Bauhaus

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  • Christian Gremme
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    Bauhaus-Literaturtipp
    Auszug aus mz-web vom 06.12.07:

    Die Musterbücher des Herrn Gropius

    Im Verlag der Bauhaus-Universität Weimar erscheinen die Werkstattalben der 20er Jahre als Reprint
    von Andreas Hillger, 06.12.07, 21:39h, aktualisiert , 21:46h

    Weimar/MZ. Das Selbstbewusstsein, dass er mit seiner Hochschule für Gestaltung ein ästhetisches wie pädagogisches Muster geschaffen habe, muss den Bauhaus-Direktor Walter Gropius von Anfang an gestärkt haben. Wie sonst wollte man erklären, dass er bereits im November 1921 - also zwei Jahre nach der Gründung der Akademie in Weimar - ein Rundschreiben an die Werkstätten schickte, in dem er sie von seiner Absicht in Kenntnis setzte, "ein Abbildungsarchiv anzulegen von allen den Arbeiten und Erzeugnissen, die typisch für unsere Arbeit sind und eine gute Qualität besitzen". Die so entstandenen und in 13 Alben thematisch versammelten Bilder werden nun von der Bauhaus-Universität in einem Zeitraum von vier Jahren veröffentlicht. Mit Herausgabe des zweiten Sammelbandes ist nun die erste Hälfte des Projekts abgeschlossen.

    Zu besichtigen ist eine Sammlung, die wegen ihrer disparaten Gegenstände zwischen Kunstdokumentation und Musterkatalog schwankt. Einerseits sieht man die Ergebnisse des freien Vorkurses, der in diesen frühen Jahren stark vom esoterischen Konzept des Bauhaus-Meisters Johannes Itten geprägt wurde. Das andere Extrem markiert die Produktpalette aus den Werkstätten für Keramik und Metall, die bereits eine Orientierung auf die serielle Fertigung erkennen lassen. Dazwischen liegen die Kapitel zur Tischlerei, Drechslerei und Holzbildhauerei, Glas- und Wandmalerei werden ebenso folgen wie die Bühne und die Architektur sowie spezielle Mappen zum Weimarer Haus am Horn und zur Bauhaus-Ausstellung 1923.

    Lohnend ist die Lektüre der "Bauhaus-Alben" nicht allein wegen der umfangreichen Kommentare, die jedem der auf farbigen Karton geleimten Fotos beigegeben sind. Beim Blättern in den Bänden sieht der Betrachter erstmals ein nicht durch nachträgliche Rezeption gefiltertes, sondern unmittelbar nach der Entstehung dokumentiertes Spektrum der Bauhaus-Produkte.

    Dass neben Ikonen wie Peter Kelers Kinderwiege oder Josef Hartwigs Schachspiel, Wilhelm Wagenfelds Lampen und Marcel Breuers Sitzmöbeln auch etliche längst vergessene, teilweise als Ab- und Irrwege erkannte Versuche zu sehen sind, zeigt den experimentellen Ansatz der frühen Bauhäusler.

    Das Ende der Dokumentation lässt sich übrigens so gut datieren wie der Beginn: Mit dem Abschied des Bauhauses aus Weimar wurde auch die Zusammenarbeit mit örtlichen Foto-Ateliers eingestellt - und die Dokumente überdauerten die Zeit des Nationalsozialismus auf dem Dachboden des Werkstattgebäudes, wo sie erst 1955 unter Gerümpel und kaputten Möbeln entdeckt wurden - ein echter Schatz.

    Die Alben sind bei der Bauhaus-Universität Weimar, Universitätsverlag, 99421 Weimar, zum Preis von je 49 Euro zu beziehen.