Bauherren

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  • Olaf Varlemann
    Olaf Varlemann    Premium Member   Group moderator
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    Styropor-Platten in Fassaden: Wärmedämmung kann Hausbrände verschlimmern
    Millionen Häusern und ihren Bewohnern droht bei Feuer offenbar ein Desaster: Styropor-Platten zur Wärmedämmung sind nach Recherchen des NDR extrem leicht entflammbar. Selbst die meisten Bauherren ahnen nichts von der tödlichen Gefahr.

    Siehe http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,800017,00....
  • Gregor von Rosen
    Gregor von Rosen
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    Re: Styropor-Platten in Fassaden: Wärmedämmung kann Hausbrände verschlimmern
    Und nun die spannende Frage: Werden die Gerichte und insbesondere der Bundesgerichtshof es als Baumangel anerkennen, wenn das in Verruf geratene Styropor zur Wärmedämmung verplant und verbaut wurde, obwohl es als Standarddämmmaterial immer noch weit verbreitet ist? Wenn Spiegel-Online in dieser Weise berichtet, ist es bis zum nächsten hochinteressanten Bauprozess wohl nicht mehr weit.

    Insbesondere Architekten und Bauunternehmern sollten sich wie immer eingehend damit beschäftigen, wie sich die anerkannten Regeln der Technik fortentwickeln und dabei auch beachten, dass einmal anerkannte Verfahren, Techniken oder eben auch Baustoffe dieses Anerkenntnis in der Fachwelt auch wieder teilweise für bestimmte Anwendungen oder sogar vollständig verlieren können.
  • Hans Dittmer
    Hans Dittmer    Group moderator
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    Re: Styropor-Platten in Fassaden: Wärmedämmung kann Hausbrände verschlimmern
    Da werden sich wohl zukünftig die Prämien der Feuerversicherung für mit Styropor gedämmten Häusern erhöhen.

    Wenn dann die 2. Sanierungswelle anrollt, stellt sich die Frage, wie die alte Dämmung zu entsorgen ist ...


    Und wenn dann der Eigentümer noch einmal nachkalkuliert, ob sich die ganze Dämmung für ihn gelohnt hat? Ich vermute, das Ergebnis wird erschreckend sein, für den Eigentümer.

    Die Gewinner stehen jedenfalls jetzt schon fest: Ein Konjunkturpaket für die Handwerksbetriebe und die Produzenten von Styropor ...
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  • Reinhard Paul Groszmann
    Reinhard Paul Groszmann    Premium Member
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    Re^3: Styropor-Platten in Fassaden: Wärmedämmung kann Hausbrände verschlimmern
    Das Brandproblem bei Standard-WDVS ist seit dem verheerenden Brand hier in Berlin zumindest den Fachleuten bekannt. Das Gericht hat mit großer Milde festgestellt, dass die Ausführung den Brand begünstigt hat und hat keinen der Verantwortlichen für die Fassadendämmung zur Rechenschaft gezogen.

    Nach wie vor ist in der Broschüre "WDV-System zum Thema Brandschutz, Technische Systeminfo 6" des Fachverband Wärmedämmverbundsysteme e.V. der Brandriegel als alternative Ausführung vorgesehen und man kann auf die Ausbildung von Brandschürzen über jedem Fenster verzichten. Auch in den Zulassungen der Fa. STO steht das so drin.

    Wärmedämmung der Aussenwand ist sinnvoll, es muss das geeignete Material ausgewählt werden und die Maßnahme ist zu planen! Vor allem auch die Detailausbildung muss festgelegt und nicht dem Handwerker überlassen werden.

    Grusz aus Berlin
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  • Hans Dittmer
    Hans Dittmer    Group moderator
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    Re^3: Styropor-Platten in Fassaden: Wärmedämmung kann Hausbrände verschlimmern
    M.G. schrieb:

    Ich bin Eigentümer eines hochwärmegedämmten Hauses (nahezu alle Dämmlung in Holzweichfaser) - und ich bin sicher, wenn ich 20 Jahre nach Einzug nachrechne, dann hat sich die Dämmung ganz sicher gelohnt.
    Sehr gut, denn heute gibt es auch im Dämmbereich Möglichkeiten, auf nachwachsende Rohstoffe zurückzugreifen. Auch stehen diese Dämmungen ( Isofloc, Holzweichfaser u.ä.) im Punkt Brandschutz den weitverbreiteten Styropor nicht nach. Selbst eine spätere Entsorgung dürfte unproblematischer sein.

    Nicht das mich hier jemand falsch versteht, eine richtig geplante Dämmung ist sinnvoll. Aber der Anspruch aus einem Altbau ein Niedrigenergiehaus zu machen ist meistens nicht rentabel. Das man bei der Materialauswahl nicht am falschen Ende sparen sollte, konnte man jetzt in diesem Bericht sehen. Eine Einsparung, die am Ende doch viel teurer kommt.

    Doch viele Dämmmaßnahmen bei Altbauten rechnen sich - theoretisch - nur, weil sie mit "billigen" Dämmmaterialen erstellt werden und keine objektbezogene Berechnung der möglichen Einsparung erfolgt. Die Ernüchterung kommt bei der nächsten Heizkostenabrechnung, die Einsparungen erreichen nicht die in Aussicht gestellten Werte. Eine sinnvolle Maßnahme wäre die "erfolgsabhängige Entlohnung", d. h. nur wenn die errechnete Energieeinsparung auch erreicht wird, ist der Auftrag erfüllt.

    Bei einer nachträglichen Dämmung eines Altbaus ist der Kostenaufwand immer um ein vielfaches höher, als bei einem Neubau, und meistens können die Werte im Vergleich zum Neubau nicht erreicht werden. Ein Altbau ist halt kein Neubau. Damit muss man sich abfinden. Die Alternative wäre abreißen und neu bauen - gerade im Einfamilienhausbereich eine oft sinnvollere Maßnahme ...
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  • Hans Dittmer
    Hans Dittmer    Group moderator
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    Re^5: Styropor-Platten in Fassaden: Wärmedämmung kann Hausbrände verschlimmern
    Unter Altbau verstehe ich Gebäude, die vor 1970 entstanden sind. Natürlich muss man bei einer energetischen Sanierung immer prüfen, was rentabler ist. Gerade bei Altbauten ist es ja häufig nicht nur die äußere Hülle die saniert werden muss.

    Aktuelles Beispiel: Es wurde ein Haus Baujahr 1965 erworben. Die Komplettsanierung hätte den Käufern rund 170.000 Euro gekostet. Des Weiteren wurde festgestellt, dass im Mauerwerk Feuchtigkeit vorhanden ist. Der Käufer hat sich für einen Abriss entschieden und für den Bau eines Doppelhauses nach Passivhausstandard. Somit konnte ein Haus nach dem heutigen Stand der Technik erstellt werden, die räumlichen Zuschnitte an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

    Dieses ist natürlich nicht allgemeingültig. Es ist immer eine Einzelfallentscheidung und hängt von dem jeweiligen Zustand des Objektes ab. Und manchmal ist es auch sinnvoller, auf die eine oder andere energetische Maßnahme zu verzichten. So wäre es z. B. wohl nicht ganz angebracht ein Jugendstilhaus mit einer Stuckdecke und Deckenhöhe von rund 4 Metern jetzt so umzugestalten, dass die Deckenhöhe auf rund 2,85 Meter reduziert wird, wegen der möglichen Energieeinsparung.

    Meine Meinung ist bei energetischen Sanierungen oder auch größeren Sanierungen im allgemeinen: Hier ist es immer angebracht, dass diese Maßnahmen fachlich versiert geplant und begleitet werden.