Amateurtheater
Posts 1-2 of 2
-
Theresa ClaryThe company name is only visible to registered members.Diskussion
Ich hoffe dieses Forum ist das Richtig für meine Frage. Wie bereits im vorherigen EIntrag beschrieben, schreibe ich gerade an meiner DIplomarbeit über das Thema "Zweckrationalisiertes Amateurtheater". Daher wollte ich nun einmal zwei, für mich sehr wichtige Fragen, zur Diskussion stellen.
# Welche Unterscheidungen sehen Sie zwischen Amateurtheater und professionellem Theater (Können, Erfahrung, Bezahlung, Motivation etc)?
# Glauben Sie das professionelle Theater ist, im Gegensatz zum Amateurtheater, einem Zwang der Mode ausgesetzt (Nacktheit auf der Bühne etc)?
Bühne frei!
- 27 Oct 2010, 1:55 pm
-
Matthias Hofmann Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re: Diskussion
Hallo Theresa,
# Welche Unterscheidungen sehen Sie zwischen Amateurtheater und professionellem Theater (Können, Erfahrung, Bezahlung, Motivation etc)? Dafür hilft ein Blick ins Lexikon: "Ein Amateur (französisch, von lateinisch amator „Liebhaber“) ist eine Person, die – im Gegensatz zum Profi – eine Tätigkeit aus Liebhaberei ausübt, ohne einen Beruf daraus zu machen bzw. Geld für seine Leistung zu erhalten.". Diese Definition sollte schon einige der angesprochenen Punkte wie Motivation und Bezahlung klar beantworten.
Viel wichtiger ist für das Amateurtheater die Abgenzung zum Laienspiel und den aktuell sich immer mehr ausbreitenden sogenannten "Bürgerbühnen" an großen Häusern wie z.B. in Dresden.
Wir, die Spielbühne Freital, definieren uns deshalb als ein vollwertiges Theater, das alle Aspekte eines Theaterbetriebes in einer eigenen Spielstätte abdeckt mit Leuten, die sich wie oben gesagt definieren. Das reicht von Unterhalt eines eigenen Fundus über Gestaltung der Internetpräsenz, Werbung, Bühnenbild, Bühnentechnik bis natürlich zur Bühnenarbeit inkl. Regie- und Dramaturgiearbeit aus Reihen der Mitglieder.
Uns ist vor allem die Abgrenzung zur sogenannten "Bürgerbühne" wichtig, wo die Laien (_nicht_ unbedingt Amateure, s.o.) auf die Ressourcen eines professionellen Theaters zurückgreifen. Diese Einrichtungen sind eine existentielle Gefahr für das Amateutheater!
Was "Können" und "Erfahrung" angeht, gibt es natürlich auch im Amateurtheater ein breites Spektrum. Es gibt Schauspieler, die sich im Amateurtheater die ersten Sporen auf dem Weg ins Profilager verdienen (prominentes Beispiel bei uns: Uwe Steimle), aber auch viele, die es bei der Liebhaberei belassen aber trotzdem dutzende von Inszenierungen (auch unter professionellen Regisseuren) in ihrem Erfahrungsschatz haben. Trotzdem muss man natürlich immer bedenken, dass keiner von denen ein Schauspielstudium absolviert hat, dessen Notwendigkeit für den professionellen Schauspieler natürlich meinerseits in keiner Weise in Frage gestellt wird.
Dazu kommt bei uns die Kinder- und Jugendarbeit, wo schon Kinder ab dem Grundschulalter Gelegenheit bekommen, von erfahrenen Schauspielern und Regisseuren zu lernen.
# Glauben Sie das professionelle Theater ist, im Gegensatz zum Amateurtheater, einem Zwang der Mode ausgesetzt (Nacktheit auf der Bühne etc)? Dem "Zwang", wenn er denn wirklich existiert, sich Modezwängen auszusetzen, wird selbst von den professionellen Häusern sehr unterschiedlich begegnet. Das Amateurtheater setzt sich dem eher nicht aus. Es will und muss Effekthascherei oft durch die glaubwürdige Behauptung ersetzen und ist, meiner Meinung nach, dadurch oft glaubwürdiger und authentischer.
Viele Grüße,
Matthias
- 28 Oct 2010, 12:12 am
