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Das neue Hamburger Seefahrtsmuseum ist umstritten – manche empfinden es als kriegsverherrlichend. Wir baten die Hausherrin und eine Kritikerin zum gemeinsamen Rundgang.
Von Chris Köver
In der Eingangshalle des Internationalen Maritimen Museums riecht es nach frisch geölten Dielen. Draußen ist Sommer, drinnen stehen Besucher in Sandalen und Dreiviertelhosen vor der Kasse an. „Was möchten Sie denn gerne sehen?“, fragt Russalka Nikolov. Die Hausherrin trägt Hosenanzug. Über eine randlose Brille schaut sie skeptisch auf die Gäste, die gekommen sind, um das neue Museum zu besichtigen. Nikolov, die Geschäftsführerin der Sammlung, wirkt größer als sie ist – nicht nur durch die beigen Pumps. Das hier ist ihre Lobby, ihr Haus.
Ulrike Bergermann ist etwas kleiner als Nikolov – und nicht nur, weil sie Turnschuhe trägt. Mit ihrer struwweligen Kurzhaarfrisur wirkt die Medienwissenschaftlerin jünger als es ihr Doktortitel vermuten lässt. „Mich interessieren nicht nur die kriegbezogenen Exponate, sondern das Verhältnis von dem, was Kritiker als gewaltverherrlichend bezeichnen und dem Rest“, sagt sie mit faktischer Stimme. Bergermann ist seit vier Jahren in die Kontroverse um das Museum verwickelt. Als Teilnehmerin der Aktion „Künstler informieren Politiker“ hatte sie mit Hamburger Abgeordneten darüber gestritten, ob man die Schiffahrts- und Marine-Sammlung von Peter Tamm wirklich mit 30 Millionen Euro subventionieren und in einem großen Museum der Öffentlichkeit präsentieren sollte – genau das hatte die Hamburger Bürgerschaft zuvor beschlossen.
Tamm hatte der Stadt nie ein Museumskonzept vorgelegt, die Hamburger Regierung kein Mitspracherecht bei der Gestaltung eingefordert. Deshalb befürchteten die Kritiker, das hoch subventionierte Projekt könnte zur unkritischen Militärschau verkommen: ein Privatmuseum, in dem der ehemalige Springer-Vorstandsvorsitzende Tamm auf 12.000 Quadratmetern sein revisionistisches Geschichtsbild präsentiert. Auch ich war 2004 an der Aktion beteiligt und möchte nun wissen, ob die Sorge berechtigt war. Ich treffe Nikolov und Bergermann, um gemeinsam durch die Ausstellung zu gehen.
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