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  • Lukas Schwindt
    Lukas Schwindt    Group moderator
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    Contests - Fluch oder Segen?
    Contests - Fast jede Band hat schon einmal an einem Contest teilgenommen. Sei es der kleine lokale um die Ecke oder der Mega-Contest.

    Wie sind eure Erfahrungen mit Contests?
    Machen Sie noch Sinn?
    Wo sollte man auf keinen Fall teilnehmen und wo kann man sich ohne Probleme anmelden?

    Ich bin mal gespannt auf Eure Erfahrungen. ( Ich lasse meine mal absichtlich außen vor, vorerst zumindest, damit ich nicht gleich alle Namen und Themen vorweg nehme ;-)

    Gruß, Lukas
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  • Lukas Schwindt
    Lukas Schwindt    Group moderator
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    Re^2: Contests - Fluch oder Segen?
    F.M.B. schrieb:
    Sinnlose Contests gibt es wohl in jeder Region ausreichen. Namen zu nennen würde den Rahmen wohl mehr als > spregen ...
    Davon abgesehen macht es nur Sinn die Namen der größeren zu nennen. Der wer kennt schon "Uschis HInterhof Contest III " :-)

    Grundsätzliche finde ich gut organisierte Contests für junge Bands eine super Gelegenheit, um mal ein bisschen Erfahrung auf einer ordentliche Bühne und vor fettem Publikum zu sammeln.
    Ich habe jedoch immer das Gefühl je enger es in die Endausscheidung geht, desto abgekarteter wird das Ganze. Egal ob die Publikumsstimme zählt oder ob es eine "neutrale" Jury ist.
    Also, wir haben wie schon erwähnt einige Contests gespielt, mit fast allen Platzierungen, also von 2 bis zum vorletzten war mal alles dabei, und ich kann so im Allgemeinen nur sagen, Finger weg von den Contests, wo NUR das Publikum entscheidet...das kann man gleich sein lassen. Denn auch wenn man 2 Busse an Fans mitbringt und somit jede andere "überstimmt", ist es auch kein Sieg den man sich mit gutem Gewissen auf die Fahne schreiben kann.

    Hat hier jemand Erfahrung mit dem Bodog Battle of the Bands gemacht?? Ich würde gerne mal hören ob die in die selbe Richtung gehen wie unsere.

    Gruß, Lukas
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  • Lukas Schwindt
    Lukas Schwindt    Group moderator
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    Re^4: Contests - Fluch oder Segen?
    Und es kostet Geld für die Bands oder nicht? Bzw. die Bands müssen in Tickets investieren...
    Meiner Meinung nach auch fragwürdig...

    Gruß, Lukas
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  • Michael Wordel
    Michael Wordel    Group moderator
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    Re^6: Contests - Fluch oder Segen?
    Interessant beim Emergenza sind vor allem die Locations. Für viele Bands die erste Möglichkeit, Erfahrung auf einer einigermaßen großen Bühne mit i.d.R. recht professioneller Technik zu sammeln.

    In wie weit Publikumsvoting gut oder schlecht ist, mag jeder für sich entscheiden. Für "Local-Heroes" mit einer großen Fangemeinde kann es natürlich oft gut sein. Speziell beim Emergenza hängt es aber auch entscheidend vom Zeitpunkt des Auftritts ab. So hat eine Band, die als erste spielen muss meistens schon dadurch einen großen Nachteil. Jedenfalls gilt das mindestens in Berlin, wo es ja "unschicklich" ist, pünktlich zu einem Konzert zu erscheinen... Ich habe erst kürzlich ein Konzert erlebt, dessen Beginn um 20 Uhr angekündigt war und bei dem der letzte Besucher doch schon um 23 Uhr ankam und sich wunderte, dass alles "schon" (!!!) zu Ende war.
  • Lukas Schwindt
    Lukas Schwindt    Group moderator
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    Re^7: Contests - Fluch oder Segen?
    Michael Wordel schrieb:
    ... Ich habe erst kürzlich ein Konzert erlebt, dessen Beginn um 20 Uhr angekündigt war und bei dem der letzte Besucher doch schon um 23 Uhr ankam und sich wunderte, dass alles "schon" (!!!) zu Ende war.
    :-D Sehr geil....muss ich doch gleich an diesen Kiffer Witz denken....

    Klingelt ein Kiffer bei seinen Kumpels an.
    Nach einer hlaben Stunde reagiert einer der beiden in der Wohnung und sagt: " Ey...hat das eben geklingelt??"
    Ne weitere halbe Stunde später sagt der andere: " jo, ich geh mal gucken"
    Weitere 30 Minuten ist er an der Tür und macht auf...
    Steht der erste noch mit ausgestrecktem Finger an der Klingel und sagt: "Boooaah krass.....wie schnell bist du denn?? !"

    So kann es gehen...;-)
    Gruß, Lukas
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  • Stefan Schmidt
    Stefan Schmidt    Premium Member
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    Re^9: Contests - Fluch oder Segen?
    Über Contests könnte ich Bücher schreiben. Nur würden sie nicht sonderlich positiv sein.

    Sie meisten, auch die großen, taugen weder, um sich bekannter zu machen, noch um sich ein paar Cent zu verdienen, oder um einen Fuss in die Musikindustrie zu bekommen. Doch genau das wird propagiert.

    Ich bin seit etwa 10 Jahren auf Bühnen unterwegs mit Besucherzahlen zwischen 3 und 5000 Leuten. Darunter waren auch diverse Bandcontests.

    Das Argument, vor vielen Leute zu spielen und in Locations, wo man sonst nicht reinkommt, zieht nicht wirklich. Viele der angepriesenen Clubs haben wir auch sonst mehrfach bespielt, mit dem Unterschied, dass wir dafür Gage erhielten.

