Bauhaus
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Christian Gremme Premium Member Group moderator Xpert AmbassadorThe company name is only visible to registered members.Was vom Aufbruch übrigblieb
Deutsche Architektur der zwanziger Jahre heute: eine fotografische Bestandsaufnahme.
Von Bernhard Schulz
Sechs Berliner Wohnsiedlungen der zwanziger Jahre zählen zum Unesco- Weltkulturerbe. Und wenn man den Blick nach Dessau lenkt, so sind mit dem Bauhaus-Gebäude und den „Meisterhäusern“ die Inkunabeln des „neuen bauens“ – wie es damals in demonstrativer Kleinschreibung bezeichnet wurde –, gleichfalls als weltbedeutend anerkannt. Die Stuttgarter Weißenhofsiedlung von 1927 ist ein Wallfahrtsort für Architekturbegeisterte. Nein, Kultur der Weimarer Republik, mit ihren Aufbrüchen, Experimenten, Visionen muss heute nicht mehr um Anerkennung kämpfen. Zum Glück nicht. Denn vieles ist verloren gegangen, im Zweiten Weltkrieg natürlich, aber auch in jahrzehntelanger Vernachlässigung. So dauerte es bis zum 50-jährigen Jubiläum der Errichtung des Bauhauses, dass dieser schwerkriegsbeschädigte und hernach in der DDR als „formalistisch“ verteufelte Bau saniert wurde. Nicht zuletzt das „Europäische Denkmalschutzjahr“ 1975 hat hier, genau wie in der Bundesrepublik, zu einem tiefgreifenden Umdenken geführt.
Was ist übrig von den Bauten dieser Zeit? Der Bauingenieur und Fotograf Peter Bläsing hat sich diese Frage unter einem höchst aufschlussreichen Blickwinkel gestellt. Er hat eben nicht nur die hinlänglich bekannten Entwürfe der Moderne aufgesucht, sondern sich ein Quellenwerk der damaligen Zeit genommen und über die letzten 15 Jahre hinweg gesucht, was damals publiziert worden war und die Gebäude möglichst aus derselben Perspektive aufgenommen. Dieses Quellenwerk sind die drei in der Reihe der „Blauen Bücher“ erschienenen Bände von Walter Müller-Wulckow „Wohnbauten und Siedlungen“, „Bauten der Arbeit und des Verkehrs“ sowie „Bauten der Gemeinschaft“, in der vollständigsten Fassung alle 1929 und damit im letzten halbwegs prosperierenden Jahr der Republik erschienen, bevor die Weltwirtschaftskrise die Nazis nach oben spülte. Es erschien noch ein vierter Band, „Die deutsche Wohnung der Gegenwart“ 1932, aber dieses Buch konnte naturgemäß nicht Gegenstand von Bläsings Spurensuche sein. Die Inneneinrichtungen von damals, wie Erwin Piscators Bauhaus-Einrichtung im Berliner Altbau, sind unwiederbringlich Vergangenheit.
(...)
Mehr und insbesondere Fotos unter:
http://www.tagesspiegel.de/kultur/Architektur-Zwanziger-Jahr...
- 18 Jan 2010, 8:23 pm
