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  • Theo H. Koch
    Theo H. Koch    Premium Member   Group moderator
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    Gruppen-Newsletter: Die Digital Natives kommen!
    Nachdem die Veranstaltung im Schloss Wülflingen auf verhaltenes Interesse stiess, waren einige Kommentare von Führungskräften zu lesen, die das Thema sehr ernst nehen.
    Zur Information die Zusammenfassung einer Rede der Referentin Christa Mesnaric als NEWS Letter.

    Die Digital Natives kommen! Ist Ihr Unternehmen Generation Y‐tauglich?

    Vortrag Zukunft Personal Köln, 12.10.2009, BDVT Stand, Halle 2.2 U 10

    Vorangestellte Zusammenfassung
    Seit einigen Jahren steigen Mitarbeiter in Führungspositionen auf,
    die nach 1980 geboren sind. Man nennt sie Generation Y, Digital
    Natives oder Multidimensionale Persönlichkeiten. Den gebildeten
    Gen Yer kann man so beschreiben:
    • Denken modularer und dadurch schneller und ganzheitlicher >
    führt zu Innovations‐Chancen und Change‐Prozesse
    • Sehr schnelle Auffassungsgabe gepaart mit Ungeduld (Yer
    unterbrechen Xer) > Führung‐ und Kommunikationsprobleme
    • Leben weniger Werte, diese dafür kompromissloser > lässt sie
    egoistischer und wenig teamorientiert erscheinen
    • Verlassen Unternehmen, wenn sie Vorgesetzte nicht schätzen
    können > Werte‐Diskussion.
    • Sind weniger loyal, unabhängiger von Gemeinschaft und gehen,
    wenn ihnen eine Gruppe nicht zusagt > Fluktuation junger
    Spezialisten und Überalterung der Belegschaft
    • Fordern erfüllende Aufgaben und Freiheit in der Ausführung neue Arbeitsprozesse und Verantwortungsverteilung
    • Setzen freien Zugang zu Informationen voraus, Einschränkung
    von Webzugriff ist Kündigungsgrund
    • Gute Antennen für „Lügen“ lassen sie erkennen, wenn Vorgesetzter etwas
    anderes sagt, als er denkt und fühlt > führt zu Identifikations‐Verlust

    Fazit Wenn wir das Szenario von überalterten Unternehmen auf der einen
    Seite und neuer Unternehmungen mit Digital Natives in
    Netzwerkstrukturen auf der anderen Seite vermeiden wollen, sollten
    wir JETZT anfangen unsere Unternehmen Y‐tauglich zu machen. Wir
    machen Ihr Unternehmen zukunftssicher und bringen beide Grössen
    an einen, um das höchste Potenzial zu nutzen.

    Generation X und Y
    gemeinsam in Markt und Gesellschaft
    Seit etwa 1980 werden häufiger Menschen mit veränderten Hirnstrukturen geboren.
    Generation Y werden sie genannt, Millennials, Digital Natives oder Multidimensionale
    Persönlichkeiten. Natürlich sind das „ganz normale“ Menschen mit Herz und Verstand
    und dennoch gibt es einenUnterschied zu den früheren Generationen, der in den
    Unternehmen und Familien für Zündstoff sorgt. Denn Gen Yer sind schneller, denken
    ganzheitlicher, scheinen kompromissloser, weil sie sich unangenehmen Situationen
    entziehen und haben stärkere Verbindungen zwischen den fünf
    Dimensionen des Menschen und zu ihrer spirituellen Ebene.

    Die Generationen:

    Generationen und Bezeichnungen Geburtsjahre
    Veteranen 1928 ‐ 1945
    Bommer, Babyboomer 1946 ‐ 1964
    Generation X, Xer, Gen X 1965 ‐ 1979
    Millennials, Generation Y, Digital Natives, Gen Net,
    Gen.com, Multidimensionale Persönlichkeiten
    1980 – 2002
    Generation Z, Digital Natives 1990

