Alumni der Friedrich Schiller Universität Jena

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  • Angelika Koch
    Angelika Koch    Premium Member   Group moderator
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    Das schwarze Loch nach der Prüfung
    Guten Tag ans Forum.

    Da ich gerade meine Magisterarbeit schreibe - wie andere hier sicher auch - bekomme ich doch langsam ein wenig Panik bezüglich der "Zeit danach".
    Irgendwie fliegen die Wochen und Monate jetzt schneller dahin und nächstes Frühjahr werde ich wohl fertig - und hab mir noch nicht wirklich Gedanken gemacht, was ich dann mache - ok, mindestens 4 Wochen ausschlafen und im Sekt baden nach der Prüfung sind eingerechnet ;-)
    Und dann?

    Wahrscheinlich geht es anderen auch so und ein kleiner Tipp von den Ehemaligen wär schon gut. Vielleicht gibt es auch Jobangebote in den Firmen?

    Wie sieht`s aus? Lohnen sich so genannte Jobbörsen? Oder Jobmessen etc.? Oder kommt man dadurch nur an Praktika ran? Sollte man die nach Beendigung des Studiums auch noch machen?

    Über einige sinnvolle Tipps würde nicht nur ich mich freuen!
    Dankeschön im Voraus.

    Angelika Koch
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    Susan Müller
    (not a XING member)
    Re: Das schwarze Loch nach der Prüfung
    Hallo!

    Tja, was soll ich sagen, ich befinde mich derzeit in besagtem "black hole" - die Arbeit ist abgegeben und nun warte ich auf die Abschlußnote und das Zeugnis, damit die Bewerbungsmappen vervollständigt werden können.

    Tipp 1: Man muß sich laut § sowieso Abs. irgendwas sobald man weiß, daß man demnächst Arbeitssuchender/Arbeitsloser wird, bei der Bundesagentur für Arbeit(-slosenverwaltung) als solcher melden, möglichst jedoch ein viertel Jahr vor der Arbeitslosigkeit (nicht das die einem Stellen vermitteln könnten...)
    Übrigens werden Bewerbungkosten und Fahrtkosten zu Bewerbungsgesprächen wohl (laut Auskunft des hiesigen Amtes, was nicht unbedingt was zu sagen hat) nur noch (teilweise) erstattet, wenn man ALG I bezieht, aber man kann es ja mal versuchen.

    Tipp 2: Dann auch schnellstmöglich den Antrag auf ALG II abgeben, sonst kann das mit der Berechnung dauern (falls es nicht direkt im Anschluß an das Studium einen Job gibt).

    Tipp 3: Auf einer Job-Messe war ich noch nicht, verspreche mir aber (auf Grund meiner Fachrichtung) davon nicht sehr viel, ist vermutlich stark von der Studienrichtung abhängig, ob einem sowas etwas bringt. Ähnlich sieht das mit den Internet-Jobbörsen aus. - Auf alle Fälle sollte man bei letzteren versuchen eine fachspezifische Börse zu finden, die anderen bringen nur Schlosserm & Schweißern etwas...

    Tipp 4: So viele Bewerbungen in die Welt hinausschicken, wie der Geldbeutel zuläßt, auch Initiativbewerbungen (ohne Stellenausschreibung) auch wenn die zumindest bei mir noch nix gebracht haben.

    Tipp 5: Ist vielleicht der wichtigste - Ablehnung nicht persönlich nehmen ;o)

    Gruß,

    cand. phil. Susan Müller
  • Angelika Koch
    Angelika Koch    Premium Member   Group moderator
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    Nach der Prüfung
    GUten Tag an alle,

    ... das mit den langen Wartezeiten und der geringen Hilfsbereitschaft der Arbeitsämter (ist das überall in D so?) kann ich bestätigen. Die Mitarbeiter dort haben tatsächlich nach 4 Monaten und einer ausdrücklichen Aufforderung an mich, einen Antrag auzufüllen, mitbekommen, dass ich als Studentin keinen Anspruch auf ALG II habe. Dagegen habe ich aber Widerspruch eingelegt, da die zitierten §§ nach meiner Meinung nicht zutreffend sind. Mal sehen. Immerhin hab ich vor den Studium schon 10 Jahre gearbeitet und schön in die Kasse einbezahlt.
    Wenn dann im Notfall nix zurückkommt und die Kollegen einem nicht einmal bei der Jobsuche wirklich behilflich sein können, frage ich mich, weshalb ich da überhaupt für zahlen soll.

