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  • Re^2: Thema des Monats November 2009 - Startgebühren 05 Nov 2009, 12:02 pm

    Hallo, liebe Lauf- und Tria-Kollegen,

    danke Gabi, ich habe mir gleich gedacht, dass dieses Thema ein Knaller werden könnte.

    Also ich habe mal abgewartet und es ist ja auch schon fast alles gesagt.
    Aus meiner Sicht . . . schlagen zwei Herzen in meiner Brust:
    1. Wenn ch z.B. wie letztes Jahr nach 17 Jahren einfach mal wieder nach Hawaii will (IRONMAN World Champs, Kona), dann MUSS ich einfach einen offiziellen IM-Qualifier finishen. Das heißt i.d.R. schonmal 400 Euronen durch den Kamin + Reisekosten, Verpflegung, Unterkunft, etc.
    Wie im richtigen Leben auch: Wenn ich das wirklich will, wird mich das nicht abschrecken. Ich finde einen Weg. Hat was mit Werten zu tun: Ist es mir das wert? In meinem Fall: Ohne mit der Wimper zu zucken Kreditkartennummer eingeben und "Buchen-Button" klicken . . . :-)
    2. Auf der anderen Seite (aktuelle Situation) habe ich mich dieses Jahr vor dem IM Switzerland verletzt, wollte aber ohnehin nicht nach Hawaii und musste mich selbst fragen, warum ich 400 Euro so dumm aus dem Fenster werfe. Habe ich drüber nachgedacht und mache ein paar Dinge anders.

    Leute, es gibt genügend Läufe, die 8,-€ kosten und schöne, kleine, gut organisierte Veranstaltungen sind. Das Gleiche gilt für Triathlons. Aber warum gehen den die Menschen nach Berlin (über 40.000 Anmeldungen)? Und nicht nach Hintertupfingen? Man bekommt einfach ein anderes "Produkt".
    Meine These: Da die meisten Athleten am Ende des Tages eben doch motiviert sind vom Thema "Anerkennung", macht das mit x hunderttausend Zuschauern und Jublern einfach mehr Spaß als bei einem einsamen Landschaftslauf.
    Meine Laufkameraden können überhaupt nicht verstehen, warum man 400,-€ für einen Wettkampf ausgibt. Aber die haben auch noch nie einen IRONMAN gefinisht. An den Ötlinger Dreikönigslauf anno xxxx erinnere ich mich - mit Verlaub - schon nach vier Monaten nicht mehr. An den IRONMAN Frankfurt 2008 dagegen sicher noch auf meinem Sterbebett.
    Man kann Rennen nicht so einfach miteinander vergleichen. Jeder kann nur für sich entscheiden, welche "Erfahrung" ihm wieviel wert ist.

    Als Statistik-Freak muss ich mich gleichzeitig outen: Ich habe einen Excel-Rennkalender (selbstgestrickt), der per bedingter Formatierung sofort anzeigt, ob das Rennen über 1 EUR (ROT), zwischen 0 und 0,50 EUR (GRÜN) oder dazwischen (GELB) pro Kilometer kostet. Und Trotzdem gebe ich manchmal sehr viel mehr aus.

    Ein Link zu meinem aktuellen Blog-Post sei erlaubt: Fragt Euch mal, ob Ihr meint, dass diese Erfahrung (im Xterra-Video) Euch vielleicht mehr wert ist, als der Dorflauf um die Ecke. Hmm?
    http://adventureracing.wordpress.com/2009/11/05/xterra-world...

    Nur so ein paar Gedanken.
    Jörg
  • Re^7: Thema des Monats November 2009 - Startgebühren 05 Nov 2009, 1:08 pm

    Für mich ist es immer wieder faszinierend wie das Thema Preisgestaltung die Menschen spaltet.

    Aber eigentlich ist es ganz einfach! Der Markt regelt den Preis. Solange die Veranstaltungen schnell
    ausgebucht sind (teilweise in 24 h) ist es klar, dass der Veranstalter den Preis nach oben setzt.
    Und mal Hand aufs Herz, ich war selber Kassenwart in einem Verein, die finanzielle Sitiation bei den
    Vereinen ist mehr als knapp. Also ist jeder Euro wertvoll.

    Ich entscheide auch nach dem Startgeld, aber z.Bsp. war ich dieses Jahr beim IM in Frankfurt (400 €)
    Aber das war es mir persönlich wert. Ich habe mir einen großen Wunsch erfüllt.

    Klar ein 10'er darf max 7 - 8 € kosten.


    Viel Spaß noch beim diskutieren.

    Karsten


    Marcel Fouquet schrieb:
    Hallo zusammen,
     
    das Thema wurde schon mehrfach diskutiert - ich zahle nicht jeden Preis. Nächsten Sonntag "Maratona Ticino" - Startgebühr CHF 40. In meinen Augen ein sehr faires Angebot.
     