    Die Entwicklung des Menschen reagiert auf das, was die vorherigen Generationen erdacht, erlebt
    und erfahren haben. Computer und WorldWideWeb sind Abbilder des Menschen. Der Mensch
    gestaltet seine Umwelt nach den Prinzipien, die er bei sich selbst vorfindet. Er projiziert sozusagen
    sein eigenes System, sein Inneres, nach aussen. Das WWW hat die Grenzen von Zeit und Raum
    aufgelöst. Information ist sofort und an jedem Ort verfügbar. Dieses freie, sprunghafte, modulare
    System ist den neuen Hirnstrukturen „abgeguckt“. Wenn Sie Kinder beobachten, die ein einziges
    Mal von Mutter oder Vater den Umgang mit dem Computer und dem Internet gezeigt bekommen
    und dann sofort (häufig besser als die Eltern) die Strukturen nutzen können, dann liegt dies an der
    Ähnlichkeit ihrer eigenen Denkstrukturen mit dem modularen System des Webs.
    Generation Y tickt anders als Generation X
    Wie unterscheiden sich nun die Generation Y und Z von früheren
    Generationen, im Folgenden Gen Xer genannt?

    Gen Yer können im Denken Zeit und Raum schneller überwinden, sie denken vernetzt, modular und sprunghaft.
    Gen Yer sind schneller in der Auffassung. Wenn sie von einem Gen Xer etwas erklärt bekommen, denken sie zuweilen: Wieso kommt er nicht auf den Punkt. Was soll das „Drumherumreden“?
    Manchmal fallen sie dem Sprecher einfach ins Wort weil „ich es nicht mehr aushalte, zuzuhören, wenn ich schon lange weiss, was der andere sagen will“.

    Gen Yer sind stärker mit ihrem spirituellen Bereich, in dem sich
    die mentale Intuition befindet, verbunden bzw. erhalten stärker
    die Impulse aus diesem Bereich. Diese Impulse sagen ihnen, was
    gut für sie ist und lassen sie komplexe Zusammenhänge
    ganzheitlich erkennen.

    Wenn Gen Yer auf Widerstände stossen, können sie nicht immer
    gut damit umgehen. Sie haben das Gefühl, man wolle sie von
    ihrem Weg abbringen. Jungen Gen Yern fehlen an dieser Stelle
    Handlungserfahrung und kommunikative Fähigkeiten, um ihre
    Belange durchzusetzen.

    Gen Yer weisen ihrem Körper nicht mehr so viel Bedeutung zu
    wie frühere Generationen. Sie finden ihn wichtig, um bestimmte
    Dinge zu erreichen, sie nutzen ihn als Tool ihrer Persönlichkeit,
    das gleichberechtigt ist mit den geistigen Anteilen, die sie
    spüren. Gen Xer fragen an dieser Stelle vielleicht „welche
    geistigen Anteile?“ Genau darin liegt einer der Unterschiede.
    Gen Yer nehmen ihre geistig‐seelischen Anteile stärker wahr,
    können dies aber nur unzulänglich beschreiben, weil sie den
    anderen Zustand nicht kennen.

    Gen Yer fühlen sich unabhängiger und selbstbestimmter. Sie
    verlassen die „Gefangenschaft der Gemeinschaft“. Wenn die
    Gesellschaft nicht zu ihrem Wesen und ihren Zielen passt, dann
    gehen sie einfach. Ein Gen Xer würde das nicht so schnell wagen,
    da er sich mehr in einer Abhängigkeit zur Gemeinschaft fühlt als
    der Multi. Der Gen Xer will sich in kritischen Situationen
    durchsetzen (kämpfen, dominant auftreten, drohen), der Multi
    geht einfach.

    Gen Yer haben einen erweiterten Wahrnehmungsapparat zur
    Verfügung, weil sie die Dimensionen miteinander verknüpft
    haben. Deshalb sehen sie manchmal mehr als ein Gen Xer. Die
    Entdeckung der Spiegelneuronen hat uns einen ersten Eindruck
    gegeben, wie man sich das Innenleben eines Gen Yers vorstellen
    kann. Weit über das hinaus, was uns die Spiegelneuronen
    ermöglichen, können Gen Yer hinter die Fassade blicken. Sie
    haben ein Wahrnehmungsorgan, das das gesprochene Wort und
    das gedachte Wort des Sprechers vergleicht und Diskrepanzen
    herausfiltert. Kurz gesagt: Sie können sehen, wenn jemand lügt,
    wenn Denken, Fühlen und Sprechen nicht übereinstimmen.


