Alumni der Friedrich Schiller Universität Jena
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Ronny Fieber Premium Member Group moderator AmbassadorThe company name is only visible to registered members.Abwanderung von Fachpersonal aus dem Osten
Hallo liebe Mitglieder,
Ostdeutschland verliert stetig an Bevölkerung - nachzulesen hier:
http://www.berlinews.de/archiv-2006/1673.shtml
Welche Vor- bzw. Nachteile sehen Studenten im Osten bzw. Westen oder dem Ausland?
Welche Erfahrungen haben Sie schon gemacht - wohin wird der Trend gehen? Hat der Osten noch eine "Chance"?
Ich freue mich auf eine rege Diskussion ...
Beste Grüße
R. Fieber
- 28 Sep 2007, 4:24 pm
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Martin Pohle(not a XING member)Re: Abwanderung von Fachpersonal aus dem Osten
Hallo,
also ich finde diese ganze Diskussion eher müßig. Zumal sind die zitierten Daten alt. Nicht gerade aktuell wenn man von wirtschaftlichen Verhältnissen spricht.
Natürlich hat der Osten eine Chance! Die Frage stellt sich für mich überhaupt nicht. Wir sollten doch endlich einmal von dieser Ost-Untergangsdebatte wegkommen. Das finde ich billig. Die verstellt den Blick darauf, daß es nun einmal Migrationsströme zu den wirtschaftlich erfolgreichen Zentren gibt. Und das viele Regionen ihre Hausaufgaben zu machen haben, egal wo sie sind.
Es ist doch ganz klar, daß Gegenden wie der Kyffhäuser oder die Lausitz vorerst nicht gegen Hamburg und Baden-Württemberg konkurrieren können. Junge Leute haben aber Ausbildungen, die im Niveau weit über das hinausgehen, was in den genannten Regionen angeboten wird. Also gehen Sie in erfolgreichere Regionen. Das ist nicht nur schlecht. Gerade in unserer Region kehren viele gerade zurück und bringen wertvolle Erfahrungen aus München & Co. mit, die sie hier niemals hätten machen können!
Und: Abwanderung trifft nicht nur den Osten! Schaut man einmal genauer hin, findet die Zuwanderung auch nur nach Hamburg, München oder Stuttgart statt. Ins Emsland, das dunkle Ruhrgebiet und den Bayerischen Wald zieht keiner. Auch von dort wandern Menschen ab! Eine flächendeckende Abwanderung zu behaupten ist m.E. nach eine unzulässige Pauschalisierung.
Für die Rückführung der Bevölkerungsverluste ist vor allem der Aufbau einer leistungsstarken Industrie und Technologielandschaft nötig. Und da holen Regionen wie Sachsen und Thüringen seit Jahren auf. Ich spreche nicht vom "Osten", weil es den nicht mehr gibt. Auch in den neuen Bundesländern gibt es ein starkes Nord-Süd-Gefälle. Regionen wie Jena-Weimar, Halle-Leipzig, Chemnitz und Dresden lassen sich partout nicht mit Gegenden wie Nord-Sachsen-Anhalt, Brandenburg oder Vorpommern vergleichen. Nicht das eigentliche Wirtschaftswachstum ist hier als Indikator wichtig, sondern eher das Industriewachstum und die Exportquote. Beide Werte liegen für Sachsen und Thüringen im zweistelligen Bereich. Im übrigen kann ich so etwas wie mangelnde Dynamik aus meiner beruflichen Praxis nicht im mindesten erkennen. Also: An die Arbeit!
P.S. Kleiner Grätsche in die Richtung des Personalers: Die Abwanderung ist auch hausgemacht. Noch immer gibt es Firmen die tatsächlich meinen, Akademiker wären zu dumm, die Gehaltsniveaus zwischen Jena und München zu vergleichen. Diese Leute kennen einfach die Preise nicht, sorry.
Beste Grüße,
Martin Pohle
This post was modified on 07 Jan 2008 at 12:36 pm.- 07 Jan 2008, 12:27 pm
