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  • Rainer Trendelenburg
    Rainer Trendelenburg    Premium Member
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    Fluch und Segen der Gästeliste
    „Setz mich auf die Gästeliste“ ist für einen aktiven Musiker der oft gehörte Wunsch, wenn er über sein nächstes Konzert spricht. Toll, so füllt sich der Veranstaltungsort und der Fanclub heizt die Stimmung an.

    Doch wie sieht die Realität dann oft aus? Der Veranstalter soll möglichst eine Festgage bezahlen bzw. eine Mindestgarantie abgeben. Die eigenen Freunde aber sollen natürlich in den Genuss des freien Eintritts kommen. Wurde die Gästeliste überhaupt abgegeben, ist sie ewig lang und wird rasch handschriftlich vor Ort noch um ein paar Namen ergänzt. Schlimmer noch, der Veranstalter erhält gar keine Liste sondern nur den beiläufigen Hinweis, dass sich einige Zuhörer melden, die auf einer imaginären Gästeliste stehen.

    Diese Gäste kommen früh und besetzten die besten Plätze. Die zahlenden Besucher werden forsch in die Randbereiche gedrängt. Beim Veranstalter kommt langsam Frust auf und er versucht den Schaden zu begrenzen. Er wird langsam etwas hartnäckige beim Eintritt mit dem Hinweis, dass die Großzügigkeit doch nun langsam ausgeschöpft ist. Damit stößt er voll ins Wespennest und bekommt eine Lehrstunde über Sozialverhalten: beleidigte Antworten, Aggression und Arroganz bis hin zu solchen Unverschämtheiten, dass der Einlass Begehrende sich einfach darüber hinwegsetzt, den Veranstaltungsraum stürmt und sich demonstrativ in Nähe des Künstlers oder der Band begibt. Offensichtlich verlieren hier auch sonst sensible Menschen völlig die Sozialkontrolle.

    Und wieder einmal reichen die Kasseneinnahmen für die Gage nicht, der Veranstalter macht Defizit und verliert die Lust auf weitere ähnliche Erlebnisse.

    Liebe Musiker: versteht doch, dass Eure sogenannten guten Freude Euch die Chancen für weitere Auftritte vermasseln. Ohne weiteres zahlen sie für Kinobesuche, den Fußballplatz oder Discobesuch weit höhere Beträge als für Euer Engagement. Bei unserer Band zahlen selbst die Lebenspartner Ihren Obolus, egal wie voll die Halle ist. Wahre Freunde und Fans werden Euch unterstützen. Wer dies nicht einsieht verfügt - vornehm ausgedrückt - über ein mangelndes Sozialverhalten. Und wie wir diese Woche bei einer unserer Veranstaltungen wieder einmal erleben mussten, sind selbst Geschäftsleute und Unternehmer, die ja auch auf ihre Kunden und Umsatz angewiesen sind, nicht frei von diesen Schwächen.

    Freiburg, den 03.02.2012
    Rainer Trendelenburg
    Vorsitzender der Freiburger Blues Association
  • Oliver Kalpen
    Oliver Kalpen    Premium Member
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    Re: Fluch und Segen der Gästeliste
    Nicht schlecht.... ich bin auch kein Freund großer Gästelisten. Bei uns kommen unsere Partenerinnen und natürlich unser Roadie immer kostenlos rein (die helfen uns ja auch wie verrückt) und sonst keiner. Außer, dies sei vorher abgesprochen wegen Filmaufnahmen o. ä., ansonsten sehe ich das genauso: Die Leute geben ein Vermögen im Kino aus, sind aber nicht bereit, 8 EUR für ein Konzert auszugeben und somit ihre befreundeten Musiker zu unterstützen...
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  • Rainer Trendelenburg
    Rainer Trendelenburg    Premium Member
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    Re: Fluch und Segen der Gästeliste
    Bei einer kleinen Veranstaltung in einem Cub mit einem Fassungsvermögen von. ca. 80 bis 100 Personen gibt es in der Rgel keine großen schriftlichen Verträge und eine Secutrity und es recht schnell ein höherer Prozentsatz bzgl. Gästeliste erreicht. Da ist man auf Fairness angewiesen.
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  • Oliver Kalpen
    Oliver Kalpen    Premium Member
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    Re: Fluch und Segen der Gästeliste
    Auf unserer letzten CD-Releaseparty, zu der wir exklusiv eingeladen hatten, musste man 10 EUR Eintritt bezahlen (Saalmiete usw. usf.). Das stand auch auf der Einladung drauf. Getränke und Essen gab's zum Selbstkostenpreis, die CD zu dem Event zum Sonderpreis. Ein Freund von mir hat sich tatsächlich am Eingang darüber aufgeregt, dass er Eintritt zahlen solle und ich musste hin und Streit schlichten (was können die am Eingang Kassierenden dafür) und musste meinem Freund tatsächlich klar machen, dass es keine "Freundes-" oder "Gästeliste" gibt und dass natürlich unser Aufwand bezahlt werden muss oder er kommt nicht rein. Er war zwar maulig, hat dann aber bezahlt. Bei aller Freundschaft, da musste er durch. Wenn er mich zu einem Firmenevent seinerseits einladen würde und ich müsste da Eintritt bezahlen, würde ich es auch tun (oder, wenn es mir so unwichtig ist, nicht hingehen).
  • Alexander Fischer
    Alexander Fischer
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    Re: Fluch und Segen der Gästeliste
    Also erstmal ein dickes Lob für den Text!

    Ich hab es mit meiner Band so geregelt,
    5 Mitglieder je 2 Personen für die Gästeliste
    Es wird immer vor jedem gefixten Booking dem Veranstalter mitgeteilt und wenn ihm das zuviel ist einigen wir uns auf eine Zahl. Aber die meisten VA waren immer damit einverstanden. Sollte dennoch einer das auf 8 reduzieren, wird der Eintritt von der Bandkasse bezahlt.
    Aber bei uns wird sich abgesprochen, wer da auf die Liste kommt und wir verlosen zu jedem Konzert 2 Plätze an unsere Fans. Das bringt uns mehr Fannähe und Zuwachs an Besuchern in der Zukunft.

    Grundsätzlich finde ich Gäastelisten sehr nützlich. Man kann als Musiker, sowie als Manager, wie in meinem Fall, sehr gute Promotion und Networking betreiben. Wichtig ist aber die Komuniktion zwischen Band, (Booker) und Veranstalter. Wenn es nicht abgeklärt ist, muss man, wenn der Veranstalter trotzdem eine zulässt das Unbedingt als "goodwil" sehen und nicht als Selbstverständlicheit. Ein "Danke" ist da nicht zu viel erwartet.