"Gesundheit 2.0"

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  • Andreas Zenker
    Andreas Zenker    Utente Premium   Moderatore gruppo
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    Rosa Brille und Schwarzmalerei - warum beides Vorteile bringen kann
    Ist das Glas halb leer oder halb voll? Vieles im Leben ist eine Frage des eigenen Denkens.
    Eine aktuelle Studie belegt, dass positives Denken auch gesünder machen kann. Der dauerhafte Blick durch die rosa Brille ist aber keinesfalls immer und für alle Menschen gleichermaßen vorteilhaft.

    Psychologen der Roehampton University, des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und der Techniker Krankenkasse haben in einer neuen Studie untersucht, ob es möglich ist, das Infektionsrisiko durch eine positive Lebenseinstellung herabzusetzen.

    Weniger krank

    Das Ergebnis: Optimistische Hochschüler empfanden ihre Prüfungsphase nicht nur als weniger stressig und psychisch belastend, sie wiesen auch weniger Erkältungs-symptome auf. "Die Pessimisten empfinden die Prüfungsphase als schwer zu bewältigen, sie investieren mehr Energie, um den Stress zu händeln und sind dadurch deutlich anfälliger für Infektionskrankheiten", so Prof. Claus Vögele von der Londoner Roehampton University.

    Rosa ist nicht immer gut

    Da die Studie nur auf den Stressfaktor "Prüfung" fokussierte, ist sie allerdings nur begrenzt geeignet, um generelle Aussagen zum Einfluss positiver Lebenseinstellungen auf das Immunsystem zu treffen. Kritiker der positiven Denkens betonen schon lange, dass rosa Gedanken keineswegs für alle Menschen Vorteile bringen. Im Fokus der Kritik stehen dabei vor allem Visualisierungstechniken, die dazu auffordern, sich einfach Idealzustände auszumalen, um diese zu erreichen. Die Möglichkeit, von solchen Gedanken wirklich zu profitieren, hängt nach Ansicht vieler Forscher stark von der jeweiligen Persönlichkeit ab.

    Zu schön gefärbt

    So hat eine Studie der Universitäten Hamburg und New York Studenten beim Übergang ins Arbeitsleben untersucht: Teilnehmer mit besonders stark positiven Vorstellungen über ihre berufliche Zukunft schrieben nach dem Studium nicht nur weniger Bewerbungen, sondern erhielten auch weniger Job-Angebote und verdienten später weniger als diejenigen ohne allzu rosa Brille auf der Nase.

    Gut zu wissen:
    Schlimmer geht‘s nicht

    In manchen Fällen kann sogar negatives Denken hilfreich sein. So gibt es etwa bei psychologischer Beratung eine Methode, die dazu auffordert, sich den schlimmsten aller möglichen Fälle auszumalen. Der Effekt ist dabei häufig, dass übertriebene Ängste erkannt, Situationen eingeschätzt und Ziele realistischer angegangen werden. Der Weg zum Guten führt hier also über das Negative.

    Positiv, aber realistisch

    Wesentlich beim positiven Denken scheint ein ausreichender Realitätsbezug zu sein. Wer nur Luftschlösser baut, muss immer auch mit einer unsanften Landung rechnen.

    Eine grundlegend positive Einstellung und der Glaube an ein gutes Ende kann aber oft nicht nur glücklicher, sondern auch gesünder machen. Gut zu wissen, oder?