Agile Saxony

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  • Heiko Nardmann
    Heiko Nardmann    Utente Premium
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    Agile Vorgehensweisen in Festpreisprojekten?
    Inwieweit vertragen sich Agile Vorgehensweisen und Festpreisprojekte?

    Nach meinem bisherigen (noch etwas dürftigem) Verständnis zeichnen sich die Agilen Vorgehensweisen u.a. dadurch aus, dass sich die Anforderungen während der kompletten Projektlaufzeit änden (dürfen), sei es durch das Hinzukommen von Anforderungen oder durch Neu-Priorisierungen.

    M.E. stellt dies kaum ein Problem dar, wenn man von Projekten ausgeht, die vom Kunden nach Aufwand bezahlt werden. Er bezahlt halt für die Leistung, die für die jeweiligen Milestones (ich verwende diesen Begriff hier ganz bewußt als "Basisklasse" für die Begriffe Iterationen (XP) oder Sprints (Scrum)) vorher festgelegt wurden.

    Siehe auch
    http://scrum-master.de/content/view/64/31/

    Im Gegensatz zu diesen Aufwandsprojekten versuche ich nun zu verstehen, inwieweit ein Festpreisprojekt bei einer SW-Entwicklung Sinn macht. Zum einen muss die Spezifikation der SW zuvor sehr detailliert erstellt worden sein, um eine Kalkulation und auf dieser Basis ein Angebot erstellen zu können.

    Fehlen an dieser Stelle Vorgaben und die SW wird streng nach Spec entwickelt, so ist der Kunde unzufrieden, da es sich evt. erst dann herausstellt, dass er mit dem erstellten Produkt nichts/nur begrenzt viel anfangen kann. Natürlich weiß ich, dass Prototyping und intensive Einbeziehung des Kunden dieses Problem mildern können ...

    Ein unzufriedener Kunde ist nicht unbedingt ein wiederkehrender Kunde. Auf der anderen Seite müssen bei der Erstellung des Angebotes sämtliche Risiken bedacht werden (sehr schwer bis praktisch unmöglich, sonst hießen die Viecher ja nicht Risiken, oder? ;-) ). Ist dies nicht der Fall, so führt dies zu Projekten, die Time oder Budget sprengen. Also müßte bei der ursprünglichen Planung ein großer Puffer für all diese Risiken eingeplant werden, was das Projekt teurer macht.

    Wie gehe ich nun mit Projekten um, bei denen die Spezifikation während des Projektes weiter fortgeschrieben/verfeinert/erweitert wird, wenn es sich um ein Festpreisprojekt handelt? Soll ich meinen Projektleiter erschlagen oder gibt es da einen Ausweg aus meiner Denkfalle (sofern es eine ist)?

    Wäre es da nicht geschickter, wenn man dem Kunden ein Aufwandsprojekt unter Einbeziehung von Agilen Vorgehensweisen anbietet? Welche Argumente könnte man dafür einbringen? Ich war eigentlich früher der Meinung, dass eine detaillierte Spezifikations-/Designphase als separat vom Kunden zu bezahlender Punkt vor der eigentlichen Implementationsphase Sinn macht, damit der Kunde auf Basis der dann vorliegenden Ergebnisse sich ein Angebot (oder auch mehrere) für die folgende Phase geben lassen kann. Natürlich besteht dann das Risiko, dass er einen billigeren (nicht unbedingt preiswerteren) Anbieter wählt, aber das ist ja auch eine Frage der Beziehung, die man zum Kunden während der zuvor abgearbeiteten Phase aufgebaut hat.

    Seit dem letzten "klassischen Software-Projekt" (s. Link oben), das genau so vor die Wand gelaufen ist, bin ich dabei, die Std-Literatur zum Thema SW-Dev zu durchforsten, um zu sehen, welche Unterschiede sich für die SW-Entwicklung ergeben, wenn ein Festpreis- oder ein Aufwandsprojekt vorliegt. Noch nichts gefunden ... hat da jemand Literatur, die auf diese (in meinen Augen vorliegende) Problematik eingeht?

    Irgendwie erinnert mich dieses Entwickeln auf kurzfristig festgelegte Anforderungen hin an JIT bzw. das Drum-Buffer-Rope Konzept aus TQM/TOC ... have to rethink that ...

    So, genug für diese Nacht ... evt. Schwachsinn möge man bitte mit Verweis auf die fortgeschrittene Stunde entschuldigen.

    Gruß
    Heiko Nardmann

    PS: es kann natürlich sein, dass solche Themen schon im Rahmen einer PMI-Schulung abgehandelt werden - ich bin leider noch nicht in den Genuß einer solchen gekommen.
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