    Viele Grüße,
     
    Marcel.
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  • Re: Thema des Monats November 2009 - Startgebühren 07 Nov 2009, 12:40 am

    Hallo allesamt.

    Tja eine echte Preisobergrenze habe ich mir bislang noch nicht gesetzt – kommt darauf an, was mir persönlich der einzelne Lauf wert ist, wo er statt findet und ob ich den Lauf regelmäßig absolviere oder aber er voraussichtlich ein einmaliges Erlebnis (bspw. NY) sein wird und auch an wie vielen Laufveranstaltungen ich im Jahr teilnehmen möchte -> auch die Summe spielt eine Rolle..
    Meist ist es gar nicht so sehr der Preis der Laufveranstaltung der mich schreckt, sondern vielmehr die Folgekosten! Dazu zählen insb. Anreisekosten, Verpflegung vor Ort und ggf. Übernachtungen. Wenn man keine Bekannte vor Ort hat oder/und in der Gruppe reist, dann kann selbst ein Marathon in Deutschland insgesamt schon sehr, sehr teuer werden.
    Und wenn ich mal an die USA denke, dort haben allein die Startgebühren bspw. in NY oder Chicago bereits Größen erreicht, die ich für völlig irre halte. Die Folgekosten schrecken dann noch mehr. Ein Marathon im Ausland lohnt sich aus meiner Sicht daher nur, wenn man das Laufevent mit einem etwas längeren Urlaub verbinden kann.

    Für einen Halbmarathon würde ich übrigens nicht mal innerhalb Deutschlands extra anreisen! Dazu gibt es in der unmittelbaren Umgebung fast im ganzen Jahr ein Vielzahl interessanter HM Veranstaltungen, die Preise sind moderat und ein HM ist kein so ein einmaliges und trainingsaufwändiges Unterfangen wie ein Marathon.

    Dass der Markt den Preis beim Marathon regelt kann ich übrigens gar nicht bestätigen! Seit den letzten Jahren verzeichnen die großen Marathons in Deutschland (mit Ausnahme von Berlin) rückläufige Zahlen. Aber der Preis ist leider nicht gesunken!
    Dabei haben einige Marathons gestaffelte Preise in Abhängigkeit vom Anmeldezeitpunkt (bspw. Köln), andere behalten die Preise bei (bspw. Hamburg). Nur wer weiß schon, ob er in 6-10 Monaten die Möglichkeit/Gesundheit zur Teilnahme hat?
    Es ist klar, dass Veranstalter Planungssicherheit und auch Finanzierung im Voraus benötigen, aber der potentielle Teilnehmer ist dennoch der Leidtragende. Das volle Startgeld erhält man meist auch nur dann zurück, wenn man mehrere Wochen oder gar Monate (!) vor dem Start absagt. Nur wer weiß bspw. im Januar, ob er im April laufen kann? (Trainingszustand, Verletzung, Krankheit, berufliche Verhinderung etc.)
    Glücklicherweise verzeichnet sich hier ein Umdenken bei vielen Veranstaltern, die auch eine sehr kurzfristige Absage unter kompletter Rückzahlung des Startgeldes akzeptieren, sofern man einen noch nicht gemeldeten Ersatzläufer stellt. Immerhin ein Anfang.

    Gruß

    Andreas


    PS
    @ Dirk Schuran:
    Den HM in Blankenese bin ich 2008 gelaufen. Die Strecke ist durch die Waldlage landschaftlich reizvoll und durch die Steigungen auch teilweise sehr anspruchsvoll (insb. für Hamburger Verhältnisse), aber vom Preis-Leistungs-Verhältnis tatsächlich eine Frechheit! Kaum Zuschauer, keine Stimmung auf der Strecke (nur im Ziel), nicht sonderlich viele Teilnehmer, Verpflegungsstellen sind eher rar, das Starterpakt ist ein Witz (besonders das peinliche Werbung-bedruckte Baumwoll-T-Shirt), Zwischenzeiten werden nicht genommen und der Preis ist nahe der Unverschämtheit (besonders für Nachmelder).
    Beim „offiziellen“ Hamburg Marathon erhält man wesentlich mehr für sein Geld und der Lauf ist auch noch günstiger!

    @ Jens Trafkowski:
    Recht hast Du! Jeder Marathonläufer praktisch jedes Wochenende (mindestens) einen HM im Training! Und das bei völlig freier Wahl der Strecke und komplett kostenlos! Da stören auch die fehlenden Zuschauer oder die ausbleibende Medaille am Ende nicht.
    ;-)
    This article was modified on 07 Nov 2009 at 11:26 pm.
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