Aufträge & Kundengewinnung, Selbständigkeit & Wirtschaft, Ideen & Kontakte

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  • Jürgen Auer
    Jürgen Auer    Premium Member   Group moderator
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    Liebe Gruppenmitglieder,

    Social-Media - Plattformen sind wichtig, keine Frage.

    Aber manches ist auch übertrieben, überzogen. Und stimmen gewisse Strukturen (noch) nicht, dann kann es durchaus sinnvoll sein, mit Social-Media - Aktivitäten noch zu warten.

    Der folgende Link nennt 10 Punkte:


    10 Gründe gegen Social Media: Wann Sie besser auf soziale Medien verzichten

    http://www.der-bank-blog.de/10-gruende-gegen-social-media/so...


    Die eigentlichen Gründe stammen nicht vom Autor Hansjörg Leichsenring ( https://www.xing.com/profile/Hansjoerg_Leichsenring ), sondern aus einem Vortrag von Frank Roth ( https://www.xing.com/profile/Frank_Roth8 - Leiter Unternehmenskommunikation bei der ERGO Direkt Versicherung).

    Im Link finden Sie andere Kommentare, die hier sind im wesentlichen von mir.


    1. Wenn Ihr Vorstand Social Media immer noch für einen Hype hält, der sich wieder legt.
    Wenn die Unternehmensleitung nicht dahintersteht, dann ist das unsinnig.

    2. Sie einen „Hallo Kai, danke für Dein super Lob“-Post mit dem Vorstand, dem Kommunikations- und dem Vertriebschef abstimmen müssen.
    Ohne Freiraum für die Mitarbeiter funktioniert gar nichts. Insofern kollidieren hierarchische Strukturen von vornherein mit Social-Media - Aktivitäten der Mitarbeiter. Deshalb ist das für Selbständige auch einfacher - da ist der schreibende Mitarbeiter gleich dem Chef, der für die "Firmenkommunikation" zuständig ist.

    3. Wenn Marketing-, Vertriebs- und Kommunikationsabteilung sich um die Verantwortung der Social Media Kanäle reißen, aber kein Budget dafür eingeplant hat.
    Jeder will es haben (Konkurrenz der Abteilungen untereinander), aber niemand will dafür Geld ausgeben.

    4. Wenn Ihre Kollegen bei Post immer noch an den Briefträger denken.
    ;-)

    5. Wenn Sie bei einem negativen Post sofort den „Shitstorm“-Alarm auslösen.
    Schnelle Reaktion: ja, schnelle Überreaktion: nein. Man muss auch mal was aushalten können. Oft genug eilen einem ohnehin die eigenen Fans zur Hilfe.
    Etwas, das ich auch hier aus Xing kenne. Nicht jede Aktion erfordert eine Reaktion innerhalb von fünf Minuten.

    6. Sie negative Kommentare konsequent löschen.
    Deshalb steht auf der hiesigen Gruppenstartseite der explizite Hinweis, daß sich Threads unerwartet und unerwünscht entwickeln können.

    Wer auf eine freundliche und umfangreiche Begrüßung von mir mit der Forderung nach Änderung und - bei Ablehnung - mit dem Anwalt droht, der ist auf solch einer Plattform fehl am Platz.

    Der Autor berichtet von Löschungen beim Spiegel ebenso wie auf Facebook-Fanseiten von Presseorganen.

    Wenn ich mich über Social Media Kanäle wirklich ernsthaft austauschen und auseinandersetzen will, dann darf ich Kommentare generell nicht unterdrücken und schon gar nicht kritische. (Solche die beleidigend oder rechtsmissbräuchlich sind jedoch durchaus.) Social Media lebt vom ehrlichen Austausch auch unterschiedlicher Meinungen.
    7. Auf Ihrem Facebook-Kanal nur Trolle, ehemalige Mitarbeiter und die Konkurrenz diskutieren.
    Passiert, kommt vor. Dann muß man für eigene relevante Inhalte sorgen.

    8. Sie drei Fachbegriffe in einen 140-Zeichen Tweet packen wollen.
    Das, was hier ganz zentral ist:

    Obwohl soziale Medien ein Vertriebskanal sind, sind sie doch kein primärer Verkaufskanal. Wichtig ist der Aufbau von Vertrauen und Beziehung
    9. Ihre Social Media Richtlinie mehr als 50 Seiten lang ist.
    Herrlich: Wenn das

    Handbuch über die richtige Nutzung und den Einsatz von sozialen Medien unter besonderer Berücksichtigung revisions- und aufsichtsrechtlicher Beschränkungen
    50 Seiten umfasst, dann ist das kein guter Start.

