Hallo Renate,
ich bin nicht in der KSK versichert und kenne daher die Konditionen nicht. Die kann man auch bei der KSK erfragen.
Prinzipiell geht können dir deine Partner Rechnungen stellen, die du weiterberechnest. Ich bin Webdesigner, der auch mal für andere Designer arbeitet und deren Design "in HTML umsetzt". In der Regel rechne ich meine Programmierleistungen direkt mit dem Kunden ab und der Designer seinen Entwurf. Es gibt allerdings auch Kollegen, die meine Leistungen "durch ihre Bücher schleusen" wollen.
Ich halte es für sehr sinnvoll, wenn jede seine Leistung direkt mit dem Kunden abrechnen. Das hat klare Vorteile:
Du haftest nicht für die Arbeit deiner Kollegen.
Du haftest nicht für den Geldeingang gegenüber deinen Kollegen.
Du musst die Fremdkosten nicht fakturieren (kostet Geld und Zeit).
Du musst die Fremdarbeiten nicht vorfinanzieren, wenn dein Kunde nicht zahlt/zahlen will.
Dein Umsatz steigt nicht künstlich in die Höhe. Bei der Umsatzsteuer gibt es ein paar Umsatzgrenzen für die Zahlung der Umsatzsteuer (Jährlich, quartalsweise, monatlich).
Du musst dich nicht mit der KSK-Abgabe rumschlagen, sondern deine Kunden.
Natürlich gibt es viele Agenturen, die nicht wollen, dass der Kunden erfährt, was die Fremdleistungen gekostet haben. In der Regel veranschlagt man für die Fakturierung 15% Aufschlag. Allerdings habe ich auch schon 400% Aufschlag erlebt. Die Agenturen verdienen sich so ein Zubrot durch ihre "Schleusertätigkeit".
Also das Beste ist: Jeder stellt seine Arbeit dem Kunden in Rechnung. Das ist transparent und schafft dauerhaft Vertrauen zwischen allen Parteien, weil es keine Mauscheleien gibt.
Viele Grüße
Jan-Peter Wahlmann AGD
PS: Und jetzt warten wir auf die Antwort von Peter Bischoff ;-)

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Jan-Peter Wahlmann Premium Üye
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Hallo Renate,
ja, das Argument mit der einen Rechnung kenne ich. Doch es ist - sorry für den Ausdruck - in 99,99% aller Fälle Blödsinn.
"Rechnung" und "Ansprechpartner" haben nichts miteinander zu tun.
Wenn ma ein Haus baut und keinen Generalunternehmer (= Agentur) beauftragt, hat man einen Bauleiter/Architekten (= du) und die diversen Gewerke (= deine Lieferanten), die jeder rechnet separat mit dem Bauherr (= Kunde) ab.
Aus kaufmännischer Sicht muss der Verkaufspreis jede Ware/Leistung über deren Einkaufspreis liegen. Also bei jeder Fremdleistung, die du weiterberechnest, nur mit Aufschlag weiterberechnen. So macht das jeder Unternehmer und du bist doch nicht von der Wohlfahrt oder ;-)
Schließlich hast du mit jeder Rechnung Arbeit.
Wenn ein Aufschlag aus Budgetgründen nicht möglich ist, muss dein Lieferant direkt mit dem Kunden abrechnen. Ich erkläre meinen Kunden in solchen Fällen immer, dass es sie günstiger kommt, wenn die Lieferanten direkt ihre Rechnungen stellen, weil ich einen Aufschlag nehmen müsste. Das kapiert jeder Unternehmer.
Was machst du, wenn dein Kunde nicht zahlt (oder pleite geht) und dein Lieferant sein Geld haben will? Die Ausrede »Ich zahle erst, wenn der Kunde zahlt.« hilft nicht weiter. Nach 30 Tagen bist du laut Gesetz in Verzug und dein Lieferant kann das gerichtliche Mahnverfahren beginnen. Du stehst für die Zahlung gerade.
Es ist vollkommen legetim, wenn du deinen Aufwand für die Druckbetreuung gesondert berechnest. Die Druckerei rechnet direkt mit dem Kunden ab und du rechnest deine Stunden ab. Das ist transparent für beide Seiten. Du kannst das ganze auch über eine Pauschale machen. Doch verstecke es nicht in deinem Stundensatz.
Prinzipiell würde ich nichts »verstecken«. Machst du für deine Aufträge eine Zeiterfassung? Stell dir vor, du entwirfst für einen Kunden Briefpapier und Visitenkarte und braucht wie angeboten 8 Stunden dafür (Liebe AGD-Kollegen, das ist nur ein einfaches Beispiel ohne VTV). Die ganze "Hampelei" mit der Druckerei dauert außerplanmäßig (weil komplizierter Kunde) nochmal 8 Stunden.
Willst du jetzt dem Kunden die 8 Stunden Druckabwicklung ohne Berechnung schenken? Oder deinen Stundensatz verdoppelt, um sie zu berechnen? Oder dich als schlechte Designerin/Kauffrau outen, weil du statt 8 Stunden jetzt 16 Stunden für den Entwurf gebraucht hast? Das ist doch alles Mist.
Berechne dem Kunden 8 Stunden Design und 8 Stunden Druckabwicklung. Dann weiß er, wie die Mehrkosten entstanden sind.
Als AGD-Mitglied bekommt man so eine schöne große Mappe mit lauter klugen Infos von Kaufleuten, Rechtsanwälten, Steuerberatern. Und es gibt sehr gute Seminare zu diesen Themen und viele Kollegen mit einem Haufen Erfahrung. Die 240 EUR Beitrag rechnen sich ganz schnell - und zwar jedes Jahr ;-)
Ich hoffe, dass ich dir helfen konnte.
Viele Grüße
Jan-Peter Wahlmann AGD

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Jan-Peter Wahlmann Premium Üye
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