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  • Marcus Breiteneder
    Marcus Breiteneder    Premium Member
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    WIR übernehmen die Verantwortung
    Fragen WIR Musiker uns doch einmal, aus welchen Gründen ein Veranstalter eine Band engagiert. Ich denke dabei vor allem an regionale Veranstalter wie Clubs, Kneipen etc. und an Bands mit eigenen Stücken:

    1. Er möchte Gäste in den Laden bekommen, um mit Getränken und Essen einen guten Umsatz zu machen.

    2. Er möchte seinen Gästen Unterhaltung bieten, in der Hoffnung, sie erzählen über das Event und kommen beim nächsten mal, am besten mit Freunden, wieder. (Mundpropaganda)

    3. Er möchte auf diesem Weg in den Medien erscheinen, möglichst kostenlos. (Promotion)

    Gleichzeitig hat er Angst vor dem Risiko, dass ihn die Veranstaltung mehr kostet als einbringt. Verständlicherweise, denn wenn er zu oft drauflegt, kann er irgendwann den Laden schließen.

    Was bedeutet das für uns Musiker?

    1. Die Bereitschaft eines Veranstalters wächst, wenn unser Bekanntheitsgrad zunimmt und wir eine Fangemeinde haben, die immer wieder zu unseren Konzerten kommt. Das heißt, in erster Linie sind WIR dafür verantwortlich Werbung zu machen! Ein sehr effektives Werkzeug des Informationszeitalters ist es da, einen eMail-Verteiler aufzubauen mit Adressen von Fans, die sich über diesen Service freuen. Bitte keine Massen-E-Mails verschicken, darüber ärgern sich die Empfänger mehr als dass sie nützen.

    2. WIR müssen das Publikum unterhalten und begeistern. Dazu gehört nicht nur gute Musik und ein gutes Entertainment sondern auch die richtige Wahl des Venues. WIR uns im Vorfeld fragen, welches Publikum der Veranstalter üblicherweise anzieht. Entspricht die Zielgruppe des Venues unserer Zielgruppe? Falls nicht, ist es besser, die Finger von dem Gig zu lassen, denn als experimentelle Jazz-Rock-Fusion-Sonstwas-Band werden wir wohl kaum ein Coverpublikum begeistern.

    3. Vor allem bei neuen, kleineren und Gelegenheitsveranstaltern habe ich festgestellt, dass sie oft weder den Überblick über sinnvolle Medien, noch die entsprechenden Kontakte haben. WIR als Musiker wissen, welche Zeitschriften, Zeitungen und Internetseiten unser Publikum liest. Also liegt es wieder einmal an uns, einen Presseverteiler aufzubauen und die Presse mit Informationen zu versorgen. Meiner Erfahrung nach ist die Regionale Presse sehr kooperativ, wenn WIR sie mit gutem, pressetauglichen Material versorgen.

    Um sein Risiko zu begrenzen, haben die regionalen Veranstalter es am liebsten, wenn WIR gegen Eintritt spielen, vor allem wenn WIR eigene Musik machen. Darüber ärgern WIR uns zunächst, weil wir glauben, unsere Kunst sei mehr wert. Leider müssen WIR feststellen, dass sie nur so viel wert ist, wie Veranstalter und Publikum bereit sind, dafür zu bezahlen. Wenn WIR es schaffen, unsere Konzerte zu füllen, lohnt es sich auch, gegen Kasse zu spielen und wenn WIR richtig gut sind, verdienen wir damit sogar mehr als mit einer festen Gage.