    Generationsprobleme der besonderen Art
    Die Story vom Pferd
    Wenn ein Gen Xer ‐Chef dem Multi‐Mitarbeiter die Story vom Pferd
    erzählt, dann durchschaut dieser die Geschichte. Absichtliche
    Täuschungen und manipulatives Vorgehen kann man sich in Zukunft
    sparen. Wenn ein Multi bemerkt, dass etwas nicht stimmt, ist er
    nicht bereit, das Spiel mitzuspielen. Für die Unternehmen wird dies
    im Zeitalter des demographischen Wandels eine Herausforderung. Es
    ist nämlich gar nicht so einfach, Gen Yer zu halten. Wir brauchen sie
    allerdings dringend. Die Gen Yer sind die Führungskräfte von
    morgen, sie sind die Politiker, die Eltern, die Altenpfleger von
    morgen. Wir werden uns arrangieren müssen.

    Freiheit über alles
    Den Digital Natives wird es nachgesagt, dass sie morgens als erstes
    online gehen. Das stimmt nicht! Sie sind auch nachts online. Gen Yer
    leben ein digitales Leben. Sie stehen morgens auf und
    kommunizieren sofort mit der Welt, mit Freunden und Kollegen, per
    sms, auf Online‐Plattformen und – die etwas altmodischeren unter
    ihnen – per Mail. Während Generation X‐Menschen noch
    Mitarbeiter in ihr Büro bitten, um mit Ihnen am Rechner oder im
    Web etwas durchzugehen, besitzen junge Digital Natives gar keine
    Email‐Adresse mehr. Sie leben ihr kommunikatives Leben im Web.
    Der Zugriff auf alle Informationen und alle Menschen gehört zur
    Selbstverständlichkeit, die sie im Arbeitsprozess genauso fordern.
    Unternehmen bzw. Vorgesetzte, die Zugänge zum Internet sperren
    sind völlig unattraktiv. Der Multi‐Mitarbeiter wird sich in seiner
    Freiheit beschränkt fühlen und dem Unternehmen bald den Rücken
    kehren. Die Unternehmen werden um eine Öffnung zu den
    Millennial‐Kommunikationsmitteln (Blogs, Diskussionsforen, Skype,
    Peer‐to‐Peer‐Netzwerke) nicht herumkommen, wenn sie die guten
    jungen Mitarbeiter behalten wollen. Dabei geht es nicht wirklich um
    Technik. Internet‐ und Kommunikations‐Technik ist für Digital
    Natives wie die Luft zum Atmen – geburtsrechtliche Voraussetzung.
    Das Freiheits‐ und Freiraumbestreben der Gen Yer beobachten wir
    auch in Bezug auf Strukturen und Prozesse. Starres, Rasterhaftes
    und Normatives lehnen Gen Yer ab. Sie entfalten sich am besten im
    flexiblen Raum, der Gestaltungsfreiheit für Strukturen und Prozesse
    lässt und in dem sie sich selbst organisieren können.

    Leistung braucht flache Hierarchien
    Gen Yer arbeiten lieber ohne grosse Verbindlichkeit, spontan, weil
    sie das, was sie gerade machen, als sinnhaft oder freudvoll
    empfinden. Sie lehnen tiefe Hierarchien ab, wenn diese
    bewegungseinschränkend sind und tummeln sich lieber locker in
    virtuellen Teams. Loyalität tritt als Wert zurück, andere Werte
    werden wichtiger.

