danke Gabi, ich habe mir gleich gedacht, dass dieses Thema ein Knaller werden könnte.
Also ich habe mal abgewartet und es ist ja auch schon fast alles gesagt.
Aus meiner Sicht . . . schlagen zwei Herzen in meiner Brust:
1. Wenn ch z.B. wie letztes Jahr nach 17 Jahren einfach mal wieder nach Hawaii will (IRONMAN World Champs, Kona), dann MUSS ich einfach einen offiziellen IM-Qualifier finishen. Das heißt i.d.R. schonmal 400 Euronen durch den Kamin + Reisekosten, Verpflegung, Unterkunft, etc.
Wie im richtigen Leben auch: Wenn ich das wirklich will, wird mich das nicht abschrecken. Ich finde einen Weg. Hat was mit Werten zu tun: Ist es mir das wert? In meinem Fall: Ohne mit der Wimper zu zucken Kreditkartennummer eingeben und "Buchen-Button" klicken . . . :-)
2. Auf der anderen Seite (aktuelle Situation) habe ich mich dieses Jahr vor dem IM Switzerland verletzt, wollte aber ohnehin nicht nach Hawaii und musste mich selbst fragen, warum ich 400 Euro so dumm aus dem Fenster werfe. Habe ich drüber nachgedacht und mache ein paar Dinge anders.
Leute, es gibt genügend Läufe, die 8,-€ kosten und schöne, kleine, gut organisierte Veranstaltungen sind. Das Gleiche gilt für Triathlons. Aber warum gehen den die Menschen nach Berlin (über 40.000 Anmeldungen)? Und nicht nach Hintertupfingen? Man bekommt einfach ein anderes "Produkt".
Meine These: Da die meisten Athleten am Ende des Tages eben doch motiviert sind vom Thema "Anerkennung", macht das mit x hunderttausend Zuschauern und Jublern einfach mehr Spaß als bei einem einsamen Landschaftslauf.
Meine Laufkameraden können überhaupt nicht verstehen, warum man 400,-€ für einen Wettkampf ausgibt. Aber die haben auch noch nie einen IRONMAN gefinisht. An den Ötlinger Dreikönigslauf anno xxxx erinnere ich mich - mit Verlaub - schon nach vier Monaten nicht mehr. An den IRONMAN Frankfurt 2008 dagegen sicher noch auf meinem Sterbebett.
Man kann Rennen nicht so einfach miteinander vergleichen. Jeder kann nur für sich entscheiden, welche "Erfahrung" ihm wieviel wert ist.
Als Statistik-Freak muss ich mich gleichzeitig outen: Ich habe einen Excel-Rennkalender (selbstgestrickt), der per bedingter Formatierung sofort anzeigt, ob das Rennen über 1 EUR (ROT), zwischen 0 und 0,50 EUR (GRÜN) oder dazwischen (GELB) pro Kilometer kostet. Und Trotzdem gebe ich manchmal sehr viel mehr aus.
Ein Link zu meinem aktuellen Blog-Post sei erlaubt: Fragt Euch mal, ob Ihr meint, dass diese Erfahrung (im Xterra-Video) Euch vielleicht mehr wert ist, als der Dorflauf um die Ecke. Hmm?
Nur so ein paar Gedanken.
Jörg



