Bauhaus

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  • Christian J. Grothaus
    Christian J. Grothaus    Premium Member
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    Magie, Gestalt und Wirklichkeit. Peter Zumthor und der Pritzker Preis
    Seit Tagen läuft es durch die Feuilletons: Peter Zumthor wird den Pritzkerpreis 2009 ( http://de.wikipedia.org/wiki/Pritzker-Preis ) verliehen bekommen. Auch ich möchte eine Verbeugung machen vor diesem Ausnahme-Architekten.

    Seltsam unbeholfen wirken die Schlaglichter aus der NZZ: ( http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/spirituelle_bau... ) „ volle Hingabe; kompromissloser Gestalter; unermüdliche baukünstlerische Recherche; in die Kultur einfühlen“. Das sind doch nur Oberflächlichkeiten, mit denen man Peter Zumthor nicht gerecht wird.

    Die Gestalt ist im Material vorhanden und muss lediglich freigelegt werden. Dieser Satz ist sinngemäß angelehnt an Michelangelos berühmten Ausspruch von der Statue, die schon im Marmor ist. Zumthor weiß, dass Gestalt und Material eine Einheit bilden. Gestalt darf hierbei nicht verwechselt werden mit Form. Beliebige Formen sind zwar aus jedem Material herstellbar, haben aber nichts mit dessen Gestalt zu tun.

    Gestalt und Wesen sind verwandt. Natürlich muss Zumthor alles geben, um das Wesen der Dinge zu berühren, um Material und Gestalt zur Einfalt und damit Entfaltung zu bringen. Natürlich muss er sich anlegen mit Technokraten, die versuchen, ihr monetär-effizientes Wirtschaftsdenken zu übertragen auf eine andere, auf die eigentliche und weitgehend verdeckte Wirklichkeit.

    Baukunst ist Wirkung und Wirklichkeit. Baukunst ist Ansprache. Sie legt frei. Etwas, das bereits vorhanden ist. Das Unsichtbare. Sie entlässt in die Atmosphäre. Baukunst eröffnet das Zwischen. Das Zwischen, in dem Welt konstituiert ist, das sie ermöglicht und gleichzeitig freilässt. Das Zwischen, das durch das Material in seiner Gestalthaftigkeit und die Balance der gestalteten Körper unter- und miteinander entfaltet wird.

    Lassen wir ihn selbst sprechen und viel besser als die Schreiber dieser Tage: „…Und es gibt eine Magie des Realen, des Stofflichen, des Körperhaften, der Dinge, die mich umgeben, die ich sehe, die ich berühre, die ich rieche und höre. Manchmal, in bestimmten Momenten ist dieser Zauber, den eine bestimmte architektonische oder landschaftliche, ein bestimmtes Milieu auf mich ausübt plötzlich da, hat sich eingestellt, wie ein langes Wachstum der Seele, das ich zunächst gar nicht bemerkte…“ (Peter Zumthor: Architektur Denken; Basel 2006, S. 83)

    Magie ist der Poesie ähnlich. In der Weite erfahren Menschen Wirkung. Wirkung, die vom Wesenhaften bestimmt wird. Wirkung, die weghaft ist. „…Die Magie des Realen, das ist für mich diese „Alchemie“ der Verwandlung…dieser besondere Moment der emotionalen Aneignung oder Anverwandlung von Materie, von Stoff und Form im architektonischen Raum…“ (Ebd., S. 85)

    Erschienen: http://www.logeion.net/?p=460
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  • Christian J. Grothaus
    Christian J. Grothaus    Premium Member
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    Re^2: Magie, Gestalt und Wirklichkeit. Peter Zumthor und der Pritzker Preis
    Hallo Frau Rastelli,

    mit der Bau -als Sinnenkunst sind wir auf einer Wellenlinie...;-)

    Vielleicht interessiert Sie auch ein Artikel über eine Kollegin von Ihnen (Sascha Waltz): http://www.logeion.net/?p=408

    Grüße
    CJGrothaus
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