    10. Wenn Ihre YouTube Videos „viral“ werden, weil sie so schlecht sind.
    Ok, so kann man auch Werbung machen ;-)


    So ein Link macht jedenfalls Spaß!


    Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Ihnen

    Jürgen Auer
  • Günter Morgenstern
    Günter Morgenstern    Premium Member   Group moderator
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    Vielen Dank Jürgen, hier sind schon viele Punkte genannt, die den Kern treffen. Ich möchte nochmals auf die kleinen Mittelständler eingehen, die sich damit beschäftigen und überlegen ob für sie Social Media ein notwendiges Übel oder eine Bereicherung sein kann.

    Zunächst haben wir oftmals 2 Seiten. Die einen, die es schon nutzen, sei es aus Imagegründen oder aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen und bereits erste Erfahrungen damit gemacht haben. Die anderen die sich gar nicht damit beschäftigen und für die der XING-Account gerade noch vertretbar ist, grundsätzlich aber keine weiteren Aktivitäten in Erwägung ziehen.

    Die Frage ist berechtigt: "Bringt mir Social Media mehr Umsatz und Kunden oder ist es nur ein Zeit- und Kostenblock den ich nicht brauche?"

    Grundsätzlich kann die Frage nicht klar beantwortet werden. Entscheidend ist die Ausgangs-Situation die jeder Unternehmer hat und die Entscheidungswege die dazu notwendig sind.

    Entscheidungen für Social Media sind nur dann positiv, wenn alle Beteiligten dahinterstehen, technische Voraussetzungen gegeben sind, ein Budget und einen festen Zeitplan was wann gemacht wird. Gerad dann, wenn es darum geht, aus diesen noch zarten "Pflänzchen" spätere Umsatzträger zu machen die dann eine feste Säule im Unternehmen sind.

    10.000 Kontakte in 2 Monaten, 100.000 Euro Umsatz in 6 Monaten, 100 neue Kunden in 4 Wochen. Solche Schlagzeilen lesen wir ständig. Die Frage ist berechtigt: Ist das möglich oder einfach nur ein Marketing-Gag?

    Grundsätzlich kann die Frage mit einem vorsichtigen "Ja" beantwortet werden. Die Nachhaltigkeit ist aber entscheidend. Klar ist, dass Sie dauerhaft solche neu gewonnenen Kunden und Kontakte nur halten, wenn hinter der Technik die dazu notwendig ist, Menschen stehen die einen Bezug zu dieser Adresse haben.

    Wenn ein Dialog stattfindet, der dann auch persönlich sein kann. Wenn der neu gewonnene Kunde oder Interessent einen Zusammenhang herstellen kann und natürlich wenn Ihr Produkt, ihre Darstellung professionell ist und zu den Bedürfnissen passt.

    Nur dann haben Sie die Chance solche Ergebnisse zu erzielen. Ansonsten verpufft das ganze wieder genauso schnell wie es gekommen ist. Die Formel für viele Internet-Gurus lautet: "Wenn 100 wegbrechen, brauche ich vorne wieder 200 neue". Allerdings ist diese Strategie dauerhaft oder mittelfristig nicht zu empfehlen.

    Schon gar nicht, wenn Sie dazu nicht die Möglichkeiten und die Power in Ihrem Unternehmen haben. Dann lieber kleine Schritte, überschaubar und step by step. Das geht dann zwar nicht ganz so schnell, schützt aber vor Enttäuschungen.

    Und diese werden ganz sicherlich kommen, vor allem auch dann, wenn Sie mit viel Erwartungshaltung und Budget an die Sache gehen. Weniger ist manchmal mehr.

    Im Moment gibt es die Tendenz, dass intelligente Blogs die Homepage ersetzen sollen. Wenn man bedenkt, dass 95% aller Homepages nicht verkaufen eigentlich eine positive Entwicklung. Die optimale Lösung sind enge Verbindungen zwischen beiden "Welten". Die Blogs schaffen Vertrauen und Besucher, die Pages machen Angebote und verkaufen. Die richtige Verknüpfung wird die Lösung sein.

    Viele Grüße
    Günter Morgenstern