Bauherren

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  • Andreas Roos
    Andreas Roos    Premium Member   Group moderator
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    Gewalt auf der Baustelle - Legitimes Mittel oder verabscheuungswürdige Praxis ???
    Hallo,
    ich habe mich Heute Morgen mit einem Vertreter der Gipserfirma angelegt und war kurz davor handgreiflich zu werden.

    Ausgang:
    Mitarbeiter der Gipserfirma hat noch Ende 2010 unsere Wände vergipst. Er war unfreundlich, hat überall seinen Müll und Gips rumfliegen lassen, hat die Bautüre beschädigt, schlecht gearbeitet usw. Ich habe ihn schon damals auf die Dinge hingewiesen und mich mit ihm verbal etwas angelegt.

    Aktuell:
    Nun haben wir seit ein paar Tagen den Fliesenleger und den Maler im Haus. Beide kamen in der letzten Woche unabhängig voneinander auf mich zu und haben meine schlimmsten Befürchtungen bzgl. dem Zustand der Wände nur noch bestätigt. Aus diesem Grund haben mein Architekt und ich einen Termin am heutigen Morgen mit dem Obergipser vereinbart.

    Ich habe mich gut auf den Termin vorbereitet und Gestern Abend zwei Stunden lang ein Richtscheit die Wände hoch und runter geschoben und alle Mängel angezeichnet (Danach war der Bleistift weg).

    Nun hatten wir Heute den Termin, welcher aus meiner Sicht sehr gut gelaufen ist. Erst hat der Obergipser noch versucht sich zu wehren und die Mängel auf die Fenster, krumme Mauern, das schlechte Wetter und was weiss ich was noch geschoben.
    Nachdem ich aber seit Gestern Abend eh schon auf Konfrontation gebürstet war, habe ich ihn zuerst mehrmals ausgelacht, ihn dann mit seinen eigenen Mitteln (dem Richtscheit an der Wand ) überzeugt und ihn am Schluß auch noch gefragt, ob sie denn nur solche unfähigen Gipser beschäftigen. Wenn dem so sei, dann bräuchten sie gar nicht mehr wieder erscheinen und würden auch kein Geld mehr von mir sehen.

    Er scheint von mir und meiner Argumentationskette sehr beeindruckt gewesen zu sein, so daß ab Morgen mein Maler die Wände korrigieren kann und wir das dann dem Gipser von der Rechnung abziehen.

    Aber ich war wirklich kurz davor ihm das Richtscheit über den Schädel zu ziehen.

    Nun meine Frage: Hätte ich vor Gericht auf mildernde Umstände / einen Freispruch hoffen können? Ich hätte ja in diesem Fall unserer Gesellschaft sogar einen Dienst erwiesen.

    Gruß,
    Andreas Roos
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  • Bernhard Kopff
    Bernhard Kopff    Premium Member
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    Re^2: Gewalt auf der Baustelle - Legitimes Mittel oder verabscheuungswürdige Praxis ???
    Was hat den der Architekt gemacht?
    Der Sachverhalt ist doch eigentlich ganz einfach, es gibt klare Vorgaben wie eine Putzwand aussehen muss, wenn diese nicht erreicht ist, gibt es eine Mängelrüge mit Frist und allem drum und dran. Und bei nicht Einhalten folgt Kündigung und Ersatzvornahme. Da geht mein Puls nicht besonders hoch und riskieren tu ich dann auch nichts ( Körperverletzung usw.)
    mein Rekord war ein eintägiger Mailverkehr im 30 min Takt mit einem Handwerker um die Frist.
    Meist ist das ein Poker den man halt durchstehen muss, lohnt sich aber immer. Und solange der Bauherr noch nicht bezahlt hat ist es ja komfortabel. Wenn schon was bezahlt ist muss man halt nach einer guten neuen Situation suchen.
    also liebe Bauherren immer Geldso gut es geht einbehalten und bei Unzufriedenheiten schriftlich Rügen und realistische Fristen setzen.
    Ein Architekt oder Anwalt können da immer helfen. Je früher gefragt wird umso wirksamer die Hilfe.
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  • Herbert Walker
    Herbert Walker
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    Re^3: Gewalt auf der Baustelle - Legitimes Mittel oder verabscheuungswürdige Praxis ???
    Geld einbehalten, aber bitte nur in gerechtfertigter Höhe, sonst kann der Schuss leicht nach hinten losgehen.
    Gruss
    herbert walker
    http://www.walker-beratung.de
  • Ingo Kreutz
    Ingo Kreutz
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    Re: Gewalt auf der Baustelle - Legitimes Mittel oder verabscheuungswürdige Praxis ???
    Sehr geehrter Herr Roos,

    alles richtig gemacht! Einschüchterung ist auch bei großen Bauvorhaben das Mittel der Wahl und gängige Praxis. Was glaube Sie denn, welchen Scheiß und Lügen man sich als Bauleiter den lieben langen Tag anhören muss oder geschrieben bekommt. Einbehalte und Androhung von Vertragsstrafen sind wenig effektiv. Jeder AN weiß, das gerichtlichen Auseinandersetzungen massiv langwierig sind und niemals schwarz oder weiß ausgehen.

    Bin beeindruckt; Sie haben sehr professionell Ihrem Gegenüber klar gemacht, dass im nächsten Schritt Fakten geschaffen werden, und zwar Hier und Jetzt.
    This post was modified on 06 Mar 2011 at 03:28 pm.
  • Andreas Roos
    Andreas Roos    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Gewalt auf der Baustelle - Legitimes Mittel oder verabscheuungswürdige Praxis ???
    Hallo,
    also zu erst hoffe ich mal, daß man an meinen Zeilen gemerkt hat, daß ich das mit der Gewalt nicht so wirklich ernst gemeint habe. Wenn nicht:

    ==> Ich war Zivi und könnte keiner Fliege etwas zu leide tun <=

    Aber in Summe hat sich meine Hartnäckigkeit echt ausgezahlt. Der Gipser hat dann sogar noch sauberer gearbeitet, als er es hätte müssen, nur um mich doch noch von seinen Fähigkeiten zu überzeugen.

    Die Dinge, die aber immer noch nicht richtig gepasst haben, sind dokumentiert und wurden vom Maler nach gearbeitet. Die dort entstandenen Kosten werden wir dem Gipser bei der Schlussrechnung abziehen.

    So bin ich zufrieden und hoffe, daß der Gipser an der Fassade gleich richtig arbeitet. Aber sicherlich werde ich auch dann wieder das Gerüst hoch und runter klettern und versuchen die Mängel aufzuzeigen.

    Gruß,
    Andreas Roos
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