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  • Niels Pflaeging
    Niels Pflaeging    Premium Member   Group moderator
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    Aktuelle Diskussion um Bonuszahlungen für Bankmanager unterstreicht Vorschläge des Beyond Budgeting
    Die aktuelle Diskussion um Unternehmensleistung widersprechende und gar unethische Bonuszahlungen bei Finanzdienstleistern unterstreicht die seit 10 Jahren von der Beyond-Budgeting-Bewegung artikulierte Forderung nach der Abschaffung "fixierter Leistungsverträge" in Organisationen. Dem Beyond-Budgeting-Modell zufolge führt jede Kopplung individueller Ziele an Vergütung (Boni, Incentives, Anreize) zu schädlichem Verhalten. Die Lösung: Eine konsequente Trennung von Zielen und Vergütung, und damit die Schaffung "relativer" Ziele und Leistungsverträge, die keinerlei Anreiz zu egoistischem, kurzfristigem und unethischem Verhalten geben. Relative Ziele bedeuten eine radikale Abkehr von Incentives, "Soll-Ist-Vergleichen" und einem Management per Weisung und Kontrolle. Vielmehr fördern relative Leistungsverträge den Blick auf den externen Wettbewerb, stärken Transparenz und Gruppendruck und fordern Teams zu kontinuerlicher Verbesserung gegenüber "Ist-Maßstäben" heraus. So führt Beyond Budgeting zu ethischem Verhalten in Organisationen. Weitere Informationen z.B. im Buch "Führen mit flexiblen Zielen" (Campus 2006/2008).
    This post was modified on 28 Mar 2008 at 12:28 pm.
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  • Niels Pflaeging
    Niels Pflaeging    Premium Member   Group moderator
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    Re: Aktuelle Diskussion um Bonuszahlungen für Bankmanager unterstreicht Vorschläge des Beyond Budgeting
    Liebes Forum,

    Ich möchte nochmals ganz ausdrücklich auf meinen Newseintrag vom März hinweisen, in dem ich auf die Verbindung zwischen der Nutzung "Fixierter Leistungsverträge" im Management (intern und extern) und der Bankenkrise bzw. Finanzdienstleistungskrise hingewiesen hatte.

    Ich würde meine Aussage von damals heute noch weiter treiben:
    Es gibt nur einen einzigen Grund für die derzeitige Krise auf den Finanzmärkten. Sie lautet: Management.
    Um genau zu sein: Management mit fixierten Leistungsverträgen.
    Meine These: Es fehlt auf den globalen Finanzmärkten weder an angemessener Gesetzgebung, noch an Aufsicht, noch an Kontrollen, noch an generellem Instrumentarium für Transparenz. Das Problem ist lediglich, dass traditionelles, plan- und anreizbasiertes Magement "by objectives" dieses Instrumentarium aushebelt und dessen postivie Wirkung verhindert.
    Das Problem ist nicht mit "mehr" Instrumenten - Aufsicht, Kontrollen, Gesetzen - lösbar.
    Es ist nur mit einem anderen "Management" lösbar. Eine Abkehr vom Management by Objectives, einer Abkehr von Jahresplanung, von fixierten Zielen, von Incentivierung und Anreizung, vom Management per Weisung und Kontrolle.

    Nicht die Menschen stehen einem besseren Wirtschaften und einer besseren Finanzwirtschaft im Wege (und mit den wenigen pathologisch Kriminellen wird die Weltwirtschaft leicht fertig), sondern die Art, wie Organisationen heute immer noch gemanagt werden. Menschen werden per Karotte (Geld, Boni, Beförderungsversprechen, Strafandrohung, Bonusentzug) angereizt ihre Ziele zu "machen", Leistung vorzuweisen anstatt Kunden zu befriedigen. Und letztich auch dazu, Wachstum "koste es was es wolle" durchzupeitschen.
    Dass es auch anders geht, zeigen Organisationen wie die schwedische Grossbank Svenska Handelsbanken, oder Unternehmen wie Google, Toyota, dm-drogeriemarkt, W.L.Gore, Whole Foods und andere.