    Schlanke Werte Die gesunden, selbstbewussten jungen Menschen schauen mehr auf
    sich selbst. Wenn eine Situation nicht mehr passt, wenn jemand
    ungerecht oder manipulativ handelt, achten die Gen Yer mehr auf
    sich, als frühere Generationen. Sie haben weniger Angst vor der
    Zukunft und wenden sich deshalb ab, wenn es für sie unpassend
    wird. Der Wert “sich selbst gesund erhalten“ bekommt in dieser Zeit
    ein neues Gesicht. Insgesamt haben Gen Yer weniger Werte, die sie
    allerdings klarer und eindeutiger leben. Leistung als Wert wird bei
    den Jungen grossgeschrieben. Die Gen Yer wollen Wirkung erzeugen,
    die mit ihren eigenen Vorstellungen übereinstimmt. Eine von den
    eigenen Überzeugungen losgelöste Leistungserbringung, die
    ausschliesslich der Karriere oder dem Gelderwerb dient und das Herz
    unberücksichtigt lässt (wie wir das in früheren Generationen
    beobachten konnten), findet man bei Gen Yern weniger. Sie wollen
    Spass haben und da entscheiden Herz und Emotionen, was getan
    wird.
    Die Kehrseite dieser Medaille heisst Opportunismus. Gen Yer fühlen
    sich frei, ihr Leben nach dem Rosinenprinzip zu leben.
    Verbindlichkeit als Tugend wird ersetzt durch Selbstmotivation und
    Ehrgeiz. McGregor hat die Generation Y bereits in seiner
    Zweifaktoren‐Theorie beschrieben, er nannte sie damals bereits Typ
    Y.

    Spassgesellschaft
    Sind die Gen Yer eine Spassgesellschaft? Ja, eindeutig! Spass an der
    Arbeit, Spass in der Freizeit – Freude, Freiheit, Leichtigkeit – das sind
    angestrebte Lebensqualitäten. Natürlich gibt es unter den Gen Yer
    auch Angst, Ärger und Depression. Der Unterschied liegt in der
    Bewertung. Die früheren Generationen liebten Glaubenssätze wie
    „Das Leben ist nun mal kein Zuckerschlecken“ oder „Erfolg muss
    man sich hart erarbeiten“. Die Generation Y liebt ein leichtes,
    schwebendes Leben, dem virtuellen Space ohne harte Widerstände
    nachempfunden.

    Gefühle
    Gen Yer sind empfindsam. Wer Sie verschaukeln will, muss mit
    ihrem Fortbleiben rechnen. Enttäuschung können sie schlecht
    wegstecken, „Runterschlucken und durch“ fällt ihnen schwer.
    Erlittene Enttäuschungen sitzen tief und haben Konsequenzen, in der
    Regel verlassen Gen Yer daraufhin „kommentarlos“ den Platz. Sie
    kämpfen nicht lange, sondern orientieren sich, treffen ihre
    Entscheidung, gehen weiter ihren Weg und vergessen den Ärger
    wieder. Die Taktik, auf die Gen Xler oft bauen „Erst mal die Waffen
    zeigen, und dann den Frieden wählen“ kann bei Gen Yer nach hinten
    losgehen.

    Die Lösung
    Die Lösung liegt wahrscheinlich wie immer im „aufeinander
    zugehen“ und voneinander lernen: Generation X und älter könnte
    die Chance der Veränderung nutzen und die Integration der
    Dimensionen und den Wandel postnatal vollziehen. Die Gen Yer
    könnten die Chance nutzen, von den „Alten“ zu lernen, vor allem die
    weichen Fähigkeiten wie Kommunikation, Nachsicht, systemische
    Interdependenzen und Beharrlichkeit. Und gemeinsam werden wir
    die Herausforderungen des 3. Jahrtausends dann schon meistern.

    Referentin Christa Mesnaric
    Inhaberin Michl Group, Vizepräsidentin BDVT,
    Christa Mesnaric, 20 jährige Erfahrung in Unternehmensführung,
    Training, Coaching, Beratung; ausgezeichnet mit dem
    Internationalen Deutschen Trainingspreis 2008 in Gold; leitet
    internationale Personalentwicklungs‐Projekte und bildet zertifizierte
    Trainer und Business Coaches aus. Spezialistin für
    Kurzzeitinterventionen und Trouble Shooting. Internationale
    Coaching‐Praxis mit Schwerpunkt China.

    Neue Veröffentlichung:
    Aristoteles für Manager, Campus‐Verlag, August 2010


    Michl Group
    Am Katzenstein 1, 82234 Wessling
    Telefon 08153 – 908 99 90
    Telefax 08153 – 908 99 94
    christa.mesnaric@michlgroup.de
    http://www.michlgroup.de

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    Dieser Newsletter wurde von Moderator Theo H. Koch für die Gruppe "Alpha-Netzwerk" verfasst.

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