Bauhaus

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  • Christian Gremme
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    Bauhaus-Frauen - Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design
    1919 war es so weit. Das Weimarer Bauhaus öffnete seine Tore. Auch Frauen wurden zugelassen und sie kamen in Scharen. Doch gewürdigt wurden sie in der Kunstgeschichte kaum. Das hat Ulrike Müller mit ihrem Buch über "Bauhaus-Frauen" nun nachgeholt, das sie im Rahmen des Literaturfestivals "Lesen.hören" in den neuen Räumen der Innenarchitektin Yasmin von Schaabner präsentiert. In einer ehemaligen Mannheimer Bettfedernfabrik stellt ihr Annika Wind, Kulturredakteurin dieser Zeitung, Fragen - war das Bauhaus ein Machobetrieb? Oder lag in der Lehreinrichtung etwa die Keimzelle der Emanzipation?
    Frauen als Naturwesen

    Müller berichtet anschaulich und unterhaltsam von einem Aufbruch: 84 weibliche und 79 männliche Studierende hatten sich 1919 am Bauhaus eingeschrieben. Formell waren sie gleichgestellt, doch einige Lehrer behaupteten weiterhin, dass "der Mann der vernunftbegabte Kulturträger und die Frau ein vom Gefühl bestimmtes Naturwesen" sei. Sie verwiesen die Frauen daher in die Weberei und teilten ihnen den Bereich des Kunstgewerbes zu. Dabei unterschätzten sie die Schaffenskraft der Frauen, vor denen ein riesiges Experimentierfeld lag. Nach dem zugeknöpften Kaiserreich war ihr Hang zur Selbstdarstellung erwacht. Sie erprobten ein freies Leben. Feste und Tanz gehörten zur kreativen Dynamik. Die Pädagogin Gertrud Grunow etwa mischte mit ihrer Harmonisierungslehre den Unterricht auf. Gunta Stölzl wurde zur prägenden Persönlichkeit der Textilwerkstatt. 1927 übernahm sie als erste Jungmeisterin die Weberei in Dessau. Fotografinnen wie Lucia Moholy dokumentierten den Lehrbetrieb und Lilly Reich wurde als Innenarchitektin international bekannt.

    Ulrike Müller zeigt Frauenporträts und einige Arbeiten der Künstlerinnen. Sie mischt ihre Lesung mit Anekdoten aus verschiedenen Biografien. Viele Karrieren endeten jedoch jäh: Etwa die der Industriedesignerin Marianne Brandt, die von einem männlichen Kollegen aus dem Bauhaus gemobbt wurde. Müller streift auch das Schicksal einiger Jüdinnen, deren Leben in Konzentrationslagern endete. Darunter Friedl Dicker, die noch im Ghetto Kindern Malunterricht gab. Nach den Prinzipien des Bauhauses. köst

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    Quelle:
    Mannheimer Morgen
    http://www.morgenweb.de/nachrichten/kultur/20100301_srv00000...
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