    Das Beyond Budgeting-Modell bietet einen konzeptionellen Ausweg aus der Misere fixierter Leistungsverträge.

    Wir sollten uns nicht damit aufhalten, nach "Schuldigen" der derzeitigen Finanzkrise zu suchen.
    Denn schuldige zu finden bringt uns nicht weiter.
    Was die Weltwirtschaft braucht, was Unternehmen brauchen, das ist eine neue Form des Managements, genau genommen eine Form des Managements "ohne Management", eine in der viel mehr Unternehmertum existiert, und in der auf hierarchische Weisung und Kontrolle verzichtet wird und verzichtet werden kann.

    Für mehr Infos. http://www.bbtn.org

    Gruss,
    Niels Pfläging
  • Ralf Sowa
    Ralf Sowa    Premium Member
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    Re^2: Aktuelle Diskussion um Bonuszahlungen für Bankmanager unterstreicht Vorschläge des Beyond Budgeting
    Hallo,

    ich halte fehlende Moral bzw. fehlenden Mut, sich moralisch "korrekt" zu verhalten, für essentiell. Wer nicht mitspielt, ist draußen - würde von Mitbewerbern, Kunden, Aktionären, Lieferanten, Politik ausgegrenzt als Versager, der dem Unternehmen ein läppisches Wachstum von 3% beschert, während der Wettbewerb das zigfache abliefert...

    Zielvereinbarungen würde ich eine verstärkende Wirkung zusprechen. Bei jenen ganz oben wäre es "nur" das üble pubertäre Spiel darum, wer den Längeren hat - Einkommen haben die doch gar nicht nötig. Im "Mittelfeld" könnte es andere Relevanz entfachen.

    Aber hätten variable Ziele DAS verhindern können? Das böse Spiel lief viele Jahre, und das bestens!

    Grüße, Ralf Sowa

    BTW:
    Hinsichtlich derer, die es besser machen (BB-Unternehmen), sollten wir diskutieren, warum das ein oder andere nicht so vorteilhaft funktioniert, wie angenommen. Toyota hat dieselben Absatzprobleme mit riesigen PKW wie die US-Hersteller. DELL will seine Fabriken verkaufen, wie ich hörte - das mag aus Sicht des Unternehmens "gut" sein, wird aber Mitarbeitern den Job kosten. IKEA waren Ausbeutermentalitäten nachgesagt worden.
  • Niels Pflaeging
    Niels Pflaeging    Premium Member   Group moderator
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    Re^3: Aktuelle Diskussion um Bonuszahlungen für Bankmanager unterstreicht Vorschläge des Beyond Budgeting
    Hallo Herr Sowa,

    ich halte fehlende Moral bzw. fehlenden Mut, sich moralisch "korrekt" zu verhalten, für essentiell. Ihre Äusserung kratzt nur an der Oberfläche.
    Na gut, nehmen wir mal an, das stimmt so. WARUM ist das den dann so?
    Ich meine - man ist ja nicht einfach so "unmoralisch" und "mutlos". WARUM haben sich so viele Menschen im Finanzsektor so verhalten, wie sie es getan haben?
    Meine These dazu habe ich oben schon geschrieben.
    Ihre Aussage bietet keine zusätzliche Erklärung. Sie beschreibt nur Symptome.

    Wer nicht mitspielt, ist draußen - würde von Mitbewerbern, Kunden, Aktionären, Lieferanten, Politik ausgegrenzt als Versager, der dem Unternehmen ein läppisches Wachstum von 3% beschert, während der Wettbewerb das zigfache abliefert... Puh, ok, da kann man jetzt lamentieren und Doppelzüngigkeit vorwerfen. Aber wir wissen ja alle, dass in Boomphasen andere psychologische Phänomene greifen als in der Krise.
    Natürlich gab es "Leistungserwartungen". Aber was bedeutet das dann praktisch?

