Alumni der Friedrich Schiller Universität Jena

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  • Erhard Hänel
    Erhard Hänel
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    Vorstellung
    Kürzlich diesem Forum beigetreten möchte ich alte Kontakte zu meiner Alma Mater auffrischen und neue knüpfen.
    Neben den beruflichen Aspekten( Bildungswesen,Sprachen) interessieren mich auch Kontakte in Richtung Zusammenarbeit von Hochschule und Schule , auch zwischen den Freistaaten.
  • Heiner R. Garg
    Heiner R. Garg    Premium Member   Group moderator
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    Re: Vorstellung
    Heiner Garg 15.11.2011
    Sonnenweg 6
    99439 Ettersburg
    h.garg@uni-jena.de


    An die TAZ, die IHK Thüringen,Hessen etc...
    KAS Berlin
    DOSB
    Der Spiegel, Faz,SZ
    FC Bayern München,Basketball
    KMK und die K.-Ministerien in Deutschland
    Bosch-Stiftung, VW-Stiftung


    Betr.: Paradigmenwechsel im akademischen Sport- und Kulturbetrieb Deutschlands

    Sehr geehrte Damen und Herren,  
    Der Hintergrund meines Textes ist die mehrjährige Erfahrung mit dem Sport- und Kulturbetrieb in den US colleges und Schulen. Im Vergleich kann man nur vor Neid erblassen. Das Fehlen von Konturen und die Unfähigkeit, den Jugendlichen eine Heimat und Identifizierungsmöglichkeit zu geben, wird weitere schwere Folgen für unsere gesellschafltiche Ordnung und die Demokratie haben.
    Als Optimist denke ich, daß wir bald in Schulen und Hochschulen in diese Richtung gehen müssen. Davon werden die politischen sowie die Schul- und Hochschulgemeinden mehr profitieren als sie sich jetzt vorstellen konnen.
    Wer BA und MA mit “Bologna”einführt und den systemischen Kultur- und Sportbetrieb der anglo-amerikanischen akademischen Bildungswelt radikal wegschneidet, handelt bildungsblind, fahrlässig und vor allem zynisch der JUGEND gegenüber. Diese muß sich nun nolens volens einem Torso anvertrauen an Stelle eines gewachsenen weltweit anerkannten aber leider nie regelmäßig optimierten deutschen Bildungssystems.
    Am 22. 10. 2011, also vor wenigen Tagen erlebe ich 85.206 Zuschauer im - wie bei allen Heimpsielen - ausverkauften Stadion auf dem Campus der Oklahoma University gegen Texas Tech. Ganz normales college football game. Ganz friedlich, aber überschäumende Begeisterung und Stimmung. Nach einer Tornadowarnung leert sich das Stadion geräuschlos. Ganz friedlich und eine Stunde später wird es fortgesetzt. Noch mehr Stimmung und Unterhaltung. - Als ich Anfang November zruückkomme höre ich von den sinnlosen Attacken der hooligans in Dresden, Rostock, Erfurt und Frankfurt etc...
    Irgendetwas machen wir vielleicht doch falsch.... - oder die Amerikaner richtig. Se lassen es nicht nur zu, sondern fördern mit allen gesellschaftlichen und finanziellen Mitteln unabhängig von jeder staatlichen Kulturbürokratie, daß die Bildungsstätten aktiv auf die Bürger, die Gemeinde und im weitesten Sinne auf die Gesamtgesellschaft kulturell, künstlerisch und sportlich einwirken. Wem das nicht reicht, der fährt in die Metropolen zu den New England Patriots nach Boston oder in die Metropolitan Opera nach New York City.

    Mir würde sehr daran liegen, dass Sie meinen Artikel aufmerksam lesen und mit Kollegen in der Uni. der Wirtschaft, Banken und Politik diskutieren. Sollten Sie die Absicht haben, diesen Artikel zu zitieren, informieren Sie mich bitte vorher zwecks evtl. Kürzungen oder Veränderungen.

    Natürlich müssen - wie im Anhang  erläutert wird - auch die Hochschulen in dieses sportlich-kuilturelle Programm hinein. Das umso mehr, weil man mit Bologna nur das akademische Rumpfpaket des anglo-amerikanischen Systems für Wert hielt, übernommen zu werden. Die in den USA und nordeuropäischen Ländern wesentliche Komponente zur Identifikation, zum seelischen Ausgleich der Studierenden und Lehrenden und zur kulturellen Bildung und Erneuerung der Gesellschaft  ignoriert man hiezulande zynisch, weil  die Politik die Kosten und die Konkurrenz scheut. Das  Ausklammern dieser Konstituenten und die Mißachtung der  Präventionskomponente sind verheerend. Siehe: PISA, das hooligan-Unwesen und der endlich wahrgenommene Naziterror.
    Es ist im Gegensatz zu den oben-erwähnten Ländern schwer zu verstehen, warum unsere Wirtschaftsträger die Vereine und Verbände fördern. Außer Markenwerbung und der Teilnahme an Sportgalas für die ´Prominenz´ bringt das nichts. Denn zum Fortbestand ihrer Leistungsfähigkeit in der globalisierten Welt brauchen sie qualifizierten Nachwuchs statt glamor.
    Das Scheitern der Gutscheinaktion und der Totalausfall für  London 2012 aller deutschen Nationalmannschaften - außer Feldhockey - in den für Kinder so wichtigen weltweit gespielten Ballspielen und das niedrige Niveau mit Totalausfällen in neuen Jugendsportarten und anderen populären Sportdisziplinen zeigen, daß man dort Sport, aber auch Musik,Theater, Rhetorik u.ä. anbieten muß, wo die Kinder sind - in Schulen und Kindergärten. Und da gibt es Vorbilder.

    Mit freundlichem Gruß

    Heiner Garg
    (Lehrbeauftragter i.R. der Uni Jena)