ALPENTOURER - Europe's motorcycle touring magazine

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  • Franz Müller
    Franz Müller
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    Im Zeichen der Alpenpässe – Teil 1
    Tirol – Steiermark – Karawanken – Julische Alpen – Karnische Dolomiten – Tirol

    25./26.06.2010

    Kurzfassung: 2 Tage reiner Fahrspaß, 1370km, 26 Pässe und jede Menge Kurven und Kehren

    Vorwort:
    Der Plan war ganz einfach: Kurven, Kurven, Kurven und Sightseeing nur auf 2 Rädern!
    Nach eingehender Vorplanung wusste ich auf was ich mich einlasse. Ungefähr 1400km, 25 Alpenpässe, jede Menge Kurven und 3 Tage Zeit. Ich wollte einfach nur fahren und Kurven schlucken. Das Sightseeing kann ich auch auf 2 Rädern machen.

    Tour Bericht:
    Am Freitag den 25.06.2010 startete ich in der Früh um 6 Uhr bei blauem Himmel und gefühlten 12°C von Angerberg im Bezirk Kufstein/Tirol die geplante Pässe Tour. Durch das Kaisergebirge nach St. Johann i.T. über den Pass Strub zur Reiter Alpe und weiter über den Kniepass und den Steinpass nach Schneizelreuth (D). Über den Schwarzbachwachtsattel nach Berchtesgaden und rein ins Salzburger Land nach Hallein. Der blaue Himmel war mittlerweile weg und es wurde recht frisch. Es hatte den Anschein als ob es jeden Moment zu regnen beginnt. Aber ich sollte, abgesehen von gefühlten 5°C, vom Regen verschont bleiben. Von Hallein ging es weiter am Wiesentalstausee nach St. Gilgen am Wolfgangsee und auf der Österreichischen Romantikstrasse nach Bad Ischl.
    Hier mal den ersten Tankstop und einen kurzen Kaffee. Das Wetter blieb trocken und der Gummi auf den Felgen hatte einwandfreien Halt. Weiter ging es nach Bad Goisern und auf der Salzkammergutstrasse, über den Pötschenpass, nach Bad Aussee. Die zwischen dem Sarstein (1975m) und Sandling (1717m) gelegene Scheitelhöhe des Pötschenpasses markiert auch die Grenze zwischen Oberösterreich und der Steiermark. Also jetzt bin ich in der Steiermark. Mal schauen, ob die Steiermark wirklich so schön ist wie meine Steirischen Kollegen und natürlich auch Susanne, die mir einige Tipps gab, immer sagen. Weiter ging es über den Radlingpass nach Bad Mitterndorf und Liezen. Langsam kam wieder die Sonne zum Vorschein und es wurde wärmer. Ich taute wieder auf. Ja, im Juni kann man anscheinend auch noch frieren.
    Dann auf der B146 nach Admont und rein in den 2002 gegründeten und 110 km² großen „Nationalpark Gesäuse“. Von Hieflau ging es über die Radstatthöhe an Palfau und Göstlinger Alpen vorbei nach Wildalpen. Die Mürzsteger Alpen lies ich „links liegen“ und fuhr über den Hals/Hochschwabblick auf der der B24 nach Gußwerk. Von dort über den Seebergsattel nach Seewiesen und über den Pogusch nach St. Marein. Mittlerweile war es Mittag und ich habe die ersten 10 Pässe und jede Menge Kurven hinter mir. „Und der Gummi hält!“ Über Allerheiligen, so heißt der Ort und wir haben heute immer noch den 25.06.2010, ging’s es „Auf der Schanz“ in den Fischbacher Alpen nach Gasen ins „Almenland“. Leider habe ich mich hier vertan und habe nur die Sommeralm gestreift.
    Über Passeil ging’s zum Rechberg. Die kurvenreiche Rechberg Bundesstrasse ist seit 1972 Austragungsort des Rechbergrennens (oder „Hill Grand Prix of Austria“) Über Semriach ging es runter nach Kleinstübing um mal wieder mit meinem „Ex-Cheffe“ Kaffee zu trinken. Mittlerweile ist keine Wolke mehr am Himmel zu sehen und es ist sommerlich warm. Nach der Kaffeepause ging es über Großstübing, St. Pankrazen, Stiwoll Tobelbad, Hausmannstätten, Kirchbach nach Gnas. Um ca. 16.30 Uhr, nach 617km und 13 Pässen war das erste Etappenziel erreicht. „Und der Gummi hat immer gehalten“. Wohl mit 3-Wetter Taft eingesprüht. 
    Gegen 19 Uhr ziehen dunkle Wolken auf und es beginnt zu regnen. Aber egal, die GS ist eingeparkt und der Gummi muss heute nichts mehr halten. Und lieber heute Nacht regnen als morgen. Den Abend lies ich bei einem Kollegen und seiner Familie ausklingen.