    Marcus Breiteneder.
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  • Lukas Schwindt
    Lukas Schwindt    Group moderator
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    Re^10: Eure Erfahrungen beim Booking ?!?
    Hallo F.M.B.,

    F.M.B. Schrieb >
    Das ist aber eigenartig! Entweder ist bei Euch tote Hose oder Du hast nicht gut genug recherchiert.
    Ich denke ehr bei uns ist Tote Hose...Booker findet man genug in der Region, aber entweder gehören die zu großen Agenturen, Firmen etc pp. oder Sie wollen uns nicht ;-)

    Gruß, Lukas
  • Marcus Breiteneder
    Marcus Breiteneder    Premium Member
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    Re^2: WIR übernehmen die Verantwortung
    Hallo Rebecca,

    gerade im regionalen Bereich bieten oft neu eröffnete Clubs und Kneipen eine Chance für relativ unbekannte Bands, weil die noch nicht so unglaublich viele Bewerbungen erhalten. Sie sind oft froh, gute Bands zu finden und haben noch nicht die Erfahrung, also ist es für die Band ganz gut, sie etwas zu unterstützen. Ähnlich verhält es sich bei Kulturvereinen oder ähnlichem, in denen die Organisatoren oft ehrenamtlich tätig sind und auch gelegentlich wechseln. Diese Vereine bezahlen im Allgemeinen auch eine Gage.

    Selbstverständlich ist es wünschenswert, bei professionellen Veranstaltern aufzutreten, die das alles drauf haben. Nur versuche ich eben, alle Chancen zu nutzen, die ich sehe - und das hat sich auch bewährt.

    Viele Grüße,
    Marcus.
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  • Niko Waldherr
    Niko Waldherr    Premium Member
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    Re^4: WIR übernehmen die Verantwortung
    Als " Neuling"-Band hat man fast nur die Chance bekannt zu werden wenn man alles, vor allem Werbung.., selber macht und am Anfang wirklich "für lau" spielt (auf englisch klingt es besser: "for a song").
    Die Anfangsschwierigkeiten haben alle Bands - ob mit Covers oder Eigene Sachen.
    In meinen "früheren Jahren" (80er) hatten wir eine Band mit eigenen Sachen, so Richtung West Coast Rock.
    Wir sind aber auch nicht mehr als "Local Heroes" geworden. Jetzt machen wir nur noch Cover, aber auch da ist es schwierig sich zu vermarkten.
    1. Es gibt schon so viele
    2. Auf euch hat die Welt gewartet

    Wir haben ca. 2 Jahre lang nahezu alles gespielt, egal zu welcher Gage. Im dritten Jahr gab es dann schon einige Schmankerl. Und dieses Jahr ist wieder "tote Hose".

    Was bei uns noch dazu kommt - wir sind in der "Provinz" so 30-50 km südl. von MUC. und hier hat man den Eindruck, Livemusik interessiert keinen mehr.
    Es gibt in den drei Landkreisen Tölz, Wolfratshausen, Miesbach ungefähr 3 (in Worten drei) Kneipen/Clubs, die versuchen Livemusik hochzuhalten, dort spielt man aber ausschließlich für Eintritt.
    Wir hätten im legendären "Schwabinger Podium" eine Art Abo gekriegt - jeden MITTWOCH - spielen (für € 250.-)
    Das geht nicht, da wir sonst halt auch noch einen Job haben. Chefin war beleidigt und jetzt spielen wir dort gar nicht mehr!
    Ich befürchte einfach "die Zeiten sind vorbei".
    In den 70ern war es "Pflicht" für uns, zu Bands zu gehen - aber heute.
    Aus meiner Stadt (Bad Tölz) kommen immerhin die Bananafishbones, aber die sind auch nur so "halb-"berühmt.

    Mein Fazit: einen professionellen Manager suchen (aber wie) und hoffen; oder zur Gaudi spielen was geht und hoffen. Die Hoffnung stirbt zuletzt....
    This post was modified on 26 May 2008 at 06:18 pm.
  • Stefan Schmidt
    Stefan Schmidt    Premium Member
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    Re^5: WIR übernehmen die Verantwortung
    Da will ich doch meinen Senf auch dazu geben.

    Bisher habe ich gute und richtige Argumente gelesen. Als Band reicht es nicht mehr, "nur" Musik zu machen.

