Eine Methode, die erfolgreich in meinem Bekanntenkreis eingesetzt wird, ist ein ganz normales Textfeld zu verwenden und drüber zu schreiben: "Geben Sie bitte das Wort XYZ ein". Wobei XYZ dann eben das einzugebende Wort ist. Wird etwas anderes eingegeben, wird der Eintrag als Spam bewertet.
Ausgefuchster und trotzdem noch simpel sind Methoden wie: Geben Sie hier bitte {irgendeine Information aus Footer} ein. Z.B. eine Postleitzahl, die gut erkennbar am Seitenfuß steht oder ähnliches.
Das ganze garniert mit einer Erklärung, dass diese Maßnahme dem Schutz vor Spam dient.
Ob diese Methoden für die Formulare einer Kommune brauchbar sind, ist sicherlich diskussionsfähig.
Deutlich aufwändiger sind mehrstufige Tests, wie sie z.B. von Spam-Karma für Wordpress eingesetzt werden. Die Idee dabei (oder meine Essenz daraus): Es finden viele automatische Tests statt, die den Benutzer nicht beeinträchtigen. Jeder Test beurteilt für sich, ob es wahrscheinlich ist, dass ein Mensch das Formular ausgefüllt hat und hat unterschiedliche Gewichtungen. Am Ende ergibt sich ein Karma. Fällt das unter einen bestimmten Wert kann z.B. immer noch ein Captcha angeboten werden oder die Daten werden in diesem Fall erstmal gesammelt und nur einmal täglich per E-Mail rausgeschickt, als Spam-Report.
Bestandteile dieses mehrstufigen Tests können sein:
Ermitteln, wieviel Zeit ein User auf einer Seite verbracht hat, bevor er das Formular abgeschickt hat. (Schöner Kommentar von Spam Karma: Flash Gordon was here).
Prüfung auf Wörter-Blacklist und Anzahl und Art von URLs im Inhalt (ist möglicherweise nur für Blog-Kommentare geeignet)
Prüfung, ob nur die Empfängerseite des Formulars aufgerufen wurde, oder auch das Formular selbst (z.B. durch Formularfeldverschlüsselung).
Bei Prüfungen, die Javascript benötigen, kann man z.B. ein leicht negatives Karma für Benutzer vergeben, die Javascript deaktiviert haben. Das wird mit den anderen Tests verrechnet und ergibt so bei menschlichen Benutzern im Endeffekt ein positives Karma
Mehr zu den Tests von Spam Karma:
http://wp-plugins.net/doc/sk2/sk2-user-guide/sk2-modules/Desweiteren gibt es natürlich neben optischen Captchas auch akustische, bei einer Evaluierung vor einigen Jahren musste ich jedoch feststellen, dass für unseren damaligen Einsatzzweck und unser Budget kein einziger Anbieter einer solchen Lösung brauchbar war (vor allem wegen englischer Sprachausgabe) und die Technik für das Rendern von Texten in Text-To-Speech eben auch nicht einsetzbar war (vor allem aus Qualitäts- und Infrastrukturgründen). Ausserdem teile ich Ihre Einschätzung von optischen Captchas und halte es für eine fragwürdige Methode, zusätzlich akustische Captchas zur Verfügung zu stellen.
Man kann eventuell aber auch Formulare erstmal ohne Spamschutz starten und abwarten, ob das Spam-Aufkokmmen hier überhaupt so hoch ist, dass sich der Aufwand lohnt. (Es spricht ja nichts dagegen, dennoch einen Angriff z.B. auf den Mailserver durch eine Floodcontrol abzusichern).
Das Budget einer Kommune ist halt auch nicht unerschöpflich und teilweise erheblich niedriger als man vermuten würde.