Alumni der Friedrich Schiller Universität Jena
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Ronny Fieber Premium Member Group moderator AmbassadorThe company name is only visible to registered members.Eine Frage des Anstandes | Prof. G. Machnik fordert die "Rückkehr" des Denkmalbegleitausschusses
Im Vorfeld der im April anstehenden Stadtratsentscheidung zum Denkmal für die Verfolgten der kommunistischen Diktatur regt Prof. Georg Machnik, Alt-Rektor der Universität Jena, an, den vor Jahren ins Leben gerufenen Denkmalbegleitausschuss wieder zu aktivieren.
Die Ausschuss-Arbeit war bereits vor der letzten OB-Wahl zum "Erliegen" gekommen. Seither sind die Mitglieder - Vertreter der Fraktionen und Sachverständige wie Prof. Machnik, Prof. Knigge und Joachim Gauck - nicht wieder angefragt worden.
"Der Ausschuss ist weder formal aufgelöst worden noch sind bisher gefasste Beschlüsse des Stadtrates, die auf den Stellungnahmen des Ausschusses beruhen, aufgehoben worden", erklärte Prof. Machnik. Als besonders bedrückend empfinde er, dass es der Stadtrat nicht für nötig befunden habe, sich angesichts der immer wieder aufkommenden "schandhaften Anwürfe" vor Karl-Heinz Johannsmeier zu stellen. "Ich hätte erwartet, dass allein der Anstand das gebietet", sagte er.
Der Denkmalsstifter habe demgegenüber stets eine große Adaptionsbereitschaft bewiesen, sei es nun hinsichtlich der Gestalt oder des Standortes des künftigen Denkmals. Bedenklich stimme deshalb, dass offenbar weiter versucht werde, ihm immer neue Zugeständnisse abzuringen, möglicherweise in der Erwartung, er werde ablehnen. So habe der OB in seinem letzten Schreiben an Johannsmeier angefragt, ob er bereit sei, auch die Tiefbauarbeiten zu finanzieren. Dabei war von Anfang an klar definiert, dass die Stadt Planung und Finanzierung der Fläche, Geländevorbereitung, Stromzuführung, Baustelleneinrichtung übernimmt und der Stifter die unmittelbaren Kosten des Denkmals.
Gegenüber OTZ bekräftigte Johannsmeier, dass er bereit sei, dafür einschließlich der entsprechenden Internetpräsentation eine halbe Million Dollar zur Verfügung zu stellen. Zu fragen sei aber, wer in Jena das Projekt betreuen und durchziehen könne, wenn der Denkmalbegleitausschuss "weder Leben noch Authorität" zu haben scheine. Er verwies darauf, dass der Ausschuss zur Widmung des Denkmals und der Definition der "Verfolgten und Opfer" Aussagen getroffen habe. "Auf keinen Fall sollten wir Verwässerungen oder Umbestimmungen dieser Beschlüsse zulassen", sagte er.
Quele: OTZ, Jena
- 26 Mar 2008, 4:48 pm
