Aufträge & Kundengewinnung, Selbständigkeit & Wirtschaft, Ideen & Kontakte
Posts 1-10 of 22
- Back
- Next
-
Jürgen Auer Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Liebe Gruppenmitglieder,27 Nov 2010, 6:40 pmJugendliche Arbeitslose - Kein Bock - ein Bericht ueber zwei Jugendliche aus Muenchen
den folgenden Artikel in der ZEIT fand ich vor ein paar Tagen:
Jugendliche Arbeitslose Kein Bock
http://www.zeit.de/2010/47/DOS-Hartz-IV-Jugendliche
Jungen Hartz-IV-Empfängern werden von den Arbeitsagenturen Jobs angeboten, vielfach ohne Erfolg. Wollen sie nicht arbeiten, oder können sie nicht? Zwei Fälle aus München
Ein sehr langer Artikel (5 Seiten) über zwei Jugendliche und die Versuche, für sie Tätigkeiten zu finden, mit ihnen Regeln zu erarbeiten.
Ein Text, der ratlos macht.
Jürgen Auer
-
Torsten Maue Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Solchen Leuten tät ich das Geld komplett streichen und sie sollen dann sehen wie sie klar kommen.27 Nov 2010, 7:07 pmRe: Jugendliche Arbeitslose - Kein Bock - ein Bericht ueber zwei Jugendliche aus Muenchen
-
Yvonne Berl Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Die zwei beschriebenen schienen jetzt gar nicht mal so willentlich faul zu sein. Ich kann es zwar selbst nicht wirklich nachvollziehen, wie es sich anfühlen muss aus deren Sicht, aber ich glaube, dass diese Jugendlichen völlige Orientierungslosigkeit empfinden müssen.27 Nov 2010, 10:49 pmRe^2: Jugendliche Arbeitslose - Kein Bock - ein Bericht ueber zwei Jugendliche aus Muenchen
Man kennt das ja von sich selbst meist in kleineren, kürzeren Themen, dass man kurzzeitig nicht weiß, was zu tun ist. So, bloß allumfassend und andauernd muss das wohl sein.
Ich bin ja sehr viel in den neuen Medien unterwegs und schon mit 13 in das Internet hineingewachsen. Und wenn ich dann oft erlebe mit welcher Leichtigkeit ich mich auch in neuen Programmen und auf neuen Plattformen bewege und wie Orientierungslos andere sind, dann finde ich, dass man schon in diesem Teilbereich des Lebens sieht, wie leicht man in etwas "ohne Plan" sein kann. Insofern muss das für diese Jugendlichen schon schlimm sein. Schrecklich ist nur, dass diese demnach ja auch nichts diesbezüglich an ihre Kinder weitergeben können und damit dieser Kreislauf nie/nur schwer durchbrochen werden kann.
Trotzdem muss ich sagen, dass ich selbst Zorn verspüre, vor allem wenn man das Gefühl hat, dass Menschen in bestimmten Bereichen sehr gut zurecht kommen und in anderen man das Gefühl hat, sie stellten sich geradezu dumm.
Aber was bei jedem einzelnen Fall die Wahrheit ist, wird man nie wissen.
Vielen Dank für den Artikel. Bei mir hat er irgendwie mehr Verständnis bewirkt.
Viele Grüße
Yvonne Schneider
-
Post visible to registered members
-
Lieselotte Steringer Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Ddie Jugendlichen verbauen sich ihre ganze Zukunft, wenn sie nichts lernen, sondern nur zum Arbeitsamt rennen und ihr Ggled abholen.03 Dec 2010, 9:56 pmRe^2: Jugendliche Arbeitslose - Kein Bock - ein Bericht ueber zwei Jugendliche aus Muenchen
Gelernte Kräfte lassen sich in die Gesellschaft integrieren.
Jeder Jugendliche sollte sich um eine solide Bildung und Ausbildung bemühen, dann ist er auch nicht sein Leben lang arbeitslos
Das Leben
wurde uns von Gott geschenkt
was wir daraus machen
ist unser Geschenk
an Gott.
-
Renate E.L. Nolte Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Diese Jugendlichen sind nicht integriert in unsere leistungsorientierte Gesellschaft. Ihre Sozialisation ist schon nach ihrer Geburt in eine Richtung gelaufen, die sie aus unser Gesellschaft herausführt hat. Sie haben sich in ihrem Milieu eingerichtet.03 Dec 2010, 11:41 pmRe^3: Jugendliche Arbeitslose - Kein Bock - ein Bericht ueber zwei Jugendliche aus Muenchen
Ich schreibe das mal als Statement.