    Am darauf folgenden Tag hieß es wieder recht zeitig raus und nach dem Frühstück wieder rauf auf die Maschine. Gegen 8 Uhr starte ich bei Sonnenschein von Gnas den zweiten Abschnitt der Tour. Heute waren die „Karawanken“ und die „Julischen Alpen“ in Slowenien das Ziel. Runter ging nach Eibiswald und über die Soboth rein auf Slowenien. Hier muss gleich mal angemerkt werden, dass für „einspurige Fahrzeuge“ eine 70iger Beschränkung gilt. So ein Sch….. Wo mein Gummi doch so gut hält. Aber die werden Ihre Gründe haben. Anständig wie ich bin, fahre ich, aus Angst vor Radarpistolen nur den 70iger.
    Jetzt in Slowenien ging es von Dravograd nach Radlje ob Dravi. Hier in diesem Ort ging es dann den Radlpass hoch und ich beschloss diesen Abstecher zu machen. Also rauf auf den Radlpass, wieder rüber in die Steiermark. Am Ende des Radlpasses im Kreisverkehr eine 180° Drehung und wieder zurück. Eine kleine Entschädigung für das entgangene „Kurvenfeeling“ auf der Soboth wollte ich mir gönnen. Und der Gummi hält! Der Radlpass verbindet die Steiermark mit dem slowenischen Drautal.
    Von Radlje ob Dravi ging es auf der 1 über Podvelka in Richtung Selnica ob Dravi. Ca. 10km hinter Podvelka bog ich rechts ab nach Lovrenc na Pohurje im Bachergebirge und weiter zur Rogla. Lange sollte ich jedoch keinen Asphalt mehr unterm Gummi haben und es kam Schotter. Nach einer Weile kam dann das der erste Wegweiser auf dem Stand „Rogla 11km“. Aha also noch 11km, dann hoffentlich wieder Asphalt unterm Gummi. Es war so, der Wegweiser sollte recht behalten und nach ca. 11km habe ich Asphalt unterm Gummi. Am Ende der 1517m hohen Rogla kam ich in Zrece an.
    Da weiter auf der 431 nach Gornji Dolic und auf der 4 nach Velenje. Über Sostanj ging es über den „Spodnje Sleme pri Zavodnje“ rauf nach Crna na Koroskem um dann in den Steiner Alpen wieder mal Schotter unter den Gummi zu bekommen. Habe ja schon langen keinen mehr gehabt. Dieses Mal sollten aber 11km nicht ausreichen. Am Ende der Schotterpiste kam ich auf ca. 25km. Auf der Schotterpiste ging es über den „Spodnje Sleme pri Podolseva“ nach Podolseva. Ein auf 1000-1300m Seehöhe verlaufender, kurviger und zum größtenteil unbefestigter Höhenfahrweg, der bis zum Paulitschsattel dem Karawankenkamm folgt.
    Auf dem Paulitschsattel ging es nach Vellach ins Vellachtal in Kärnten. In Kärnten hielt ich mich jedoch nicht lange auf und begab mich auf dem Seebergsattel (Jezerski vrh) nach Preddvor im slowenischen Oberkrain. Von Preddvor ging es auf der 210 über Kranj, Skofja Loka und den Kladje Sattel nach Cerkno. Von da aus an Tolmin vorbei über Kobarid und Bovec ins Socatal in den Julischen Alpen. Bei Trenta dann über den landschaftlich eindrucksvollen Vrsic-Sattel mit seinen 51 Kehren, die teilweise aus Kopfsteinplaster bestehen, nach Kranskja Gora. Und von Kranskja Gora rüber ins Friaul (I) nach Pontebba.
    Ursprünglich wollte ich hier im Friaul eine Nacht Station machen. Aber da es erst mitte nachmittags war, beschloss ich die letzten 200km in Angriff zu nehmen und die Tour auf 2 Tage zu verkürzen. In Pontebba bog ich rechts ab und fuhr über den 1541m hohen Nassfeldpass nach Hermagor im Gailtal/Kärnten. Weiter über den Kreuzbergsattel nach Greifenburg. Dann über Oberdrauburg und Dölsach nach Lienz. Kurz am Gashahn gedreht und schon war ich in Matrei in Osttirol und über die 1650m hohe Felbertauernstrasse ging es weiter an Mittersil vorbei auf den Pass Thurn und in die Kitzbühler Alpen rein auf Tirol und durchs Brixental zurück nach Angerberg. Gegen 20Uhr, nach 753km und wieder 13 Pässen bin ich am Ausgangspunkt der Tour wieder angekommen. Am Ende waren es ingesamt 1370km, 26 Pässe und Kurven, Kurven, Kurven.
    „Und der Gummi hält bzw. hat die ganze Zeit immer gehalten“! 3-Wetter Taft hält nicht nur die Frisur!!
    This post was modified on 01 Jul 2010 at 06:06 am.
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  • Franz Müller
    Franz Müller
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    Hallo Susanne,

    schön, dass Dir der Bericht gefällt. Ich freue mich auch schon auf den Stmk-Bericht im neuen Alpentourer. Über Infos und sog. Geheimtips freue ich mich immer.

    Gruss


    Franz