Alpha-Netzwerk
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Franz Schnyder Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Gruppen-Newsletter: Wir sind wieder beim Goldenen Kalb
Mal ehrlich: Geht Ihnen wirklich jedes Verständnis ab ... ?
Zur Erinnerung:
Das Goldene Kalb war laut biblischer Überlieferung ein Götzenbild, das die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten gemeinsam mit Aaron schufen, während Moses auf dem Berg Sinai die zehn Gebote erhielt. Hiervon abgeleitet wird die gängige Redensart vom "Tanz ums goldene Kalb" als Sinnbild für eine Verehrung von Reichtum und Macht. Moses zerschlug nach seiner Rückkehr den Götzen und die Gesetzestafeln. (Wikipedia)
Nun sind wir wieder so weit. Der Tanz hat schon vor Jahren begonnen, und der Götze wird immer grösser. Aber ein Moses ist nicht in Sicht.
Konkreter: Ein Salär inklusive Bonus von 10 bis 20 Mio. Euro waren vor zwei, drei Jahren für Topmanager ganz normal. Und heute, nach überstandener Wirtschaftskrise, ist diese "Normalität" für die gleichen Topmanager wieder hergestellt. Wir ärgern uns über die Abzocker und fragen uns, welche Konsequenzen das langfristig haben wird. Werden die Unternehmen ihre Vertrauenswürdigkeit einbüssen? Werden die Manager von den Massen an den Schandpfahl gestellt? Wird das die Gesellschaft polarisieren? Oder passiert einfach nichts?
Wir sorgen uns. Ehrlich. Aber eine Frage habe ich noch nicht gehört: Wie würden wir handeln, wenn uns der Aufsichtsrat ein Salär inkl. Boni von 10 oder 20 Mio. Euro zusprechen würde? Dankend oder gar entrüstet ablehnen und dann zusehen, wie der nächste auf dem Karrierenpfad das Geld einsammelt?
Einer hat's getan, wenn auch in einem bescheidenen Rahmen: SBB-Generaldirektor Benedikt Weibel hatte 2001 auf einen grösseren Teil des ihm zugesprochenen Salärs verzichtet. Zum Ärger verschiedener Leute nota bene ... Bis jetzt weiss ich von keinem zweiten.
Aber jetzt zurück zur Grundfrage an uns selber: Würden wir verzichten? Und warum zum Teufel freuen wir (Schweizer) uns, wenn Rodscher Federer noch viel mehr verdient? Ist alles eine Frage der Verhältnismässigkeit (ich meine UNSERER Verhältnismässigkeit)?
Ich möchte mit diesem Newsletter dazu anregen, die Frage der Abzockerei mal aus der entgegengesetzten Richtung anzugehen. Vielleicht sind wir alle, die nicht abzocken können/dürfen/wollen wirklich clean.
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Dieser Newsletter wurde von Moderator Franz Schnyder für die Gruppe "Alpha-Netzwerk" verfasst.
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- 31 Mar 2010, 3:57 pm
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Jean-Pierre Rickli Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re: Gruppen-Newsletter: Wir sind wieder beim Goldenen Kalb
Guten Tag Franz
Besten Dank für deine Eingabe zu diesem Thema. Sie hat bei mir zum
Nachdenken geführt.
Einerseits konnte ich deine Aufführungen gut folgen und zustimmen.
Andererseits blieb noch ein mulmiges Gefühl.
Ich glaube mittlerweile eine Erklärung dafür gefunden zu haben.
Es liegt an der sichtbarer Leistung und am Tragen der Verantwortung
für mangelnde Leistung.
Die Sportler und Artisten bringen was sichtbares für das Geld. Wenn
sie schlechte Leistungen verschwinden sie und auch bei den Sportlern
steigt der Staat aus.
Bei den Bänklern sieht es etwas anders aus:
- die Leistung ist nicht sichtbar
- Fehlleistung führen nicht zu Konsequenzen
- bei wirklich schlechte Leistungen hilft der Staat aus.
An solchen Unterschieden liegen vielleicht die unterschiedliche
Beurteilung und Betrachtungsweise?
Mit herzlichen Grüssen.
Jean-Pierre
- 04 Apr 2010, 10:04 pm