Im Grunde genommen ist es ein Gedanke, der mir kam, als ich die "Geschichte" über M.B. las. Dieser Junge ist clever. Er hat das Spiel verstanden. Ich unterstelle ihm einfach mal, daß er genau weiß, was "der Staat" fordert.
Er weiß, welches Leben er führen sollte. Er ahnt, was für ihn gut wäre. Das paßt nicht.
Zumindest hat er nicht die Gesprächspartner, um herauszufinden, welchen Weg er selbst gehen kann. Er hat sie nier gehabt. Er bekommt Jobs angeboten, wahrscheinlich bei Arbeitgebern, die bereit sind, es auf sich zu nehmen.
Wann hatte er die Möglichkeit herauszufinden, wo seine Fähigkeiten liegen?
Wer hat ihn in seiner Kindheit gefördert?
Wer kümmmert sich noch um ihn, wenn er gepflegt, ordentlich gekleidet, pünktlich zur Arbeit erscheint, jeden Tag bis zur Rente?
Was "der Staat" ihm vermittelt ist, es ist nicht o.k., wie Du lebst - wie Du bist. Nicht sehr ermutigend!
Ich habe vor vielen Jahren in einem sozialen Brennpunkt gearbeitet. Die Kinder wollten aus dem Milieu raus, haben sich in der Schule angestrengt. Wenn sie ihre Hausaufgaben in der Schule hätten machen können, wäre es vielen gelungen. Und mit einer anderen Adresse! Als Jugendliche wußten sie dann um ihre Chancenlosigkeit. Viele haben resigniert und sich in diesem Leben ohne Zukunft eingerichtet. Es waren sehr intelligente Kinder darunter, die dann mit Sonderschulabschluß auf den "Arbeitsmarkt" geworfen wurden.
Der Staat stellt seine Forderungen. M.B. hat seine Schlupflöcher und kommt auf einen Weg, den er vielleicht selbst gar nicht will.
Die Verantwortung "des Staates" muß viel früher anfangen. Leider setzen wir genau dort den Rotstift an.
Hartz IV und die Anstrengungen der Betreuer kommen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.
Die Geschichte von M.B. hat mich angeregt, über das Wertesystem unserer Gesellschaft nachzudenken.
Ich wünsche ihm, daß er es wenigstens schafft, ein Lebenskünstler zu werden.
Renate E.L. Nolte
P.S: Ich stimme Herrn M.C. voll zu.
This post was modified on 03 Dec 2010 at 11:44 pm. -
Wilfried SchusterThe company name is only visible to registered members.Es war erst dieser Tage ein Thema mit Kollegen und Freunden.04 Dec 2010, 01:48 amRe: Jugendliche Arbeitslose - Kein Bock - ein Bericht ueber zwei Jugendliche aus Muenchen
Dazu sei anzumerken, ich arbeite mit derartigen Jugendlichen.
Wir kamen zu mehreren Ansätzen:
1.) Wie schon hier geschrieben, sind viele dieser Jugendlichen vom Elternhaus nie auf Schiene gebracht worden. Im Gegenteil, viele dieser Jugendlichen haben vom Elternhaus einen "Rucksack" mitbekommen, der viel zu schwer für sie ist. Begonnen bei sogenannten Glaubenssätzen wie: "Du bist blöd, aus dir wird nie etwas,..." bis zu massiver psychischer und physischer Gewalt.
2.) Wenn ich an meine Jugend denke (ich bin heute 54 Jahre), so gab es Visionen auf eine bessere Zukunft. Irgendwie hatten wir das Gefühl, dass uns die Welt offen steht. Dass wir etwas bewegen können. Und wenn schon nicht gleich, dann wenigstens nach und nach.
Was aber hat die heutige Jugend? Nur düstere Prognosen, nur "No future". Ob aus politischem oder wirtschaftlichem Kalkül ist eigentlich einerlei. Oder kann mir irgendjemand eine positive Prognose nennen? Und wenn, ist eine alleine genug? Dazu kommt, dass Jugendliche eben noch nicht imstande sind, aus der Vergangenheit Kraft und Phantasie für die Zukunft zu schöpfen.
3.) Viel zu oft trifft man auf "Working poor". Welchen Anreiz soll es für einen jungen Menschen haben, wenn eine - mir persönlich bekannte - 23jährige Frau und Sekretärin in einem Sozialbetrieb ganze € 900.- Vollzeit verdient? Parallel dazu überlegt die Regierung eine Mindestsicherung von € 756.-. Im Handel sieht es ja kaum anders aus (siehe die letzten Skandale Lidl und Schlecker).
