Augenoptik

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  • Susanne Geldien
    Susanne Geldien
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    Re^12: Watt is en Augenoptiker?
    Hallo zusammen!
    Das ist hier eine sehr interessante Debatte, mit deren Grundlagen ich als gelernte Optikerin und z.Z, selbständige Handelsvertreterin für Brillenfassungen,,jeden Tag indirekt konfrontiert werde.
    Ich mache die Erfahrung, daß die "alten " AO ,die noch die richtigen , eingefleischten Handwerker waren, langsam aber sicher" aussterben" und die Läden an junge AO verkauft werden. die diese weiterführen.
    Man müßte meinen, daß diese jungen AO eine solide Ausbildung haben, die für das Führen eines Geschäftes notwendig ist. Aber ich muss feststellen, daß die wenigsten ein richtiges Konzept haben, was sich im täglichen Fassungseinkauf wiederspiegelt.
    Irgendwie will jeder jeden bedienen können--so hat man eine vielzahl von Kollektionen im Laden und immer die, die jeder Laden hat.
    Wenn ich so tagtäglich durch die Innenstädte laufe und die Fenster der AO betrachte sehe ich zu 80 % die gleichen Kollektionen und es ist soo langweilig.
    Ich bin überzeugt, daß die AO in Zukunft radikal umdenken müßen---hört endlich auf rumzujammern und ändert Euch und die Arbeitsweise.
    Was die Diskussion Handwerker / Kaufmann angeht , bin ich der Meinung AO müssen beides sein, was das Ganze ja so kompliziert macht.
    Wenn ich einen Laden eröffnen würde, dann müßte ich mich erst mal kaufmännisch weiterbilden....
    Auf der anderen Seite fehlt mir bei vielen sehr jungen AO das Verständniss für hochwertige Materialien.
    Die können oft kein Acetet vom Spritzguss unterschieden. und eine eventuelle Begeisterung für ein hochwertiges Material kann man da gar nicht erwarten.
    Aber da spricht wieder der Brilenfan in mir!!!.
    Ich freue mich über viele schöne Dikussionen hier in der Gruppe

    Viele Grüße
    Susanne Geldien
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  • Michael R. Grunenberg
    Michael R. Grunenberg    Premium Member   Group moderator   Xpert Ambassador
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    Re^14: Watt is en Augenoptiker?
    Hallo alle zusammen,

    vielen Dank für diese lebendige Diskussion.

    Sie zeigt sehr deutlich das Spannungsverhältnis, in dem sich der moderne Augenoptiker befindet: Er bewegt sich zwischen Handwerk und Handel.

    In diesem Spannungsfeld ist es der Markt, der den Schwerpunkt bestimmt. Und hier hat in den letzten Jahren der Handelsaspekt eindruckvoll an Boden gewonnen. Das ist einerseits auf die Stärkung großer Augenoptischer Handelshäuser zurückzuführen, die den Kunden neue Werte kommunizieren, andererseits durch die Entwicklung der Technik und der Einkaufsmöglichkeiten, die im Tagesgeschäft das ursprüngliche Handwerk auf Spezialfälle und Brillenanpassung reduzieren.

    ich bin der Meinung, dass der AO eigentlich fast nur noch (ich benutze ein anderes Wort!!!) VERKÄUFER ist.
    Verkäufer ist ein in Deutschland völlig verkannter, negativ besetzter Beruf. Deshalb ja auch "ein anderes Wort". Der gute Verkäufer findet gemeinsam mit seinem Kunden die beste Lösung für dessen Problem. Er steuert zu dieser Problemlösung Fachwissen, Lagerkenntnisse, Analysefähigkeit und "gute Laune" bei. Kurz, er ist ein hochqualifizierter Fachmann mit Produkt- und Menschenkenntnis.
    Für den selbständigen AO-Meister kommt zu alledem noch Marktkenntnis, Modebewußtsein, Kaufmännisches Rechnen (GuV, Bilanz), Verhandlungssicherheit im Einkauf und bei der Bank, strategisches Denken und Vorhehen.

    Dennoch:
    Den Ausdruck Verkäufer würde ich in keiner weise anwenden(will mich ja nicht abwerten)
    Dann nennen wir es doch Berater / Fachberater / Eye Care Consultant / Kundenbetreuer oder was auch immer.
    Was bleibt, ist, daß der mehr kaufmännisch agierende Augenoptiker dem mehr handwerklich orientierten hinsichtlich Umsatz, Deckungsbeitrag, Gewinn, Kundenbindung und Kundenzufriedenheit überlegen ist.

    Also verkaufen wir doch eigentlich Lifestyle... und keine Sehhilfe!
    Hier glaube ich ein wenig Wunschdenken zu spüren, denn die "normale" Korrektionsbrille wird ja im Gegensatz zur Sonnenbrille nicht primär als Assessoire gekauft. Aber es ist auch etwas Wahres daran: Wenn schon Brille, dann wenigstens gut aussehen oder hipp sein oder "Stil" haben ... das sind ganz wichtige Kaufentscheidungen, und da verkaufen wir eben Lifestyle.

    Man müßte meinen, daß diese jungen AO eine solide Ausbildung haben, die für das Führen eines Geschäftes notwendig ist. Aber ich muss feststellen, daß die wenigsten ein richtiges Konzept haben, was sich im täglichen Fassungseinkauf wiederspiegelt.
    Das sehe ich ebenso. Hier scheint sich die Ausbildung noch nicht so recht an die moderne Zeit angepaßt zu haben: Die Läden sind unstrukturiert, Kernaussagen und Zielgruppenansprache durch Sortimentsgestaltung findet sich kaum, Das Angebot insgesamt ist zu gering und zu wenig marketingorientiert. Die Kalkulationen sind noch immer produktorierte Zuschlagskalkulationen und die Vollkostenrechnung schlägt erbarmungslos zu. Es gibt viel zu tun ....

    Wenn ich einen Laden eröffnen würde, dann müßte ich mich erst mal kaufmännisch weiterbilden....
    ... oder die Hilfe eines branchenerfahrenen Beraters in Anspruch nehmen (kleiner Werbeblock ;-))

    Wir sind ein Handwerksberuf und das soll auch so bleiben.
    Und das widerspricht sich auch nicht mit dem Meister als Unternehmer und Kaufmann, der ein zentraler Erfolgsfaktor in jedem Geschäft ist. Produktkenntnis und Handwerk ist eine der beiden Säulen, auf denen das Geschäft basiert.

    herzliche Grüße,
    Michael R. Grunenberg
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