    Zielvereinbarungen würde ich eine verstärkende Wirkung zusprechen. Wieso?

    Bei jenen ganz oben wäre es "nur" das üble pubertäre Spiel darum, wer den Längeren hat - Einkommen haben die doch gar nicht nötig. Im "Mittelfeld" könnte es andere Relevanz entfachen. Herr Sowa: Bitte keine Vulgarität in diesem Forum, einfach nur als Effekthascherei. Danke.

    Ich halte es im Übrigen für sinnlos, von "denen da oben" zu sprechen. Das bringt nämlich nichts und gaukelt nur vor, dass man Topmanagern die Schuld geben kann oder sollte. Meiner Ansicht nach ist - wie oben erläutert - das Problem aber nicht an Personen festzumachen, sondern liegt in der Natur des Managementmodells der Unternehmen begründet.

    Aber hätten variable Ziele DAS verhindern können? Das böse Spiel lief viele Jahre, und das bestens! Es lief eben nicht bestens. Wäre es bestens gelaufen, dann gäb es jetzt keine Krise.
    Relative Ziele hätten das Problem nicht direkt "verhindert". Bzw. die Antwort ist: Ja und nein.
    Wenn alle Organisationen sich ausschliesslich relativer Ziele, und nicht fixierter Ziele (und Leistungsverträge) bedienen würden, dann würde aber einfach kein Anreiz entstehen zu Manipulation, Intransparenz und unethischem Handeln. Fixierte Leistungsverträge reizen eben aktiv zu unmoralischem Verlahten an. Relative Ziele nicht.
    Was nicht heisst, dass sich einzelne Menschen nicht auch so unmoralisch verhalten könnten. Die Wahrscheinlichkeit wäre aber gering, denn mit relativen Leistungsverträgen ist auch weitaus mehr Gruppendruck (peer pressure), Transparenz und Anpassungsfähigkeit möglich.

    zur Vertiefung empfehle ich die Veröffentlichungen des BBRT und des BBTN zum Thema relative Ziele und relative Leistungsverträge.

    Hinsichtlich derer, die es besser machen (BB-Unternehmen), sollten wir diskutieren, warum das ein oder andere nicht so vorteilhaft funktioniert, wie angenommen. Toyota hat dieselben Absatzprobleme mit riesigen PKW wie die US-Hersteller. DELL will seine Fabriken verkaufen, wie ich hörte - das mag aus Sicht des Unternehmens "gut" sein, wird aber Mitarbeitern den Job kosten. IKEA waren Ausbeutermentalitäten nachgesagt worden. Ayayay, Herr Sowa: Jetzt stellen sie Behauptungen in den Raum und reissen Dinge aus dem Kontext.
    Warum tun sie das? Ich meine, wir sind doch hier in einem Diskussionsforum und wollen uns gemeinsam Gedanken machen, richtig? Interpretieren sie doch selbst mal ein wenig, ob diese Phänomene, von denen sie schreiben, überhaupt was mit Beyond Budgeting oder nicht zu tun haben. Ob sie in unserem Kontext hier relevant sind.
    Das wäre schön.

    Gruss,
    Niels Pfläging
  • Ralf Sowa
    Ralf Sowa    Premium Member
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    Re^4: Aktuelle Diskussion um Bonuszahlungen für Bankmanager unterstreicht Vorschläge des Beyond Budgeting
    Hallo,

    warum werde ich hier nicht verstanden? Mein Beitrag war absolut nicht böse oder contra-BB gemeint, und das gilt auch für das BTW.

    Es macht mir wenig Vergnügen hier zu diskutieren, wenn Sie einen meiner Absätze in zwei Teile zerpflücken, anschließend im ersten Satz eine fehlende Begründung bemängeln, die im zweiten Satz desselben Absatzes gegeben worden ist. Deshalb gehe ich auf Ihre Sezierung auch nicht ein.