4.) Und dann kommen wir zu einem höchst diskussionswürdigen Punkt: Vielleicht haben diese Jugendlichen einfach einen anderen Lebensanspruch. Wer sagt, dass unser "Arbeiten bis zum Umfallen" (Burn-Out ist nicht nur ein Modewort) der einzige und wahre Weg ist. Mir ist schon bewusst, dass nicht die gesamte Menschheit so leben könnte. Ich möchte dazu das Sendungsbewusstsein der Vegetarier als Vergleichsbild hernehmen. Ich denke, dass für manche Menschen ein vegetarisches Leben durchaus Wohlbefinden erzeugt. Ich selbst habe allerdings von einer Kinesiologin die Bestätigung, dass für meinen Stoffwechsel Fleisch sehr wohl notwendig ist. Wohlgemerkt für meinen, während meinen Cousin Rohkost als einzig richtige Ernährung bescheinigt wurde. Wie richtig diese Beurteilung war, erkennt man, dass sein Zwillingsbruder bereits von Jahren verstorben ist.
Vielleicht sind diese Jugendlichen lediglich die "Arbeits-Vegetarier" der Menschheit?
This post was modified on 04 Dec 2010 at 01:49 am. -
Post visible to registered members
-
Post visible to registered members
-
Nicole Delenk Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Ich habe das Dossier in der Zeit sehr aufmerksam gelesen und bin sehr, sehr ratlos - und auch wütend!18 Dec 2010, 7:24 pmRe^4: Jugendliche Arbeitslose - Kein Bock - ein Bericht ueber zwei Jugendliche aus Muenchen
Allerdings weniger auf die Jugendlichen selbst - zumindest nicht in diesem Beispiel!
Sondern mehr auf die Eltern. Sicher, wenn etwas schief geht, heißt es immer: "Warum macht der Staat nicht?" oder "Da muss doch die Gesellschaft was tun?" Muss sie das wirklich?
Sind es nicht immer und zuerst die Eltern, die den Kindern die "Lebensfähigkeit" beibringen, die zumindest einem dieser Jugendlichen in dem Artikel gefehlt hat? WO waren die denn mit IHRER Verantwortung?
Ich bin selbst Mutter von 2 Kindern und ich weiß durchaus um meine Verantwortung. ICH bin diejenige, die ein Vorbild zu sein hat. Damit meine Jungs lernen, dass es NORMAL ist, sein Geld selbst zu verdienen. Ich lebe ihnen vor, dass Schulbildung mit Arbeit gleichzusetzen ist, d.h.: Ich habe meine Job, mein Mann hat meinen Job und die Schule und das Lernen sind EBENSO wichtig! So, wie es mir mein Vater beigebracht hat und er es von SEINEM Vater vermittelt bekam.
Ich wohne in einem Teil Deutschlands, wo Arbeitslosigkeit die REGEL zu sein schein - in Sachsen-Anhalt. Hier wird man, vor allem von jungen Erwachsenen als Arbeitnehmer schief angeguckt und mit Sätzen wie: "Boah, ist die doof, die geht echt auf Arbeit!" betitelt. Und kaum sonst irgendwo gibt es so viele minderjährige Mütter - schon vor 9 Jahren war ich die älteste "Jungmutter" (mit damals 28 Jahren) - vor 2 Jahren war ich auf Station die EINZIGE über 18!
Auch wenn ich vielen Jugendlichen Unrecht tue (was ich nicht glaube): Wer noch nichts geleistet hat, sollte auch keine Unterstützung erhalten. Und wenn, dann sollte er sich moralisch verpflichtet fühlen, wirklich JEDEN Job anzunehmen. Ich bin während meiner Ausbildung Putzen gegangen und würde, im Falle der Arbeitslosigkeit auch wieder Putzstellen nehmen - wäre mir tausendmal lieber, als mich auf Staatskosten aushalten zu lassen. DAFÜR wäre ich mir zu schade!
Aber es wird vor allem den Jugendlichen ja auch so verdammt einfach gemacht: Wenn sie keine Bock haben, dann hatten sie halt ne schlimme Kindheit (hatte ich auch, btw) - also sind sie nicht in der Lage, ihr Leben geregelt zu kriegen. Und weil sie es von ihren Eltern so gelernt haben, sind immer die anderen Schuld, nie sie selbst.
Ich frage mich nur: WANN IST LEISTUNG EIGENTLICH AUS DER MODE GEKOMMEN???? Und wie war das mit der Eigenverantwortlichkeit???
