BANKINGCLUB - ONLINE

BANKINGCLUB - ONLINE

Posts 1-5 of 5
  • Marco Patrone
    Marco Patrone    Premium Member
    The company name is only visible to registered members.
    28 Mar 2012, 11:59 am
    Komische Ansichten
    Nichts, aber gar nichts gegen "Das Investment" - sie zählt zu meiner regelmäßigen Lektüren im Punkto Finanzen. Wie aber (nicht nur von dieser Zeitschrift) die Studie unter diesem Link präsentiert wird, habe ich komisch gefunden

    http://www.dasinvestment.com/berater/news/datum/2012/03/26/s...

    wenn ich die Daten richtig interpretiere, ist für ca. 40% (meine Einschätzung aufgrund des Zitats) der Deutschen Bankkunden die Hausbank die erste Adresse für Fragen rund um den Erwerb eines Finanzproduktes. Davon kann ich ableiten, dass für 60% der Kunden es anders ist..... d.h. die Kunden holen sich lieber Informationen über Bekannten oder im Internet ein.

    Ich ziehe jetzt einen Parallelismus; Frage "wenn Sie sich nicht so gut fühlen und Sie meinen, Sie könnten krank sein, wer ist Ihr erster Ansprechpartner?"
    Wäre es für die Kategorie der Ärzte ein gutes Ergebnis, wenn 60% der Kunden (oder mal übertragen "der Patienten") sich nicht an den Hausarzt wenden würde, sondern an Bekannten (!) oder auf eigene Internet-Recherche angewiesen wäre.

    Also ich glaube die Branche müsste sich erstmals auf Basis der Ergebnisse kritisch hinterfragen, was zu so einer Situation führt oder geführt hat. Und dann noch ob es produktiv ist, die Ergebnisse einer solchen Studie auf dieser Art und Weise zu "vergolden"....

    sollte ich aber etwas nicht richtig interpretiert haben, bitte ich um jede Anmerkung oder Anregung!
  • Peter Lehnen
    Peter Lehnen    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    28 Mar 2012, 12:21 pm
    Re: Komische Ansichten
    Ich denke, dass es eine Frage der Herangehensweise ist. Positiv ausgedrückt: Der Bankberater steht auf Platz 1 der Informationsquellen. Negativ: 60% der Bankkunden nutzen andere Informationsquellen. Beide Interpretationen sind legitim. Als Bank wäre ich natürlich eher kritisch und würde meine Berater dazu verdonnern die Quote für das eigene Institut auf 60 oder 80% zu steigern. Ebenfalls muss man natürlich berücksichtigen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bankkunden gar keinen Berater hat, weil sie Kunde einer Direktbank sind. Wenn man die Analyse auf die Kunden von Instituten begrenzen würde, die auch eine Beratungsdienstleistung anbieten, sähen die Zahlen vielleicht sogar noch besser aus. Dann kommt auch noch der Anteil der Kunden, die bei der Beantwortung der Frage vielleicht auch "Niemanden" angekreuzt haben. Möglicherweise auch ein nicht unerheblicher Anteil, den man den Kundenberatern zuschlagen kann, wenn man die Prämisse setzen würde, dass sie zuerst ihren Bankberater fragen, wenn sie überhaupt jemanden fragen.

    Und dann noch zum Arztvergleich: Nicht von sich selbst auf andere schließen. Wieviele Patienten sitzen im Wartezimmer, weil ihre Ehefrau sie geschickt hat oder weil der Kumpel gesagt, dass er zum Arzt gehen würde, wenn er so ein Problem hätte, und wieviele versuchen es mit Kamillentee und fragen erst mal niemanden?
  • Post visible to registered members
  • Peter Stramm
    Peter Stramm
    The company name is only visible to registered members.
    28 Mar 2012, 7:43 pm
    Re: Komische Ansichten
    Lieber Marco Patrone,

    machen wir uns mal nichts vor: "Das Investment" IST UND BLEIBT die Bild-Zeitung (bzw. das Schweizer Pendant "Blick") unserer Branche. Und genau so dürfen wir doch die Erkenntnisse dieser Schmozette betrachten. Immer mal wieder nett zu lesen, aber ansonsten, naja. Neuigkeiten erfährt "Das Investment" im Regelfall eh aus den Geschichtsbüchern und so verhält es sich auch mit dieser Studie.

    Lese ich sie, wird das ganze Dilemma unserer Branche mal wieder nett präsentiert. Ja und dann? Studien, die die Welt nicht braucht. Uralt und von äußerst bescheidener Qualität, die sicher ein Volontär beim Büro aufräumen auf irgend einem uralten USB Stick gefunden hat. Und wer dieses wirklich komplexe Thema der Kölner YouGov Gruppe überlässt - na das lässt ja auch tief blicken. Schön, dass wir darüber gesprochen haben.

    Peter


    p.s. Wenn ich mal wirklich einen heißen Aktientipp brauche, dann frage ich meine Putzfrau. Ihre Tipp´s liegen immer eine Handbreit über denen von "Das Investment".
  • Post visible to registered members