    Zum BTW...

    Ach was. Ich habe keine Lust. Werfen Sie mich hier aus dem Forum raus und gut ist. Von mir gibts hier nix mehr zu lesen...

    Ciao, RS
  • Niels Pflaeging
    Niels Pflaeging    Premium Member   Group moderator
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    Re^5: Aktuelle Diskussion um Bonuszahlungen für Bankmanager unterstreicht Vorschläge des Beyond Budgeting
    Herr Sowa: Sie sind aber sensibel. Vielleicht haben sie mein Posting irrtümlich als Angriff auf ihre Person verstanden?

    Sehen sie mal ihre Beiträge durch meine Brille, nur so als Versuch:
    Ich empfinde ihre Beiträge durchweg als "flapsig" formuliert. Sie sind rasch runtergeschrieben, so scheint es mir, und es darf auch mal polemisch eine Behauptung hingeworfen werden. Bei der Wortwahl nehmen sie es manchmal auch nicht ganz so genau.

    Sehe ich das halbwegs richtig?
    Nun, aus meiner Sicht ist es durchaus angemessen, einen flapsigen Beitrag ernsthaft und - wenn ich im Detail so nicht zustimme - auch kritisch zu kommentieren und zu diskutieren. Dass ich ihren ursprünglichen "Absichten" dabei vielleicht nicht gerecht werde, das mag schon sein. Aber ich habe ja nur ihren wirklich dort geschriebenen Text zur Verfügung und kann ihre Gedanken nicht lesen. Ich muss mit ihren flapsigen Beiträgen umgehen.
    Das ist für mich manchmal durchaus anstrengend.
    Ich geb mir aber trotzdem immer Mühe, ihnen gerecht zu werden, auch wenn ihnen das offenbar nicht so erscheinen mag.

    Ich habe ihnen weder mit Ausschluss aus dem Forum gedroht, noch habe ich sie willentlich beleidigt.
    Was sie für Schlüsse ziehen, das ist ihre Entscheidung.

    Gruss,
    Niels
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  • Niels Pflaeging
    Niels Pflaeging    Premium Member   Group moderator
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    Re: Aktuelle Diskussion: Krise in der Automobilindustrie, zwei Beyond-Budgeting-Unternehmen sehr stark betroffen
    Sandra,

    Das von dir vorgeschlagene Thema ist nicht, wie du es selbst bezeichnest, "interessant", sondern hanebüchen.
    Wieso sollten denn tayloristisch gemanagte Unternehmen adaptiver sein als post-tayloristisch geführte?
    Dafür gibt es keine theoretische Grundlage, und auch keine anekdotische oder auch empirische Evidenz, auch wenn du noch so viele Presseschnipsel aneinanderreihst.
    Vielleicht kann man in einem halben oder einem ganzen Jahr etwas mehr dazu sagen, wie GENAU es den verschiedenen Automobilherstellern ergangen ist in DIESER Krise (es gab ja zig andere, die man auch nicht unberücksichtigt lassen sollte).

    Im Beyond Budgeting-Modell sprechen wir immer davon, Leistung RELATIV zum "IST" und "im Licht des der gesamten Umfeldsituation" zu beurteilen. So ist das auch in diesem Fall wieder. Wenn man also Toyota mit dem Rest der Automobilhersteller vergleichen will, dann sollte man das eben auch anhand von Ist-Ist-Vergleichen tun. Selbst wenn also Toyota diesmal DOCH Mitarbeiter entlassen sollte (schade wärs, und ein echtes Novum...), dann müsste man auch das zunächst einmal in Bezug zur Situation des Marktes und des Wettbewerbs setzen. Das könnte eine ganz interessante Betrachtung ergeben.
    Auch dazu, wie genau sich Toyota auf diese Krise einstellt, kann sehr aufschlussreich sein für unser Thema hier.

    Gruss,
    Niels
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