AHA-Förderung | Doppelolympiasieger und Ex-Weltrekordler Armin Hary fördert junge Sporttalente

AHA-Förderung | Doppelolympiasieger und Ex-Weltrekordler Armin Hary fördert junge Sporttalente

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  • Alexander E. Schröpfer 亚历山大 施略菲尔
    Alexander E. Schröpfer 亚历山大 施略菲尔
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    Gruppen-Newsletter: Armin Hary - Ein Siegertyp sucht Siegertypen
    Jugendsportseite Münchner Merkur, 30.12.2009

    Ein Wahnsinnsfinale! Nerven wie Drahtseile sind nötig, um hier zu bestehen. Zweimalschon ist das Rennen abgebrochen worden, wegen Fehlstarts.

    Nun, im dritten Versuch, muss sich Armin Hary zügeln, schließlich ist ihm einer der Fehlstarts angelastet worden. Hary, der Weltrekordler, der kurz zuvor in Zürich als erster Mensch der Welt 10,0 Sekunden über 100 m gelaufen war, ist bekannt für seine Reaktionsschnelligkeit, seine Explosivität im Startblock. Nun ruhen alle Augen auf ihm, der Druck ist groß. Doch trotz der erzwungenen Verzögerung rast er auch im olympischen Finale als Erster durchs Ziel, distanziert die siegessicheren Amerikaner.

    Das war 1960. Und Hary, inzwischen 72, sagt noch heute: „Ich bin damals nach Rom gefahren, um Olympiasieger zu werden.“ Hary zweifelte nicht, er dachte in großen Dimensionen. Armin Hary war ein Siegertyp.

    Heute sucht er nach diesen Charakteren, nach Typen mit dieser Einstellung, dieser Mentalität. Ihn schmerzt, wenn er die deutsche Leichtathletik sieht, ach was, den ganzen deutschen Sport. „Wir sind zu satt", glaubt Hary. Und dennoch ist er überzeugt, es gibt sie noch, die Hungrigen. „Die aber lassen wir verhungern.

    Und damit ist er beim Thema, seinem Thema. Armin Hary ist zwar im Rentenalter, nicht aber im Ruhestand. Er hat eine Mission, genau die Kinder will er suchen, die dem deutschen Sport wieder zu mehr Ansehen, zu Ruhm verhelfen. Und die, glaubt er, findet man dort, wo er auch selbst herkommt, dort, wo das Leben ein Kampf ist. „Wenn ich nicht direkt neben dem Sportplatz aufgewachsen wäre, hätte es nie einen Olympiasieger Armin Hary gegeben." Denn für ein Fahrrad, mit dem ich ins Training hätte fahren können, fehlte das Geld.“

    Klar, das war eine andere Zeit. Aber Hary ist überzeugt, dass auch heute noch viele Kinder dem Sport deshalb verloren gehen: „Sobald im Verein Beiträge fällig werden, brechen viele weg“, sagt Hary und spricht von 4,5 Millionen Schülern, die ohne Pausenbrot in die Schulen geschickt werden. „Armut ist immer noch ein Thema."

    Aber genau hier sind sie doch, die Hungrigen, die zu Siegertypen werden könnten. Hier setzt Hary an, seine Armin Hary-Förderung, kurz AHA-F, will in erster Linie Kinder fördern, die nicht aus wohlhabenden Familien stammen, Kinder, die Unterstützung brauchen, um Fahrtkosten ins Training, Beiträge bezahlen zu können. „Wir wollen ihnen das Notwendigste zur Verfügung stellen, 80 Prozent derer, die aus dem Sportverein ausscheiden, tun das, weil daheim die finanziellen Mittel fehlen. Aber genau das sind doch unsere potenziellen Olympiasieger.“

    Nun also wünscht sich Armin Hary, der Tag könnte mehr als 24 Stunden haben. „Bis zu 18 Stunden bin ich oft unterwegs." Zu Bürgermeistern, Firmen, Unternehmen, die er für sein Projekt gewinnen will. Er sucht nicht Sponsoren, sondern Partner, die direkt vor ihrer Haustüre Sporttalente finanziell unterstützen. Das Geld geht an die jeweilige Kommune, die es an drei bedürftige Kinder, die von Übungsleitern benannt werden, aufteilt. „Der Beitrag bleibt also in der Stadt, fließt nicht in irgendwelche Kanäle."

    Die Übungsleiter achten darauf, dass das Geld richtig angelegt und von Eltern nicht anderweitig verwendet wird. Armin Hary erzählt von einem Eishockeyspieler, dem sein Projekt eine Monatskarte für die Fahrten ins Training finanziert. „Neulich hat er mir einen Brief geschrieben, sich bedankt und berichtet, dass er mit seiner Mannschaft Meister geworden und zum besten Spieler gekürt worden ist." So etwas rührt Hary, er sieht es als Indiz, dass der Sport aus den Kindern auch anständige Menschen macht, die wissen, was sich gehört.

    Eine Schwimmerin, die seit zwei Jahren unterstützt wird, hat sich durch den erhöhten Trainingsaufwand „um drei Klassen verbessert“. Erst dank der Unterstützung durch Harys Projekt kann sie die Mutter nun regelmäßig in die 15 km entfernte Schwimmhalle bringen. Rund 150 Kinder werden derzeit von AHA-F gefördert, „es gibt keinen Ausfall, alle haben sich entwickelt“, erzählt der Initiator stolz, sieht sich aber erst am Anfang: „Wir könnten jährlich 10 000 Kinder unterstützen, 3400 Städte kämen dafür in Frage.“ Und deshalb ist Hary fast täglich in seinem
    schwarzen Volvo auf Tour, um Partner zu finden für echte Siegertypen.

    „Sport“, sagt er, „ist der erste Schritt zur Bildung, erst durch den Sport werden die Kinder auch aufnahmefähig. Und Hary erzählt von den vielen positiven Auswirkungen, von der Chance, über den Sport Kindern den sozialen Aufstieg zu ermöglichen, sie charakterstark und zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft zu machen. „Im Sport erziehen sie sich gegenseitig, die sind motiviert bis in die Zehenspitzen, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt.

    Wir müssen nur in die Grundlagen investieren, alles andere kommt von selbst.“ Vieles, was er sagt, beruht auf eigenen Erfahrungen. „Mich hat der Sport auf einen guten Weg gebracht, wenn alle Sport treiben würden, hätten wir eine andere Gesellschaft, würden Anders miteinander umgehen.

    Das ist es, was ihn treibt, was ihn nicht ruhen lässt, auch jetzt nicht, mit 72. „Ich weiß, wo ich suchen muss.“ Nicht dort, wo Kinder von Eltern verhätschelt werden, sondern dort, wo das Leben noch richtig hart ist, wo man Durchsetzungsvermögen und Willen braucht. Das sind sie, die künftigen Siegertypen. Glaubt Hary. Und die wird er finden. Nur eines stört ihn: Es geht ihm viel zu langsam. „Ich war halt Sprinter. “ Aber auch Kämpfer. Und das ist er noch heute, wenn er um den Erfolg seines Projekts ringt. Er verspricht: „Ich beiße, bis zum letzten Zahn.“

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    Dieser Newsletter wurde von Moderator Alexander E. Schröpfer 亚历山大 施略菲尔 für die Gruppe "AHA-Förderung | Doppelolympiasieger und Ex-Weltrekordler Armin Hary fördert junge Sporttalente" verfasst.

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