz, Chefarzt an der Berliner Charité, sieht sogar Gesundheitsrisiken bei der Verwendung von Energiesparlampen. Denn viele der neuen Leuchtmittel weisen einen hohen Blauanteil im Lichtspektrum auf und wirken dadurch als Wachmacher, da bläuliches Licht das Schlafhormon Melatonin unterdrückt. Werden Energiesparlampen mit hohem Blauanteil also abends und nachts im Wohn- oder Schlafzimmer verwendet, kann es zu einer Störung der sogenannten Inneren Uhr kommen. Solche Störungen sollen Einfluss auf Tumorerkrankungen, Herzinfarkte, Depressionen und diverse andere Erkrankungen haben. Tagsüber ist solches Licht dem Schlafforscher zufolge allerdings ungefährlich oder sogar vorteilhaft. Dem Lichtexperten Professor Heinrich Kramer von der Universität Aachen zufolge enthalten übrigens auch neue Warmlicht-Energiesparlampen den Blauanteil und sollen daher, als Abend- und Nachtbeleuchtung eingesetzt, die selben Nachteile mit sich bringen. Selbst der Zentralverband Elektronik und Elektroindustrie (ZVEI) bestätigte die wach machende Wirkung von Licht mit höherem Blauanteil und rät allen, die mit Energiesparlampen schlechter einschlafen können, zur Verwendung von Halogenlampen.

    Für die Umwelt wirkungslos

    Laut Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) wird durch das Glühlampenverbot auch keine Tonne CO2 eingespart werden. Denn der durch Energiesparlampen weniger verbrauchte Strom führe dazu, dass die Stromerzeuger weniger Verschmutzungsrechte benötigen, die dann aber anderen Branchen zur Verfügung stehen. Ökologisch sei das Glühlampenverbot daher vollkommen wirkungslos. Kritiker haben noch weitere Argumente, die gegen viele der derzeit angebotenen Energiesparlampen sprechen. So können Energiesparbirnen Elektrosmog erzeugen, ihre Strahlung soll toxisch wirken, sie können Quecksilber enthalten oder gar radioaktiv sein und sind zudem als Sondermüll zu entsorgen.

    Ein Lösung, die gutes Licht und Energiesparen in Einklang bringt, könnten vielleicht Leuchtdioden-Birnen bringen. In etwa zwei Jahren sollen solche LED-Leuchten als Alternative zur einer 60 Watt starken Glühbirnen marktreif sein.

    Welches Leuchtmittel künftig ein genauso behagliches Licht wie die traditionelle Glühbirne liefern wird, bleibt abzuwarten. Findet sich kein guter Ersatz, könnten sich schöne Abende bei Kerzenlicht zu einem neuen Trend entwickelt. Natürlich nur, solange das keine EU-Richtlinie verbietet.