Archäologie

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  • Ralf Backes
    Ralf Backes    Premium Member
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    Antiker Bergbau
    Ein Thema wäre der antike Bergbau in der keltischen und römischen Epoche.

    Wie sie vielleicht wissen veranstalte ich archäologische Wanderungen im Nordsaarland und arbeite dabei mit dem Team der Grabung Wareswald/Tholey zusammen.
    Bei meinen Forschungen ist mir aufgefallen, dass die antiken Siedlungsplätze an oder über Erzfeldern liegen. Für mein Umfeld sind das Rötel, Eisen- und Kupferz. Leider konnte ich bisher keine Verhüttungsplätze finden. Nach einer Diskusssion mit dem Projektleiter denken wir, das die Erze vielleicht zum Vicus transportiert wurden und dort weiter verarbeitet worden sind. In der geomagnetischen Prospektion wurde etliche Hotspots gefunden. Zudem lassen Schlackenfunde auf eine intensive Berabeitung von Metall schließen.

    Als Randbedingung muss man wissen, das gerade im Nordsaarland (Landkreis St. Wendel, Merzig-Wadern) eine unglaublich hohe Dichte von Hügelgräbern der La-Tene exisitert hat. Dieser "Reichtum" läßt sich für mich nicht nur durch Ackerbau und Viehzucht erklären, denn gute Böden sind rar und die klimatischen Bedingungen sind nicht optimal.

    Wer hat den ähnliche ERfahrungen gemacht?
  • Angelika Wolfseder- Freitag
    Angelika Wolfseder- Freitag
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    Re: Antiker Bergbau
    Hallo Ralf,

    eine ähnliche Situation besteht auf dem Dürrnberg (Österreich, Hallein/ Salzburg an der Grenze zu Bayern).
    Hier haben wir ebenfalls viele keltische, La Tene zeitliche Funde und zeitgleich Bergbau nachgewiesen.
    Einiges an Information ist sicher auf der Museumspage vom Halleiner Salzbergwerkmuseum zu finden (http://www.keltenmuseum.at/de/).
    Wenn Du weiterführende Literatur brauchst, mail mich an. Wir haben da vor 2 oder 3 Jahren mit dem Museumsleiter von Hallein neben einem Vortrag/ Seminar auch Exkursionen in die Umgebung, also auf den Dürrnberg gemacht.
    Wenn man ein bischen aufpasst, sieht man an allen Ecken und Enden noch die Abraumhalden. Man hat sogar noch Stollen nachgewiesen, die die Kelten damals schon in den Berg getrieben haben.
    War schon ziemlich interessant, vor allem auch die Berichte von den laufenden Grabungen. Damals wurde gerade eine Art Holzkammergrab entdeckt, was natürlich sehr interessant zur Dendrodatierung ist. Ob das allerdings schon datiert und/ oder restauriert ist weiß ich nicht.
    Das Museum ist zu diesem Thema jedenfalls sehr zu empfehlen.

    Lieb Grüße

    Angelika
  • Martin Kuschel
    Martin Kuschel    Premium Member
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    Re^2: Antiker Bergbau; hier: Literaturtip
    Dazu passt ein Literaturtip zum alten Bergbau im Sauerland: Dort hat die Historische Kommission für Westfalen nämlich 2005 ein Werkstattgespräch abgehalten und die seinerzeit gehaltenen Vorträge veröffentlicht:

    Bergbau im Sauerland. Westfälischer Bergbau in der Römerzeit und im Frühmittelalter. Tagungsband. Hrsg. v. Reinhard Köhne, Wilfried Reininghaus, Thomas Stöllner.
    Münster: Verl. d. Westfälischen Heimatbundes 2006. 114 S., teils farbige Abb.
    (Schriften der Historischen Kommission für Westfalen, Band 20)
    (Schriften des Westfälischen Heimatbundes)
    ISBN: 3-928052-12-8; Preis 9,80 Euro

    Aus dem Klappentext:

    Im Frühjahr 2005 veranstalteten die Historische Kommission für Westfalen und der Westfäli-sche Heimatbund im Rahmen ihres gemeinsamen Projektes „Bergbau im Sauerland“ eine Tagung zum römischen und frühmittelalterlichen Bergbau im Sauerland. Vertreter der Alten Geschichte, der Archäologie und der Geologie stellten neueste Erkenntnisse aus ihren jüngst abgeschlossenen oder noch laufenden wissenschaftlichen Forschungen vor. Der Tagungsband enthält diese um Anmerkungen und Abbildungen erweiterten Vorträge, aber auch Überlegungen zum Forschungsstand (Thomas Stöllner) und einen Zwischenbericht über das Projekt „Bergbau im Sauerland“ (Reinhard Köhne, Wilfried Reininghaus). Die vorgestellten Forschungsergebnisse zeigen, dass die Römer nicht nur im linksrheinischen Germanien, sondern auch im rechtsrheinischen, „freien“ Germanien Bergbau betrieben haben und dieser auch nach der Niederlage des Varus im Jahre 9 n.Chr. - die die Pläne einer Eingliederung in das Römische Reich zunichte machten - bis in das 3. nachchristliche Jahrhundert fortgeführt wurde. Untersuchungen am Hellweg zeigen einen Zusammenhang für das 6. bis 7. nach-christliche Jahrhundert zwischen Salzgewinnung und Bleibergbau. Somit sind erstmals gesi-cherte Erkenntnisse über Bergbau im Sauerland, der vor der Zeit der ersten schriftlichen Nachweise lag, gewonnen worden.
    Peter Rothenhöfer: Metalla pretium victoriae – Neue Erkenntnisse zum römischen Bergbau in Germanien während der Okkupationszeit;
    Gabriele Körlin: Römischer Bergbau auf dem Lüderich bei Rösrath, Rheinisch-Bergischer Kreis;
    Michael Bode: Neues aus dem Alten Rom mit Hilfe der Archäometallurgie;
    Susanne Jülich: Salzgewinnung und Blei am Hellweg;
    Martin Straßburger: Archäologie und Geschichte des Ramsbecker Bergbaus.
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