    Zu den Blindbewerbungen: als gelernte Hotelfachfrau hab ich mich in den 10 Jahren Berufstätigkeit regelmäig empfehlen lassen mit einem Schreiben meines derzeitigen Chefs an den Zukünftigen (das geht aber am besten nur bei Wechsel innerhalb des Unternehmens - meinetwegen in ein anderes Land).
    Bei Blindbewerbung ist eine ausführliche Recherche anzuraten, ob es sich lohnt und am besten gleich nach den passenden Ansprechpartnern fragen. Das ist auf jeden Fall wichtig und zeigt dem Empfänger das tatsächliche Interesse am Unternehmen - die Bewerbung fliegt nicht sofort in den Papierkorb.
    Manchmal haben auch Professoren gute Kontakte zur Wirtschaft oder man könnte hier bei openBC die Kontakte nutzen ....

    So long, ich schreib erstmal noch weiter an meiner MA und sondiere nebenbei berufliche Einsatzmöglichkeiten. Ich denke auch, dass es besser ist, sich bei berufsspezifischen Jobbörsen einzuschreiben. Da trifft man auf Gleichgesinnte. Und bei Jobangeboten kann man Trands erkennen und ggf. reagieren.

    Gruß von der Bibo
    Angelika Koch
    This post was modified on 26 Sep 2005 at 02:54 pm.
  • Marco Santi
    Marco Santi
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    Re: Nach der Prüfung
    Ich bin wohl in der glücklichen Lage, einen Job gefunden zu haben.

    Das ganze war aber kein einfaches Unterfangen - Jobbewerbung war für mich ein Ganz-Tages-Job.

    Größtenteils kann ich mich den Vorgängerbeiträgen anschließen.
    - frühzeitig anfangen, auch wenn noch kein Abschlusszeugnis vorliegt
    - sich bei der Agentur für Arbeit als Arbeitssuchend melden (ich war übrigens kein ALGII-Empfänger, somit erhielt ich auch bei den Bewerbungen keinerlei Unterstützung)
    - Wenn es die Möglichkeit einer Online-Bewerbung gibt, unbedingt nutzen. Das schont zumindest den Geldbeutel. Dabei aber immer zielgerichtet vorgehen. Keine Standardbewerbung einreichen. Auch bei Online-Bewerbungen viel Zeit investieren.
    - nie sofort beim Wunschunternehmen bewerben. Der Bewerbungsprozess ist ein Entwicklungsprozess. Der brauch Zeit.

    Ich möchte allerdings jedem den Zahn ziehen, nach dem Studium sich über ein (meistens) weiteres Praktikum in einer Firma zu qualifizieren. Ich finde, die Unternehmen müssen begreifen, dass der fertige Absolvent ein Hochschulabgänger mit ausgezeichneten Qualifikationen ist. Das Argument, man müsse sich erst über ein Praktikum einarbeiten, da man ja keine Berufserfahrung hat, ist nur eine andere Bezeichnung für, wir suchen eine billige Arbeitskraft.
    Natürlich kostet es jede Firma, einen Absolventen im operativen Tagesgeschäft einzuarbeiten. Aber die Studienzeiten in Deutschland sind eh zu lang, um dann noch ewig Praktika zu machen.

    Da natürlich jeder froh ist, überhaupt untergekommen zu sein, nehmen viele Absolventen solche Angebote an. Und auch ich habe darüber nachgedacht. Letztlich ist alles besser als daheim rumsitzen.
    Das Problem ist nur, dass sich im Moment diese Grunhaltung durchsetzt. Unternehmen rechnen mit billigen Praktikanten mit Diplom.

    Deshalb kann ich nur daran appelieren, die Energie dafür einzusetzen, eine "richtige" Anstellung zu finden. Lieber ein paar mehr Initiativbewerbungen an Unternehmen, als sich für ausgeschriebene Praktika zu bewerben. Und wenn eine Firma interessiert ist, aber nur ein Praktikum anbietet, genau überprüfen, wie es mit der Übernahmewahrscheinlichkeit tatsächlich bestellt ist.

    Also - viel Erfolg.