    Ich möchte es mal pragmatisch sehen:

    Der Veranstalter bekommt kostenlose Werbung durch die Bands und der Kartenvorverkauf läuft in der Regel auch nur über die Bands. In einigen Fällen ist eine Startgebühr fällig (Emergenza, GBOB, Oxmox usw.). Der Effekt ist jedoch, dass jeder auf die Bühne kommt, der bereit ist, diese zu bezahlen - keine Vorauswahl und somit sehr gemischte musikalische Qualität! Wir haben von Volksmusik-meets-Metal bis Papa-hat-mir-letzte-Woche-eine-Gitarre-geschenkt-und-ich-habe gerade-noch-ein-paar-Songs-geschrieben alles erlebt:-)

    Der schale Beigeschmack spätestens im Halbfinale war auch bei uns, dass die "Gewinner" mit oder ohne Jury bereits feststanden. Eine ziemliche Farce!

    Emergenza:
    Abgesehen von der musikalischen Vielfalt, läuft die Nummer wie oben beschrieben und ist für die Bands eine teure Angelegenheit. Der "Booker" und "Moderator" war auf den Konzerten stets so besoffen, dass er sich am Mikrofon in Selbsthuldigungen erging - wer Hamburg kennt, weiß auch den Namen des Betreffenden:-) Wer am meisten Leute mitbringt, gewinnt, egal was er auf der Bühne fabriziert. Später entscheidet die Tagesform des örtlichen Verantwortlichen - das ergab sich aus mehreren Gesprächen mit verschiedenen Bands. Und ein Kasten Bier für 6 Bands ist mit Verlaub sehr sparsam gedacht. Andere Getränke gabs nur gegen Geld an der Bar.

    Local Heroes:
    Wir spielten uns bis ins Finale in der Markthalle Hamburg. Ich bin mit den damaligen Veranstaltern bekannt und durfte ein bisschen hinter die Kulissen schauen. Dort wurde, was Werbung und Künstlerbetreuung angeht, wirklich viel gemacht. Karten durfte man auch hier selbst verkaufen, aber auf Kommission.
    Im Finale wurde doppelte Backline auf die Bühne gestellt, um den Change-Over kurz zu halten. Im Vorwege wurde festgelegt, welche Band auf welchem Setup spielt, so dass alles reibungslos läuft. Als wir auf die Bühne sollten, hieß es plötzlich, wir müssten das andere Setup nehmen, weil die Nachfolgeband einen schlechten Tag hat, oder so! Wir haben keine Allüren, sondern nehmens, wie es kommt und machen das Beste draus. Der Linecheck war super - wir hatten sogar Sidefills und reichlich gut dimensionierte Monitore. Nur während des Gigs hat sich wohl einer am Regler vergriffen und uns die Monitore abgedreht - außer leises Rauschen kam da nichts mehr. Aber was wir an Sound nicht bekommen, machen wir durch Erfahrung wett und reissen das Ding auch ohne Monitore anständig runter. Nach uns kam dann die Gewinnerband auf die Bühne und proklamierte sich zum Gewinner bevor sie nur einen Ton gespielt hatten und der Contest vorbei war. Plötzlich waren auch Movinglights am Rotieren, die sich die Shows zuvor wohl irgendwo versteckt haben mussten. Vielleicht waren sie auch schüchtern...........
    Die Auszählung ergab ca. 570 Stimmen für uns, wie ich durch Zufall hintenherum mitbekam. Doch die Jury hatte sich anders entschieden und das Publikum hatte plötzlich keine Gewichtung mehr. Wer die Gewinner waren, könnt ihr den obrigen Zeilen ja entnehmen.

    Aber die Orga ist für einen Bandcontest sehr anständig!

    Oxmox:
    Die Contest besticht vorallem durch einen guten Namen, eine etwas kopflose Organisation, eine Teilnahmegebühr und stellenweise unfreundliche Mitarbeiter. Wie beim Emergenza wird die Backline komplett gestellt. Die Werbung ist über die üblichen Maße gut, es gibt sogar Radiospots. Auch hier gibt es für 6 Bands nur einen Kasten Bier. Also sollte man den Durst woanders stillen:-) Das Interessante hieran ist, dass bereits in den Vorrunden eine Jury im Publikum sitzt, die eine Zweidrittelgewichtung hat. Man sollte also meinen, dass nicht der gewinnt, der die meisten Leute mitbringt, sondern der, der dortoben eine verdammt gute Show abliefert. Und ich muss sagen, es gibt erstaunlich viele gute Bands hier. Wie ich aber aus einem Gespräch mit dem Erfinder des Bandcontests erfahren konnte, ist eines der wesentlichen Kriterien für die Juryentscheidung die Anzahl der im Vorwege verkauften Karten!! Noch Fragen????????

    Wenn jemand genügend Leute mobilisieren kann, sollte er sich in einem Club einmieten und eine Riesensause veranstalten. Denn dann fällt auch noch Gage ab!

    Faierweise muss man auch sagen, dass der Veranstalter bei den heutigen Besucherzahlen auch nicht reich wird. Oft genug kommt es vor, dass er geradeeben seine Kosten decken kann. Nur die Ambitionen solcher Contests will ich hier an den Pranger stellen! Es handelt sich hier mit Sicherheit nicht um die Förderung von Nachwuchsbands!

    Auch will ich nicht alle Bandcontests verteufeln, nur die meisten...........:-)

    Als dann, lasst uns kontrovers diskutieren! Ich habe da noch ein paar Argumente und nicht erwähnte Beobachtungen!
    This post was modified on 27 May 2008 at 05:10 pm.