    Heutzutage musst Du mangels Alternativen, den Vermieter Deines überteuerten Proberaums glücklich machen, eine eigene Werbeagentur betreiben, Geld in die Clubs tragen und Kartenververkaufsunternehmen Dein Eigen nennen. Dafür hast Du mit Mitte 20 auch ein prall gefülltes Konto, Kontakte wie ein 50-jähriger internationaler Manager und alle Zeit der Welt, um Dich nur um die Werbung zu kümmern.

    Ich kann den meisten Erfahrungen meiner Musikerkollegen hier anschliessen und geb trotzdem nicht auf. Als Bandpapa kümmere ich mich notgedrungen um Songwriting, seelische Problemchen, das Booking, die Pressearbeit, die Internetauftritte inkl. Design und Programmierung, die Organisation und krieche so manchem Veranstalter in den Arsch. Das Resultat ist oftmals, dass ich ziemlich braun und ohne Gig in den morgentlichen Spiegel schaue:-)

    Die Katze bleisst sich doch regelmäßig in den Schwanz:

    Der Club wird nicht voll, weil kaum Werbung stattfindet. Die Band wird nicht wieder gebucht, weil der Club nicht voll war. Die Band kann die Werbung in dem Umfang nicht leisten, weil die Kontakte, das Knowhow und das Geld nicht da sind. Das Geld ist nicht da, weil der Club nicht voll wurde und die Werbung schlecht war.

    Booker und Manager interessieren sich nicht für die Band, weil der Club nicht voll wird und die Band selbst nicht das Geld hat, um den Booker oder Manager zu bezahlen. Die Booker und Manager können nicht mehr überleben, weil die Clubs nicht voll werden und keiner Geld hat, um sie für Ihre Arbeit zu bezahlen.

    Ich möchte diesen Kreis gerne durchbrechen, finde aber keinen Ansatzpunkt! Wer hat denn hier geschlampt?:)

    Unsere Möglichkeiten nutze ich wie folgt:

    Ich versuche persönliche Kontakte aufzubauen (sehr schwer!). Wir empfehlen uns beim Veranstalter durch unsere extrovertierten Shows und sie sind allesamt begeistert, inklusive Publikum. Daraufhin wagt der eine oder andere schonmal ein kleines Risiko. Allerdings sind es die zitierten bekannten Clubs, in denen man dann immer spielt! Wir bieten kostenlose Probegigs an, vobei wir je nach Entfernung zumindest Sprit, Kost und Logie verlangen. Folgegigs müssen dann aber bezahlt werden. Festgagen halten wir am Anfang gering, damit sie in eine Kalkulation passen. Werbung versuche ich im Rahmen unserer Möglichkeiten zu machen (kostenlose Kleinanzeigen, Flyer im Club, Internetplattformen, Homepage, SMS usw.).

    Wir sind eine semiprofessionelle Band mit sehr viel Ambitionen und dem Willen, alles für unsere Musik zu tun. Jetzt kommt das Aber:

    Wir sind eine Band und keine Konzertkasse, auch keine Werbeagentur und auch keine Multimillionäre! Ich verbrate jedes Jahr für die Band größere vierstellige Summen und meine Freizeit mit dem Ergebnis, dass ich nicht mal die Hälfte der Kosten durch Einnahmen gedeckt kriege. Das mache ich seit 10 Jahren und seit 2 Jahren intensiver. Auch ich muss als Selbständiger sehr viel Zeit aufbringen, damit ich mein Lebensunterhalt verdienen kann - mal schauen wie lange das noch geht :-) Soviel Zeit wie ich bräuchte, kann ich garnicht mehr aufbringen.

    Zwei Produzenten würden liebend gerne eine Platte mit uns machen, leider fehlt das Geld, da kein Label!
    Wer mit anpackt, soll daran auch profitieren! Mir scheint, alle wollen profitieren, aber nicht anpacken.

    Für sachdienliche und konkrete Hinweise, wenden sie sich bitte an mich! Gesucht wird Unterstützung im Booking und der Pressearbeit. Kleine Reviews für die Presse würden bereits helfen.

    Einen habe ich noch: Es grenzt an Prostitution! *lach*
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